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Die engen, bunten Schluchten des Antelope Creeks


Lage: Antelope Canyon Navajo Tribal Park; knapp 6 mi östlich von Page, AZ; Karte

Anreise: Fährt man von Page den Hwy 98 ostwärts in Richtung Kayenta, so befindet sich der Parkplatz für den Upper Antelope Canyon in der Nähe des milemarker 299 kurz vor dem großen, schon von weitem sichtbaren 3 hohen Schornsteinen des Kohlekraftwerks. Von hier startet die von Indianern geführte Jeeptour zur rund 5 km entfernten Schlucht (keine private Anfahrt gestattet!). Auch die Tour zu den weiter unten beschriebenen Seitenschluchten des Antelope Creek hat hier ihren Ausgangspunkt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite zweigt die Antelope Point Road (N22B) nach Norden ab, die unweit der Hauptstraße zum Eingang des Lower Antelope Canyons führt.

Allgemeines: Der Antelope Canyon befindet sich auf dem Stammesland der Navajo [ná-va-ho] Indianer. Er wird durch etliche Meilen flaches Terrain in zwei Abschnitte unterteilt und verfügt außerdem über einige Seitenschluchten. Der Upper Antelope Canyon - auch unter dem Namen Corkscrew Canyon bekannt - erstreckt sich südlich des Hwy 98, die Lower Unit nördlich zwischen dem Lake Powell und dem Hwy 98. Die beiden Teile unterscheiden sich deutlich in ihrer Form. Während der Upper Canyon am Grund eher breit (ca. 2-5 m) bzw. leicht begehbar ist und gegen oben immer schmäler wird, so nimmt der Lower Antelope Canyon die Gestalt eines Trichters an. Stellenweise ist diese Schlucht am Boden so schmal, dass kaum zwei Besucher aneinander vorbeikommen - hie und da ist etwas Stufensteigen, Klettern und ein "sich durch Engstellen Zwängen" angesagt.
Obwohl durch den Antelope Canyon fast ausschließlich nur während der sommerlichen Gewitter Wasser fließt, schuf es im Lauf der Jahrtausende eine überwältigende Vielfalt an Farben und Formen - von einfachen Wogen aus Stein und wildzerfurchten Wölbungen bis hin zu malerischen Felslöchern oder natürlichen Steinbögen. Die einst feinen Risse im weichen, rötlichen Navajo Sandstein wurden durch die Erosionskraft des reißenden Antelope Creek (und zu einem gewissen Teil auch vom Wind) zu immer tieferen Höhlungen erweitert, bis schließlich stellenweise eine fast 40 m hohe, schmale Schlucht entstand. Und dass der Entstehungsprozess noch lange nicht abgeschlossen ist, bewies der Sommer 1997. Nach den 3 großen flash floods in diesem El Nino Jahr war der Upper Antelope Canyon plötzlich um ganze 1,2 m tiefer!

 
Impressionen aus dem Upper Antelope Canyon


Preis/Eintritt:
Da sich die beiden Slot Canyons auf Indianerreservatboden befinden, sind die Gebühren entsprechend hoch. Der Eintritt sowie die Aufenthaltsdauer schwanken aber je nach Jahreszeit bzw. Saison und manchmal auch je nach Andrang. Im Oktober 2004 kostete eine Stunde im Upper noch $15 p.P. (gegen Aufpreis konnte man auch länger bleiben) und für $12,50 erhielt man die Zutrittserlaubnis für den Lower Antelope Canyon, die damals den ganzen Tag galt. Mittlerweile (Stand: Februar 2014) werden $25 p.P. im Upper Antelope Canyon für eine Stunde veranschlagt, vom Memorial Day bis Labor Day zur Prime Time zwischen 11-13 Uhr sogar $40. Im Lower Antelope gibt es für $20 eine 1-stündige Führung oder für $42 eine zweistündige Tour mit Guide (dazu qualifiziert man sich allerdings nur mit Stativ und Spiegel- oder Mittel-/Großreflexkamera!). Hinzu kommt jeweils eine Navajoreservat-Genehmigung von $8 p.P., die jedoch nur einmal zu entrichten ist, wenn man beide Schluchten an einem Tag besucht.

Geführte Touren von Page: Die geführten Touren (z.B. Antelope Canyon Tours) zum Upper Antelope Canyon von Page aus sind oftmals teurer. Früher, als der Andrang noch nicht so groß war, habe ich davon eher abgeraten. Mittlerweile haben diese Touren aber auch einen gewissen Vorteil gegenüber der eigenen Anreise: man kann vorbuchen und kommt zu seiner Wunschzeit in den Upper Antelope Canyon. Das ist leider zur Hochsaison keine Selbstverständlichkeit mehr. Bei einer Vorbuchung muss dann allerdings das Wetter mitspielen, denn schlimmstenfalls wenn die Sonne an dem Tag nicht scheint, hat man viel Geld umsonst ausgegeben. Ohne Sonne gibt es keine Beams und auch kein leuchtenden Wände!



Der Name, den die Navajos dem Upper Antelope Canyon gaben - Tse bighanilini - bedeutet übersetzt „der Platz, an dem Wasser durch die Steine rinnt“. Der englische Titel Antelope Canyon erinnert an jene Zeiten, als die Umgebung der Schlucht noch von Gabelbockantilopen (pronghorn antelopes) bevölkert wurde. Wann genau die ersten Menschen die Sandsteinklamm entdeckten, ist nicht bekannt, die Navajos nutzten sie jedoch schon seit langer Zeit im Winter zur Beherbergung ihrer Viehherden. Für sie war/ist der Antelope Canyon außerdem eine religiöse Stätte. Die andächtige, fast unheimliche Stille, die sich - ohne Menschenmassen! - zwischen den hohen, nur spärlich beleuchteten Sandsteinwänden ausbreiten würde, wäre wohl noch um einiges imposanter als die einer mächtigen, alten Kathedrale.

Die kurze, raue Anfahrt mit dem alten Jeep der Indianer durch tiefen Sand endet vor einer rotbraunen, auf ersten Blick eher unscheinbaren Felswand. Bei genauer Betrachtung erkennt man den schmalen Riss, der Eintritt zu einer in jeder Hinsicht einzigartigen Welt verschafft. Aufgrund des wechselnden Sonnenstandes ändert sich die Stimmung im Inneren kontinuierlich und der bunte Sandstein fängt mal hier mal dort im Licht der reflektierten Sonnenstrahlen mystisch zu glühen an.
Der Upper Antelope Canyon ist - bedingt durch seine sich nach oben verengende Form - wesentlich dunkler als der Lower, so dass hier früh am Morgen und spät nachmittags beinah absolute Finsternis herrscht und seine Schönheit den Augen des Betrachters verborgen bleibt. An einem Stativ führt aufgrund der auch zu Mittag dämmrigen Lichtverhältnisse kein Weg vorbei.

Bei der normalen Jeep-Tour hat man vor Ort eine Stunde Zeit um den ca. 400 m langen Canyon zu durchwandern und zu fotografieren, was mitunter recht knapp bemessen ist. Wer eine Stunde anhängen möchte, kann dies gegen Aufpreis tun. Man kann aber auch gleich eine Photography Tour vor Ort buchen bei Dalvin Etsitty aus der Begay Familie (Antelope Canyon Navajo Tours, 2 Std., ca. $88 p.P.).
Für Fotografen empfiehlt sich der Besuch des Upper Antelope Canyons um die Mittagszeit, wenn es zur Bildung von so genannten spotlights oder beams kommt. Scheinwerferartig beleuchten dann die einfallenden Sonnenstrahlen den Boden des Canyons. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, bei Aufnahmen eines senkrecht einfallenden Sonnenstrahls den Staub etwas aufzuwirbeln (und schnell wieder aus dem Bild hinauszulaufen).

Fragt man die meisten Leute, welcher der beste Zeitpunkt ist, um diese berühmten beams zu verewigen, dann heißt es stets zwischen 11 und 13 Uhr. Nicht fehlen sollte hierbei jedoch auch eine Monatsangabe, denn nur wer hier im April, Mai, Juni, Juli oder August unterwegs ist, wird eine größere Anzahl an Sonnenstrahlen sehen, die tatsächlich den Boden der Schlucht erreichen und dort langsam "herumwandern". Im Sommer sind es an die 30 Stück, Ende März gerade mal eine Handvoll. Dennoch lassen sich hier schon ausgesprochen nette Beams fotografieren. Mein Lieblingsbeam aus dem Upper Antelope wurde zum Beispiel an einem 30. März aufgenommen.

Ich war bei meinem ersten Besuch im Mai 1997 leider eine Stunde zu spät im Canyon. Im Oktober 2004 schien mittags der einzige beam, der zu sehen war, lediglich auf eine Seitenwand - bedingt durch den tieferen Sonnenstand. Aber auch zu dieser Jahreszeit gab es genügend Sehenswertes. Gleich zu Beginn der Schlucht, wenn man einen Blick zurück auf den Eingang wirft, zeichnen sich in den beleuchteten Wänden die Umrisse eines Bären ab (den Mond habe ich selber dazugedichtet). Ich muss gestehen, ich habe den Bären dort zunächst absolut nicht erkannt, obwohl er wenn man ihn mal sieht, dann doch ziemlich eindeutig ist. Die leichtesten Motive findet man im Upper, wenn man die Kamera nach oben richtet, nur selten wird man ein Stück Himmel dabei sehen, so eng liegen die Canyonränder beieinander. Die übrige Zeit in der Schlucht verbringt man meistens, indem man darauf achtet nicht über andere Stative zu stolpern... womit wir bei den großen Nachteilen dieser Schlucht angekommen wären!

Der Upper Antelope Canyon zählt aufgrund seiner unübertroffenen Schönheit schon seit über 10 Jahre zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Gegend um Page, AZ. So war der Andrang bereits bei meinem ersten Besuch im Juni 1997 ziemlich groß und schon damals war es selbst nach 1:30 PM, wenn die schönsten Stunden in der Schlucht eigentlich vorbei sind, nicht ganz einfach eine "menschenfreie" Aufnahme zu machen. Im Oktober 2004, April 2007 und März 2009 war es - trotz Nebensaison - um die Mittagszeit nicht viel anders. Ganz das Gegenteil schien der Fall zu sein, noch mehr Touristen und Fotografen standen sich gegenseitig im Weg. Zusätzlich zu denen, die ihr Auto vor Ort parken, gibt es nochmal ein Vielfaches an Leuten, die in den Jeeps der kommerziellen Touren aus Page anreisen.
Die Menschenmassen, die sich tagein tagaus durch diese Schlucht schieben, sind deutlich größer als jene, die sich in den Lower verirren. Das ist auch der Grund, warum ich mir bereits im Oktober 2004 geschworen hatte, einen dritten Besuch nur mehr bei absolut idealen Bedingungen zu unternehmen, d.h. an einem sonnigen Junitag um 11:30 AM. Den Lower hingegen würde ich zu jeder Jahres- und Tageszeit sofort immer wieder gerne besuchen!

 

Entrance of Lower Antelope Canyon
Entrance of Upper Antelope Canyon
Einstieg in den Lower
Abschied vom Upper Antelope Canyon



Ich habe mittlerweile wohl weit über 10 Stunden zwischen diesen Canyonwänden verbracht und es werden sicher noch welche folgen. Der Lower Antelope Canyon zählt für mich zu den grandiosesten Schluchten des gesamten Colorado Plateaus. Scheint die Sonne, so findet man hier garantiert zu jeder Uhrzeit eine fotogene Stelle - mittags im tieferen Abschnitt, früh vormittags sowie am Nachmittag in den nicht so hohen Bereichen der Schlucht. Anders als im Upper Antelope Canyon hat man hier weitaus mehr Zeit um die Form- und Farbvielfalt zu genießen. Förmlich von Minute zu Minute ändert sich die Lichtstimmung. Der Sandstein leuchtet in allen Schattierungen: vom kräftigen Rot und Orange bis hin zu zarten Pastelltönen in Rosa, Lila oder Blau. Jede Tageszeit bringt neue Farben und neue Eindrücke mit sich.
Tipp: Wer gerne fotografiert und sich im Frühjahr zwischen vormittags, mittags oder nachmittags entscheiden muss, der sollte im Lower die Mittagszeit meiden, denn dann sind große Teile der Schlucht aufgrund ihrer Trichterform viel zu hell für richtig stimmungsvolle Aufnahmen. Im Herbst/Winter hingegen, ist der Lower aber auch mittags sehr schön!

Vom Standort, wo die Indianer ihr Kassenhäuschen errichtet haben, ist es bis zum Eingang der Schlucht nur ein kurzes Stück, das man zu Fuß gehen muss. Während der Upper Antelope Canyon einfach durch den relativ breiten Weg am Grund der Schlucht zugänglich ist, muss man in den schmalen, unscheinbaren Spalt des nördlicheren Teils erst von oben über etliche, von den Navajos angelegten Metallleitern hineinklettern. Die gegenüberliegenden Wände sind in diesem schmalen Abschnitt der Sandsteinklamm oft nicht einmal 1 m voneinander entfernt. Der Lower Antelope Canyon ist zwar heller und nicht ganz so tief, aber wesentlich länger und reicher an Formen als sein südliches Gegenstück. Es ist gut nachvollziehbar, dass er in der Sprache der Navajos "Hasdeztwazi" heißt, das soviel wie "gewundene Steinbögen" bedeutet .
In dem derzeitg begehbaren Teil des Canyons befinden sich gleich zwei dieser Felslöcher, das erste davon in etwa auf halber Strecke in unmittelbarer Nähe jener Steinformation, die an einen Adlerkopf erinnert. Dieser Arch trägt auf der Karte der Navajos den Namen Guardian Angel. Im Internet ist er unter den zahlreichen Bezeichnungen zu finden - als Angel Arch, Eye of the Antelope, Keyhole Arch oder Eye of the Eagle. Je nach Jahreszeit scheint zwischen 10 und 11:30 AM für einen kurzen Augenblick ein schöner Sonnenstrahl durch dieses Felsloch hindurch. Manchmal berühren sogar zwei beams zeitgleich den Canyonboden so wie bei Dereks berühmten Foto. Wir haben das Schauspiel beinahe verpasst. So schnell wie der beam entsteht, verschwindet er auch wieder...
Kurz danach schreitet man auf seinem Weg stromabwärts in Richtung Lake Powell durch einen zweiten Arch (siehe Foto unten links mit Steffen). Dieser Felsbogen ist vormittags am fotogensten. Nachmittags ist es in diesem Canyonabschnitt schon um vieles dunkler, für kurze Zeit glüht dann allerdings der untere Teil der Wand hinter dem Felsloch.
Eine große Treppe im letzten Teil des Canyons ist in der Regel der Umkehrpunkt. Der schnellste Weg zurück zum Parkplatz führt oben entlang des Canyonrandes, der schönere verläuft selbstverständlich im Inneren. Bei unserem Besuch im März 2007 war dieser Teil des Canyons leider nicht begehbar. Viele tiefe Pools versperrten den Weg zu der hinteren Ausstiegstreppe.

 

Arch
Ladder
Der zweite Arch und die Leitern im Lower Antelope Canyon


Viel Zeit verbrachten wir vor einer meiner liebsten Canyonecken (Bild 12), die sich ausschließlich vormittags von ihrer bunten Seite zeigt. Unsere Lieblingsstelle schlechthin liegt jedoch in etwa auf halben Wege zwischen den zwei Felslöchern. Das "Deckengewölbe" steht hier regelrecht "in Flammen" und das so gut wie den gesamten Tag lang. Selbst um 3:30PM hatte es noch so wunderbare Farben. Ganz besonders ins Herz geschlossen haben ich auch eine Formation, die wie ein Hase aussieht und deshalb von mir "The Rabbit" getauft wurde.
Es gibt aber noch viele weitere faszinierende Stellen im Canyon, so z.B. auch in unmittelbarer Nähe einer Metallleiter. Kurz bevor man diese hinuntersteigt, sollte man einen Blick zurück werfen. Hier kann man leicht auf eine Art Podest hinaufklettern, von dem sich ein schöner Blick canyonabwärts eröffnet. Vormittags wird man hier bei langen Belichtungszeiten eher Braun- und Orangetöne verewigen, nachmittags driften die Farben oftmals unabh. vom Weißabgleich eher ins Lila ab.
Auch wenn die beiden Felsbögen vormittags im schöneren Licht sind, so gefällt mir persönlich der Lower Antelope Canyon nachmittags wesentlich besser, wenn die allermeisten Touristen wieder den Heimweg angetreten haben und nur kaum welche nachkommen. Endlich herrscht jene Stille, nach der man sich zwischen diesen engen Wänden sehnt. Im Oktober 2004 waren zu fortgeschrittener Stunde lediglich 4 Leute im Canyon und auch bei unserem Besuch im März 2007 war es nachmittags deutlich angenehmer. Zum Schluss hatten wir den Lower Antelope ganz für uns alleine und mussten ihn nur mit einem netten Deutschen teilen. Die maximale Besuchszeit von 4 Stunden wurden bei unseren letzten Besuchen deutlich überschritten - kontrolliert oder beschwert hat sich keiner. Ganze 6 Stunden haben wir zwischen den Wänden ausgeharrt und Björn hat es sogar auf 8 Stunden gebracht. Es gibt Plätze auf dieser Welt, dort vergeht die Zeit schneller als "wie im Flug"... ;-)
Update: Leider hat sich diese Situation aufgrund des immer größer werdenden Andrangs mittlerweile geändert. Seit Winter 2014/15 kommt man nur noch mit Führung in den Lower Antelope Canyon!

 

The Arch at Lower Antelope Canyon
The Rabbit at Antelope Canyon



Der knapp 30 km lange Verlauf des Antelope Creek vom Kaibeto Plateau bis hinunter zum Lake Powell birgt noch so die eine oder andere sehr fotogene Seitenschlucht. Leider befinden sie sich allesamt auf Indianerreservatsboden und sind bis auf wenige Ausnahmen nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Der neben den beiden Antelope Canyons wohl bekannteste Slot ist der Canyon X, der sich 16 mi südlich von Page befindet. Berühmt ist diese bis zu 50 m tiefe Schlucht nicht nur wegen ihrer Schönheit sondern auch wegen der recht hohen Eintrittsgebühr. Für eine 5- bis 6-stündige Tour zum Lower und Upper Canyon X muss man bei Mitnahme der Fotoausrüstung mit Ausgaben von rund $150 p.P. rechnen, was bei größeren Familien bald ins Unermässliche steigt. Dafür ist Einsamkeit und Ruhe garantiert, denn es wird maximal 9 Leuten pro Tag Zutritt in den Canyon gewährt. Touren zum Canyon X werden derzeit ausschließlich von Overland Canyon Tours angeboten (Stand: April 2009). Zu erwarten hat man vor Ort hohe, fotogene Canyonwände und allerlei Sandsteingebilde wie The Guardian, The Portal oder der Elephant Arch. Eine schöne Geschichte über den Besuch dieses Canyons präsentiert Heiko Boeck mit vielen Bildern auf meinen "Around Page" Seiten als Gastautor: Canyon X.

In etwa denselben Preis muss man auch bezahlen, wenn man sich alle fünf Seitencanyons anschauen möchte, die sich noch am Weg zum Upper Antelope Canyon verbergen. Ein Blick in Michael Kelseys Bücher verrät, wo sich vier davon befinden. Es ist auch möglich nur einzelne Seitenschluchten anzuschauen. Die letzte unmittelbar vor dem Upper ist zum derzeitigen Stand allerdings offlimits, da dort keinerlei Steighilfen oder Leitern angebracht wurden. Den Preis für Einzeltouren sollte man sich am besten mit den Navajo guides vor Ort aushandeln. Für etwas Trinkgeld darf man manchmal auch nach oder vor einer Upper Antelope Canyon Tour noch eine zusätzliche Stunde in einer der Seitenschluchten verbringen. Zu den am westlichen Rand des Antelope Creeks befindlichen Schluchten zählt z.B. der Rattlesnake Canyon. Wie sein Name schon vermuten lässt, ist er ein beliebtes Rückzugsgebiet der kleinen Rassler. Nur selten werden sie hier von Besuchern gestört. Sogar eine weiße Albinoklapperschlange wurde schon in dieser Schlucht gesichtet. Hier empfiehlt es sich, stets sehr genau hinzusehen, wohin man seine Schritte setzt und wohin man greift - ggf. mit dem Stativ um die engen Ecken "vorgreifen" oder etwas Sand werfen. Versperrt eine Schlange einem den Weg, so lässt man sie am besten sich um einen Stock wickeln, den man dann aus dem Canyon werfen kann. Wer sich von solch "Anweisungen" der Navajo guides nicht abschrecken lässt, der wird hier einen einsamen Slot vorfinden, in dem noch andächtige Ruhe herrscht und bei dem einem kein fremdes Stativ im Wege stehen wird. Von der Form ähnelt der Rattlesnake den Lower Antelope Canyon, er ist nur deutlich kürzer (ca. 100 m) und leider nicht so hoch. Ein oder zwei Stunden sollten in den meisten Fällen auch für Fotografen ausreichend sein. Die beste Besuchszeit ist am nicht zu frühen Nachmittag. Mittags scheint die Sonne direkt in den Canyon hinein. Da wir keine Infos über die Schlucht hatten, waren wir leider deutlich zu früh drinnen (1-2 PM). Zu den Highlights des Rattlesnake Canyons zählen seine wunderbar gestreiften Wände, die ein wenig an den Zebra Slot erinnern, sowie zwei sehr schöne Felsbögen und eventuell die Begegnung mit einem seiner Namensgeber... ;-)
Wie die anderen Slots aussehen, wissen wir leider (noch) nicht. Kelsey gibt allerdings das Prädikat "good narrows" nur noch einer weiteren Seitenschlucht. Mit dem Rattlesnake wird es mit Sicherheit ein Wiedersehen geben, allerdings zu einer etwas späteren Uhrzeit, wenn die Sonne nicht mehr direkt in den zweiten Felsbogen hineinscheint, den Steffen recht treffend als "Africa Arch" bezeichnet hat (siehe Foto unten in der Mitte).

 

Rattlesnake Canyon
Arch at Rattlesnake Canyon
Walls at Rattlesnake Canyon
Unterwegs im Rattlesnake Canyon, einer kurzen Seitenschlucht des Antelope Creek


Fototipps: Bei den Lichtverhältnissen im Inneren der Schluchten sind Stativ und Fernauslöser ein Muss sowie die Mitnahme von ausreichend Batterien oder aufgeladenen(!) Akkus. Blitzlicht ist Tabu, sofern man nicht weiße Wände verewigen will. Dasselbe gilt für den Himmel oder direkt von der Sonne angeschienene Felswände - beides ist bei der Motivgestaltung eher zu meiden. Das indirekte Glühen sieht das geübte Auge meist sofort. Wer noch nicht den Blick dafür hat, sollte einfach ein wenig herumexperimentieren. Lieber ein Foto zuviel, als es im Nachhinein bereuen - vorausgesetzt es handelt sich um eine digitale Kamera... ;-)
Wer bei Dias auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Belichtsungsreihen machen. Welchen Weißabgleich man bei digitalen Kameras einstellt, ist letztlich Geschmacksache und beim Dateiformat raw nachträglich leicht zu ändern. Kleine Blende und lange Belichtungszeiten bringen nicht nur die perfekte Tiefenschärfe sondern sorgen meist für einen wahren Farbzauber. Weitere Tipps, Bilder und Infos gibt es auf Steffens Antelope Canyon Seite.

WICHTIG: Den Ausflug in den Antelope Canyon sollte man nicht an einem bewölkten oder stark windigen Tag unternehmen! Dann gibt es keine der magischen Licht"spiele" zu beobachten oder es weht Unmengen an Sand und Staub durch die obere Öffnung hinein! Da ist das Geld anderorts besser investiert! ! ;-)

Information: Antelope Canyon Navajo Tribal Park, P.O. Box 4803, Page, AZ 86040, Tel: (928) 698-2808
Web: http://www.navajonationparks.org/htm/antelopecanyon.htm

Water Holes Canyon: Entgegen aller Gerüchte gilt die hier am Antelope Canyon entrichtete Navajo Nation Fee nicht für den Water Holes Canyon 6 mi südlich von Page. Für diesen ebenfalls sehr schönen Canyon braucht man ein backcountry permit, das entweder beim Upper Antelope Canyon (dort bekommt man es aber leider nicht immer!) oder im Lechee Tribal Office (drei Meilen südlich von Page an der Coppermine Road), ausgestellt wird. Die Gebühr für dieses permit beläuft sich auf $12 pro Person (Stand: Juni 2014).
Direkt am Zugang am Hwy 89 beim Meilenmarker 542, stehen große "No trespassing, hiking permit required" Schilder. Der Canyon ist - ebenso wie der Antelope Canyon - in Privatbesitz. Man sollte am Trailhead nicht ohne backcountry permit hinter der Windschutzscheibe parken.

Wichtiger Hinweis: Abschließend noch eine kleine Warnung, dass man die Schluchten des Südwestens nicht immer völlig unbesorgt betreten sollte und dass Leichtsinn dort auch sehr böse enden kann. Der Boden eines jeden Slot Canyons ist nichts anderes als ein ausgetrocknetes Flussbett, das sich bei Niederschlägen jederzeit zurück in einen reißenden Strom verwandeln kann, d.h. unbedingt die lokalen Wettervorhersagen beachten! Auf der National Weather Webseite gibt es darüber hinaus einen Überblick der Gefahrenzonen und die aktuellen "flash flood warnings".


         

Während der heißen Sommermonate kommt es bei heftigen Gewittern immer wieder zu flash floods, so dass man zu dieser Jahreszeit innerhalb einer engen Schlucht stets einer gewissen Gefahr ausgesetzt ist. Denn auch wenn der Himmel oberhalb des Canyons - falls sichtbar - blau erscheinen mag, so können Niederschläge in der Umgebung eine verheerende Sintflut auslösen.
Als am Nachmittag des 12. August 1997 ein Platzregen über dem Kaibeto [kéi-bi-to] Plateau niederging und sich in einer Entfernung von 25 km die Zuflüsse des Antelope Creeks füllten, befand sich eine Gruppe von 12 Personen im Lower Antelope Canyon. Diese teilweise extrem schmale Schlucht ist bereits im Normalfall schwer zugänglich und noch schwieriger ist es wieder herauszukommen, wenn man es eilig hat. Unmittelbar vor den Augen der Besucher, die oben am Canyonrand standen, spielte sich eine Tragödie ab. Denn diejenigen, die sich in der Tiefe befanden, hatten keinerlei Chance der ca. 3 m hohen Flut- und Schlammwelle zu entkommen, die durch den Canyon stürzte und alles mitriss, das sich ihr in den Weg stellte. Einer schaffte es zu überleben, die restlichen 11 Menschen wurden an den Felswänden zerschellt und unter den Schlammmassen begraben. Ihre Leichen wurden teilweise fast bis in die Nähe des Lake Powells abgetragen und konnten noch Monate danach nicht geborgen werden. Ein Denkmal am Eingang der Schlucht erinnert heute an diese Tragödie. Mehr Details darüber erfährt man u.a. auf der Lake Powell oder der Climb-Utah-Seite.
Der Lower Antelope Canyon wurde in der Folge 10 Monate lang gesperrt. Die Schlammmassen mussten entfernt werden und die Anbringung von zusätzlichen festverankerten Metallleitern und Rettungsnetzen soll für mehr Sicherheit sorgen.
Derzeit ist nur 1/3 des ursprünglich begehbaren Teils zugänglich, wann der Rest wieder geöffnet wird, ist noch ungewiss.

Wie sehr z.B. der Lower Antelope Canyon "volllaufen" kann, zeigt Bernd Steinke eindrucksvoll auf seiner Seite.

 

© 16.12.2004 Isabel Synnatschke       Last update 14.04.2015

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