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Die engen, bunten Schluchten des Antelope Creeks
Allgemeines: Der Antelope Canyon
befindet sich auf dem Stammesland der Navajo [ná-va-ho]
Indianer. Er wird durch etliche Meilen flaches Terrain in zwei Abschnitte
unterteilt und verfügt außerdem über einige Seitenschluchten.
Der Upper Antelope Canyon - auch unter dem Namen Corkscrew Canyon
bekannt - erstreckt sich südlich des Hwy 98, die Lower Unit nördlich
zwischen dem Lake Powell und dem Hwy 98. Die beiden Teile unterscheiden
sich deutlich in ihrer Form. Während der Upper Canyon am Grund
eher breit (ca. 2-5 m) bzw. leicht begehbar ist und gegen oben immer
schmäler wird, so nimmt der Lower Antelope Canyon die Gestalt
eines Trichters an. Stellenweise ist diese Schlucht am Boden so schmal,
dass kaum zwei Besucher aneinander vorbeikommen - hie und da ist etwas
Stufensteigen, Klettern und ein "sich durch Engstellen Zwängen"
angesagt. Preis/Eintritt: Da sich die beiden
Slot Canyons auf Indianerreservatboden befinden, sind die Gebühren
entsprechend hoch. Preiserhöhungen gibt es fast jährlich
und der Eintritt scheint auch je nach Jahreszeit bzw. Saison etwas
zu schwanken. Im Oktober 2004 kostete eine Stunde im Upper $15 p.P.
(gegen Aufpreis konnte man auch länger bleiben) und $12,50 die
Zutrittserlaubnis für den Lower Antelope Canyon, die damals den
ganzen Tag galt. Mittlerweile werden für den Upper Antelope Canyon
$20 p.P. für eine Stunde veranschlagt und für den Lower
$15 p.P. für 4 Stunden (Stand: April 2007). Hinzu kommt noch
eine Navajoreservat Genehmigung von $6 p.P., die jedoch nur einmal
zu bezahlen ist, wenn man beide Schluchten an einem Tag besucht.
Die kurze, raue Anfahrt mit dem alten Jeep der Indianer
durch tiefen Sand endet vor einer rotbraunen, auf ersten Blick eher
unscheinbaren Felswand. Bei genauer Betrachtung erkennt man den schmalen
Riss, der Eintritt zu einer in jeder Hinsicht einzigartigen Welt verschafft.
Aufgrund des wechselnden Sonnenstandes ändert sich die Stimmung
im Inneren kontinuierlich und der bunte Sandstein fängt mal hier
mal dort im Licht der reflektierten Sonnenstrahlen mystisch zu glühen
an.
Ich war bei meinem ersten Besuch im Mai 1997 leider eine Stunde zu spät im Canyon. Im Oktober 2004 schien mittags der einzige beam, der zu sehen war, lediglich auf eine Seitenwand - bedingt durch den tieferen Sonnenstand. Aber auch zu dieser Jahreszeit gab es genügend Sehenswertes. Gleich zu Beginn der Schlucht, wenn man einen Blick zurück auf den Eingang wirft, zeichnen sich in den beleuchteten Wänden die Umrisse eines Bären ab (den Mond habe ich selber dazugedichtet). Ich muss gestehen, ich habe den Bären dort zunächst absolut nicht erkannt, obwohl er wenn man ihn mal sieht, dann doch ziemlich eindeutig ist. Die leichtesten Motive findet man im Upper, wenn man die Kamera nach oben richtet, nur selten wird man ein Stück Himmel dabei sehen, so eng liegen die Canyonränder beieinander. Die übrige Zeit in der Schlucht verbringt man meistens, indem man darauf achtet nicht über andere Stative zu stolpern... womit wir bei den großen Nachteilen dieser Schlucht angekommen wären! Der Upper Antelope Canyon zählt aufgrund seiner
unübertroffenen Schönheit schon seit über 10 Jahre
zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Gegend um Page, AZ. So war
der Andrang bereits bei meinem ersten Besuch im Juni 1997 ziemlich
groß und schon damals war es selbst nach 1:30 PM, wenn die schönsten
Stunden in der Schlucht eigentlich vorbei sind, nicht ganz einfach
eine "menschenfreie" Aufnahme zu machen. Im Oktober 2004
oder April 2007 war es - trotz Nebensaison - um die Mittagszeit nicht
viel anders. Ganz das Gegenteil schien der Fall zu sein, noch mehr
Touristen und Fotografen standen sich gegenseitig im Weg. Zusätzlich
zu denen, die ihr Auto vor Ort parken, gibt es nochmal mindestens
soviele, die in den Jeeps der kommerziellen Touren aus Page anreisen.
Vom Standort, wo die Indianer ihr Kassenhäuschen
errichtet haben, ist es bis zum Eingang der Schlucht nur ein kurzes
Stück, das man zu Fuß gehen muss. Während der Upper
Antelope Canyon einfach durch den relativ breiten Weg am Grund der
Schlucht zugänglich ist, muss man in den schmalen, unscheinbaren
Spalt des nördlicheren Teils erst von oben über etliche,
von den Navajos angelegten Metallleitern hineinklettern. Die gegenüberliegenden
Wände sind in diesem schmalen Abschnitt der Sandsteinklamm oft
nicht einmal 1 m voneinander entfernt. Der Lower Antelope Canyon ist
zwar heller und nicht ganz so tief, aber wesentlich länger und
reicher an Formen als sein südliches Gegenstück. Es ist
gut nachvollziehbar, dass er in der Sprache der Navajos "Hasdeztwazi"
heißt, das soviel wie "gewundene Steinbögen"
bedeutet .
In etwa denselben
Preis muss man auch bezahlen, wenn man sich alle fünf
Seitencanyons anschauen möchte, die sich noch am
Weg zum Upper Antelope Canyon verbergen. Ein Blick in Michael
Kelseys Bücher verrät, wo sich vier davon befinden. Es ist
auch möglich nur einzelne Seitenschluchten anzuschauen. Die letzte
unmittelbar vor dem Upper ist zum derzeitigen Stand allerdings
offlimits, da dort keinerlei Steighilfen oder Leitern angebracht
wurden. Den Preis für Einzeltouren sollte man sich am besten
mit den Navajo guides vor Ort aushandeln. Für etwas
Trinkgeld darf man manchmal auch nach oder vor einer Upper Antelope
Canyon Tour noch eine zusätzliche Stunde in einer der Seitenschluchten
verbringen. Zu den am westlichen Rand des Antelope Creeks befindlichen
Schluchten zählt z.B. der Rattlesnake Canyon.
Wie sein Name schon vermuten lässt, ist er ein beliebtes Rückzugsgebiet
der kleinen Rassler. Nur selten werden sie hier von Besuchern gestört.
Sogar eine weiße Albinoklapperschlange wurde schon in dieser
Schlucht gesichtet. Hier empfiehlt es sich, stets sehr genau hinzusehen,
wohin man seine Schritte setzt und wohin man greift - ggf. mit dem
Stativ um die engen Ecken "vorgreifen" oder etwas Sand werfen.
Versperrt eine Schlange einem den Weg, so lässt man sie am besten
sich um einen Stock wickeln, den man dann aus dem Canyon werfen kann.
Wer sich von solch "Anweisungen" der Navajo guides
nicht abschrecken lässt, der wird hier einen einsamen Slot vorfinden,
in dem noch andächtige Ruhe herrscht und bei dem einem kein fremdes
Stativ im Wege stehen wird. Von der Form ähnelt der Rattlesnake
den Lower Antelope Canyon, er ist nur deutlich kürzer (ca. 100
m) und leider nicht so hoch. Ein oder zwei Stunden sollten in den
meisten Fällen auch für Fotografen ausreichend sein. Die
beste Besuchszeit ist am nicht zu frühen Nachmittag. Mittags
scheint die Sonne direkt in den Canyon hinein. Da wir keine Infos
über die Schlucht hatten, waren wir leider deutlich zu früh
drinnen (1-2 PM). Zu den Highlights des Rattlesnake Canyons zählen
seine wunderbar gestreiften Wände, die ein wenig an den Zebra
Slot erinnern, sowie zwei sehr schöne Felsbögen und
eventuell die Begegnung mit einem seiner Namensgeber... ;-)
Information: Antelope Canyon Navajo
Tribal Park, P.O. Box 4803, Page, AZ 86040, Tel: (928) 698-2808 Water Holes Canyon: Entgegen aller
Gerüchte gilt die hier am Antelope Canyon entrichtete Navajo
Nation Fee nicht für den Water Holes Canyon 6 mi
südlich von Page. Für diesen ebenfalls sehr schönen
Canyon braucht man ein backcountry permit,
das entweder beim Upper Antelope Canyon oder im Lechee Chapter House
(drei Meilen südlich von Page an der Coppermine Road), ausgestellt
wird. Die Gebühr für dieses permit beläuft
sich auf $5 pro Person (Stand: April 2007). Wichtiger Hinweis:
Abschließend noch eine kleine Warnung, dass man die Schluchten
des Südwestens nicht immer völlig unbesorgt betreten sollte
und dass Leichtsinn dort auch sehr böse enden kann. Der Boden
eines jeden Slot Canyons ist nichts anderes als ein ausgetrocknetes
Flussbett, das sich bei Niederschlägen jederzeit zurück
in einen reißenden Strom verwandeln kann, d.h. unbedingt die
Wettervorhersagen beachten!
© 16.12.2004 Isabel Synnatschke Last update 11.11.2007 |
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