Als ich vor über 10 Jahren zum ersten Mal durch dieses
kleine Nest im Norden des Bundesstaat Arizona durchfuhr,
dachte ich mir was könnte man hier schon anderes machen als einen
Hausboot- oder Badeurlaub auf dem Stausee Lake Powell.
Es erschien alles derart trostlos, so ungemein trocken und die Ansiedlung
wie so viele modernere amerikanische Kleinstädte: nüchtern
und gänzlich ohne Charme. Ein paar Motels, Supermärkte und
Restaurants entlang der breiten mehrspurigen Hauptstraße, dahinter
noch einige Wohnhäuser und das war es schon.
Dass hier nichts an die Zeiten des rauen Wilden Westens erinnert,
liegt daran, dass Page eine der jüngsten Siedlungen der Vereinigten
Staaten ist. Künstlich geschaffen im Jahr 1957 als Unterkunftscamp
für die Bauarbeiter des großen Staudamms hieß die
Ortschaft zunächst „Government Camp“. Erst
später erhielt sie ihren jetzigen Namen zu Ehren des Comissioners
John C. Page. Die kleinen Unterkünfte der Street of Little
Motel erinnern noch an die Gründungszeiten. Alt, abgewohnt
und doch mit viel Liebe am Leben erhalten. So z.B. das Bashful Bob,
dessen Eigentümer ein eigenwilliger sympatischer Kauz ist, der
selbst nebenan im Wohnwagen haust und Gästen seine selbstbebackenen
Kürbisplätzchen kosten lässt.
1975 wurde Page in den Rang einer Stadt erhoben und hat mittlerweile
knapp 7.000 Einwohner. Der Damm ist längst fertig, das große
Geld liegt heute im florierenden Tourismus. Immer mehr Leute aus aller
Welt zieht es in diese Ecke. Der See mitsamt seinen Freizeitseinrichtungen
ist nur einer der Besuchermagnete. Auf diesem Teil des Colorado Plateaus
reihen sich die Naturwunder wie in einem großen Freilichttheater
- seien es die mystisch engen Schluchten des Antelope Creek, die gigantische
Flussschleife des Colorados am Horseshoe Bend, der imposante zu Stein
gewordene Regenbogen "Rainbow Bridge", die weißen
geisterhaften Säulen im Wahweap Creek oder die einzigartige steinerne
Welle „The Wave“
in der permitpflichtigen Coyote Buttes North Area. Rund um die Kleinstadt
Page gibt es Sehenswürdigkeiten, mit denen sich wohl ein gesamter
Urlaub ausfüllen ließe.
Die Karte (im Entstehen ;-))) ...) soll
einen groben Überblick verschaffen. Eingezeichnet sind einige
der großen Highlights in der näheren Umgebung von Page.
Diese möchte ich in der Folge hier kurz auflisten bzw. verlinken
(auch hier werden die noch fehlenden Ziele und die noch fehlenden
Links erst nach und nach eingebaut):

Höhenlage: 1300 m
Lage: an der Grenze zu Utah
im Norden Arizonas am Ufer des Lake Powells; Stadtplan
Beste Besuchszeit: Diese ist meiner
Meinung nach im Frühling (März, April) sowie im Herbst (September,
Oktober), wenn die Temperaturen angenehm sind. Wer hingegen im Lake
Powell baden gehen möchte sollte die Monate Juni, Juli und August
bevorzugen.
SUV Vermietung in Page: Buggy Rent
a Car, 12 North Lake Powell; Web: http://www.buggyrentacar.az.net;
Tel: (928) 645-9347. Mit knapp $100 (inkl. Versicherung) kann hier
ein Jeep Cherokee tageweise angemietet werden.
Unterkunft: In Page gibt es eine
große Auswahl an Unterkünften. Fast alle Kettenmotels sind
hier vertreten. Die Preise variieren je nach Jahreszeit. Im März
kostet das Super 8 oder die Travelodge kaum mehr als $40, zur Hochsaison
sind auch die einfacheren Motels nicht gerade preiswert. Das Motel
6 ist in Page sehr oft nicht das billigste und das Days Inn zählt
immer zu den teuersten. Nachfragen und vergleichen lohnt sich hier!
;-)
Preiswerte und aber sehr einfache Unterkünfte findet man in der
Street of Little Motels. Dort gibt es z.B. im Bashful
Bob Motel Riesenwohnungen mit 2 Schlafzimmern, Wohnzimmer, Bad,
Küche mit Mikrowelle und TV unter $40 inkl. Tax. Bei längeren
Aufenthalten lässt Bob sogar noch mit sich verhandeln. Der Motelname
und seine lustige Tafel (siehe Motelwebseite) mit der "unsinnigen"
Summierung über die Population von Page sagt schon viel über
ihn und seine Art von Humor aus. ;-)
Sind Kettenmotels wie die Travelogde in etwa gleich teuer/billig,
dann bevorzugen wir diese meist, zumal sie doch ein wenig sauberer
bzw. moderner sind und i.d.R. auch Frühstück anbieten. Nur
wegen dem "hot breakfast" das Quality Inn auszuwählen,
lohnt sich meiner Ansicht nicht. Es so ziemlich das ungenießbarste,
das mir in den Staaten je zum Frühstück serviert wurde...
Etwas auf Kriegsfuß stehen wir auch mit dem Rodeway Inn
an der Hauptstraße. Hier gab es bis nach 9 Uhr nur eiskaltes
Wasser und als continental breakfast wurden uns uralte Donuts
vorgesetzt. Außerdem lagen in unserem Kühlschrank noch
die "blutigen Gebeine"(?) unseres Vorgängers. Mich
hat es nur so gegruselt! Preisnachlass wegen dem nicht vorhandenem
Warmwasser gab es nur für die ersten drei Personen in der Beschwerdeschlange.
Unser Fazit: Absoluter Saftladen!
Essen: Das Fiesta Mexicana
an der Hauptstraße (N. Lake Powell Blvd.) ist ein herrlicher
Platz um einen erlebnisreichen Tag ausklingen zu lassen, bei einem
schmackhaften mexikanischen Essen und einer großen Margarita
(wir bestellen aber immer das Salz weg!). Empfehlenswert ist vor allem
die Flaming Fiesta, eine Spezialität für 2 Personen,
die locker auch für drei reichen würde - oder im doggy
bag dann auch noch am nächsten Tag für Gaumenfreude
sorgt. Zwei Beilagenteller, 6 Tortillas und ein Riesenteller, der
beim Tisch flambiert wird. Steaks, Chicken, Shrimps, Mushrooms, Zwiebeln,
Paprika, Bohnen, Salat, Salsa, Guacamole - es ist alles dabei, was
das Herz begehrt. :-)
Vor dem Steakhouse direkt neben dem Quality Inn kann ich persönlich
nur abraten. Jenes auf der gegenüberliegenden Straßenseite
ist zwar deutlich teurer, aber auch wesentlich besser.
Alles natürlich sehr subjektiv! ;-)
Ein großer und guter Supermarkt, der Safeway, befindet
sich an der Hauptstraße, am North Lake Powell Blvd. Nicht selten
holen wir uns dort auch unsere Mahlzeiten. Viele der heißen
Suppen schmecken hervorragend und die "Adler" (so nennt
Steffen die Grillhendln) sind ebenfalls nicht zu verachten. :-)
Und der obligatorische Cappuccino Venti beim Starbucks (im
Safewaygebäude) darf bei uns früh morgens natürlich
auch nicht fehlen! :-)
© 11.03.2008 Isabel Synnatschke