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of the Little Colorado River, Arizona


Lage: Navajo Indian Reservation; ca. 30 mi nordöstlich von Flagstaff, AZ; Karte

Allgemeines: Ein seltener Anblick inmitten der Wüste Arizonas. Die meiste Zeit des Jahres findet man anstelle der "großen Fälle" kaum mehr als ein Rinnsal oder ein gar vollkommen trockenes Flussbett vor. Sobald jedoch die Schneeschmelze in den knapp 3500 m hohen White Mountains südlich von Holbrook einsetzt oder heftige Regengüsse über den Nordwesten Arizonas niedergegangen sind, verwandelt sich die knapp 56 m hohen Canyonwand in ein tosendes Naturschauspiel.
Die Grand Falls entstanden vor rund 100.000 Jahren, als ein Lavafluss den ursprünglichen Lauf des Little Colorado River blockierte. Der Fluss musste sich in der Folge einen neuen Weg zurück in seinen Canyon bahnen und stürzt seither über diese Abbruchkante in zwei Etappen in die Tiefe. Klares Wasser wird man hier so gut wie nie zu Gesicht bekommen. Die immer schlammig, braune Färbung brachte den Wasserfällen im Volksmund den Beinamen "Chocolate Falls".
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83

 

Grand Falls of Little Colorado River
Die tiefstehende Sonne schmeichelt den Grand Falls.


Beste Besuchszeit:
Eine schöne Übersicht der durchschnittlichen Wassermenge des Little Colorado River findet man hier und die aktuellen Daten auf dieser Seite. Aufgrund der Schneeschmelze sind der ideale Zeitraum für einen Besuch die Monate März und April. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie z.B. April 1929, der Monat in dem bislang die geringste Wassermenge aller Zeiten registriert wurde. Bei unserem Besuch am 26. März 2007 betrug die gemessene "gage height" in etwa 3,5 - was vollkommen ausreichend war.
Auch nach sommerlichen Gewittern stürzt hier das Wasser über die Klippen. Allerdings ist nicht die gesamte Strecke asphaltiert, so dass dann eine Fahrt dorthin nicht das Wahre ist und die Wahrscheinlichkeit im Schlamm steckenzubleiben recht groß sein kann!
Tipp: Wer keinen Internetzugang hat und trotzdem auf Nummer sicher gehen will, sollte vorher einen Blick von der Brücke über den Little Colorado River in Cameron werfen. Fließt Wasser, so lohnt sich der Besuch - und dann allen voran im goldenen Abendlicht!

Unser Ausflug zu den Grand Falls: Immer und immer wieder haben wir diesen Besuch aufgeschoben. Nie waren die Bedingungen ideal, nie führte der Little Colorado River genügend Wasser. Auch als wir im April 2006 über die Little Colorado Brücke in Cameron fuhren, war der Fluss vollkommen trocken. Heuer sollte es nun endlich so weit sein.
Nach einem eher trüben Tag in Flagstaff riss die Wolkendecke abends plötzlich auf, so dass wir uns kurzerhand entschieden den Abstecher zu wagen. Bei unserem Besuch gab es entlang der gesamten Strecke ab Flagstaff keinerlei Ausschilderungen, so dass ich die Anfahrt etwas genauer beschreiben möchte. Reine Fahrtzeit: ca. 3/4 Stunde. Die alternative Zufahrtsstrecke über die Indian Route 70 ist angeblich stellenweise etwas sandiger und steiniger, so dass die Anfahrt über die IR 6910 auch von uns bevorzugt wurde.
Von Flagstaff kommend, fährt man von der I-40 am Exit 211 auf die Winona Road in Richtung Nordwesten ab (35°12'08"N, 111°24'25"W; Topo) und folgt dieser Straße für etwa 2 Meilen. Auf der asphaltierten Leupp Road (35°13'04"N, 111°26'22"W; Topo) geht es darauf für 20 mi nach Nordosten vorbei an unzähligen großen Kratern und Aschekegeln. Ab der Grenze zur Navajo Indian Reservation beginnen die Meilenmarker der Straße wieder von Null. Zwischen den Meilenmarkern 5 und 6 gilt es aufzupassen. Hier biegt man auf die gute, bei Trockenheit auch mit PKWs befahrbare Indian Route 6910 (35°19'10"N, 111°16'29"W; Topo) nach links ab, der man für weitere 9 mi bis zu einer Weggabelung folgt (35°25'30"N, 111°11'37"W; Topo). Geradeaus geht es zum Fluss, den man nur bei Trockenheit überqueren kann. Nach links kommt man nach wenigen Hundert Metern zum Parkplatz unmittelbar westlich der Grand Falls (35°25'39"N, 111°12'03"W; Topo), den man gut an den überdachten kleinen Häuschen erkennt (ehemalige picnic area?). Es sind nur noch wenige Schritte bis zum Canyonrand und zu jener Stelle, von wo sich der schönste Blick auf die Wasserfälle eröffnet (siehe Bild oben). Man sollte aber auch unbedingt entlang der Südkante noch ein wenig weiterwandern. Der frontale Blick auf die Wasserfälle ist ebenfalls beeindruckend und fotogen.
Man kann bei den Grand Falls bis zu den letzten Sonnenstrahlen verweilen, sollte aber unbedingt einiges vor sunset eintreffen. Aufgrund der gegenüberliegenden Canyonkante liegt die untere zweite Stufe des Wasserfalls bereits eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang im Schatten.
Die Grand Falls sind eine Weitwinkellocation. Mit Brennweiten unterhalb der 24 mm (Vollformatsensor) bzw. um die 12 mm (Crop 1,6) erzielt man die besten Ergebnisse. Aufgrund der meist starken Kontraste zwischen Himmel und der Schlucht, empfiehlt sich außerdem die Mitnahme eines Grauverlauffilters (z.B. der Cokin P 121 S, "strong" oder P 121 M "medium").

Permits: Die Grand Falls befinden sich in der Navajo Nation. Ein backcountry permit zum Hiken erhält man in einem der Tribal Offices: www.navajonationparks.org/permits.htm.

Höhenlage: 1400 m

Übernachtung: Äußerst positiv überrascht waren wir von der Cameron Trading Post in der gleichnamigen Ortschaft. Die Zimmer sind zwar nicht die allerbilligsten (Preis jenseits der $70), aber dafür absolut tadellos. Mikrowelle, Kühlschrank und geschmackvoll eingerichtet (weitaus schöner als auf der Abbildung auf der Webseite). Der angeschlossene Shop hat eine riesige Auswahl an Souvenirs und ist immer einen kurzen Stopp wert, außer man hat schon bereits zuviel "Übergepäck"... ;-)
In Flagstaff, AZ sind meiner Meinung nach nur Motels in der Nähe des Exit 195 (S. Milton Road) zu empfehlen, so z.B. das Quality Inn, das sogar mit dem Slogan "no train noise" wirbt. Wir bevorzugen meist die günstigere, etwas weiter nördlich an der Straße gelegene Econo Lodge oder das einfachere Arizonan Inn gleich nebenan. Hier hört man den Santa Fe Express zwar auch, aber deutlich leiser als bei den meisten Motels am Exit 198 oder in Downtown, wo er praktisch "durchs Zimmer" fährt...


© 25.04.2007 Isabel Synnatschke
      

 

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