Lage: ca. 25 mi nordwestlich von Flagstaff; 35°31'38"N,
111°52'21"W; Karte
und Topomap
Google Earth hat derzeit leider in dem Bereich noch keine gute Auflösung
(Stand: August 2007).
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83
Anreise: Von der I-40 biegt man beim Exit
195 in Flagstaff auf die S. Milton Road (Hwy. 180) in Richtung Grand
Canyon ab. 25 mi nordwestlich der Stadt führt eine ausgeschilderte,
etwa 400 m kurze Stichstraße (FR-9023V) beim Meilenstein 247
zum Parkplatz und Ausgangspunkt des Red Mountain Trail.
.
Eckdaten zur Wanderung:
2,1 km bzw. 20-30 min oneway; leicht; Höhendifferenz
knapp 120 m
Allgemeines: Rege vulkanische
Tätigkeit im Norden von Arizona ließ Hunderte von
kleineren und größeren Schlankenkegel zwischen Flagstaff,
WIliams und dem Little Colorado River entstehen. Darunter befindet
sich auch der von uns besuchte, knapp 300 m hohe Red Mountain,
der vor mehr als 740.000 Jahren ausbrach. Er ist Teil des 6
Mio. Jahre alten San
Francisco Volcanic Field, das immer wieder für
Unruhe in dieser Gegend sorgt. Red Mountain weist eine asymmetrische
U-Form auf und seine Öffnung zeigt nach Westen. Am interessantesten
ist jedoch die Ostflanke des Berges, wo sich ein kleines Wunderwerk
der Erosion versteckt, ein Amphitheater aus kegelartigen, hoodooähnlichen
Formationen. Wie diese Naturgebilde hier entstehen konnten,
ob nur durch Regenfälle und Schmelzwasser oder zusätzliche
unterirdische vulkanische Gasexplosionen, darüber zerbrechen
sich Geologen heute noch den Kopf.
Sicherlich keines der großen Highlights des Südwestens,
aber dennoch eine netter abwechslungsreicher Hike, an dem wohl
die allermeisten Touristen am Weg zum Grand Canyon Nationalpark
unwissend vorbeirauschen.
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Steffen beim Red Mountain
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Unser Besuch: Wir schreiben den
27. März 2007. Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts
Gutes. Es ist 8 Uhr früh und das Außenthermometer zeigt
knapp 6°C an. Laut Wetterbericht muss man heute noch mit Schneefällen
rechnen. Eigentlich stand eine unserer Lieblingsbeschäftigungen
am Programm - auf dirt roads unbekannte Gegenden zu erkunden
- aber jetzt deutet alles auf Plan B hin. Die kurze Wanderungen zum
Red Mountain wollten wir aber ohnehin schon lange mal unternehmen
und heute sollte es endlich soweit sein.
Vom Parkplatz unweit des Hwy 180 startet ein breiter Weg und führt
durch ein aufgelockertes Wacholder- und Nusskieferwäldchen relativ
eben auf den Red Mountain zu. Erst gegen Ende unmittelbar vor den
großen grauen Tuff- und Ascheanhäufungen geht es etwas
bergauf. Großgewachsene Gelbkiefern spenden viel Schatten. Am
Boden des ausgetrockneten sandigen Flussbettes, den der Pfad nun folgt,
befinden sich zahlreiche kleine schwarz glänzende Steine. Diese
Kristalle bestehen aus vulkanischem Pyroxen und Amphibol - nicht zu
verwechseln mit den obsidianhältigen, wertvollen "Apache
tears", die man z.B. in den Tent Rocks in New Mexico antrifft.
Im Amphitheather angekommen versperrten links hohe
Wände und eine Art Slot Canyon das Weiterkommen. Vereinzelte
Schneeüberreste lagen hier noch in den schattigen Bereichen.
Nach rechts geht es querfeldein einen steilen Geröllhang hinauf
und auf der anderen Seite zwischen den Hoodoos wieder bergab. Erst
von dort (siehe Steffen auf dem Foto oben rechts) erschließt
sich der Blick auf einen zweiten Slot Canyon sowie auf die schönsten
Caprocks: bis zu 10 m hohe, kegelförmige Formationen mit abgerundeten
Steinen als Schutz vor weiterer Erosion. Ihre Farbe variiert je nach
Sonneneinstrahlung zwischen beige, ocker, golden, orange und leicht
rötlich. Weiter geht es von dieser Stelle nicht, man muss auf
demselben Weg wieder zurück.
Wieder gut unten angekommen, kann man noch einen kleinen Abstecher
zu jenem Slot Canyon machen, den man von oben gesehen hat.
Auch wenn es den Anschein hat, dass man sich hier im Krater des kleinen
Vulkans befindet, so ist dies nicht der Fall. Die Öffnung, aus
der einst die Eruption stattfand, befindet sich außer Sichtweite
auf der anderen Seite des Berges.
Viel Zeit zum Verweilen blieb uns nicht. Es zog immer
mehr zu und die Wolken wirkten sehr bedrohlich. Kaum hatten wir das
Amphitheater verlassen, waren auch schon die ersten Eiskristalle zu
spüren. Es wehte ein bitterkalter Wind und das Graupeln wurde
zunehmend intensiver. Immer schneller wurden unsere Schritte in Richtung
Zuflucht, in unser warmes trockenes Auto. Perfektes Timing! ;-)
Bilder vom Red Mountain Volcano - CLICK PHOTO
FOR ENLARGEMENT

Beste Besuchszeit: Spätes Frühjahr sowie
im Herbst. Wer sich die Hoodoos bei Sonnenlicht anschauen möchte,
der sollte seinen Besuch am frühen Vormittag planen.
Höhenlage: ca. 2000 m
Links: Eine schöne Luftaufnahme
sowie umfangreichere Informationen rund um die Geologie des Red Mountains
findet man auf dieser Seite: http://pubs.usgs.gov/fs/2002/fs024-02/
Und zu guter Letzt auch noch der Link
zu einem guten Schönwetterbild vom Red Mountain. ;-)
Übernachtung: siehe Grand
Falls Bericht
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SCHLACKENKEGEL
UND IHRE ENTSTEHUNG
Vulkane lassen sich anhand ihres
Erscheinungsbildes grob in drei Kategorien einteilen:
- Schichtvulkane
bzw. Stratovulkane (z.B. Mount St. Helen, Fujiyama,
Pinatubo oder Vesuv)
- Schildvulkane
(die häufigsten, aber unauffälligsten da sehr
flach)
- Kegel
(aus Asche oder Schlacken)
Schlackenkegel
gehören zu den einfachsten und kleinsten Vulkanen.
Da es sich um Aufhäufung von vulkanischem Lockermaterial
handelt, weisen sie meist nur eine relativ geringe Höhe
auf (bis knapp 750 m) und eine konische Form. Sie besitzen
steile Flanken und eine abgestumpfte Spitze mit einem
runden oder ovalen Krater.
Schlackenkegel bilden sich, wenn im Schlot eines Vulkans
Magma emporsteigt, das einen hohen Anteil an gelösten
Gasen enthält. Die aufgeschäumten, ca. 1000°C
heißen Lavafontänen, die beim Ausbruch bis
zu 100 m in die Luft geschleudert werden, zerfallen
bereits dort in Fragmente und verfestigen sich zu sogenannten
Pyroklastika (griechisch: pyr
= feuer, klásis = zerbrechen). Diese
fallen dann unweit des Kraters wieder zu Boden, schmelzen
aufgrund der großen Hitze oft ein zweites Mal
und verleihen dem Hauptslot sein typisches rundes, ebenmäßiges
Aussehen.
Das pyroklastische Gestein von Schlackenkegeln setzt
sich hauptsächlich aus größeren Bestandteilen
zusammen wie Lapilli (2-64 mm), vulkanische Bomben (>
64 mm) und Bimssteinbrocken. Das unterscheidet sie von
Aschenkegeln, die aus deutlich feinerer Asche (<
2 mm) und Lapilli bestehen. Ihre vulkanische Feinstpartikel
(Aschen) werden lediglich durch die Schwerkraft zusammengehalten,
so dass die Flanken von Aschenkegeln in der Regel eine
Steigung von etwa 33° aufweisen (Millimeterangaben
als Äquivalentdurchmesser).
Im englischen Sprachraum sind die Begriffe cinder
cone (Schlackenkegel) und ash cone
(Aschenkegel) gebräuchlich.
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© 10.08.2007 Isabel Synnatschke