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ausgehend vom Wire Pass Trailhead

Lage: Paria Canyon - Vermilion Cliffs Wilderness; 45 mi westlich der Stadt Page, AZ ; Karte

Allgemeines: Die vom Bureau of Land Management verwaltete Paria Canyon Vermilion Cliffs Wilderness im Grenzgebiet der Bundesstaaten Utah und Arizona birgt eines der grandiosesten Naturwunder des amerikanischen Westens. Bis Mitte der 1990er Jahre ein unbeschriebenes Land, erst der Film "Faszination Natur - The most spectacular Landscapes in the World" von Gogol Lobmayr und darauffolgende Publikationen erweckten weltweit die Neugierde. Um die extrem fragilen Gesteinsschichten der Coyote Buttes [bjuts] gebührend zu schützen, wurde bereits im Jahr 1997 eine rigorose Beschränkung der Besucherzahlen eingeführt. Pro Tag ist lediglich 20 Personen der Zutritt gewährt - eine meiner Meinung nach absolut vorbildliche Schutzmaßnahme! Hohe Geldstrafen und eine Anzeige drohen all jenen, die sie missachten. Rangerpatrouillen finden auf regelmäßiger Basis statt. Immer wieder wird uns berichtet, dass permits am Weg zur Wave und/oder in der Wave kontrolliert wurden.

Coyte Buttes North Second Wave Sunset
Die wunderschöne Second Wave im Abendlicht


Anfahrt: Zum Wire Pass Trailhead (N 37°01’08’’, W 112°01’28’’; 1480 m) gelangt man über die unbefestigte, meist gut instandgehaltene House Rock Valley Road (BLM 700), die ca. 34 mi westlich von Page zwischen den MM 25 und 26 vom Hwy 89 nach Süden abzweigt. Knapp 8,3 Meilen später befindet sich rechterhand ein kleiner Parkplatz mit Toilette und auf der linken Straßenseite der Wire Pass Trailhead. Von hier geht es zu Fuß weiter in Richtung Süden und nach ca. 4 kurzweiligen Kilometern steht man bereits in der Hauptattraktion des Gebiets, der Wave.
Den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht man auch von Süden her über den Hwy 89A. Rund 80 mi von Page entfernt zweigt die House Rock Valley Road (BLM 1065) in Richtung Norden ab. Nach rund 21 mi dirt road erreicht man schließlich den Wire Pass Trailhead. Entfernungsmäßig ist diese Variante von Page aus die weiteste, aber nach heftigeren Niederschlägen, die einzige mögliche. Bei der nördlichen Anfahrt gilt es ein (meist trockenes) Flussbett zu durchqueren. Nach Regenfällen ist es schnell überflutet und oft tagelang auch für SUVs unpassierbar. WARNUNG! Aus der lehmigen Senke musste schon das eine oder andere Fahrzeug abgeschleppt werden - ein nicht ganz billiges "Vergnügen"! Vor dem Befahren der House Rock Valley Road oder anderer unbefestigter Straßen im Südwesten sollte man sich im eigenen Interesse - wenn möglich - immer kurz im einem Besucherzentrum erkundigen.
Einen Bericht von unserem Coyote Buttes Besuch ausgehend vom The Notch Trailhead gibt es hier zu lesen.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83

Permitvergabe: Siehe detaillierte und aktuelle Info auf meiner Seite "Wie komme ich zu einem Wave Pemit?"

BLM-Unterlagen: Wer die Onlinereservierung durchgeführt hat, erhielt früher gemeinsam mit den permits eine vollkommen unbrauchbare Schwarzweißkopie einer topographischen Karte zugesandt. So ist es in der Vergangenheit auch schon vorgekommen, dass Leute ohne adäquate Vorbereitung die Wave nicht gefunden haben. Seit Mai 2005 ist jedoch alles anders und das BLM verschickt sehr detaillierte Unterlagen: eine DINA3-große, doppelseitige Wegbeschreibung "Finding the Wave" mit Topomap, 11 Farbfotos, jede Menge GPS-Koordinaten und wichtige Notrufnummern. Keiner muss sich mehr Sorgen machen, nicht den richtigen Weg zu finden. Diese Unterlagen reichen vollkommen aus, es sind keinerlei zusätzlichen Infos nötig. Selbst der Rückweg ist in allen Details beschrieben! Es kann aber wochenlang dauern, bis sie den langen Weg über den großen Teich in den eigenen Briefkasten "finden"... ;-)

Wegbeschreibung zur Wave: Diese gibt es schon seit 9 Jahren und für jedermann zugänglich. Michael Kelsey hat bereits 1998 in der 3. Edition seiner hervorragenden Bücherreihe "Hiking and Exploring the Paria Plateau" den Weg zur Wave beschrieben. Kelseys Bücher wurden früher sogar vom Bureau of Land Management empfohlen. Online erschienen im Jahr 1999 die ersten genauen Wegbeschreibungen und bereits im Jahr 2001 waren sämtliche Informationen inklusive Topomap und GPS-Koordinaten im Internet zu finden, u.a. auf Christopher Brennan seiner Seite. Das war auch der Grund, warum ich persönlich den "Ehrenkodex" im deutschsprachigen Raum nie so recht nachvollziehen konnte. Meine Neugierde ist grundsätzlich groß und so hat es mich interessiert, was die zuständige Behörde zum Thema "Veröffentlichung einer detaillierten Wegbeschreibung vom Wire Pass TH zur Wave" meint. Im März 2005 habe ich deshalb das Bureau of Land Management angeschrieben:
„Dear BLM Rangers, As I saw some websites with a detailed trail description up to the Wave I would like to ask you if you would mind if I describe our whole trip from last year at my website as well. Would that be illegal and do you think it´s better not to do so? Are there many people trying to get illegal access?”.
Meine Anfrage wurde wie folgt beantwortet:
"Dear Isabel. Thank you for asking. It is acceptable to put a story of your trip to the Wave. There are several websites as well as books that describe in detail how to find the Wave. This information is not a secret.
While some people are visiting the Wave illegally, this has not yet become a big problem. Most people, like yourself, are honest and get a permit. Thank you for your interest!"

Wie Ihr weiter unten sehen werdet, habe ich mich dennoch dagegen entschieden. Seit den wirklich guten Farbkopien des BLM sehe ich keine Notwendigkeit mehr, irgendwelche Wegbeschreibungen vom Wire Pass aus zu veröffentlichen. Eine bessere als die im BLM-Faltblatt wird ohnehin kaum einer liefern können.
Was diesen Unterlagen allerdings völlig fehlt, sind die Gebiete jenseits der berühmten Wave, die meiner Meinung nach mindestens so schön - wenn nicht sogar sehenswerter - sind. Und auf diese möchte ich in meinen zwei Berichten etwas näher eingehen.

 

Coyote Buttes North Hiker in der Wave
Größenvergleich in der Wave


Unsere ersten Besuche: Steffen war schon einige Jahre vor mir in den Coyote Buttes North unterwegs. Bei mir sollte es erst im Herbst 2004 soweit sein. Ich hatte es geschafft am 1. April 2004 vier online permits zu ergattern. Der Andrang zur Stichzeit war unglaublich. Keine 4 Minuten und sämtliche permits für den Oktober waren vergeben. Dass wir für zwei Tage die permits hatten, war aufgrund der fraglichen Wetterlage und der Fülle an Sehenswerten das absolute Minimum.
Der 10. Oktober war zwar ein Sonntag, aber von Sonne keine Spur, ganz im Gegenteil. Das Wetterradar hat für Page und Umgebung Regen angezeigt und leider nicht nur Regen sondern auch Gewitter, was angesichts der Tatsache, dass man entlang der Strecke nirgends Unterschlupf finden kann, noch viel beunruhigender war. So ging es an diesem Tag als allererstes zum nächstbesten Outfitter auf die Suche nach einem zusätzlichen Plastikponcho für Notfälle und im Anschluss weiter zur Ranger Station zwecks genauerer Wetterauskünfte. Der volunteer dort erzählte uns, dass sich trotz grauschwarzer Regenwolken bereits etliche Leute auf den Weg zur Wave gemacht hätten, es könnte „nur sein, dass wir am Abend die dirt road nicht mehr zurückfahren können aufgrund von flooding“. Drei Personen hatten an diesem Tag ihr permit sogar zurückgegeben, und wenn bereits jemand anderer die Gebühr entrichtet hat, werden die permits i.d.R. von den Rangern verschenkt, d.h. theoretisch hätte man an diesem Tag sogar gratis(!) zu den Coyote Buttes North können.

Bernhard und ich sind relativ spät zur Wave aufgebrochen und waren erst zu Mittag dort. Man braucht mit Hilfe eines GPS-Geräts und wenn man sich an den markanten Landschaftsmerkmalen orientiert (twin cones & crack) nur etwas mehr als eine Stunde (bei Hitze sicherlich deutlich länger!). Hier gibt es einen schönen Überblick über das Höhenprofil des Weges (wobei man den Maßstab berücksichtigen muss, sehr steil ist es nirgends!). Wetterbedingt haben wir uns am ersten Tag auf die nähere Umgebung der Wave und das Erforschen von eventuellen Notfallsunterschlupfen beschränkt. Da der Sandstein in dieser Gegend eine außergewöhnliche Farben- und Formenvielfalt aufweist, vergeht die Zeit, wenn man so leidenschaftlich fotografiert wie wir, ohnehin wie im Flug. Ein Besuch empfiehlt sich auch bei eher schlechten Lichtverhältnissen, die Landschaft ist überwältigend und die Fülle an Details in der Gesteinsstruktur bietet selbst bei Schlechtwetter unzählige schöne Fotomotive. Und mit etwas Glück gibt es dann doch das eine oder andere Sonnenloch, wie es auch kurz bei uns der Fall war.

 
Crack at Coyote Buttes North


An diesem Tag haben wir ca. 5 Stunden vor Ort verbracht, wobei allein der Bereich um die beiden "Eingänge" zur Wave schon viel Zeit in Anspruch nahm. Im Nordosteingang befand sich ein fotogenes Pool und beim Westeingang sind die schön strukturierten Gesteinsschichten absolut faszinierend. Das Farbspektrum des Sandsteins erstreckt sich über alle erdenklichen Weiß-, Gelb-, Orange- und Rottöne. Leider können Fotos der wahren Schönheit der Natur kaum gerecht werden. Diese Gegend muss man mit eigenen Augen sehen!
Erst rund zwei Stunden später haben wir die Wave über ihren Südausgang in Richtung crack verlassen und uns die Umgebung der Brainrocks, die Laurent seine Snail, den Hamburger Rock und die Second Wave näher angesehen. Die Second Wave (N 36°59'37", W 112°00'30"; 1620 m) ist meines Erachtens kaum zu verfehlen, wenn man südlich der Wave erst einmal den Hamburger Rock lokalisiert hat und weiß, dass die Second Wave kurz dahinter einem den "Rücken zukehrt" (GPS-Gerät nicht unbedingt erforderlich!).
Da die missliche Wetterlage offensichtlich alle anderen Besucher bereits wieder auf die Heimreise geschickt hatte, nutzten wir die Zeit, um die Wave in aller Ruhe zu genießen. Wider erwarten ließen uns dann ein paar Sonnenstrahlen nochmal zurück zu der Second Wave pilgern, der Regen zwischendurch abermals einen Überhang unterhalb des Top Rocks aufsuchen und so verging die Zeit ziemlich schnell...
Zum Auto sind wir trotz Schlechtwetter erst in der Dämmerung zurückgekehrt. Zu schön, zu faszinierend und viel zu ungewöhnlich waren all diese Sandsteinformationen!.

 

Coyote Buttes North Climbing the Wave
Coyote Buttes North Northeast Entance to the Wave
Climbing the Wave
Northeast Entrance to the Wave


Der 12. Oktober war ein Traumtag, strahlend blauer Himmel, absolut wolkenlos und zugleich mein zweiter Permittag. Eine Stunde Anfahrt und knapp 70 min Gehzeit und wir waren am Ziel. Der perfekte Zeitraum um die Wave zu verewigen liegt zwischen 10 und 12 Uhr, wenn die umliegenden Hügel keinerlei störende Schatten werfen. Im Anschluss sind wir dann weiter Richtung Süden im Zig-Zag-Kurs auf das Top Rock Plateau hinauf, was in der Nähe der Hamburger Rocks einigermaßen leicht geht. Wer allerdings an ausgeprägter Höhenangst leidet, sollte den Aufstieg lieber nicht von dieser Seite versuchen. Viel einfacher und völlig ungefährlich erreicht man die Anhöhe des Top Rocks über seine Ostflanke. In diesem Zusammenhang kann ich den Bericht "Don´t die out there!" nur jedem ans Herzen legen, in dem Peter Felix Schäfer ein sehr wirkungsvolles Fotos vom "falschen Aufstieg" präsentiert! Mittels GPS steuerten wir oben am Top Rock Plateau angekommen den Melody Arch (N 36°59'28", W 112°00'20"; 1710 m) an, wo wir im Schatten der Alcove eine ausgedehnte Mittagsrast einlegten (es kann hier auch im Oktober noch bratend heiß sein!). Weitere Sehenswürdigkeiten, die sich auf dem Top Rock verbergen, beschreibe ich im The Notch Bericht, der von meinem dritten Coyote North Buttes Besuch im April 2006 erzählt.
Durch das Fenster hinter dem Melody Arch in Richtung Teepees habe ich nach dem Picknick voller Freude Steffen´s Big Mac entdeckt, der aufgrund seiner dunklen "Speck"schicht mich fast auch an einen McBacon erinnert hat (siehe Größenvergleich Foto unten rechts; N 36°59'22", W 112°00'07"; 1660 m). Es stellte sich nun nur die Frage, wie wir vom Top Rock wieder runter kommen würden, denn unterhalb des Fensters fiel der Fels beinah senkrecht ab. Vorbei an ein paar "Mikro"moquis (eher unspektakulär, kein Vergleich zum Moqui Hill) und ein paar eigenartigen "Urtiere", haben wir letztendlich doch noch recht gemütlich hinunter in die Sandebene der Teepees gefunden. Hier geht es weitaus weniger steil hinauf auf den Top Rock als von der Second Wave aus. Man erahnt übrigens den Verlauf dieses "Weges" vom Fenster aus, wenn man nach rechts schaut!

 

Coyote Buttes North Top Rock Melody Arch
Coyote Buttes North Hamburger Rock Coyote Buttes North
Melody Arch
Supersize me...


Angesichts der bereits fortgeschrittenen Uhrzeit, mussten wir uns entscheiden: entweder noch ein Abstecher hinüber zu den North Teepees (man erreicht sie in etwa 20 min von dort) oder doch die Second Wave im Abendlicht. Da sich das "Herz" der Teepees ohnehin schon im Schatten befand, und man sie derzeit auch ohne permit besuchen darf, war zweiteres das verlockendere Ziel (Stand: April 2007).
Bei der Second Wave verschwindet die Sonne im Oktober leider schon gegen 5 Uhr abends hinter den Bergen, so dass im Anschluss noch etwas Zeit blieb und wir noch einen kurzen Blick in die Sand Cove hinein werfen konnten. Folgt man dem sandigen Flussbett nördlich des Waveeingangs in westlicher Richtung, so betritt man plötzlich eine völlig neue Welt. Hier verdunkelt sich der sonst eher helle Sandstein zu einem wunderschönen Rotbraun, das in regelmäßigen Abständen von weißen oder gelben Streifen durchzogen ist. Da es leider schon zusehends dämmrig wurde, konnten wir nur noch von einer Anhöhe (N 36°59'40", W 112°00'39,5"; 1600 m) oberhalb eines kleinen Slot Canyons einen Blick auf den Hang am Rand der Sand Cove werfen - ein überwältigendes Panorama selbst "in der Halbfinsternis". Als hätte hier ein Künstler die Gesteinsflächen großräumig mit Marmoriertechnik gestaltet und diese mit zahlreichen, bienenwabenartig erodierten Felsbrocken und kleineren Bruchstücken übersät. Einfach genial! Fast unnötig zu erwähnen, dass wir uns an diesem Tag erst wieder bei völliger Dunkelheit in unseren Jeep gesetzt haben...

Da uns eine großflächige Schlechtwetterfront aus der Escalante Gegend regelrecht vertrieben hat, sind wir entgegen unserer Planung am 20. Oktober 2004 zurück nach Page gefahren und haben am Weg dorthin einen kurzen Stopp bei der Paria Ranger Station eingelegt. Zu unserer großen Freude hatte an diesem Morgen ein Ehepaar bei der Lotterie gewonnen, die die Strecke von 6 mi mit 6 km verwechselten und es sich deshalb anders überlegten. Die Rangerin fragte uns, ob wir die zurückgegebenen permits nicht haben möchten und schon hielten wir unsere dritten (gratis)permits in Händen.
Aber lange währte die Freude darüber nicht, am 21. Oktober hatte der Dauerregen auch Page erreicht. Ein inch Niederschlag (25mm) reichte und der berüchtigte creek überschwemmte in der Nacht die Zufahrt zur Wave, so dass die Regenwanderung mindestens eine Stunde länger gedauert hätte. Dazu konnten wir uns dann doch nicht überwinden und es wurde leider nichts aus dem vorerst dritten Besuch...
Wir konnten uns während der ersten zwei Besuche leider nur einen kleinen Bruchteil des Gebiets ansehen, noch soviel Schönes, was es da zu entdecken gäbe... Neben den weitläufigen, marmorierten Hängen nordöstlich der Sand Cove mit ihren eigenwilligen Bruchstücken, die wir bislang nur aus der Ferne bewundern konnten, wären da noch die hübschen Teepees sowie ein netter Double Arch in der Nähe des Trailhead Register (auf Topomaps als "Arch" markiert), und sogar Dinosaurierspuren und einige indianische Petroglyphen gibt es in den Coyote Buttes. D.h. man sollte keinesfalls den Fehler machen, sich lediglich die Wave anzuschauen. Das Areal ist so groß und hat soviel mehr zu bieten, dass man dort Tage verbringen könnte, ohne alles gesehen zu haben.

 


Mein dritter und vierter Besuch: Einen Bericht über meinen dritten Coyote Buttes North Besuch über den Notch Trailhead gibt es hier zu lesen. Bei meinem vierten Besuch der Coyote Buttes North am 3. April 2007 haben Steffen und ich uns etliches am Weg zur Wave angeschaut und danach den glühenden Westeingang der Wave früh morgens verewigt. Gegen 10 Uhr war die große Wave bereits schattenfrei. Anschließend stiegen wir in der Nähe des Hamburger Rocks auf den Top Rock, haben dort den kleinen Arch oberhab des cracks (nur mäßig interesssant), die Alcove mit der kleinen Sanddüne und den Melody Arch besucht. Auf der Ostseite des Toprocks stiegen wir zum Big Mac ab und von dort machten wir uns auf den Weg hinüber zu den North Teepees. Unglaublich wie heiß es hier schon Anfang April sein kann!
Anschließend ging es im großen Bogen um den Top Rock zurück zur Wave. Am Nachmittag hielten wir uns in der näheren Umgebung der Second Wave auf. Dort gibt es meiner Meinung nach die allerschönsten Formationen zu fotografieren, wie z.B. den gelben Thron, die Striations, Looking back oder den Sandstone Butterfly. Pünktlich zum Sunset standen wir auch diesmal einsam und alleine mit unseren Stativen an der Second Wave. Alle anderen Besucher waren schon längst wieder zurückgewandert, bis auf einen, der sich noch bei der großen Wave aufhielt. Der Heimweg von der Second Wave gestaltet sich im Frühjahr völlig unbedenklich. Die Sonne geht in etwa bei der Notch unter, d.h. hinter dem hohen Bergrücken. Sie scheint nach dem sunset bei der Second Wave noch recht lange, so dass man das Auto auch ohne Hast noch sehr leicht vor Einbruch der Dunkelheit erreicht. Einziger Nachteil im Frühjahr: Das Licht ist nicht ganz so perfekt golden wie während der Wintermonate!

 

 
Empfehlung: Die bei meiner vierten Tour zurückgelegte Route ist jene, die ich jedem Erstbesucher ans Herz legen kann. Der Tag in den Coyote Buttes North ist gut ausgefüllt und meiner Meinung nach hat man so an allen Sehenswürdigkeiten das optimalste Licht.
(bei einer Tour zu anderer Jahreszeit verschieben sich die Uhrzeiten entsprechend)

Wire Pass 8AM -> Westeingang 9 AM -> Wave 10 AM -> Brainrocks -> Hamburger Rock -> Top Rock -> Alcove -> Melody Arch 12 PM -> Mittagsrast im Schatten und/oder Erkundung des Top Rock Plateaus -> Abstieg an der Ostflanke -> Big Mac 2PM -> North Teepees 3PM -> Wave -> Second Wave Umgebung / Sand Cove -> Sunset bei Second Wave 6PM - > Wire Pass Parkplatz 7PM (Zeiten für April und Arizona Mountain Standard Time!)

Mit einer Einschränkung: Bei ausgeprägter Höhenangst ist der Aufstieg auf den Top Rock vom Hamburger Rock nicht zu empfehlen. Hier sollte man umdisponieren, denn der Aufstieg von der Ostseite von der Nähe des Big Mac ist absolut problemlos.
Ebensowenig kann ich die umgekehrte Reihenfolge wirklich empfehlen, denn es ist ungleich schwerer den Abstieg vom Top Rock zur Second Wave zu finden als umgekehrt.
Außerdem ist es lichttechnisch ebenfalls nicht die sinnvollste Variante.

 

COYOTE BUTTES IN THE WINTERTIME - mein fünfter Besuch:
Es ist die sicherste Jahreszeit um ein Wave Permit zu ergattern, aber nicht die einfachste um zur steinernen Welle zu gelangen. In der Gegend rund um Page schneit es im Winter nicht oft und wenn, dann hält sich der Schnee meist nicht lange. Es gibt aber immer wieder Ausnahmen, so auch am 31. Januar 2008.
Den Bericht darüber gibt es in unserem Blog: Coyote Buttes North im Winter.
Im Januar 2014 gab es einen zweiten Wave-im-Winter-Besuch, bei dem die Anfahrt selbst für 2WD-Fahrzeuge machbar war und in den Coyote Buttes erstaunlich wenig Schnee lag (in der Wave selbst gar keiner).


Tipp: Steffens hat in seinem Coyote Buttes North Bericht eine schöne Topomap. Wie Ihr sehen werdet, empfiehlt Steffen die Tour genau anders herum. Auch wenn man sich sonst noch so ähnlich ist, so ist man ("und frau") hin und wieder doch nicht immer derselben Meinung. ;-))))

GPS-Geräte: Zwar braucht man nicht unbedingt ein GPS-Gerät um den Weg zur Wave oder zur Second Wave zu finden, aber wer sich oben am Top Rock auf die Suche nach dem Melody Arch macht, dem wird es sehr von Nutzen sein. Auch in der Dämmerung ist es weitaus angenehmer, wenn man der aufgezeichneten Route einfach wieder zurück zum Parkplatz folgen kann (und sich nicht mehrfach verläuft).
Wer noch kein GPS-Gerät besitzt, kann sich auch eines in den Staaten zulegen, wo sie nur einen Bruchteil kosten (bei dem damaligen Dollarkurs überhaupt...). Ich habe mir im Oktober 2004 in Las Vegas ein Garmin Foretrex 101 gekauft um $139. In Österreich hätte es €180 gekostet, sprich rund $230 um fast 80% mehr! Das Foretrex ist zwar alles andere als ein Profigerät, aber dafür sehr praktisch, denn man trägt es wie eine Uhr am Arm und hat beim Wandern/Klettern beide Hände "frei"... für Stativ und Fotoapparat... :-)
Tipp für LV bzw. Henderson: GPS-City oder Dicks Sporting Goods (ehemals Galyans).

Sehenswertes in der näheren Umgebung: Mindestens so beeindruckend (kaum vorstellbar, dass das möglich sein kann! ;-) ...) sind die Coyote Buttes South sowie die Gegend rund um White Pocket. Beide Orte sind aufgrund meilenlanger Tiefsand-Jeeppiste aber deutlich unzugänglicher als die Coyote Buttes North.

Fauna und Flora: Mit Ausnahme von einigen Eidechsen, Hasen, den "Urviechern" am Top Rock, zwischernden Singvögeln, Fledermäusen in der Dämmerung beim Parkplatz, zahlreichen Coyotespuren sowie ein paar im quick(?)sand verendeten Kühen haben wir leider keine Tiere in dieser Gegend gesehen/gehört. Neben Dickhornschafen, Rehen, Falken, Kondoren und Eulen leben hier auch Taranteln, Klapperschlangen, Skorpione und Schwarze Witwen. Was die Vegetation betrifft, so findet man in den Coyote Buttes die typischen Vertreter der Nusskiefer-Wacholderzone vor. Es gedeiht hier nicht viel, abgesehen von knorrigen Nusskiefern, unzähligen Wacholder- und Wermutsträuchern sowie ein paar vereinzelten Gelbkiefern. Zu meiner Überraschung hat allerdings einiges geblüht (u.a. dune sunflowers und etliche nicht identifizierbare rosa-, gelb- und lilafarbene Wildblumen). Im Sand am Weg zur Wave wachsen außerdem Schwammerln - wir haben unseren Augen kaum getraut!

Unterkunft: In Page, AZ gibt es eine große Auswahl an Unterkünften, Details hierzu in meinem Rund um Page, AZ Bericht. Auch Kanab, UT verfügt über eine große Auswahl an Motels und liegt ca. gleich weit entfernt vom Abzweig der House Rock Valley Road entfernt.

Camping: Zeltplätze gibt es am primitiven Stateline Campground (Karte) an der House Rock Valley Road, 10 mi südlich des Highway 89 bzw. nur wenige Meilen südlich des Wirepass Trailhead. Nur 4 Stellplätze auf first come first use Basis, zwei in Utah, zwei in Arizona; Toiletten vorhanden, jedoch kein Wasser. Weitere Camping-Möglichkeiten am Hwy 89 bei der Paria Outpost und gleich nebenan sowie am White House Trailhead.

Informationen: 345 E. Riverside Dr., St. George, UT 84790, Phone: (435) 688-3200 oder Kanab Field Office, Tel: (435) 644-4600


© 02.12.2004 Isabel Synnatschke
      Last update 15.01.2014

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