Lage: Paria Canyon - Vermilion Cliffs Wilderness;
45 mi westlich der Stadt Page, AZ ; Karte
Allgemeines: Die vom Bureau of Land Management verwaltete
Paria Canyon Vermilion Cliffs Wilderness im Grenzgebiet der Bundesstaaten
Utah und Arizona birgt eines der grandiosesten Naturwunder des amerikanischen
Westens. Bis Mitte der 1990er Jahre ein unbeschriebenes Land, erst
der Film "Faszination
Natur - The most spectacular Landscapes in the World" von
Gogol Lobmayr und darauffolgende Publikationen erweckten weltweit
die Neugierde. Um die extrem fragilen Gesteinsschichten der Coyote
Buttes [bjuts] gebührend zu schützen, wurde bereits
im Jahr 1997 eine rigorose Beschränkung der Besucherzahlen eingeführt.
Pro Tag ist lediglich 20 Personen der Zutritt gewährt - eine meiner
Meinung nach absolut vorbildliche Schutzmaßnahme! Hohe Geldstrafen
und eine Anzeige drohen all jenen, die sie missachten. Rangerpatrouillen
finden auf regelmäßiger Basis statt. Immer wieder wird
uns berichtet, dass permits am Weg zur Wave und/oder in der
Wave kontrolliert wurden.
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Die wunderschöne Second Wave
im Abendlicht |

Anfahrt: Zum Wire Pass Trailhead (N
37°01’08’’, W 112°01’28’’; 1480 m) gelangt man über die
unbefestigte, meist gut instandgehaltene House Rock Valley Road (BLM
700), die ca. 34 mi westlich von Page zwischen den MM 25 und 26 vom
Hwy 89 nach Süden abzweigt. Knapp 8,3 Meilen später befindet
sich rechterhand ein kleiner Parkplatz mit Toilette und auf der linken
Straßenseite der Wire Pass Trailhead. Von hier geht es zu Fuß
weiter in Richtung Süden und nach ca. 4 kurzweiligen Kilometern
steht man bereits in der Hauptattraktion des Gebiets, der Wave.
Den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht man auch von Süden
her über den Hwy 89A. Rund 80 mi von Page entfernt zweigt die
House Rock Valley Road (BLM 1065) in Richtung Norden ab. Nach rund
21 mi dirt road erreicht man schließlich den Wire Pass
Trailhead. Entfernungsmäßig ist diese Variante von Page
aus die weiteste, aber nach heftigeren Niederschlägen, die einzige
mögliche. Bei der nördlichen Anfahrt gilt es ein (meist
trockenes) Flussbett zu durchqueren. Nach Regenfällen ist es
schnell überflutet und oft tagelang auch für SUVs unpassierbar.
Aus der lehmigen Senke musste schon der eine oder andere Fahrzeug
abgeschleppt werden - ein nicht ganz billiges "Vergnügen"!
Vor dem Befahren der House Rock Valley Road oder anderer unbefestigter
Straßen im Südwesten sollte man sich im eigenen Interesse
- wenn möglich - immer kurz im einem Besucherzentrum erkundigen.
Die leider nicht täglich aktualisierten Straßenverhältnisse
der House Rock Valley Road sind außerdem im Internet unter den
Road
Conditions auf der BLM Seite zu finden.
Einen Bericht von unserem Coyote Buttes Besuch ausgehend vom The
Notch Trailhead gibt es hier
zu lesen.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83
Permitvergabe: Siehe aktuelle Info
auf meiner getrennten Seite "Wie
komme ich zu einem Wave Pemit?"
BLM-Unterlagen: Wer die Onlinereservierung
durchgeführt hat, erhielt früher gemeinsam mit den permits
eine vollkommen unbrauchbare Schwarzweißkopie einer topographischen
Karte zugesandt. So ist es in der Vergangenheit auch schon vorgekommen,
dass Leute ohne adäquate Vorbereitung die Wave nicht gefunden
haben. Seit Mai 2005 ist jedoch alles anders und das BLM
verschickt sehr detaillierte Unterlagen: eine 3-seitige Wegbeschreibung
"Finding the Wave" mit Topomap, 6 Farbfotos und
GPS-Koordinaten. Keiner muss sich mehr Sorgen machen, nicht den richtigen
Weg zu finden. Diese Unterlagen reichen vollkommen aus, es sind keinerlei
zusätzlichen Infos nötig. Es kann aber wochenlang dauern,
bis sie den langen Weg über den großen Teich in den eigenen
Briefkasten "finden"... ;-)
Wegbeschreibung zur Wave: Diese
gibt es schon seit 9 Jahren und für jedermann zugänglich.
Michael Kelsey hat bereits 1998 in der 3. Edition seiner hervorragenden
Bücherreihe "Hiking and Exploring the Paria Plateau"
den Weg zur Wave beschrieben. Kelseys Bücher werden
mittlerweile sogar offiziell
vom Bureau of Land Management empfohlen. Online erschienen im Jahr
1999 die ersten genauen Wegbeschreibungen und bereits im Jahr 2001
waren sämtliche Informationen inklusive Topomap und GPS-Koordinaten
im Internet zu finden, u.a. auf Christopher Brennan seiner Seite.
Das war auch der Grund, warum ich persönlich den "Ehrenkodex"
im deutschsprachigen Raum nie so recht nachvollziehen konnte. Meine
Neugierde ist grundsätzlich groß und so hat es mich interessiert,
was die zuständige Behörde zum Thema "Veröffentlichung
einer detaillierten Wegbeschreibung vom Wire Pass TH zur Wave"
meint. Im März 2005 habe ich deshalb das Bureau of Land Management
angeschrieben:
„Dear BLM Rangers, As I saw some
websites with a detailed trail description up to the Wave I would
like to ask you if you would mind if I describe our whole trip from
last year at my website as well. Would that be illegal and do you
think it´s better not to do so? Are there many people trying
to get illegal access?”.
Meine Anfrage wurde wie folgt beantwortet:
"Dear Isabel. Thank you for asking.
It is acceptable to put a story of your trip to the Wave. There are
several websites as well as books that describe in detail how to find
the Wave. This information is not a secret.
While some people are visiting the Wave illegally, this has not yet
become a big problem. Most people, like yourself, are honest and get
a permit. Thank you for your interest!"
Wie Ihr weiter unten sehen werdet, habe ich mich dennoch dagegen
entschieden. Seit den wirklich guten Farbkopien des BLM macht es meiner
Meinung nach wenig Sinn alle GPS-Daten ins Web zu stellen, und ich
sehe keine Notwendigkeit, irgendwelche Wegbeschreibungen vom Wire
Pass Trailhead aus zu veröffentlichen. Eine bessere als jene
im 3-seitigen Folder vom BLM kann keiner liefern!
Was diesen Unterlagen allerdings völlig fehlt, sind die Gebiete
jenseits der berühmten Wave, die meiner Meinung nach mindestens
so schön - wenn nicht sogar sehenswerter - sind. Auf diese möchte
ich in meinen zwei Berichten etwas näher eingehen.
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Größenvergleich in der
Wave |

Unsere ersten Besuche: Steffen war schon einige Jahre
vor mir in den Coyote Buttes North unterwegs. Bei mir sollte es erst
im Herbst 2004 soweit sein. Ich hatte es geschafft am 1. April 2004
vier online permits zu ergattern. Der Andrang zur Stichzeit
war unglaublich. Keine 4 Minuten und sämtliche permits
für den Oktober waren vergeben. Dass wir für zwei Tage die
permits hatten, war aufgrund der fraglichen Wetterlage und
der Fülle an Sehenswerten das absolute Minimum.
Der 10. Oktober war
zwar ein Sonntag, aber von Sonne keine Spur, ganz im Gegenteil. Das
Wetterradar hat für Page und Umgebung Regen angezeigt und leider
nicht nur Regen sondern auch Gewitter, was angesichts der Tatsache,
dass man entlang der Strecke nirgends Unterschlupf finden kann, noch
viel beunruhigender war. So ging es an diesem Tag als allererstes
zum nächstbesten Outfitter auf die Suche nach einem zusätzlichen
Plastikponcho für Notfälle und im Anschluss weiter zur Ranger
Station zwecks genauerer Wetterauskünfte. Der volunteer
dort erzählte uns, dass sich trotz grauschwarzer Regenwolken
bereits etliche Leute auf den Weg zur Wave gemacht hätten, es
könnte „nur sein, dass wir am Abend die dirt road nicht
mehr zurückfahren können aufgrund von flooding“.
Drei Personen hatten an diesem Tag ihr permit sogar zurückgegeben,
und wenn bereits jemand anderer die Gebühr entrichtet hat, werden
die permits i.d.R. von den Rangern verschenkt, d.h. theoretisch
hätte man an diesem Tag sogar gratis(!) zu den Coyote Buttes
North können.
Bernhard und ich sind relativ spät zur Wave
aufgebrochen und waren erst zu Mittag dort. Man braucht mit Hilfe
eines GPS-Geräts und wenn man sich an den markanten Landschaftsmerkmalen
orientiert (twin cones & crack) nur etwas mehr als
eine Stunde (bei Hitze sicherlich deutlich länger!). Hier
gibt es einen schönen Überblick über das Höhenprofil
des Weges (wobei man den Maßstab berücksichtigen muss,
sehr steil ist es nirgends!). Wetterbedingt haben wir uns am ersten
Tag auf die nähere Umgebung der Wave und das Erforschen von eventuellen
Notfallsunterschlupfen beschränkt. Da der Sandstein in dieser
Gegend eine außergewöhnliche Farben- und Formenvielfalt
aufweist, vergeht die Zeit, wenn man so leidenschaftlich fotografiert
wie wir, ohnehin wie im Flug. Ein Besuch empfiehlt sich auch bei eher
schlechten Lichtverhältnissen, die Landschaft ist überwältigend
und die Fülle an Details in der Gesteinsstruktur bietet selbst
bei Schlechtwetter unzählige schöne Fotomotive. Und mit
etwas Glück gibt es dann doch das eine oder andere Sonnenloch,
wie es auch kurz bei uns der Fall war.

An diesem Tag haben wir ca. 5 Stunden vor Ort verbracht, wobei allein
der Bereich um die beiden "Eingänge" zur Wave schon
viel Zeit in Anspruch nahm. Im Nordosteingang befand sich ein fotogenes
Pool
und beim Westeingang
sind die schön strukturierten Gesteinsschichten absolut faszinierend.
Das Farbspektrum des Sandsteins erstreckt sich über alle erdenklichen
Weiß-, Gelb-, Orange- und Rottöne. Leider können Fotos
der wahren Schönheit der Natur kaum gerecht werden. Diese Gegend
muss man mit eigenen Augen sehen!
Erst rund zwei Stunden später haben wir die Wave über ihren
Südausgang in Richtung crack verlassen und uns die Umgebung
der Brainrocks, die Laurent seine Snail,
den Hamburger
Rock und die Second Wave näher angesehen. Die Second
Wave (N 36°59'37", W 112°00'30";
1620 m) ist meines Erachtens kaum zu verfehlen, wenn man südlich
der Wave erst einmal den Hamburger Rock lokalisiert hat und weiß,
dass die Second Wave kurz dahinter einem den "Rücken zukehrt"
(GPS-Gerät nicht unbedingt erforderlich!).
Da die missliche Wetterlage offensichtlich alle anderen Besucher bereits
wieder auf die Heimreise geschickt hatte, nutzten wir die Zeit, um
die Wave in aller Ruhe zu genießen. Wider erwarten ließen
uns dann ein paar Sonnenstrahlen nochmal zurück zu der Second
Wave pilgern, der Regen zwischendurch abermals einen Überhang
unterhalb des Top Rocks aufsuchen und so verging die Zeit ziemlich
schnell...
Zum Auto sind wir trotz Schlechtwetter erst in der Dämmerung
zurückgekehrt. Zu schön, zu faszinierend und viel zu ungewöhnlich
waren all diese Sandsteinformationen!.
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Climbing the Wave |
Northeast Entrance to the Wave |

Der 12. Oktober war
ein Traumtag, strahlend blauer Himmel, absolut wolkenlos und zugleich
mein zweiter Permittag. Eine Stunde Anfahrt und knapp 70 min Gehzeit
und wir waren am Ziel. Der perfekte Zeitraum um die Wave
zu verewigen liegt zwischen 10 und 12 Uhr, wenn die umliegenden Hügel
keinerlei störende Schatten werfen. Im Anschluss sind wir dann
weiter Richtung Süden im Zig-Zag-Kurs auf das Top Rock Plateau
hinauf, was in der Nähe der Hamburger Rocks einigermaßen
leicht geht. Wer allerdings an ausgeprägter Höhenangst leidet,
sollte den Aufstieg lieber nicht von dieser Seite versuchen. Viel
einfacher und völlig ungefährlich erreicht man die Anhöhe
des Top Rocks über seine Ostflanke. In diesem Zusammenhang kann
ich den Bericht "Don´t
die out there!" nur jedem ans Herzen legen, in dem Peter
Felix Schäfer ein sehr wirkungsvolles Fotos vom "falschen
Aufstieg" präsentiert! Mittels GPS steuerten wir oben am
Top Rock Plateau angekommen den Melody
Arch (N 36°59'28", W 112°00'20";
1710 m) an, wo wir im Schatten der Alcove eine ausgedehnte
Mittagsrast einlegten (es kann hier auch im Oktober noch bratend heiß
sein!). Weitere Sehenswürdigkeiten, die sich auf dem Top Rock
verbergen, beschreibe ich im The
Notch Bericht, der von meinem dritten Coyote North Buttes Besuch
im April 2006 erzählt.
Durch das Fenster
hinter dem Melody Arch in Richtung Teepees habe ich nach dem Picknick
voller Freude Steffen´s Big
Mac entdeckt, der aufgrund seiner dunklen "Speck"schicht
von mir sofort McBacon getauft wurde (siehe Foto unten rechts; N
36°59'22", W 112°00'07"; 1660 m). Es stellte sich
nun nur die Frage, wie wir vom Top Rock wieder runter kommen würden,
denn unterhalb des Fensters fiel der Fels beinah senkrecht ab. Vorbei
an ein paar "Mikro"moquis (eher unspektakulär, kein
Vergleich zum Moqui Hill) und
ein paar eigenartigen "Urtiere",
haben wir letztendlich doch noch recht gemütlich hinunter in
die Sandebene der Teepees gefunden. Hier geht es weitaus weniger steil
hinauf auf den Top Rock als von der Second Wave aus. Man erahnt übrigens
den Verlauf dieses "Weges" vom Fenster aus, wenn man nach
rechts schaut!
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Melody Arch |
Supersize me... |

Angesichts der bereits fortgeschrittenen Uhrzeit, mussten wir uns
entscheiden: entweder noch ein Abstecher hinüber zu den North
Teepees (man erreicht sie in etwa 20 min von dort) oder doch die Second
Wave im Abendlicht. Da sich das "Herz" der Teepees ohnehin
schon im Schatten befand, und man sie derzeit auch ohne permit besuchen
darf, war zweiteres das verlockendere Ziel (Stand: April 2007).
Bei der Second
Wave verschwindet die Sonne im Oktober leider schon gegen 5 Uhr
abends hinter den Bergen, so dass im Anschluss noch etwas Zeit blieb
und wir noch einen kurzen Blick in die Sand Cove hinein werfen konnten.
Folgt man dem sandigen Flussbett nördlich des Waveeingangs in
westlicher Richtung, so betritt man plötzlich eine völlig
neue Welt. Hier verdunkelt sich der sonst eher helle Sandstein zu
einem wunderschönen Rotbraun, das in regelmäßigen
Abständen von weißen oder gelben Streifen durchzogen ist.
Da es leider schon zusehends dämmrig wurde, konnten wir nur noch
von einer Anhöhe (N 36°59'40", W 112°00'39,5";
1600 m) oberhalb eines kleinen Slot Canyons einen Blick auf
den Hang am Rand der Sand Cove werfen - ein überwältigendes
Panorama selbst "in der Halbfinsternis". Als hätte
hier ein Künstler die Gesteinsflächen großräumig
mit Marmoriertechnik gestaltet und diese mit zahlreichen, bienenwabenartig
erodierten Felsbrocken und kleineren
Bruchstücken übersät. Einfach genial! Fast unnötig
zu erwähnen, dass wir uns an diesem Tag erst wieder bei völliger
Dunkelheit in unseren Jeep gesetzt haben...
Da uns eine großflächige Schlechtwetterfront
aus der Escalante Gegend regelrecht vertrieben hat, sind wir entgegen
unserer Planung am 20. Oktober 2004 zurück nach Page gefahren
und haben am Weg dorthin einen kurzen Stopp bei der Paria Ranger Station
eingelegt. Zu unserer großen Freude hatte an diesem Morgen ein
Ehepaar bei der Lotterie gewonnen, die die Strecke von 6 mi
mit 6 km verwechselten und es sich deshalb anders
überlegten. Die Rangerin fragte uns, ob wir die zurückgegebenen
permits nicht haben möchten und schon hielten wir unsere
dritten (gratis)permits in Händen.
Aber lange währte die Freude darüber nicht, am 21.
Oktober hatte der Dauerregen auch Page erreicht. Ein
inch Niederschlag (25mm) reichte und der berüchtigte
creek überschwemmte in der Nacht die Zufahrt zur Wave,
so dass die Regenwanderung mindestens eine Stunde länger gedauert
hätte. Dazu konnten wir uns dann doch nicht überwinden und
es wurde leider nichts aus dem vorerst dritten Besuch...
Wir konnten uns während der ersten zwei Besuche leider nur einen
kleinen Bruchteil des Gebiets ansehen, noch soviel Schönes, was
es da zu entdecken gäbe... Neben den weitläufigen, marmorierten
Hängen nordöstlich der Sand Cove mit ihren eigenwilligen
Bruchstücken,
die wir bislang nur aus der Ferne bewundern konnten, wären da
noch die hübschen Teepees sowie ein netter Double
Arch in der Nähe des Trailhead Register (in Topozone
als "Arch" markiert), und sogar Dinosaurierspuren
und einige indianische Petroglyphen
gibt es in den Coyote Buttes. D.h. man sollte keinesfalls den Fehler
machen, sich lediglich die Wave anzuschauen. Das Areal ist so groß
und hat soviel mehr zu bieten, dass man dort Tage verbringen könnte,
ohne alles gesehen zu haben.

Mein dritter und vierter Besuch: Einen
Bericht über meinen dritten Coyote Buttes North Besuch über
den Notch Trailhead gibt es hier
zu lesen. Bei meinem vierten Besuch der Coyote Buttes North am 3.
April 2007 haben Steffen und ich uns etliches am Weg zur
Wave angeschaut und danach den glühenden Westeingang
der Wave früh morgens verewigt. Gegen 10 Uhr war die große
Wave
bereits schattenfrei. Anschließend stiegen wir in der Nähe
des Hamburger
Rocks auf den Top Rock, haben dort den kleinen Arch oberhab des
cracks (nur mäßig interesssant), die Alcove mit
der kleinen Sanddüne und den Melody
Arch besucht. Auf der Ostseite des Toprocks stiegen wir zum McBacon
ab und von dort machten wir uns auf den Weg hinüber zu den North
Teepees. Unglaublich wie heiß es hier schon Anfang April sein
kann!
Anschließend ging es im großen Bogen um den Top Rock zurück
zur Wave. Am Nachmittag hielten wir uns in der näheren Umgebung
der Second Wave auf. Dort gibt es meiner Meinung nach die allerschönsten
Formationen zu fotografieren, wie z.B. den gelben
Thron, die Striations,
The
other side oder den Sandstone
Butterfly. Pünktlich zum Sunset standen wir auch diesmal
einsam und alleine mit unseren Stativen an der Second
Wave. Alle anderen Besucher waren schon längst wieder zurückgewandert,
bis auf einen, der sich noch bei der großen Wave aufhielt. Der
Heimweg von der Second Wave gestaltet sich im Frühjahr völlig
unbedenklich. Die Sonne geht in etwa bei der Notch unter, d.h. hinter
dem hohen Bergrücken. Sie scheint nach dem sunset bei
der Second Wave noch recht lange, so dass man das Auto auch ohne Hast
noch sehr leicht vor Einbruch der Dunkelheit erreicht. Einziger Nachteil
im Frühjahr: Das Licht ist nicht ganz so perfekt golden wie während
der Wintermonate!
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Empfehlung:
Die bei meiner vierten Tour zurückgelegte
Route ist jene, die ich jedem Erstbesucher ans Herz legen
kann. Der Tag in den Coyote Buttes North ist gut ausgefüllt
und meiner Meinung nach hat man so an allen Sehenswürdigkeiten
das optimalste Licht.
(bei einer Tour zu anderer Jahreszeit verschieben
sich die Uhrzeiten entsprechend)
Wire Pass 8AM -> Westeingang 9 AM -> Wave 10 AM
-> Brainrocks -> Hamburger Rock -> Top Rock ->
Alcove -> Melody Arch 12 PM -> Mittagsrast im Schatten
und/oder Erkundung des Top Rock Plateaus -> Abstieg
an der Ostflanke -> McBacon 2PM -> North Teepees
3PM -> Wave -> Second Wave Umgebung / Sand Cove
-> Sunset bei Second Wave 6PM - > Wire Pass Parkplatz
7PM (Zeiten für April und Arizona Mountain Standard
Time!)
Mit einer Einschränkung: Bei ausgeprägter Höhenangst
ist der Aufstieg auf den Top Rock vom Hamburger Rock nicht
zu empfehlen. Hier sollte man umdisponieren, denn der
Aufstieg von der Ostseite von der Nähe des McBacon
ist absolut problemlos.
Ebensowenig kann ich die umgekehrte Reihenfolge wirklich
empfehlen, denn es ist ungleich schwerer den Abstieg vom
Top Rock zur Second Wave zu finden als umgekehrt.
Außerdem ist es lichttechnisch
ebenfalls nicht die sinnvollste Variante. |
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IN THE WINTERTIME - mein fünfter Besuch:
Es ist die sicherste Jahreszeit um ein Wave
Permit zu ergattern, aber nicht die einfachste um zur steinernen
Welle zu gelangen. In der Gegend rund um Page schneit es im Winter
nicht oft und wenn, dann hält sich der Schnee meist nicht lange.
Es gibt aber immer wieder Ausnahmen, so auch am 31. Januar 2008.
Den Bericht darüber gibt es in unserem Blog: Coyote
Buttes North im Winter.

Tipp: Wer im Besitz der Permit der BLM-Unterlagen
"Finding the Wave" ist, kann sich bei Steffens
Coyote
Buttes North Bericht eine schöne Topomap herunterladen. Wie
Ihr sehen werdet, empfiehlt Steffen die Tour genau anders herum. Auch
wenn man sich sonst noch so ähnlich ist, so ist man ("und
frau") hin und wieder doch nicht immer derselben Meinung. ;-))))
GPS-Geräte: Zwar braucht man
nicht unbedingt ein GPS-Gerät um den Weg zur Wave oder zur Second
Wave zu finden, aber wer sich oben am Top Rock auf die Suche nach
dem Melody Arch macht, dem wird es sehr von nutzen sein. Auch in der
Dämmerung ist es weitaus angenehmer, wenn man der aufgezeichneten
Route einfach wieder zurück zum Parkplatz folgen kann.
Wer noch kein GPS-Gerät besitzt, kann sich auch eines in den
Staaten zulegen, wo sie nur einen Bruchteil kosten (bei dem damaligen
Dollarkurs überhaupt...). Ich habe mir im Oktober 2004 in Las
Vegas ein Garmin
Foretrex 101 gekauft um $139. In Österreich hätte es
€180 gekostet, sprich rund $230 um fast 80% mehr! Das Foretrex
ist zwar alles andere als ein Profigerät, aber dafür sehr
praktisch, denn man trägt es wie eine Uhr am Arm und hat beim
Wandern/Klettern beide Hände "frei"... für Stativ
und Fotoapparat... :-)
Tipp für LV bzw. Henderson: GPS-City
oder Dicks
Sporting Goods (ehemals Galyans).
Sehenswertes in der nähere Umgebung:
Mindestens so beeindruckend (kaum vorstellbar, dass das möglich
sein kann! ;-) ...) ist die Coyote Buttes
South Area sowie die White Pocket.
Beide Orte sind aufgrund meilenlanger Tiefsand-Jeeppiste aber deutlich
unzugänglicher als die Coyote Buttes North.
Fauna und Flora: Mit Ausnahme von
einigen Eidechsen, Hasen, den "Urviechern"
am Top Rock, zwischernden Singvögeln, Fledermäusen in der
Dämmerung beim Parkplatz, zahlreichen Coyotespuren sowie ein
paar im quick(?)sand verendeten Kühen haben wir leider
keine Tiere in dieser Gegend gesehen/gehört. Neben Dickhornschafen,
Rehen, Falken, Kondoren und Eulen leben hier auch Taranteln, Klapperschlangen,
Skorpione und Schwarze Witwen. Was die Vegetation betrifft, so findet
man in den Coyote Buttes die typischen Vertreter der Nusskiefer-Wacholderzone
vor. Es gedeiht hier nicht viel, abgesehen von knorrigen Nusskiefern,
unzähligen Wacholder- und Wermutsträuchern sowie ein paar
vereinzelten Gelbkiefern. Zu meiner Überraschung hat allerdings
einiges geblüht (u.a. dune sunflowers und etliche nicht
identifizierbare rosa-, gelb- und lilafarbene Wildblumen). Im Sand
am Weg zur Wave wachsen außerdem Schwammerln - wir haben unseren
Augen kaum getraut!
Unterkunft: In Page,
AZ gibt es eine große Auswahl an Unterkünften.
Fast alle Kettenmotels sind hier vertreten. Die Preise variieren je
nach Jahreszeit. Im März kostet das Super 8 oder die Travelodge
kaum mehr als $40, zur Hochsaison sind auch die billigeren Motels
nicht gerade preiswert. Das Motel 6 ist in Page sehr oft nicht das
billigste und das Days Inn zählt immer zu den teuersten. Nachfragen
und vergleichen lohnt sich in Page immer! ;-)
Preiswerte und aber sehr einfache Unterkünfte findet man in der
Street of Little Motels. Dort gibt es z.B. im Bashful
Bob Motel Riesenwohnungen mit 2 Schlafzimmern, Wohnzimmer, Bad,
Küche mit Mikrowelle und TV um $32,50 inkl. Tax. Zusätzlich
kann man noch vom gratis (aber extrem lahmen) Internetzugang in Bob´s
Büro Gebrauch machen. Dort lernt man den Vermieter Bob, ein netter
Eigenbrötler, auch persönlich etwas näher kennen und
mit etwas Glück erzählt er einem etwas über sein neues
selbsterfundenes Kürbiskeksrezept. Bei längeren Aufenthalten
lässt Bob auch mit sich verhandeln ($39 war der offizielle Preis).
Der Motelname und seine lustige Tafel (siehe Motelwebseite) mit der
"unsinnigen" Summierung über die Population von Page
sagt schon viel über ihn und seine Art von Humor aus. :-)
Und wer beim Bob keinen Platz mehr bekommt, wird vermutlich bei einem
der anderen "little motels" in der Street of Little
Motels noch Unterkunft finden. Die sind sicherlich nicht weniger
sauber oder älterer als das Bashful Bob Motel. Als ich im Oktober
2004 in Page übernachtet habe, bevorzugten Franzosen den Bashful
Bob und Deutsche das KC´s Motel, das es mittlerweile leider
nicht mehr gibt. Ich war jedenfalls damals nicht die einzige Österreicherin
beim Bob...... :-)
Sind Kettenmotels wie die Travelogde in etwa gleich teuer/billig,
dann sind die dennoch meist unsere erste Wahl, zumal sie doch ein
wenig sauberer bzw. moderner sind und i.d.R. auch Frühstück
anbieten. Nur wegen dem "hot breakfast" das Quality Inn
auszuwählen, lohnt sich meiner Ansicht nicht. Es so ziemlich
das ungenießbarste, das mir in den Staaten je zum Frühstück
serviert wurde...
Etwas näher bei der Wave liegt die Miniortschaft
Big Water, die auch über ein einfaches
Motel verfügt. Jedes Mal, als wir am Cowboy In vorbei
gefahren sind, haben wir dort Autos stehen sehen. Als wir allerdings
einmal dort selber nächtigen wollten, haben wir leider niemanden
an der Lobby angetroffen.
Camping: Zeltplätze gibt es
am Stateline Campground (Karte)
an der House Rock Valley Road, nur wenige Meilen südlich des
Wirepass Trailhead (kein Wasser!). Eine Toilette findet man am Trailhead.
Essen: Das Fiesta Mexicana
an der Hauptstraße (N. Lake Powell Blvd.) ist ein herrlicher
Platz um einen erlebnisreichen Tag ausklingen zu lassen, bei einem
schmackhaften mexikanischen Essen und einer großen Margarita
(ich bestelle allerdings immer das Salz weg!). Empfehlen können
wir die Flaming Fiesta, eine Spezialität für 2
Personen, die locker auch für drei reichen würde - oder
im doggy bag dann auch noch am nächsten Tag erfreut.
Zwei Beilagenteller, 6 Tortillas und ein Riesenteller, der beim Tisch
flambiert wird. Steaks, Chicken, Shrimps, Mushrooms, Zwiebeln, Paprika,
Bohnen, Salat, Salsa, Guacamole - es ist alles dabei, was das Herz
und vor allem der Gaumen begehrt. :-)
Vor dem Steakhouse direkt neben dem Quality Inn kann ich persönlich
nur abraten. Jenes auf der gegenüberliegenden Straßenseite
ist zwar deutlich teurer, aber auch wesentlich besser.
Alles natürlich sehr subjektiv! ;-)
Ein großer und guter Supermarkt, der Safeway, befindet
sich an der Hauptstraße, am North Lake Powell Blvd.
Informationen: 345 E. Riverside
Dr., St. George, UT 84790, Phone: (435) 688-3200 oder Kanab Field
Office, Tel: (435) 644-4600, azafoweb@blm.gov
© 02.12.2004 Isabel Synnatschke Last
update 12.03.2008