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ausgehend vom The Notch Trailhead

Lage: Paria Canyon - Vermilion Cliffs Wilderness; 40 mi nordwestlich der Stadt Page, AZ

Anreise: Zum The Notch Trailhead der Coyote Buttes North Area gelangt man über die House Rock Valley Road (BLM 700), die zwischen den MM 25 und 26 vom Hwy 89 westlich von Page nach Süden abzweigt. Rund 10,8 Meilen vom Hwy 89 entfernt befindet sich linkerhand der Ausgangspunkt zu dieser Tour. Von hier geht es zu Fuß weiter in Richtung Osten über die Einkerbung in der Coyote Buttes Ridge.
Einen Bericht von meinen Besuchen ausgehend vom Wire Pass Trailhead gibt es hier zu lesen.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83

In den Coyote Buttes North verdient nicht nur
die berühmte Wave das Prädikat "sehenswert".


Allgemeines: Die vom Bureau of Land Management verwaltete Paria Canyon Vermilion Cliffs Wilderness im Grenzgebiet der Bundesstaaten Utah und Arizona birgt eines der grandiosesten Naturwunder des amerikanischen Westens. Bis Mitte der 1990er Jahre ein unbeschriebenes Land, erst der Film "Faszination Natur" von Gogol Lobmayr und darauffolgende Publikationen erweckten weltweit die Neugierde. Um die extrem fragilen Gesteinsschichten der Coyote Buttes [bjuts] gebührend zu schützen, wurde bereits im Jahr 1997 eine rigorose Beschränkung der Besucherzahlen eingeführt. Pro Tag ist lediglich 20 Personen der Zutritt gewährt - eine meiner Meinung nach absolut vorbildliche Schutzmaßnahme! Hohe Geldstrafen und eine Anzeige drohen all jenen, die sie missachten. Rangerpatrouillen finden auf regelmäßiger Basis statt. Immer wieder wird uns berichtet, dass permits am Weg zur Wave und/oder in der Wave kontrolliert wurden.

Permitvergabe: Siehe aktuelle Info auf meiner getrennten Seite "Wie komme ich zu einem Wave Pemit?"

Unser Besuch: Da ich mit dem Weg zur Wave vom Wire Pass Trailhead von meinen Besuchen im Oktober 2004 bereits vertraut war, wollte ich mir diesmal die Alternativroute etwas genauer betrachten. Auch wenn Steffen die Strecke bereits kannte, so hieß das noch lange nicht, dass der Weg immer eindeutig und leicht zu finden war. Für einen Erstbesuch der Coyote Buttes North empfiehlt sich der Notch Trailhead nicht! Die Navigation ist ungleich schwieriger, und die Wanderung ist anstrengender (mehr Höhenmeter!). Somit ist man ist hier deutlich länger unterwegs. Bis zur Wave muss mit zusätzlichen 30-60 Minuten Gehzeit gerechnet werden. Für "Wiederholungstäter" hingegen ist diese Tour mal eine nette Abwechslung. Die landschaftlich interessantere ist und bleibt aber jene vom Wire Pass aus.
Wir parkten unser Auto mit parking tag (siehe Permitvergabe) an einer kleinen Nebenstraße, die ca. 10,8 mi südlich des Hwy 89 von der House Rock Valley Road nach rechts abzweigt und nach rund 100 m bei einem wash endet. Da unser GPS-Gerät dies als kürzeste Distanz zur Notch auswies, starteten wir von hier unsere Wanderung (36°59'12"N, 112°02'03"W, 1545 m; Topo). Der offizielle Trailhead liegt etwas weiter südlich an der House Rock Valley Road.
Sehr gut und in allen Details beschrieben wird diese Wanderung u.a. in Peter seinem Buch "Wandern im Südwesten der USA ", das ich jedem Wildnisenthusiasten ans Herz legen möchte.

Von der Straße aus geht es zunächst kurz leicht bergauf, dort durch einen Zaun hindurch und dann in der Beifußebene direkt auf die Einkerbung ("Notch") in der hohen Bergkette zu. Der Trail in einer kleinen Seitenschlucht hinauf zur Notch ist kaum ausgetreten, sein Verlauf aber meist einigermaßen zu erahnen. Als Anhaltspunkt dienen hier am besten die GPS-Koordinaten der Notch (36°59’13’’N, 112°01’10’’W; 1683 m; Topo). Von der Anhöhe genießt man einen recht schönen Blick auf das gesamte Top Rock Massiv sowie auf die darunter befindliche Sand Cove. Schöne Strukturen darf man sich hier oben nicht erwarten. Dafür wuchsen zu meinem Erstauen hier etliche Wüstenlupinien und es blühten einige milkvetch Pflanzen.
Der Weg jenseits des Bergkammes ist praktisch nicht vorhanden. Wir sind zwischen den Steinen und im Gestrüpp ein wenig herumgeirrt, bis wir endlich eine gute Abstiegsroute zum südlichen Ende der Sand Cove gefunden hatten.
Der Rück"weg" am Abend von der Second Wave aus, ist zum Teil besser erkennbar, aber auch hier ist ein GPS-Gerät eine große Hilfe, wenn nicht sogar absolut unumgänglich.

 

am Weg zur Notch

Blick von der Notch

Steilwand des Top Rock

Bilder vom Notch Trail - CLICK PHOTO FOR ENLARGEMENT


Über Sanddünen gleitend ging es schnell bergab, und auf der anderen Seite erwartete uns die Steilwand des Top Rock. Wer nicht trittsicher ist, sollte sich hier unbedingt die Zeit nehmen um die leichteste Route ausfindig zu machen. Auch wenn es anfangs nicht so aussieht, so gibt es am südlichen Ende der Felswand (rechts) eine relativ leichte Stelle, über die auch ich schließlich hinauf gekommen bin.
Mein erster Versuch Steffen über eine steile Längsrille in der Wand zu folgen, resultierte in einer kleinen Panikattacke, als plötzlich beide meine Füße anfingen langsam abwärts zu rutschen, und ich mich auch mit den Händen an dem glatten Stein nirgends richtig festhalten konnte. Wer ein wenig zur Höhenangst neigt, sollte unbedingt genau überlegen, wo er sich hinauf wagt! Mir schlottern jedenfalls jetzt noch ein wenig die Knie, wenn ich mich an diese Momente zurück erinnere, und wie steil es unter mir bergab ging!
Steffens beruhigende Worte haben mir sehr geholfen, in der Längsrille wieder eine stabile Position einzunehmen und langsam bergab zu klettern, um den Aufstieg in einer ausgeprägteren Längsrille weiter rechts zu probieren. Ich empfand diese Schlüsselstelle wesentlich heikler als den Aufstieg auf den Top Rock von der Second Wave aus (siehe Beschreibung im Oktober 2004 Bericht).

Endlich sicher am Top Rock Plateau angekommen ging es zunächst in Richtung Osten weiter und dann nach Norden. An diesem Tag war es äußerst stürmisch und lange nicht so angenehm wie im Herbst 2004. Böenartige Winde sind um die Jahreszeit keine Seltenheit. Sie klingen meist erst gegen Ende Mai/Anfang Juni wieder allmählich ab. Aber genau dann wird es auf dieser Anhöhe noch ungemütlicher aufgrund des mangelnden Schattens und der sengenden Hitze.
Der südliche Top Rock ist in seinem der Sand Cove zugewandten Bereich nicht so spektakulär. Desto weiter man nach Osten schreitet, umso interessanter wird die Umgebung und während des langen Weges nach Norden zum Melody Arch (36°59'28"N, 112°00'20"W; 1710 m) passiert man herrlich bunte Hänge und hat immer einen schönen Blick auf die Teepees. In der Ferne lässt sich von hier oben sogar das Bergmassiv der White Pocket erkennen.

 

Unterwegs auf der faszinierenden Anhöhe des Top Rock


Viele skurrile Formationen schmiegen sich an die Steilwände des Top Rocks, u.a. der süße kleine Blutsauger Little Mosquito. Auch allerlei anderes Getier wie Schnecken, steinerne Käfer, Gürteltiere und Kamele verbergen sich hier oben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Aufgrund des ortskundigen Wanderpartners (der bis dato schon 9x im Gebiet der North Buttes unterwegs war... ;-) ...) habe ich leider bei der diesjährigen Tour am Top Rock völlig vergessen so manche GPS-Daten aufzunehmen. Aber was macht mehr Spaß, als in einer schönen Umgebung, wo es soviel zu entdecken gibt, so manches Motiv auch selber ohne technische Hilfsmittel ausfindig zu machen.
Für den Erstbesuch des Melody Arch empfehle ich aber nach wie vor die Benützung eines GPS-Gerätes, da eine Wegbeschreibung im steinernen Wirrwarr des Top Rock alles andere als leicht ist. Im Fenster an der Felswand neben dem Melody Arch wollten wir unsere Fotos mit Blick auf die Teepees neu aufnehmen. Leider mussten wir feststellen, dass es dafür auch recht ungünstige Tageszeiten und Lichtbedingungen gibt. Bei meinem Besuch im Herbst 2004 leuchtet die Sonne am frühen Nachmittag das Fenster schön aus (siehe Room with a view). Ist man etwas zu spät dran, so liegt es bereits im Schatten, und Fotos von Personen, die im Fenster sitzen oder stehen, sind dann eher nichtssagend.

Vorbei an der großen Alcove mit der kleinen Sanddüne ging es vom Top Rock zur Second Wave (36°59'37"N, 112°00'30"W; 1620 m) hinunter. Auch bei dieser bekannten "Welle" kann man doch noch immer weitere Motive finden, die in dieser Form noch nicht in jedem Portfolio des Südwestens enthalten sind. Die schönen bunten Querstreifen dieser Formation waren mir z.B. bislang nicht aufgefallen.

Das absolute Highlight des Tages war für mich ein Bereich etwas weiter südwestlich der Second Wave. Die herrlichen weißen Streifen im tiefroten Gestein zählen mittlerweile zu meinen absoluten "must see" in der Coyote Buttes North Area. Der optimale Zeitpunkt für einen Besuch sind - analog zur Second Wave - die späten Nachmittagsstunden. Möchte man beides an einem Tag so gut wie möglich auf Film bannen, sollte man am besten zuerst zu den Striations gehen und anschließend die letzten Lichtstrahlen bei der Second Wave einfangen.

Von diesen beiden traumhaften Locations stiegen wir hinunter in die Sand Cove und folgten "unserer Intuition" in Richtung Südwesten bzw. Notch. Auf der Geröllhalde am Osthang der Coyote Buttes Ridge ist ebenfalls kein eindeutiger Pfad zu erkennen. Als Anhaltspunkt kann - neben den GPS-Koordinaten - der große "Felsbrocken" auf halber Höhe in der Ferne dienen. Diesen haben wir auf seiner linken Seite passiert.
Nach all den Höhenmetern war es schön endlich wieder oben auf der Notch zu stehen. Von nun an ging es nur noch serpentinenartig den Berg hinunter und in der Ebene zurück zum Auto (dessen Koordinaten man hoffentlich vorm Losmarschieren nicht vergessen hat aufzunehmen... ;-) ...).

 


Sand war an diesem Tag unser ständiger Begleiter - auf der Haut, in den Haaren, in den Kleidern, in den Ohren und sogar zwischen den Zähnen knirschte es. Der größte Teil stammte wohl von der Sanddüne in der Alcove in der Nähe des Melody Arch, wo er uns regelrecht ins Gesicht gepeitscht ist.
Ich sehnte mich nach einer Dusche, aber diese Nacht verbrachten wir in der Nähe der Cottonwood Teepees der Coyote Buttes South. Der Abend dauerte zwar etwas länger dank Philippes zahlreicher Anekdoten und Kent seinem guten 9%igen kanadischen Biers. Dennoch waren wir schon bei Morgengrauen wieder mit Stativ in Richtung Cottonwood Teepees unterwegs.
Kent war unglaublich, er nächtigte mit nacktem Oberkörper in seinem Schlafsack unter freiem Himmel, bis ihn ein leichter Nieselregen doch noch in sein Auto "vertrieb". Andere Leute waren da nicht so hartgesotten... Ich bin zweimal in dieser Nacht aufgewacht, weil mein Magen sich vor lauter Kälte verkrampfte und das trotz der zwei Fleecejacken, der zwei Rollkragenpullis, der Mütze und der zwei Hosen, die ich in meinem Schlafsack an hatte. Philippe und Steffen haben sich köstlichst amüsiert über den Anblick, allerdings sah letzterer mit seiner "Bankräuber"-Skimütze auch nicht wesentlich besser aus. Nur allzu schade, dass wir verabsäumt haben uns da gegenseitig zu verewigen... ;-)))

Informationen: 345 E. Riverside Dr., St. George, UT 84790, Phone: (435) 688-3200 oder Kanab Field Office, Tel: (435) 644-4600, azafoweb@blm.gov


© 24.08.2006 Isabel Synnatschke

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