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Beyond the beaten path im Yoho N.P.
Allgemeines: Die entlegene, unberührte
Gebirgswelt rund um den blauen Lake O´Hara und den hellgrün
schimmernden Mary Lake im östlichen Teil des Yoho Nationalparks
zählt unter Naturliebhabern zu den größten Juwelen der
kanadischen Rocky Mountains und gehört so manchen Beschreibungen
zufolge mit zu den schönsten Wandergebieten der Erde. Eine Superlative,
die bereits im Namen des Nationalparks enthalten ist. "Yoho"
entstammt der Sprache der Cree Indianer und bedeutet übersetzt
soviel wie "Verwunderung" oder "Erstaunen". Offiziell
entdeckt wurde die Seenlandschaft von einem Ingenieur der Canadian Pacific
Railway, der sich hier im Jahr 1887 auf der Suche nach einer neuen Eisenbahn-Verbindungsstrecke
befand. Namenspatron war der irische Colonel Robert O´Hara, der
sie in den 1890er Jahren ausgiebig erforscht hat. Von dieser Gegend
geht eine Faszination aus, der sich wohl auch heute noch kaum ein Wanderer
entziehen kann. In den tiefen, von über 3000 m hohen, schroffen
Gipfeln umgebenen Talkesseln leuchten zahlreiche ruhige Gletscherseen
in den verschiedensten Farbtönen - von Grasgrün, Türkis
bis hin zu dunklem Azurblau. Es ist ein kleines Paradies, das sich im
Hinterland des 1313 km² großen Yoho N.P. verbirgt und das
glücklicherweise aufgrund der Unzugänglichkeit sowie Restriktionen
täglich nur relativ wenigen Besuchern vorbehalten ist. (Map)
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Blick auf den Mary Lake, Lake O´Hara
und den Wiwaxy |
Vorbereitung/Permits:
Angefangen hatte alles, als ich im Internet ein Foto vom Lake O´Hara
Gebiet sah und von den zwei Seen rund um die Lodge fasziniert war -
wie sie beide nebeneinander lagen, der eine hellgrün, der andere
tiefblau. Schnell war herausgefunden, dass die Anreise nur zu Fuß
über den 12,8 km langen Cataract Brook Trail oder per
Shuttlebus über die unasphaltierte Lake O´Hara Access
Road mit streng limitierten Sitzplätzen möglich ist.
Selbst bikes sind entlang der 10,4 km langen Zufahrtsstraße
nicht gestattet. Und auch wenn sich die Reservierung unserer Sitzplätze
für den Shuttlebus äußerst mühsam gestaltete, so
war ich doch im Nachhinein froh darüber. Vor allem nach den Bergwanderungen
rund um den extrem touristischen Lake Louise weiß man die Schutzmaßnahmen
hier im Yoho N.P. sehr zu schätzen.
Die Shuttlebusse verkehren von Mitte Juni bis Anfang Oktober (Stand:
August 2005). Sie starten viermal am Tag - 8:30 AM, 10:30 AM, 3:30 PM
und 5:30 PM - vom ausgeschilderten Lake O´Hara Parkplatz südlich
des Trans-Canada Hwy (15 km östlich von Field bzw. 11 km westlich
von Lake Louise) und fahren von der Versorgungsstation Le Relais am
Ufer des Lake O´Hara jeweils um 9:30 AM, 11:30 AM, 2:30 PM, 4:30
PM und 6:30 PM wieder zurück zum Parkplatz.
Beantragen lassen sich die Bustickets exakt auf den
Tag genau drei Monate im Voraus und zwar leider nur telefonisch
(Tel: 250-343-6433; mountain time!). Einige wenige Restplätze,
6 an der Zahl (Stand: Aug. 2005), werden einen Tag vor der geplanten
Tour auf first come, first serve Basis ausgestellt. Diese erhält
man i.d.R. zur Hauptsaison allerdings nur, indem man sich schon sehr
früh vor dem Visitor Center in Field postiert. Eine nette Geschichte
über Leute, die sich bereits um 2 Uhr in der Früh mit dem
Schlafsack in die Warteschlange "gelegt" haben bzw. wo ein
Familienvater kein Busticket mehr erhielt, gibt es hier
nachzulesen.
Der 1. Mai 2005 war ein Sonntag und ich hatte auf der Website
des Yoho N.P. leider überlesen, dass das Visitor Center in
Field zu dieser Jahreszeit nur von Mo-Fr geöffnet hat. Interessanterweise
dürften dieses Detail am Rande auch noch etliche andere nicht gesehen
haben, denn die Leitung war zunächst andauernd besetzt. Erst nach
10 Minuten erläuterte mir ein Band, dass sie heute geschlossen
hätten. Am Montag dann "dasselbe Spielchen", mit dem
Unterschied, dass es weit über eine Stunde und wohl an die 300
Versuche bedurfte, bis ich sie endlich hatte, die Tickets für den
allerersten Shuttlebus um 8:30 AM am 1. August 2005 (15 CAD pro Person,
12 CAD Reservierungsgebühr; gültiger Nationalpark Pass am
Parkplatz erforderlich; Stand: August 2005).
Wegverlauf: Im
sehr empfehlenswerten Buch "How to photograph the Canadian
Rockies" von Darwin Wiggett (siehe Buchtipp)
hatte ich zuvor gelesen, dass die Wege in diesem Gebiet nichts für
Leute mit schwachem Herzen sind und zwar aus zweierlei Gründen.
Erstens weil sie so dermaßen wunderschön sind, dass es einem
den Atem raubt und andererseits weil sie so anstrengend und anspruchsvoll
sind... Ganz so schlimm ist es dann auch wieder nicht, man sollte allerdings
nicht vergessen, dass man sich hier auf 2000 bis 2600 m über dem
Meeresspiegel befindet und die 500 Höhenmeter hinauf zum Wiwaxy
Gap [wi-wäx-ii] (Punkt 1)
im ersten Abschnitt der Wanderung haben es schon in sich. Auf dem Foto
oben bekommt man eine Idee vom Wegverlauf und dem Anstieg. Der Alpine
Circuit verläuft relativ steil hinauf zur Bergscharte rechts oben
im Bild, dem sog. Wiwaxy Gap, von wo man einen herrlichen Ausblick hat
(Foto
von Dan Neil). Dieses schöne Panoramabild vom Wiwaxy gibt es
vor Ort auch als Postkarte zu kaufen. Darauf erkennt man relativ gut
den Verlauf unserer Wanderroute. Von unten bei der Lodge direkt am Seeufer
geht es rechts steil bergauf, dann weiter zur Mitte zu diesem höchsten
Aussichtspunkt an der Bergscharte. Der Trail verläuft im Anschluss
dann nach links entlang des Steilhanges zu dem hochgelegenen See in
der linken Bildhälfte, dem Lake Oesa [ou-ee-sa]
(Punkt 3). Von dort geht es in etwa
auf gleicher Höhe weiter entlang der exponierten Felswände
zum Opabin [ou-pey-bin] Seenplateau unterhalb der Bergkette
in der Bildmitte und zum vorgelagerten Aussichtspunkt Opabin Prospect
(Punkt 6) mit Blick auf die Seen
Mary und O´Hara. Durch das Seitental führt der Weg schließlich
bergab vorbei am psi-förmigen Mary Lake zum Ausgangspunkt
zurück. Dieser Abschnitt des Alpine Circuits ist in etwa 10,8 km
lang. Und um eines gleich vorweg zu nehmen: Es
ist eine durchaus anspruchsvollere Wanderung, gute Wanderschuhe sowie
Trittsicherheit sind hier erforderlich! Die
Mitnahme von Regenschutz und warmer Bergkleidung ist ebenfalls unerlässlich,
zumal es in diesen Höhenlagen immer plötzliche Wetterumschwünge
geben kann. Zudem besteht die Gefahr von Steinschlägen entlang
der exponierten Steilhänge.
"This is a hike that
will stay in your memories forever, in both good and scary ways! "
Ben the Grate from the journal "The Most Beautiful Lake on Earth"


Wer den kompletten 12,4 km langen Alpine Circuit
gehen möchte, folgt vom oben beschriebenen Opabin Plateau den Steilhang
(auf der Postkarte
noch etwas verschneit) nach Westen zu einer weiteren Hochebene rund
um den Schäffer Lake und steigt erst von dort hinab in das Tal
über den Big Larch Trail. Kilometermäßig ist diese Wanderung
nur knapp 1,6 km länger (890 m Höhendifferenz) und sie ist
sicherlich auch leicht an einem Tag zu schaffen, sofern man nicht -
so wie ich - von der Höhenangst befallen wird entlang der Hubers
Ledges... Aber dazu weiter unten!
Laut OneDayHike
Website, die eine sehr gute Wegbeschreibung enthält, ist der
Alpine Circuit in seiner gesamten Länge, d.h. mit Wiwaxy Gap, Lake
Oesa, Opabin Plateau und Schäffer Lake in 5 Stunden zu schaffen.
Das halte ich für sehr optimistisch, Naturliebhaber und Fotografen
werden sicherlich um einiges länger dafür brauchen und Leute
mit einer etwas schlechteren Kondition wohl auch. Außerdem sollte
man sich für den Lake Oesa und das hochalpine Moor am Opabin Plateau
meiner Meinung nach durchaus mehr Zeit nehmen, zumal sie landschaftlich
sehr reizvoll sind. Rekordhalter für diese Route ist übrigens
ein gewisser Trevor Carter, der die 12,4 Kilometer in 1:50 Stunden gelaufen
ist!
Insgesamt gibt es in einem Umkreis von 5 km rund um
den Lake O´Hara ein ca. 80 km langes Netz aus Wanderwegen. Je
nach Lust und Laune lässt sich der Alpine Circuit auch verlängern
durch einen weiteren Abstecher zum Lake McArthur (insgesamt dann 15,6
km) oder in einzelne kürzere Abschnitte bzw. mehrere Halbtagesetappen
untergliedern (für Wanderwegnummern siehe offizielle
Karte):
- Fünf Alpine Routen: Wiwaxy Gap/Huber
Ledges (#11), Yukness Ledges (#28), All Soul's Prospect (#1),
Abbot Pass und Odaray Grandview (#9)
- Lake O'Hara Shoreline Trail (#25), umrundet
den Lake O´Hara und führt u.a. vorbei an den Seven
Veils Falls; 2,8 km lang
- Lake Oesa Trail (#26); ausgehend vom Lake
O´Hara Shoreline Trail; 6,4 km hin und zurück; 240
Höhenmeter
- Opabin Plateau Circuit: ein 5,9 km langer
Rundweg, der sich aus dem West Opabin Trail (#29) and East Opabin
Trail (#8) zusammensetzt; Ausgangspunkt: Lake O´Hara Shoreline;
250 Höhenmeter
- Lake McArthur Circuit; 8 km Rundweg ausgehend
vom Le Relais; Kombination aus Trail #18, Lake McArthur Trail
(#17), Trail #14 und 10 sowie Big Larch Trail (#2); 310 Höhenmeter
- Linda Lake Circuit / Morning Glory Lakes / Cathedral
Lakes / Duchesnay Basin
- Odaray Higline Trail (#22) und Grandview
Trail (#9): Über diesen Pfad gelangt man zu einem
grandiosen Aussichtspunkt, dem Grandview Prospect.
Da die Wege mitten durch einen wichtigen, sensiblen wildlife
corridor führen, sollten sie pro Tag von nicht mehr
als 10 Personen begangen werden. Hier vertraut man auf die Ehrlichkeit
der Besucher, die die Einträge am Trailhead selber nachzählen
müssen. Achtung Grizzlybärhabitat!
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Kleine Anmerkung zur OneDayHike Webseite: Da die
Kilometerangaben von dort nicht mit jenen im Buch "Classic Hikes
in the Canadian Rockies" (siehe Buchtipp)
übereinstimmen, habe ich für meinen Bericht jene aus dem Buch
als Referenzwert herangezogen.
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Endstation des Shuttlebusses bei der
Versorgungshütte Le Relais |

Unser Besuch: An jenem Morgen bevor wir zum Lake O´Hara
Gebiet aufbrachen, statten wir noch einem unserer Lieblingsseen des
Banff N.P. einen kurzen Besuch ab. Ich hatte bereits ein paar wunderschöne
Sonnenaufgangsfotos vom Lake Moraine gesehen und wollte hier nun zum
dritten Mal mein Glück am Rockpile versuchen. Fast eine 3/4 Stunde
dauerte die Anfahrt vom Johnston Canyon Resort, wo wir die Nacht verbracht
hatten. Das Morgengrauen und die Windstille sahen zunächst auch
sehr vielversprechend aus, aber oben am Rockpile war es so stürmisch
und kalt wie nie zuvor und die Oberfläche des See dermaßen
wellig, dass ich mich allmählich gefragt habe, ob dieser See denn
jemals so spiegelglatt ist wie auf manchen Bildern. Langgezogene Gesichter
auch bei allen anderen Fotografen, die sich mit ihren Großformatkameras
bereits an den schönsten Stellen platziert hatten. An diesem Tag
waren am Lake Moraine keine brauchbaren Fotos zu machen.
Unser "Morgenfrust" ist aber schnell wieder
verflogen, denn als wir um 8 Uhr am Parkplatz des Shuttlebusses eingetroffen
sind, war kaum ein Wölkchen am Himmel zu sehen, optimalstes Wanderwetter
also. Um 8:10 AM durften wir bereits im engen, ungemütlichen, alten
Schulbus Platz nehmen und bekamen von einer warden, einer kanadischen
"Rangerin", die ersten Erläuterungen über das Gebiet
des Lake O´Hara - allen voran über die Tierwelt (siehe unten).
Wie die Wettervorschau für den Nachmittag aussah, konnte sie uns
nicht mitteilen, da sie schon seit einigen Tagen die Nachrichten nicht
verfolgt hatte. Aber das Wetter sei hier in der Regel bis um 3 PM schön
und stabil, danach brauen sich in den Bergen gerne die ersten Gewitterwolken
zusammen. Und mit dieser Prognose sollte sie nicht so Unrecht haben...
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Ein flacher Abschnitt
entlang des Wiwaxy Gap Trails: Schnappschuss zurück auf den
blauen Lake O´Hara, den grünen Mary Lake und die All
Souls Prospect Route, die entlang des oberen Geröllhanges
auf der gegenüberliegenden Bergflanke verläuft |

Eine knappe halbe Stunde dauerte die 10,4 km lange Fahrt, so dass man
gegen 9 AM bei der Versorgungshütte Le Relais
eintrifft (Punkt 0). Wer vergessen
hat, sich zu Hause die offizielle
Wanderkarte des Gebiets auszudrucken, sollte sich im Le Relais noch
unbedingt einen A3-Ausdruck vor dem Aufbruch besorgen. Auch der letzte
Proviant kann hier noch erworben werden. Nicht verabsäumen sollte
man auch einen kurzen Abstecher zu den restrooms, zumal es
entlang der gesamten Route keinerlei Teehäuser (Kanadas Berghütten!)
oder dergleichen gibt. Vor dem Aufbruch noch schnell eine warme Tasse
Tee und dann ging es zunächst in der Ebene dem Seeufer des Lake
O´Hara im Uhrzeigersinn entlang. Nach rund 400 m zweigt der blaugelb
markierte Wiwaxy Gap Trail nach links ab. Vorbei an ein paar stattlichen
Engelmannsfichten sowie Weißstämmigen Zwirbelkiefern, zahlreich
blühenden indian paintbrush, alpinen Vergissmeinnicht,
creeping beardtongue und herrlichen gelbroten Akeleien erklimmt
der steile Weg schnell die Baumgrenze. Die Sicht zurück auf den
34 ha großen, bis zu 38 m tiefen Lake O´Hara und den kleineren
Mary Lake sowie die Gipfeln des Yukness Mt. (2847 m) und des Mt. Biddle
(3319 m) im Hintergrund ist grandios. Stellenweise ist der Weg auch
hier schon etwas ausgesetzt und man sollte ihn bei Nässe meiden.
Am Wiwaxy Gap (Punkt 1)
erreicht man den mit 2518 m höchsten Punkt der Wanderung. Von hier
eröffnet sich ein Blick in das nördlich gelegene Cataract
Brook mit dem 3189 m hohem Cathredal Mt. sowie den Wapta
und Waputik Eisfeldern. Die Bezeichnung "Wiwaxy"
kommt aus dem Stoney Dialekt und die Bedeutung des Wortes wird
jedem, der die Scharte erreicht, augenblicklich klar. Es ist hier oben
dermaßen "windig", dass man vermutlich nicht lange verweilen
wird.
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Blick vom Wiwaxy Trail
und von den Huber Ledges auf den Lake Oesa
(links), den Yukness Mountain (Mitte) und das Opabin Plateau (rechts)
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Steinschlagwarnschilder mahnten zum schnellen Weitergehen. Und wie berechtigt
diese waren, wurde uns gleich beim Verlassen des Wiwaxy Gaps vor Augen
geführt. Ein lautes Geröll ließ uns aufschrecken. Zwischen
uns und den zwei Wanderern, die sich bereits am anderen Ende der Huber
Ledges befanden, donnerten einige mittelgroße Steine in die Tiefe.
Ein erstes Unbehagen machte sich bei mir allmählich breit und es
dauerte nicht lange bis sich der schmale Pfad entlang des exponierten
Steilhanges für mich in einen regelrechten Albtraum verwandelte.
Es war wohl die Mischung aus etwas rutschigem, feinem Geröll, starken
Windböen, schwerem Rucksack und den sich nach zwei Seiten neigenden
Steigs (bergab und auch seitlich nach unten), die mir so zu schaffen
machte. Ich hatte zuvor noch nie Probleme mit Höhenangst oder ähnlichem,
vielleicht lag es daran dass ich mich an diesem Tag schon in der Früh
nicht 100%ig wohl gefühlt habe, aber die Panik, von der ich dort
oben an den sog. Hubers Ledges (Punkt
2) erfasst wurde, war alles andere als angenehm. Ehrlich
gesagt möchte ich nicht wissen, wie lange wir dort oben verweilt
sind, und wie langsam es dann mit Bernhards Hilfe schließlich
doch noch weiter in Richtung Lake Oesa gegangen ist. Ich will jetzt
aber niemanden unnötig Angst vor diesem 2,2 km langen Wegabschnitt
machen, Bernhard hat diese Route als absoluten "Spaziergang"
bezeichnet, was er wohl auch ist! Und ehrlich gesagt, bin ich selber
davon überzeugt, dass es beim nächsten Mal (was es hoffentlich
geben wird!) besser wird und dass auch ich die Hubers Ledges ohne wacklige
Knie und Panikattacken bezwingen werde. ;-)
Bis Mitte Juli liegen hier oft noch ausgedehnte Schneefelder, dann ist
ohne entsprechende Ausrüstung nicht an ein Weitergehen zu denken
bzw. ist die Route dann meist ohnehin noch gesperrt. Auch die Gefahr
von Schneelawinen ist im Frühsommer nicht zu unterschätzen.
Nach der Überwindung der anfänglichen Geröllsteilhänge
ging es wieder zügiger voran. Ein schönes Bild von der folgenden
Wegetappe gibt es auf dieser
Website zu sehen. Der Blick nach vorne entschädigt für
all die Mühen: Eine Kaskade aus mehreren glasklaren Seen erstreckt
sich vom Lake Oesa stufenweise bis hinunter in das Tal zum Lake O´Hara
(siehe Foto oben links). Das kühle Nass fließt über
einen kleinen Wasserfall in den tiefer gelegenen, grasgrünen Lefroy
Lake und weiter zum blaugrünen Victoria
und Yukness Lake. Gletscherforscher bezeichnen solch
eine Anordnung als "paternoster lakes". Die einzelnen
Seen bildeten sich im Zuge der letzten Eiszeiten aus, wobei sich der
Lake O´Hara heute an jener Stelle befindet bis zu der sich einst
die Gletscherzunge erstreckte.
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Blick zurück auf
den Wiwaxy Gap und den "verhängnisvollen" Wegabschnitt
sowie auf die drei unterschiedlich gefärbten Seen unten im
Tal
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Der auf 2275 m gelegene Lake Oesa
(Punkt 3) ist von den mächtigen
Spitzen des Ringrose und Glacier Peaks sowie vom Mt.
Lefroy umringt, allesamt über 3200 m hoch. Hier verläuft
die kontinentale Wasserscheide Kanadas. Die Flüsse, deren Quelle
sich westlich dieser Berge befindet, münden in den Pazifik, all
jene, die östlich entspringen, in den Atlantik oder die Polarmeere.
Am östlichen Ufer des Lake Oesa befinden sich die spärlichen
Überreste eines Gletschers. Der See selbst ist oft bis in den Juli
hinein zugefroren, bei unserem Besuch war er vollkommen eisfrei. Ein
steiler Pfad führt von hier hinauf auf den Abbot
Pass, der die Grenze zum Banff N.P. bildet.
Wer möchte, kann vom Lake Oesa bereits wieder in das Tal zurückkehren
(in Summe 7,5 km), es empfiehlt sich aber über den Yukness
Ledge Trail (Punkt
4) weiter in Richtung Opabin Plateau zu wandern. Dieser
ebenfalls sehr exponierte
Webabschnitt, der den Yukness Mountain auf halber Höhe umrundet,
stellte für mich jedoch insofern kein Problem dar, weil man sich
hier nicht über loses Geröll bewegt sondern vorbei an größeren
Felsbrocken, an denen man sich bei Bedarf festhalten kann. Sehr gefährlich
sind die Yukness Ledges bei Nässe oder Eis, wenn das Gestein rutschig
wird. Die Möglichkeit eines Steinschlags besteht hier jederzeit.
Nach dem Verlassen des Lake Oesa ist der Wegverlauf durch das Gewirr
an großen und mittelgroßen Felsbrocken nicht immer leicht
zu erkennen, hier sollte man stets rechtzeitig nach der nächsten
Markierung Ausschau halten, wenn man sich unnötiges Umkehren ersparen
möchte. Knapp 200 m in der Tiefe erscheint hinter der Ecke wieder
der Lake O´Hara und kurz darauf der Mary Lake. Ein steiler Abstecher
hinauf zum schön gelegenen Sleeping
Poet Pool ist vom Ende der Yukness Ledges aus möglich.
Bei einem Wetterumsturz kann man die Route über
die East Opabin Junction verlassen, ansonsten folgt man gemächlich
dem Pfad weiter in Richtung Südosten hinunter zum Opabin Lake
(Punkt 5), vorbei an dem
Moor und Hungabee Lake. Dieses hübsche, idyllische, von Lärchen
bestandene Seenplateau ist von Wanderpfaden durchzogen und lädt
zum Verweilen ein. Im Jahr 1988 und 1989 wurden im Zuge eines Trail
Rehabilitation Programms zum Schutz der Moore größere Steinplatten
ausgelegt. Man sollte wenn möglich in diesem Bereich die Wege nie
verlassen, um keine Schäden an der empfindlichen Vegetation zurückzulassen.
Aufgefallen sind mir hier die unzähligen verblühten Anemonen
- diese Hochebene muss einige Wochen zuvor absolut traumhaft ausgesehen
haben! Bei unserem Besuch überzog ein dichter Teppich aus white
mountain heather, eine Heidekrautart mit weißen Glöckchen,
die sümpfigen Böden.
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Die steinerne Umgebung
des Lake Oesa und einer seiner Bewohner |

Was einem jedoch hier oben den Aufenthalt ziemlich vermiest,
ist die unbeschreibliche Anzahl an Gelsen. Diese kleinen Blutsauger
hatten uns schon während des Aufstiegs zum Wiwaxy gequält.
Trotz Morgenhitze war dort an ein Ausziehen der Windjacke oder Abzippen
der Hosenbeine nicht zu denken. Versuchte man es doch, so war man in
kürzester Zeit mit roten, juckenden "Dippeln" übersät.
Bernhard war es jedoch zu heiß, so dass er dies - zumindest während
des Bergaufgehens - in Kauf nahm.
Das Auftragen von kanadischen Gelsenschutzmitteln wird für Wanderungen
während der Sommermonate wärmstens empfohlen. Die Mitnahme
von europäischen, insektenabwehrenden Mitteln ist hingegen nur
wenig sinnvoll, zumal ihnen größtenteils der Wirkstoff N-Diethyltoluamid
- kurz DEET - fehlt, der einzige wirklich effektive gegen die kanadischen
Plagegeister. Es muss jedoch jeder selber entscheiden, ob er nicht angesichts
der langen Liste der möglichen Nebenwirkungen eventuell doch lieber
zu langen Ärmeln und Hosenbeinen greift. DEET wird über die
Haut absorbiert und teilweise im Fettgewebe abgelagert, kann u.a. Hautreizungen,
Störungen des Nervensystems, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen
verursachen. Außerdem macht es Synthetikgewebe wie z.B. Goretex
kaputt - Vorsicht beim Eincremen!
Ohne Gelsenschutzmittel war die eingemurmelte Picknickpause am Ufer
des Lake Opabin allerdings nur das halbe Vergnügen. Bis zu zwanzig
Blutsauger gleichzeitig habe ich auf Bernhards dunkler Baseballkappe
zählen können!
Am berühmten Aussichtspunkt Opabin Prospect
(Punkt 6) am Rande des gleichnamigen
Plateausherrschen nachmittags die besten Lichtbedingungen, vorausgesetzt
die Sonne scheint. Mittlweile war es schon so spät, dass wir anschließend
über den West Opabin Circuit, vorbei an den Cascade Lakes hinunter
ins Tal stiegen und kurz nach 6 PM beim Le Relais eintrafen. Zu unserem
Erstaunen warteten lediglich sechs weitere Leute auf den Bus. Meine
Befürchtungen, im letzten Bus um 6:30 PM keinen Platz mehr zu bekommen,
waren demzufolge völlig unbegründet.
Etliche Leute bleiben wohl immer in der Lodge bzw. schlagen ihr Zelt
vor Ort auf oder sie sind z.T. schon früher wieder zurückgefahren.
Ein amerikanisches Ehepaar, das in der Früh die 10,4 km gewandert
war, hat sich am Abend so den langen Fußmarsch zum Parkplatz erspart.
Angeblich hatten am Tag zuvor 14 Leute ihr Glück bei der morgendlichen
Ticketvergabe versucht.
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Der rund 800 m lange Gletscher hinter
dem Lake Opabin
birgt zahlreiche, nicht ungefährliche Gletscherspalten. |

Abschließend möchte ich davon abraten den langen Weg zum
Lake O´Hara zu Fuß zurückzulegen, sofern man nicht
plant dort über Nacht zu bleiben. Die 10,4 km lange Access
Road ist landschaftlich wenig reizvoll und wer den 12,8 km lange
Cataract
Brook Trail einschlägt, der am hinteren Ende des Shuttlebus
Parkplatzs seinen Ausgangspunkt hat, wird vor Ort am selben Tag für
den Alpine Circuit zu wenig Zeit haben. Das recht sportliche amerikanische
Ehepaar ist an jenem Morgen früh über den Cataract Brook
Trail in Richtung Lake O´Hara aufgebrochen, hat aber dort
dann nur noch die kleine Runde entlang des Sees hinauf zum Lake Oesa
und hinüber zum Opabin Prospect geschafft. Ein Ausflug zur Wiwaxy
Bergscharte oder hinüber zum All
Souls Prospect war undenkbar. Aber den All Souls Prospect Trail
hatten ja leider nicht einmal wir geschafft, wobei da ausschließlich
ich alleine schuld war... :-(
Kaum saßen wir wieder im Auto in Richtung Lake Louise brachten
die Wolken, was sie schon seit einigen Stunden versprachen: Es fing
es an zu schütten und es hörte erst am darauffolgenden Nachmittag
wieder auf.
.
Die unwirklich schönen
Farbtöne der Seen in den kanadischen Rocky Mountains
sind allen voran der unermüdlichen Arbeit der großen
Gletscherüberreste zu verdanken. Kontinuierliche Reibungs-
und Zerkleinerungsprozesse führen zur Bildung von feinstem
Gletschermehl, das während der wärmeren Jahreszeit
als Schwebfracht in die Flüsse und Seen abtransportiert
wird. Diese leichten, feinkörnigen Partikel schweben
anfangs im Wasser und absorbieren alle Wellenlängen aus
dem sichtbaren Spektrum außer den Grün- und Blauanteilen.
Da jedes der Gewässer unterschiedliche
Mengen an suspendierten Körnchen aufweist, schimmert
auch jedes in einem anderen Blauton. Außerdem variiert
die Konzentration an Schwebepartikeln mit den Jahreszeiten.
Im Frühjahr, bevor die Gletscher zu schmelzen beginnen,
sehen die kanadischen Gletscherseen nicht wesentlich anders
aus als jeder x-beliebige Alpensee, klar und tiefblau. Erst
im frühen Sommer nehmen sie allmählich ihre wundersamen
z.T. milchigen Verfärbungen an. Mit dem Ende der wärmeren
Jahreszeit sinken die Partikel allmählich zu Boden und
setzen somit auch dieser Illusion ein Ende - bis im nächsten
Frühling dieser Zyklus aufs Neue startet.
Was auf diesem Foto vom Lake
Louise beinahe wie ein weißer Sandstrand
anmutet, ist in Wirklichkeit feinstes Gletschermehl, das an
jener Stelle in den See fließt. Weitere kaum zu überbietende
Farbspektakel kann man u.a. beim berühmten Peyto Lake
sowie beim Lake
Moraine bewundern.
.
.
|

Tierwelt: Bereits vor unserer Abfahrt erzählte uns eine
warden im Bus, welche Tiere im Gebiet des Lake O´Hara
beheimatet sind, welche dort in den letzten Tagen/Wochen gesichtet wurden
und wo man sie am wahrscheinlichsten antreffen wird.
Die für mich beruhigendste Nachricht kam gleich zu Beginn. Vor
etwa zwei Wochen streifte eine Schwarzbärin mit ihren zwei Jungen
durch die Berge rund um den See, seit 1,5 Wochen wurden jedoch keine
Bären mehr gesichtet. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Großteil
der Wanderroute oberhalb der Baumgrenze verläuft, also in jenem
Gebiet wo sich vor allem Grizzlybären am allerliebsten aufhalten,
waren das durchaus erfreuliche Neuigkeiten. Nicht dass ich Bären
nicht mögen würde, ganz im Gegenteil, aber wer den Wiwaxy
Trail schon einmal gegangen ist, wird nachempfinden können, dass
dies nicht unbedingt der beste Platz wäre um Bären zu beobachten...
;-)
Konflikte zwischen Grizzlies und Menschen führten bereits 1993
dazu, dass das McArthur Valley sechs Jahre lang für Besucher gesperrt
blieb. 1999 passte die Parkverwaltung den Verlauf der dortigen Wanderwege
den Grenzen der wichtigsten Bärenhabitate an, um zukünftigen
Begegnungen zwischen Mensch und Tier entgegen zu wirken. Auch heute
ist der Zugang in das McArthur Valley streng reglementiert. Erst nach
dem 15. August, wenn sich die Bären aufgrund des wechselnden Futterangebots
langsam wieder zurückziehen, dürfen allwöchentlich je
zwei größere Gruppen dem Tal einen Besuch abstatten.
Wie auch in anderen Teilen des Yoho N.P. sind hier alle typischen Vertreter
der kanadischen Tierarten beheimatet. Zwischen den Steinen und Felsbrocken
tummeln sich freche least chipmunks und golden-mantled
ground squirrels und oben rund um den Lake Oesa und den Lake Opabin
pfeifen kleine picas sowie stolze hoary marmots. Mountain
goats bevölkern die Huber Ledges (wir haben dort aber leider
keine gesehen) und ein moose hat sich zwei Tage zuvor bei
den Opabin Lakes aufgehalten und war nun zu den Cathedral Lakes hinüber
gewandert. Auf der Opabin Hochebene sowie beim Lake Oesa lohnt es sich
außerdem nach den extrem gut getarnten white-tailed ptarmigan
(Schneehühnern) Ausschau zu halten. Vor uns hatten sie sich leider
ganz besonders gut versteckt...?
Als letztes präsentierte uns die warden eine Postkarte
mit dem Abbild eines wolferines (Vielfraß). Seit einigen
Tagen würde hier einer dieser seltenen, nachtaktiven Räuber
leben. In ihren 15 Jahren als warden hatte sie erst ein einziges
Mal das Glück einem wolferine gegenüber zu stehen.
Wir hingegen schmunzelten innerlich zufrieden und glücklich, hatten
wir doch in der Nacht zuvor eines dieser faszinierenden Tiere am Weg
von Banff zum Quartier mitten auf der Straße sitzen gesehen! :-)

Resumee:
Als Fazit kann ich eigentlich nur sagen, dass ich hoffe, dass ich noch
einmal in diese Gegend komme und Gelegenheit habe den restlichen Bergseen
rund um den Lake O´Hara einen Besuch abzustatten. Idealerweise
sollte man sogar zwei Nächte vor Ort verbringen werden. Drei Tage
sind sicherlich der optimale Zeitrahmen, um in aller Ruhe den Lake McArthur,
den Odaray Mountain sowie die Cathedral Lakes zu erforschen und noch
einmal den Alpine Circuit entlang zu wandern.
Besuchszeit: Die großflächigen
Schneefelder, die sich über die Steilhänge entlang der All
Souls Prospect, Yukness Ledges und Hubers Ledges Route erstrecken, schmelzen
zumeist erst im Hochsommer. Als ideal für einen Besuch gilt demnach
der Zeitraum zwischen Mitte Juli und Ende August, wenn die Wanderwege
schneefrei sind, und die Wildblumenblüte ihren Höhenpunkt
erreicht. Sehr schön soll es hier auch im September sein, wenn
sich die Lärchen am Opabin Plateau gelb verfärben. Wie eisig
es Ende September dort oben schon aussehen kann, sieht man auf
der Photo Media Site.
Unterkunft:
Zu Beginn hatte ich mit einer Übernachtung vor Ort geliebäugelt,
aber angesichts der absolut horrenden Preise der Lake
O´Hara Lodge (ab 400 CAD/DZ) wurde diese Idee schnell wieder
ad acta gelegt. Es gibt zwar auch noch einen einfachen Campingplatz
in der Nähe des Le Relais (30 Plätze, Toiletten und Brennholz),
aber extra dafür Zelt und Schlafsack mitzunehmen war uns bei dieser
Reise etwas zu mühsam und im Nachhinein betrachtet, bin ich froh
darüber, denn bei der Gelsenmenge wäre es ohne Schutzmittel
sicherlich alles andere als eine angenehme Nacht geworden...
Die dem Lake O´Hara nächstgelegenen Unterkunftsmöglichkeiten
findet man in der kleinen Siedlung Field am Rande des Trans Canada Highways
sowie im touristischen Lake Louise.
Wir haben insgesamt 7 Tage in der Gegend rund um Banff und Jasper verbracht,
davon 4 Nächte in einer Cabin im Johnston
Canyon Resort bei der gleichnamigen Schlucht und 3 Nächte in
den Pine Bungalows
in Jasper. Beide Holzhütten waren zwar auch nicht gerade preiswert,
aber dafür sehr gemütlich und schön. Unsere Duplex
Cottage im Johnson Canyon Resort kostete 159 CAD/Nacht (ca.
100 EURO), verfügte über ein queen bed, Bad, Kühlschrank
und Kaffeemaschine sowie über einen offenen Kamin und Gaskaminofen,
von dem wir regelmäßigen Gebrauch machten. Das große
Fenster bei der Sitzecke bot einen herrlichen Blick auf die schneebedeckte
Spitze des Pilot Mountain. Einen kleinen Hacken haben die Duplex Einheiten
jedoch: man hat angrenzende Nachbarn mit zuweilen anderen Schlafgewohnheiten...
Viel besser haben mir die alleinstehenden Riverfront Cabins
der Pine Bungalows gefallen. Diese modernen und sauberen Holzhütten
liegen inmitten eines aufgelockerten Kiefernwaldes am Ufer des Athabaska
Rivers im Südosten der Ortschaft Jasper, verfügen über
eine kleine Kochnische, einen offenen Kamin, queen bed, Badezimmer
sowie über einen eigenen Grill- und Sitzplatz vor der Haustüre.
Sie sind trotz ihres gehobenerem Preisniveaus (163 CAD/Nacht) absolut
empfehlenswert und ich würde jederzeit in unsere Cabin #16 zurückkehren,
um zu schauen, ob die Eichhörnchen dort noch immer jeden Morgen
am Picknicktisch sitzen und sich lauthals darüber beschweren, dass
sie von uns nichts zum Frühstück bekommen. :-)
Essen: Große Auswahl an Restaurants
und Lokalen in Banff (gemütlich und ganz OK ist
z.B. der Mexikaner "Magpie & Staples"). Mittags
kosten die Gerichte dort um etliches weniger. Außerdem gibt es
einen Safeway (in Kanada bekommt man auch mit der USA Safeway Stammkundenkarte
Prozente! Bei insgesamt drei Einkäufen - ohne auf Spezialrabatte
zu achten - haben wir uns immerhin 16 CAD gespart). In Lake
Louise gibt es kaum mehr als einen winzigen, teuren Food Market
sowie einige wenige Restaurants. Das Mountain Restaurant war
ganz okay - riesige Salate, nur die kanadische Spezialität Blueberry
Maple Pork, die Bernhard probiert hat, muss man nicht unbedingt
bestellen -> schmeckt nach nicht viel...

Buchtipp: Da die Reiseplanung dieses Mal ausschließlich
mit Hilfe des Internets und geliehener Reiseführer aus den Wiener
Büchereien erfolgte, haben wir uns erst vor Ort zwei Reiseführer
zugelegt. Als sehr empfehlenswert würde ich das Buch "How
to photograph the Canadian Rockies" von Darwin Wiggett einstufen.
Es ist Foto- und Reiseführer zugleich und besticht durch sein kompaktes
Format (10x20 cm; Preis: 14,95 CAD; seit 2010 nur noch als eBooks erhältlich:
http://www.howtophotographthecanadianrockies.com).
Darwin Wigett beschreibt die Sehenswürdigkeiten kurzweilig und
mit wenigen Worten. Seine Infos bezüglich "where",
"when" und "how" beinhalten die
allerwichtigsten Informationen über das Gebiet und viele nützliche
Tipps für Fotografen (wann die besten Lichtverhältnisse herrschen
usw.). Dieser Buchtipp richtet sich jetzt jedoch nicht spezifisch auf
das Gebiet des Lake O´Hara, sondern ist vielmehr für die
gesamten kanadischen Rocky Mountains gedacht.
Eine sehr gute Ergänzung dazu ist der Wanderführer "Classic
Hikes in the Canadian Rockies " von Graeme Pole aus dem Jahr
2005. Hier wird auch der Alpine Circuit auf 6 Seiten
ausführlich beschrieben - mit Karte, Bildern und Höhenmeterangabe.
Wer diese Wanderung in deutschsprachigen Reiseführern sucht, wird
derzeit kaum Chancen auf Erfolg haben. In den wohl über 30 Exemplaren,
die ich mir ausgeliehen hatte, fand das gesamte Gebiet keine Erwähnung.
Es wurde lediglich immer nur die Hauptstraße, die durch den Yoho
N.P. führt, beschrieben. Fündig bin ich allerdings bei meinem
Lieblingsreiseführerverlag geworden, im "Reiseführer
Natur - Kanada", wo neben einem Bild auch ein kurzer Absatz
über die Schönheit dieser entlegenen Region zu finden ist.
Vor ca. einer Woche hat jedoch ein Freund in seiner umfassenden Nordamerikabibliothek
noch einen alten, mittlerweile nicht mehr erhältlichen(?) Reiseführer
gefunden. Im "Wandern in den Kanadischen Rocky Mountains -
Band 1" aus dem Jahre 1989 wird die Lake O´Hara Gegend
recht schön und ausführlich beschrieben, wenngleich nicht
mehr alles ganz aktuell ist. Früher durfte man z.B. mit dem Shuttlebus
nur dann fahren, wenn man vor Ort übernachtet hat. Zum Glück
wurde das in der Zwischenzeit geändert! :-)

© 2005 Isabel Synnatschke Last
update 03.01.2010


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