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Allgemeines/Anfahrt: Zu Füßen
des höchsten Berges Kaliforniens und der Lower 48 Staaten, dem
4420 m hohen Mount Whitney, erstreckt sich die 120 km²
große, 1969 gegründete Alabama Hills Recreation Area.
Sie birgt eine Wunderwelt aus abgerundeten, seltsam erodierten Granitblöcken.
Weit über 300 Felsbögen sollen sich hier verbergen und nur
die allerwenigsten tragen bislang einen offiziellen Namen. Dieses
kleine Paradies für Naturfotografen, Kletterer und Archhunter
erreicht man über die Whitney Portal Road, welche
den Hwy. 395 in Lone Pine mit dem Mt. Whitney Portal verbindet. Die
meisten Arche befinden sich an der unbefestigten Movie Flat
Road, die sich ca. 2,5 mi westlich der Ortschaft in Richtung
Norden wendet (36°35'44''N, 118°06'31''W),
sowie an der asphaltierten Horseshoe Meadows Road,
die 0,4 mi später nach Süden abzweigt (36°35'40''N,
118°06'57''W). Die Movie Flat Road ist eine gut instand
gehaltene dirt road und meist - sofern es nicht kurz zuvor
geregnet hat - durchaus mit einem PKW befahrbar. So manche Seitenpiste
kann allerdings ein besseres Fahrzeug erfordern (high clearance
oder SUV).
10 Jahre später war es soweit und Ende März 2007 verschlug es mich wieder in diese Gegend. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt im Death Valley N.P., einem sunrise bei den Mesquite Sand Dunes und einen morgendlichen Spaziergang zu den Darwin Falls sind wir am frühen Nachmittag in Lone Pine eingetroffen. Der Himmel war leider recht bedeckt und auch sonst ließ das Wetter sehr zu wünschen übrig. Die GPS Koordinaten der wichtigsten Felsbögen waren uns bekannt, so haben wir zunächst die Zeit genutzt um etwas querfeldein zu scouten immer auf der Suche nach Unbekanntem. Erst am späteren Nachmittag sind wir zu dem wohl berühmtesten Bogen der Alabama Hills gefahren, dem Mobius Arch mit einer Spannweite von knapp 3,5 m.
Der Lathe Arch (36°36'48"N,
118°07'33"W) ist dermaßen niedrig, dass man
ihn trotz seiner Spannweite von 4 m nur allzu leicht übersehen
kann. Der Felsbogen umrahmt früh morgens neben dem Mt. Whitney
auch den 3960 m hohen Lone Pike Peak. Hier
sieht man ihn aus allerlei Perspektiven. Vor der Y-Kreuzung befindet sich ein weiterer kleiner
Felsbogen rechterhand der Straße, der aufgrund seiner Lage -
eine Meile von der Whitney Portal Road entfernt - die inoffizielle
Bezeichnung Mile Arch erhielt (Info).
Nicht zu übersehen ist der Heart Arch, eine
kleine herzförmige Steinformation unmittelbar neben der Movie
Flat Road nordöstlich vom Mobius Parkplatz (siehe Foto oben rechts;
Info).
Gleich dahinter versteckt sich noch ein eher unscheinbareres Felsloch,
der Behind the Heart Arch (Info).
Einen weiteren bereits mit einem Namen versehenden Arch erreicht man in etwa 4,4 mi von der Whitney Portal Rd entfernt, über eine Piste die nach links von der Movie Flat Road abzweigt (36°38'05'' N, 118°07'51'' W). Der Boot Arch ist so markant und freistehend, dass man ihn rechterhand dieser Seitenstraße gut erkennen kann (Bild). Früh morgens zeigt er sich von seiner schönsten Seite. Kurz haben wir überlegt, ob wir zu ihm hinwandern sollen, aber irgendwie hat uns das Gegenlicht dann doch zu wenig motivieren können... ;-) Wir sind stattdessen weitergefahren zu dem für
mich großartigsten Granitbrocken der Alabama Hills, dem Cyclop's
Skull Arch, einem "Double Arch" oder genaugenommen
sogar dreifachen Arch (Bild
04; 36°37'48''N, 118°08'07''W).
Die ungefähre Lage dieses skurril ausgehöhlten Felsens verriet
uns Nachtfotografspezialist Jerry
Day. Auf ihn führt auch die inoffizielle Namensgebung zurück.
Die Bilder, die er auf seiner Website präsentiert, hatten mich
veranlasst ihn anzuschreiben - allen voran sein absolut geniales Nachtfoto
vom Cyclop´s Skull. Es stellte sich bald heraus, dass wir einen
gemeinsamen Freund hatten. Es war Laurent, mit dem Jerry letztes Jahr
die Mesa Verde Centennial Celebration genießen durfte. Die Welt
ist zuweilen kleiner, als man glaubt! ;-) Wer unter diesem einzigartigen Arch steht, wird wohl einen Gedanken nicht verdrängen können: Wie viele ebenso skurrile Bögen mögen sich noch zwischen all den runden großen Granitbrocken zu Fußen der Sierra Nevada verbergen? Es gibt hier noch extrem viel zu sehen und - wer weiß - auch zu entdecken! Ein wahres Paradies und nicht nur für Archhunter!
Selbstverständlich sollte man den Lathe Arch bei solch einem Morgenshooting nicht vergessen. Wir haben gleich mehrere Male unsere Stative verstellt. So steht man sich auch gegenseitig nicht so sehr im Weg. Denn wenn beim Mobius schon kaum 2-3 Fotografen Platz nebeneinander haben für das perfekte Motiv, so ist es beim Lathe noch dramatischer. Aufgrund seiner geringen Größe kann man ihn nur nacheinander fotografieren und nicht gleichzeitig. Wer also einen Tag erwischt, an dem mehrere Fotografen die berühmtesten Motive der Alabama Hills bei sunrise ablichten möchten, könnte es unter Umständen etwas ungemütlicher zugehen als bei unserem Besuch. ;-)
Nach einem kurzen Stopp bei dem großen bemalten
Granitbrocken "Miss Alabama" (alias "Smiling
man", "The visible man" oder "Face
rock"; 36°35'47''N, 118°05'57''W;
Bild 10)
haben wir uns mit Kim und Jerry gegen 10:30 AM beim Parkplatz zum
Whitney Portal Arch getroffen (36°35'43''N,
118°09'11''W). Dieser herrliche Felsbogen mit einer Spannweite
von knapp 2 m befindet sich unweit der gleichnamigen Straße
und ist sowohl im Morgenlicht (Bild
06) als auch im Abendlicht
sehr schön. Von Lone Pine folgt man hierfür der Whitney
Portal Road für etwa 5,3 mi und stellt sein Auto in der größeren
Parkbucht rechterhand der Straße ab. Zu Fuß geht es durch
einen Zaun, dann über die Brücke des Lone Pine Creek
und am anderen Ufer nach links entlang des Zaunes. Eine Steinpyramide
markiert den Weg weiter in Richtung Norden. Sobald man einen sandigen
wash erreicht, zeigt sich der markante Bogen bereits in der
Ferne und ist nicht mehr zu verfehlen (36°36'08''N,
118°09'21''W). Luftlinie sind es vom Parkplatz ca. 800
m. Archhunter werden hier auch noch weitere Felsöffnungen entdecken.
Über die Horseshoe Meadows
Road, die 3,3 mi westlich von Lone Pine von der Whitney Portal
Road nach Süden abzweigt (36°35'40''N,
118°06'57''W), erreicht man nach ca. 0,6 mi zwei weitere
Felsbögen sowie das Gunga Din Monument. Dieses
Denkmal erinnert an die Dreharbeiten zur Verfilmung von Rudyard Kiplings
Roman "Gunga
Din". Irgendwie amüsant der Gedanke, dass hier
im Jahr 1938 Hunderte von Soldaten durch "Nordindien" ritten
(Info).
Die Filmbesatzung, zu der auch Cary Grant und Douglas Fairbanks Jr.
zählten, schlug an der Movie Flat Rd. für mehrere Wochen
ihre Zelte auf.
Information: Ein kurzer Stopp im
Visitor Center von Lone Pine an der Kreuzung zw. den Highways 395
und 136 lohnt sich. Hier gibt es detaillierte Wegbeschreibungen zu
einigen Felsbögen sowie den Plan für die Movie Sets Rundtour.
Weitere Informationen erhält man darüber hinaus beim BLM
in Bishop: Wichtige Hinweise: In den Alabama
Hills befinden sich noch viele Überreste aus Zeiten des Bergbaus,
vor allem in der Nähe der Tuttle Creek Road sowie rund um die
Old Abe Mine im Norden der Recreation Area. Die Minenschächte
und Tunnel sind extrem einsturzgefährdet und sollten im Sinne
der eigenen Sicherheit nicht betreten werden. Pflanzenwelt: In den sandigen Hügeln der Alabama Hills gedeihen vorwiegend cholla, beavertail und prickly pear Kakteen sowie Beifuß. Im Frühling blühen der dunkelrote indian paintbrush und das scarlet locoweed. Die schönen cottonwood Bäume entlang des Tuttle Creeks verfärben sich Ende Oktober gelb. Nähere Umgebung: Nur wenige Minuten Autofahrt von den ariden, wüstenhaften Alabama Hills entfernt taucht man in eine völlig andere Welt ein, in eine grüne Oase aus hochgewachsenen Nuss- und Gelbkiefern mitsamt plätschernden Kaskaden. Mt. Whitney Portal ist Ausgangspunkt von Klettertouren und Wanderungen in der Sierra Nevada. Übernachtung: In Lone Pine
gibt es eine kleine Auswahl an Motels, allesamt aber nicht gerade
günstig. Das Comfort Inn hätte über $100 für eine
Nacht gekostet und das National 9 Inn über $80. Wir haben uns
dann für das preiswerteste entschieden, das sehr einfache El
Portal Motel. Für $49 bekommt man dort ein Zimmer mit Dusche,
Mikrowelle und Kühlschrank. Den Zustand des Motels würde
ich umschreiben mit einem "alt aber durchaus noch ok".
Links: Eugene hat Dutzende von Felsbögen vermessen und hat seit Mai 2007 eine hervorragende Seite über die Alabama Hills online: http://www.eugenecarsey.com/camp/alabamahills/arches.htm
© 01.07.2007 Isabel Synnatschke
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