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Unterwegs im Land der Rüsseltiere und Fabelwesen...
Lage: Im Süden Nevadas an der Grenze
zu Arizona, ca. 80 mi nordöstlich von Las Vegas
Anreise/Allgemeines: Dieses unter der Obhut des BLM stehende
Gebiet erreicht man über den Gold Butte Back Country Byway, der
von der NV-170 nach Südwesten abzweigt (Exit 112 von der I-15,
Richtung Riverside/Bunkerville). Die ersten 20 mi bis zu Whitney Pocket
entlang des Gold Butte Byway sind asphaltiert, darauf folgen 15,7
mi Sandpiste, die nur bei Trockenheit und mit einem SUV befahrbar
ist. Anfahrtszeit von der Interstate: ca. 1,5 h, denn auch der asphaltierte
Abschnitt ist nicht im Bestzustand (sehr viele Löcher). Gutes
Wetter sowie eine topografische Karte sind bei dieser Tour unerlässlich.
Wer über ein GPS-Gerät verfügt, sollte dieses ebenfalls
mitnehmen. GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83; GPS-Koordinatenkonverter;
Tipp: Die Koordinaten lassen sich in die Google Earth Suche eingeben
und man "fliegt" zum gewünschten Ziel!
Update (Dez. 2009): Seit der Erstfassung meines
Berichts hat sich viel ereignet in der Region rund um Little Finland.
Die Gold Butte Area steht derzeit im Fokus von Naturschutzorganisationen
aufgrund ihrer wertvollen archäologischen Fundstellen und weil
sie Rückzugsgebiet bedrohter Tierarten wie die Wüstenschildkröte
ist. Ziel ist hier einige Wilderness Areas zu schaffen und ATV-Fahrer
aus den sensiblen Bereichen zu verbannen. Weitere Infos hierzu auf
der Seite Help
Protect the Gold Butte Region.
Auch das kleine Plateau, auf dem sich Little Finland befindet, ist
ausgesprochen fragil. Immer mehr abgebrochene Gesteinsbrocken liegen
am Boden und das Flehen nach Hilfe und mehr Naturschutz könnte
man fast in einigen der Figuren erahnen -> The
Screaming Beast.
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| Wenn sich der Tag dem Ende neigt
und die Schatten allmählich
länger werden, erwacht der dunkelrote Sandstein zum Leben.
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Unser Besuch: Ein Schlechtwettereinbruch in Sedona
führte uns am 28. April 2006 kurz vor der Heimreise noch zu einem
absoluten Highlight, einem kleinen Juwel abseits der großen
Touristenströme, über das wir so gut wie kaum Informationen
hatten. Umso größer war dann die Überraschung vor
Ort.
Im kommenden Monat erscheint die neueste Ausgabe von Laurents Fotoreiseführer
Photographing
the Southwest - Arizona & Nevada (2nd Edition; Juli 2006).
Wir waren zum Glück schon im Besitz der Beta-Version und sind
neugierig geworden. Im Kapitel "Gold Butte Byway"
beschreibt Laurent ein Gebiet, das äußerst seltsame und
fragile Sandsteinformationen beherbergt. Gibt man allerdings die offiziellen
Bezeichnungen des BLMs "Little Finland" oder "Hobgoblins´
Playground" in eine der Suchmaschinen ein, so wird man derzeit
noch vergebens auf einen Treffer hoffen. Das Unbekannte reizte...
:-)
Von der Interstate I-15 Exit 112 geht es zunächst
auf die asphaltierte NV-170, in Richtung Süden (36°46'09"N,
114°14'05"W) durch die kleine Ansiedlung Riverside.
Unmittelbar nachdem man dort den Virgin River überquert
hat, zweigt der Gold Butte Back Country Byway nach
rechts ab (36°43'55"N, 114°13'06"W).
Dieser verlässt bald das grüne Virgin Valley und
führt vorbei an der Juanita Springs Ranch nach Süden
in die trockene, von Joshua Trees bestandene Ebene am Fuße der
2400 m hohen Virgin Mountains. Trotz der geringen Niederschläge
blühten hier am Straßenrand unzählige schöne
orangefarbene apricot mallows sowie gelber brittlebush
und desert marigold.
7 mi südlich der farbenfrohen Sandsteinformationen rund um die
Whitney Pocket an der linken Straßenseite verlässt
man schließlich den Gold Butte Byway und biegt nach rechts ab
(36°25'58"N, 114°08'38"W)
und folgt dieser Piste kurz in südwestlicher Richtung. Weiter
geht es dann zunächst parallel zum Mud Wash in Richtung
Nordwesten und später direkt im sandigen Flussbett. Die "Pisten"
waren gut befahrbar und die etwas sandigen Passagen stellten kein
Problem dar, aber je nach Witterung kann ihr Zustand stark variieren
und die Strecke deutlich anspruchsvoller werden!

Dem recht breiten Flussbett des Mud Wash folgt man nun
weiter in Richtung Nordwesten, vorbei an einigen eher unscheinbaren
Petroglyphen sowie einem Corral bis zu dem Punkt, an dem rechterhand
ein weiteres größeres trockenes Flussbett einmündet
(36°27'49"N, 114°14'02"W).
Hier geht es in einem scharfen Bogen nach Osten aus dem Mud Wash
hinaus und man folgt für weitere knappe 2 mi diesem neuen Flussbett
in südöstlicher Richtung. Die "Piste" endete im
Jahr 2009 plötzlich aufgrund einer Absperrung mitten im Wash
(36°27'22'' N, 114°13'15'' W),
aber 2010 scheint diese wieder entfernt worden zu sein. Von nun an
folgt man dem ausgetrocknetem Flussbett bis zu einer weiten Ebene
mit einigen Kalifornischen Fächerpalmen zu Fuße einer Mesa
(36°27'09"N, 114°12'53"W).
Von hier geht man dann nach links über eine sandige ATV-Piste
auf die Anhöhe hinauf, durchklettert den Zaun und wendet sich
zurück nach Süden. Die interessantesten Formationen befinden
sich unmittelbar oberhalb der Palmen und erstrecken sich von hier
ein wenig weiter in Richtung Süden und Osten.

Das Gebiet ist nicht sehr groß, aber im schattigen
Nachmittagslicht sollte man es angesichts der unzähligen Motive
nicht unterschätzen! Fotografen und phantasiereiche Menschen
werden hier ihre Freude haben. Ähnlich wie im Goblins Valley,
wo die unterschiedlichsten Gnome und Kobolde durch das weite Tal wandern,
versammeln sich hier rund um die Abbruchkante die seltsamsten Fabelkreaturen
und Rüsseltiere wie z.B. Long Nose Gonzo (siehe oben), Little
Dumbo, The
Killing Glance oder Snoaring
Beast oder
Red Beast. Weitere Bilder gibt es in meinem Portfolio.
Zwei Stunden hatten wir in Little Finland zur Verfügung, ehe
die Sonne hinter dem Horizont verschwand - sie vergingen wie im Flug.
Nicht im Auto vergessen sollte man sein Stativ, denn selbst nach Sonnenuntergang
glühen die Steine in dunklem Tiefrot. Von den Formationen her
erinnert das Gebiet ein wenig an den Fantasy
Canyon, allerdings sind die Farben hier weitaus schöner.
Vorsicht ist bei jedem Schritt geboten,
denn das Gestein von Little Finland ist stellenweise noch zerbrechlicher
und fragiler als jenes bei den Coyote
Buttes. Sehr nachvollziehbar war die Aussage von Philippe an jenem
Abend: die Magie des Ortes hätte ihn so dermaßen gefangen
genommen, dass er einfach die Landschaft genossen hat und fast völlig
vergessen hat zu fotografieren. Aber ein paar Fotos
hat er dann doch gemacht! ;-)
Die Nacht vor Ort in absoluter Einsamkeit war eines
jener Erlebnisse, die man nicht so schnell vergisst. Wir waren noch
lange wach und genossen das sternreiche Firmament, unsere mitgebrachten
"Delikatessen" sowie "ein wenig" Wein und Bier...
:-)
Früh morgens ging es bei Morgengrauen abermals hinauf auf die
Anhöhe - so viele Motive, die wir übersehen hatten am Abend,
so viele die es da noch zu verewigen gab! Die wenigstens waren jedoch
im Morgenlicht annähernd so schön. Bis die Sonne über
die Berge hinter dem Plateau klettert, steht sie schon so hoch, dass
das Licht seinen goldenen Glanz fast komplett verloren hat.
Ein herzförmiger, ca. 0,5 m hoher Felsbogen am Rande des Plateaus
hatte es mir besonders angetan. Heart
Arch ist abends im Gegenlicht und lässt sich deshalb besser
früh morgens ablichten. Die von Ron
als The
Raptor getaufte Formation ist definitiv eine Abendlocation. Das
Gleiche gilt für Little
Dumbo, Roaring
Dragon und viele andere Formationen.
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Die vielseitig lachenden
Gesichter von Little Finland: links "The Monkey",
rechts "Rendezvous mit Werner Beinhart"
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Als wir am Weg zurück zur asphaltierten Straße Philippe
mit seinem Jeep Cherokee folgten, erwartete uns noch eine Schreck"stunde".
Jene kleine Felsstufe, die uns schon auf der Hinfahrt aufgefallen
war, stellte sich nun als doch eher heiklere Passage heraus. Wo der
höher gelagerte Jeep Cherokee noch tadellos hinunter kam, fuhr
sich unser Trailblazer fest und das trotz des "Einweisens"
der Beifahrerin und das war ...ich... was mir ganz besonders peinlich
war. ;-(
Das Bild, das sich beim Aussteigen bot, ist wohl der Albtraum jedes
Miet-SUV-Fahrers: Unser Trailblazer saß in der Mitte auf, das
linke Hinterrad hing in der Luft, das rechte Vorderrad war im tiefen
Sand eingegraben. Genau diese sandige Stelle hatte ich übersehen,
denn wäre das Vorderrad dort nicht plötzlich versunken,
hätte unser Trailblazer diese Felsstufe wohl auch tadellos überwunden.
Guter Rat ist teuer... Große Steine waren zwar schnell
unter das im Sand versunkene Vorderrad gelegt, aber wie bekommt man
das Hinterrad wieder auf den Boden oder das Vorderrad etwas höher?
Unsere Versuche den Trailblazer mit dem Wagenheber an der rechten
Seite anzuheben, scheiterten an der Tatsache, dass wir viel zu stark
aufsaßen und der Wagenheber an keiner Stelle unter das Auto
passte. Verzweiflung machte sich allmählich breit. Letztendlich
half nur eines: Große Steine unter das linke Hinterrad legen,
zusätzliches Beschweren des Autos an dieser Stelle und Vollgas.
Es hat schrecklich gekracht, aber es war zum Glück nur "etwas
Unbedeutendes am Unterboden" (Zitat Steffen)... ;-)
Auf dirt roads kann man nie genug aufpassen! Ende gut,
alles gut, es hätte aber auch anders ausgehen können...
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Wenn man(n) versucht den Heart Arch
möglichst optimal einzufangen... :-) |

Update April 2007: Inzwischen
waren wir ein zweites Mal in Little Finland und haben endlich mehrere
Stunden dort verbracht. Die Wolkendecke ober uns war vormittags vollkommen
geschlossen, so fuhren wir zum Devil's Throat (ein nicht gerade sehenswertes
Erdloch) und die Loop Road des Gold Butte Byway, die deutlich schlechter
wird entlang ihrer westlichen Seite. Von SUVs scheint sie nicht sehr
oft frequentiert zu sein. Die Fahrspur hat eindeutig die Breite einer
ATV Piste. Sie ist aber dennoch in einem einigermaßen guten
Zustand. Die Tour lohnt sich meines Erachtens nur für Leute,
die zuvor noch nie im Joshua Tree N.P. waren. Entlang der Loop Road
wachsen sehr viele, mitunter auch große Joshua Trees. Mit dem
Nationalpark kann die Gegend aber nicht mithalten. Am "Parkplatz"
von Little Finland trafen wir bereits am frühen Nachmittag ein.
Das Wetter sah zwar nicht gerade nach Fotografieren aus, aber wir
nahmen sicherheitshalber dennoch unser Equipment mit - man weiß
ja nie! ;-)
Dieses Mal hatten wir viel mehr Zeit zum Scouten und wir waren erstaunt,
was wir hier noch so alles vorfanden. Die vielen Petroglyphen waren
unseren Augen beim letzten Besuch verborgen geblieben. Und wagt man
sich immer weiter in Richtung Südosten, so kommt man schließlich
in eine Gegend, die sehr an das Valley
of Fire erinnert - kein Wunder liegt dieses doch nur knapp 30
km Luftlinie entfernt! Wie Schweizer Käse ist hier das dunkelrote
Gestein durchlöchert und immer wieder findet man einen netten
kleinen Arch, ein größeres Felsloch, mächtige Drachenklauen
oder andere skurrile Formationen wie The
Goatee.
10 Minuten vor Sonnenuntergang geschah das Unverhoffte, die Wolkendecke
riss auf und die Sonne tauchte die Landschaft in ein dramatisches
tiefes Rot. Wir trauten unseren Augen kaum, aber das war fast noch
schöner als das Little Finland, das wir in Erinnerung hatten!
Und wieder war die Zeit viel zu kurz! Dennoch kuschelten wir uns glücklich
und zufrieden an jenem Abend in unseren Trailblazer. Wenigstens einige
unserer Lieblingsformationen hatten wir genau im richtigen Moment
erwischt, so z.B. den furchterregenden "Raptor" oder meine
"Snoaring Beast".
Einen Gedanken wurde ich an jenem Abend jedoch nicht los: Das Gestein
von Little Finland ist derart fragil (dagegen erscheint die Wave
aus Beton!). Ein falscher Schritt, ein falscher Griff und eine Formation
ist auf ewig fort. War das wirklich die richtige Entscheidung einen
Bericht darüber zu schreiben? Für manche sind das Steine
wie jede andere und nichts aufregendes. Für mich und Steffen
ist dies jedoch ein ganz besonderer Ort, an dem wohl immer viele schöne
Erinnerungen hängen werden.
Update April 2009:
Little Finland hat sich in den letzten 3 Jahren sehr verändert.
Die einst ausschließlich roten Steine werden immer mehr von
einer weißen (Salz?)-Schicht überzogen. Unserer Meinung
nach schmälert dies leider die Schönheit vieler Formationen
oder zumindest die Umgebung der Formationen. Aber zum Glück nicht
bei allen und seit dem unglaublichen Sonnenuntergang am 8. April 2009
habe ich ein neues Lieblings"monster": The
Screaming Beast
Update Juni 2011: Die Sperre, die sich
2009 noch vor dieser kritischen Felsstufe befand (Link),
wurde mittlerweile wieder entfernt!
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Männer....... ;-) |
Captured by the Beast |

Fototipp: Wer sich zwischen einem Morgen- oder Abendbesuch
entscheiden muss, sollte stets zweiteres wählen oder eine Übernachtung
vor Ort in Erwägung ziehen. Ein Besuch in der grellen Mittagssonne,
bei Hochnebel oder einer dichten Wolkendecke lohnt sich meiner Meinung
nach nur bedingt oder gar nicht. Es sind erst die tiefen Sonnenstrahlen
und die dadurch entstehenden Schatten, die den kleinen Fabelwesen
von Little Finland all das Leben einhauchen.
Special thanks: Ein besonderes
Dankeschön geht an dieser Stelle an Philippe
Schuler, der im verregneten Sedona die gute Idee hatte, nach Nevada
zu "flüchten" und die Nacht in Little Finland zu verbringen.
Leid tut mir lediglich, dass die an diesem Tag geplante Wanderung
mit Derek
von Briesen durch den Sycamore Canyon im wahrsten Sinne des Wortes
"ins Wasser gefallen" ist. Hoffentlich haben wir in naher
Zukunft mal die Gelegenheit dies nachholen! :-)
Da Philippe ohnehin ein Babelfishtranslator-Profi ist, kann ich diese
kleine Danksagung wohl auch in Deutsch schreiben... ;-)
Tierwelt: Neben zahlreichen "Drachen"
und "fliegenden Elefanten" kann man in der Gold Butte Region
Dickhornschafen, Maultierhirschen, Pumas, Wüstenschildkröten
sowie wilden Pferden und Eseln begegnen. Angetroffen haben wir vorort
nur Eidechsen sowie die kleinen Antelope Squirrels. Und welches
Tier in jener Nacht um die Autos geschlichen ist, möchte ich
mal lieber nicht wissen... ;-)
Unterkunft: Vor Ort im Auto oder
Zelt sowie in Mesquite in einem der zahlreichen Casinos
und Motels.
Information: BLM Southern Nevada
District Office, 4701 N. Torrey Pines Drive, Las Vegas, NV 89130-2301;
Kirsten_Cannon@BLM.gov (public assistance officer); Tel: (702) 515-5000
BLM St. George, 345 East Riverside Drive, St. George, Utah 84790,
Tel: (435) 688-3200
© 03.06.2006 Isabel Synnatschke Last
update 22.06.2011


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