Allgemeines: In der San Juan Basin
im Nordwesten New Mexicos erstreckt sich ein einzigartiges "Wonderland
of Hoodoos", eine aride Mondlandschaft aus farbenprächtigen
Lehmhügeln und gar seltsam erodierten Sandsteinskulpturen. 1984
wurden erstmals 16 km² als Bisti Wilderness Area unter Naturschutz
gestellt und 12 Jahre später mit dem angrenzenden De-Na-Zin zu
der 182 km² großen Bisti/De-Na-Zin Wilderness zusammengefasst.
Im Wilderness Act von 1964 wurde festgehalten, dass dies Gebiete sind"...where
the earth and its community of life are untrammeled by man...".
Auch wenn es hier nach wie vor keinerlei ausgewiesenen Wanderwege
gibt, so entspricht das leider heutzutage nicht mehr ganz der Realität.
Mit zunehmender Popularität steigen auch die Besucherzahlen.
So verirren sich alljährlich rund 15.000 Besucher aus mehr als
40 Ländern in die Bistis, in die De-Na-Zin Wilderness Area nicht
einmal ein Zehntel davon (Stand: September 2006). Wer aber so wie
wir Glück hat, wird die Badlands noch tagelang ganz für
sich alleine haben und während seiner Wandertouren keiner Menschenseele
begegnen. Ein herrliches Fleckchen Erde, wo die Zeit stehen geblieben
zu scheint und wo man seinem Entdeckergeist einfach freien Lauf lassen
kann!
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Ein Bilderbuchsonnenuntergang bei
den Cracked Eggs. |

Überblick: Das Gebiet der Bisti/De-Na-Zin Wilderness
ist so groß, dass es unmöglich ist, sich alles an einem
Tag anzusehen. Es wird von drei großen meist trockenen Flussbetten
durchzogen: dem Hunter Wash im Norden, dem Alamo
Wash im Zentrum und dem De-Na-Zin Wash im Süden.
Die größte Ansammlung von Hoodoos findet man im westlichen
Teil des Schutzgebiets, in der ehemaligen Bisti WIlderness. Viele
Besucher begnügen sich dort mit dem Alamo Wash (Gateway
Wash), der vom Parkplatz in Richtung Osten verläuft. Wer
diesen für etwa eine Stunde entlang wandert, kann sich schon
einen recht guten Überblick verschaffen. Fans skurriler Landschaften
werden hier sicherlich mehr Zeit verbringen wollen, den einen oder
anderen Abstecher in schöne Seitentäler machen und viele
der bunten Lehmhügel erklimmen.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83; GPS-Koordinatenkonverter;
Tipp: Die GPS-Koordinaten lassen sich auch in die Google Earth Suche
eingeben und man "fliegt" zum gewünschten Ziel!
Bisti WIlderness Area:
Der gut ausgeschilderte Abzweig an der asphaltierten NM-371
befindet sich zwischen den mile markers 70 und 71, rund 36
mi südlich von der Ortschaft Farmington bzw. 70 mi nördlich
von Thoreau. Der unbefestigten San Juan County Road 7297 folgt man
für etwa 2 Meilen nach Osten bis zu einer T-Kreuzung. Von dort
sind es noch weitere 1,2 mi in Richtung Norden (links) bis zum neuen(!)
Parkplatz und Trailhead an der westlichen Grenze der Bisti WIlderness
Area (36°15'33"N, 108°15'06"W;
Topo).
Auf unserer Topo-Map (siehe unten) ist noch der alte Parkplatz (vor
2012!) eingezeichnet, der sich noch ein gutes Stück weiter nördlich
befindet (36°15'43"N, 108°15'10"W;
Topo).
Bei Schönwetter ist die Piste in der Regel für normale PKWs
kein Problem, nach stärkeren Regenschauern wird sie selbst für
SUVs schnell unbefahrbar. Reine Fahrzeit ausgehend von Farmington
beträgt in etwa eine halbe bis 3/4 Stunde.
Wer über kein GPS-Gerät oder Kompass verfügt, der sollte
sich auf die unmittelbare Nähe des Alamo Wash konzentrieren,
d.h. vom Parkplatz dem ausgetrockneten Flussbett unbeirrt immer in
Richtung Osten folgen (eine Zeit lang parallel zum Zaun der Gateway
Mine bis er nach links abknickt). Weiterhin im Flussbett dienen
zwei nun deutlich sichtbare, schwarze Erhebungen am Horizont als Orientierungspunkt.
Umrundet man die zwei buttes an ihrer linken Seite gelangt
man zu einem eigenwillig aussehenden ca. 3-4 m hohem "Tor"
inmitten des Flussbettes, das sogenannte "Gateway",
nach dem die Mine und der wash benannt wurde. Wendet man
sich hier nun halb nach rechts (Südosten), so gelangt direkt
zur "Cracked Eggs Area" bzw. "Egg
Factory" (36°16'02"N, 108°13'26"W).
Dieses berühmte Seitental befindet sich am Südrand des Flussbetts
und ist eigentlich auch ohne GPS nicht zu verfehlen. Es liegt zwar
keine 3 km vom Parkplatz entfernt, mit dem einen oder anderen Abstecher
in Seitentäler am Rückweg kommt man aber recht schnell auf
eine 10 km lange, mehrstündige Rundwanderung.
Am zielsichersten findet man die einzelnen Formationen in den Bistis
mit einem GPS-Gerät. Außerdem erspart man sich die anfangs
relativ langweilige Wanderung im Alamo Wash und kann sofort
nach rechts abbiegen. Auf der Anhöhe verstecken sich die ersten
schönen Hoodooansammlungen, die Chocolate Hoodoos (36°15'34''N,
108°14'18''W). Von nun an sollte man sich nach Osten einfach
treiben lassen, mal einen Abstecher nach rechts mal einen nach links
hinunter in eines der Seitentäler des Alamo Wash. Hier
auf den bunten Lehmhügelanhöhen gibt es ein wahres Hoodoowunderland.
Die unaufhaltsame Erosion sowie Kohleflöze und Mineralien verleihen
den Bisti Badlands eine unglaubliche Form- und Farbvielfalt. Ist man
nicht gerade in der sommerlichen Mittagshitze unterwegs, vergehen
die Stunden wie im Flug!
Als Umkehrpunkt empfiehlt sich Eagles Nests (36°16'10''N,
108°12'45''W).
Nicht vergessen sollte man einen Ausflug in das Gebiet westlich des
Parkplatzes (siehe Beschreibung weiter unten).
Eine halbe Stunde die sich in jedem Fall lohnt!
Eine sehr schöne Zusammenfassung der unterschiedlichen Touren
gibt es auch bei Steffen.
Alternativer Parkplatz:
Wer dem weiter nördlich gelegenen Hunter Wash ausgiebiger
erkunden möchte, der kann sein Auto auch an einem inoffiziellen
Zugang in der Nähe der ehemaligen Bisti Trading Post abstellen.
Die Zufahrt erfolgt über die unbefestigte CR-7290, die etwa 28
mi südlich von Farmington den Highway 371 gegenüber eines
großen historical markers nach links verlässt.
Nach 4 mi sieht man rechterhand ein baufälliges Gebäude,
bei dem eine unscheinbare Piste nach links bis hin zur Abzäunung
verläuft. Dort sollte man spätestens das Auto abstellen
(36°16'44"N, 108°15'08"W;
Topo).
Die schöne Felsformation "Wings
of Stone" (36°16'45"N, 108°14'15"W)
liegt allerdings keine 800 m von der Nordseite des Alamo Wash
entfernt, so dass sich der Abstecher in den Nordteil der Bistis ebenso
gut gleich in einen ausgedehnten, tagesfüllenden Rundgang durch
die Bistis integrieren lässt.

Anfahrt De-Na-Zin:
Der Parkplatz der De-Na-Zin Wilderness, die zwar weitläufiger
aber meiner Meinung nach lange nicht so imposant wie die Bistis ist,
befindet sich an der County Road 7500 14 mi östlich des Abzweigs
(zw. den mile markers 62 und 63) von der NM-371 bzw. etwa
11 mi westlich von der El Huerfano Trading Post an der US-550. Die
unasphaltierte CR-7500 verbindet die NM-371 mit der US-550 (früher
NM-44) und ist meist in sehr gutem Zustand. Nach heftigeren Niederschlägen
sind die lehmigen Pisten im Nordwesten New Mexicos jedoch alle so
gut wie unbefahrbar!
ACHTUNG!
Die oben beschriebenen Anfahrten sind leider mittels Google maps
oder TOPO! nicht nachvollziehbar, da der Verlauf des
Hwy 371 bei beiden Topomaps (noch) völlig falsch eingezeichnet
ist. D.h. auch wenn es auf diesen Karten nach einem heillosen Wirrwarr
von kleinen Straßen aussieht, so schaut die Realität seit
vielen Jahren zum Glück ganz anders aus!
Auch zwischen den zwei Parkplätzen bei den "North
Bistis" und den "South Bistis" gibt es mittlerweile
keine Straßenverbindung. Hier muss der kleine Umweg über
den Hwy 371 in Kauf genommen werden. Die als "tiefe Loch"
in unseren alten Karten eingezeichnete Stelle ist leider nicht mehr
überbrückbar!
Für etwas Verwirrung sorgt auch immer wieder die auf einigen
Karten (in diversen Reiseführern und Webseiten)
eingezeichnete nördliche Verbindungsstraße Hwy 57 (früher
Hwy 14) zum Chaco Canyon National Historical Park. Diese gibt es nämlich
nicht. Wer von den Bistis zum Chaco möchte oder umgekehrt, der
biegt vom Hwy 371 nördlich von Thoreau bzw. Crownpoint auf die
CR-9 ab und folgt dann der CR-57 nach Norden bis zum Parkeingang oder
fährt über die CR-7500 zum Hwy 550 und biegt dort südlich
von Nageezi auf die CR-7900 ab und folgt der CR-7900 nach Südwesten
bis zum Parkeingang.
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Flying Turtle |
Elegant Hoodoo |

Unsere Besuche: Schon seit vielen Jahren
träumte ich davon wieder an jenen Ort zurückzukehren, an
dem einst meine "Hoodoosucht" ihren Anfang nahm. Zwei Bilder
von Minihoodoos sowie 7 Sätze über diese Gegend, die ich
in meinem damaligen Lieblingsreiseführer ("Reiseführer
Natur: Südwesten der USA" von Wolfgang Bittmann &
Brigitte Fugger) fand, sahen sehr vielsprechend aus. Geplant war anfänglich
lediglich ein Nachmittag vor Ort. Nach einem schön verschneiten
Vormittag im Chaco Canyon fuhren wir am Ostersonntag
1999 die CR-7500 und den Hwy 371 entlang. Immer und
immer wieder mussten wir kurz anhalten um den einen oder anderen zu
Stein gewordenen Pilz zu verewigen und schnell war der Entschluss
gefasst, in dieser einzigartigen Landschaft den zuvor in Texas eingesparten
Tag einzulegen. So verbrachten wir die Nacht in Farmington und den
Folgetag in den Bisti Badlands.
Ich hatte damals keinerlei Infos über das Gebiet, außer
dass man ausgehend vom Parkplatz immer dem wash folgen muss
und später die dann am östlichen Horizont sichtbaren zwei
schwarzen Erhebungen ansteuern soll. Diese nahezu banale Kurzbeschreibung
stellte sich als völlig ausreichend heraus. Navigationsmittel
wie Kompass oder GPS sind im Prinzip nicht notwendig, sofern man nicht
ganz spezielle Formationen auffinden möchte oder erst nach Sonnenuntergang
den Rückweg zum Auto antritt. Auch die Erforschung sämtlicher
Seitencanyons stellte - mit ein wenig Orientierungssinn - keinerlei
Problem dar, zumal man von den Lehmhügelanhöhen immer wieder
Landschaftsmerkmale erkannte, die einem den Weg zurück in den
Hauptwash wiesen. Die Stunden vergingen wie im Flug und ich konnte
mich erst am späten Nachmittag von den vielen faszinierenden
Hoodoos trennen.
Die Route, die wir damals gegangen sind, lässt sich selbst anhand
der Fotos nur schwer rekonstruieren. Direkt im Alamo Wash
haben wir uns nur kurze Zeit aufgehalten, zu sehr lockten die vielen
Hoodoos, die dessen Randbereiche säumen. Im Zigzagkurs ging es
auf die Lehmhügel hinauf und immer wieder hinunter. Auf der Höhe
der Eagles Nests sind wir dann umgekehrt.
Interessant empfand ich den Temperaturunterschied an diesem Ostermontag.
Obgleich in der Früh an der NM-371 noch Schnee lag, so hatte
es in den wüstenartigen Bistis tagsüber etliches jenseits
der 20°C.
Seit damals sehnte ich mich danach diese Gegend einmal
ausgiebiger zu erkunden. Steffen hatte den Bisti Badlands auch bereits
zwei Besuche abgestattet u.a. gemeinsam mit Dirk
und Janina. Auch er wünschte sich einen weiteren Besuch herbei.
Am 29. September 2006 war
es dann endlich soweit. Die ersten Schneefälle hatten Tony
und uns frühzeitig aus Colorado
vertrieben und wir kamen einen Nachmittag früher als geplant
hierher.
Es sah noch alles so aus wie ich es in Erinnerung hatte: ein einsamer
Parkplatz mitten in der Wildnis, kein einziges fremdes Auto weit und
breit, ein Schild mit der Aufschrift "Bisti Wilderness Area",
ein Durchgang im Zaun und davor eine Trail Register Box (diesmal ohne
Inhalt allerdings!). Für diesen Abend stand ein Photoshooting
in der wohl fotogensten Senke der Bistis am Programm. Wie die Formationen
zu ihren Namen "Cracked Eggs" oder "Egg
Factory" kam, kann ich leider nicht ganz nachvollziehen.
Mich erinnern sie vielmehr an Meeresmuscheln und andere Lebewesen.
Neben einer Schnecke, einer Auster,
dem Kopf eines T-Rex und von E.T., einer riesigen
Blume sind uns dort noch ein Wal sowie eine steinerne
Biene begegnet.
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Hole in the Rock |
Lion's Tail |

Das Licht am Nachmittag war zu grell und wir nutzten die noch verbleibenden
Stunden bis zum Sonnenuntergang um den Alamo Wash nördlich
des Gateway zu erforschen. Zu meiner großen Freude
fand ich dort all die Formationen wieder, die ich Jahre zuvor lieb
gewonnen hatte und denen ich damals bereits allerlei Fantasienamen
gegeben hatte so z.B. der "Lions Tail" (hat mich
an jenen in den Carlsbad Caverns erinnert), der surreale "Dali
Rock", der zarte "Elegant Hoodoo" (36°16'19''N,
108°13'36''W) mit seiner schiefen roten Kappe, ein hübsches
Felsloch und ein richtig schöner Arch
(36°16'07''N, 108°13'34''W) sowie
das "Tal
der Knochen" (36°16'15''N, 108°13'36''W),
in dem gar seltsame rundpolierte, kleine Steine liegen.
Die Sonne stand nun schon recht tief, es war Zeit
um zu den Cracked Eggs zurückzukehren. Die zuerst noch
etwas harten Schatten wurden allmählich weicher. Die Bedingungen
waren an dem Abend aber leider alles andere als optimal - der Himmel
wolkenlos und der Sonnenuntergang recht unspektakulär. Trotzdem
wurde viel fotografiert und jeder entdeckte seine persönlichen
Lieblingsmotive. Unmittelbar nach Sonnenuntergang sehen die fantasievoll
gemusterten Steingebilde beinah noch schöner aus. Der Sandstein
erscheint dann für kurze Zeit völlig weiß. Zum Glück
waren wir nur zu dritt dort - selbst so standen sich unsere Stative
so manches Mal im Weg. ;-)
Noch bevor wir das Auto erreichten, breitete sich
die Nacht über die Wüste aus und die Temperaturen sanken
empfindlich. Die Beleuchtung am GPS-Gerät machte sich nun bezahlt
(sofern man zuvor nicht vergessen hat die Koordinaten des Parkplatzes
aufzunehmen ;-) ...). Auf kürzestem Weg ging es zurück.
Auch wenn der Mond erst in einer Woche voll war, reichte das Licht
aus um ohne Taschen- bzw. Stirnlampe auszukommen. In unseren Rucksäcken
hatten wir aber sicherheitshalber zwei Stück dabei!
Tony hatte sich schon eine viertel Stunde vor uns auf den Heimweg
gemacht und die Scheinwerfer seines SUVs wiesen uns aus der Ferne
den Weg zurück zum Parkplatz. Nach einem schmackhaften Diner,
einer warmen Tasse Tee und dem Ausdiskutieren einiger ernsterer und
weniger ernsterer Themen krochen wir in unsere Schlafsäcke.
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Dali Rock |
The Sky Watcher |

Steffen und ich schliefen viel zu tief und viel zu lange. Als wir
endlich den Weg aus unserem Trailblazer fanden war die Sonne schon
aufgegangen und Tony längst aufgebrochen. Angesichts der Uhrzeit
beschlossen wir jenes Gebiet gleich neben der Straße zu erforschen,
das uns wenige Tage zuvor Laurent
ans Herz gelegt hatte. Vom Parkplatz geht man hierfür nicht Richtung
Osten, sondern über die Straße und dann wenige Hundert
Meter nach Westen. Hier sollte sich Laurent sein "Clog"
verbergen. Den haben wir leider trotz intensiver Suche nicht gefunden,
aber wie heißt es so schön? Oft sieht man den Wald nicht
vor lauter Bäumen... An jedem Eck und Ende eine eigenwillig geformte
Fußbekleidung! Steffens größter Albtraum wurde wahr:
Er befand sich inmitten eines überdimensionalen "Schuhladens"...
;-)
Mit ein wenig Fantasie wird man hier aber auch bald so das eine oder
andere zu Stein gewordene Tier erblicken. Von der fliegenden Schildkröte
bis hin zum kleinen Rüsselschweinchen ist alles vorhanden. Auch
einen großen versteinerten Baumstumpf wird man kaum übersehen
können. Er ist leider schon ein wenig zerbröselt und nicht
sehr spektakulär.
Das Gebiet westlich des Parkplatzes ist relativ klein - ein GPS-Gerät
oder Kompass ist hier völlig überflüssig! Man wird
kaum über eine Stunde im "Schuhladen" verweilen, aber
der Besuch lohnt sich! Am späten Nachmittag soll es lichttechnisch
am schönsten sein, aber wir waren mit dem Morgenlicht auch zufrieden.
Muss man sich beim sunset entscheiden zwischen den cracked
eggs und dieser Gegend, sollte die Wahl stets auf erstere fallen!
Generell tendiere ich Tony Recht zu geben, dass so gut wie alle Gebiete
der Bistis ausschließlich Morgens- oder Abendsfotolocations
sind. Tagsüber ist das Licht zu grell und viel zu wenig kontrastreich
für die bunten Lehmhügeln und Hoodoowälder. Aber man
braucht ja auch einige Zeit nur fürs Scouten - so wird einem
sicherlich selbst dann nicht fad! ;-)
Als wir wieder beim Auto eintrafen, war auch Tony
schon von seinem Ausflug zurückgekehrt. Nach einem gemeinsamen
Frühstück trennten sich leider unsere Wege. Er musste zurück
nach Hause und wir wollten noch den Nordteil der Bistis einen kurzen
Besuch abstatten. Auf dem Cover des Buches "New
Mexico" von Tanya Llyod hatten wir eine besonders schöne
Formation gesehen, einen eigenwilligen Sattel. Vom Gestein und der
Umgebung her, war Steffen überzeugt, dass er sich in der Nähe
des Hunter Wash befinden muss.
Da die direkte Straßenverbindung zum Nordteil 2003 weggespült
war, fuhren wir sicherheitshalber zurück zur NM-371 und von dort
zum Trailhead der Nordtour. Amerikanische Freunde haben mir inzwischen
geschrieben, dass diese Stelle auch noch im April 2007 unpassierbar
war.
Wir parkten unser Auto am Zaun des Hunter Wash. Dies ist
kein offizieller Trailhead und so wird man auch vergeblich nach einer
Register Box suchen. Orientierungshilfe bietet hier der Zaun.
Diesem folgt man in östlicher Richtung bis man die ersten Hoodoos
(Bild)
in nicht allzu weiter Ferne erblickt. Von hier ist es ein Katzensprung
bis zu den "Wings
of Stone" (36°16'45"N, 108°14'15"W)
bzw. dem "Seal".
Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Alamo Wash besteht.
Die Hoodoodichte ist zwar etwas geringer, allerdings wirken dadurch
die vereinzelten podestähnlichen Sandsteinskulpturen umso imposanter.
Die Stunden vergingen und vom Sattel dennoch keine Spur. Es war recht
heiß an diesem Tag und am frühen Nachmittag trat ich den
Rückweg an. Steffen wollte die Suche noch nicht so schnell aufgeben.
Zwei Stunde später kam auch er hungrig und durstig zurück.
Der Sattel? Nach wie vor ein Rätsel!
Erst einige Wochen später zu Hause als Steffen sich nochmal das
Buchcover ansah, kam ihm plötzlich ein böser Verdacht. Beim
gemeinsamen Fotoanschauen am Vortag war mir ein schönes Motiv
bei seinen Fotos aufgefallen. Nie wäre mir dabei in den Sinn
gekommen, dass dies die Überreste des Sattels sein könnten
(siehe Bild rechts unten). Dass die Erosion selbst vor solchen Formationen
nicht halt macht, ist leider Tatsache. Auch einen schönen, hohen
Hoodoo mit einer ganz besonders schiefen Kappe in der Nähe der
Cracked Eggs habe ich bei diesem Besuch vermisst. Außer
ein 8 Jahre altes Foto, bei dem wir uns mit ebenso schräg geneigtem
Kopf dazupositioniert hatten, ist heute nichts mehr übrig.
Gar wunderliche Meisterwerke der Natur hat Linde
Waidhofer auf ihrer Webseite veröffentlicht. Dass unsere
Suche nach solch fragiler Naturbrücke
und dem riesigen balanced rock erfolglos ausging, ist eher
unnötig zu erwähnen. Aber das ist der Lauf der Dinge. Das
an der Oberfläche exponierte Gestein wird unaufhaltsam wieder
zu jenem Material, aus dem es einst entstand: Sand!
Heftige Niederschläge, von denen es in einer Dekade im Schnitt
5-6 gibt, können bis zu einer halben Tonne an Sedimenten in der
Sekunde aus dem Hunter Wash herausschwemmen. Besucher sollten
ihr möglichstes tun um den natürlichen Prozess nicht noch
zu beschleunigen.
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Versteinerte Hölzer |
Die Überreste des "The
Saddle" |

Aufgrund einer großflächigen Schlechtwetterfront
mussten wir gegen Ende der Reise eine Urlaubswoche komplett umplanen.
Auf der "Flucht" nach Arizona konnten wir nicht widerstehen
bei unseren geliebten Bistis noch einmal kurz vorbeizuschauen. Das
schlechte Wetter hinterließ ein paar recht vielversprechende
Wolken am Himmel. Die Sonne stand schon sehr tief und wir hatten es
sehr eilig. In weniger als 30 Minuten waren wir hinten bei den Cracked
Eggs und erlebten einen absolut einzigartigen Sonnenuntergang.
Leider kann kein Foto wiedergeben was unser Auge dort sah. Orangefarbene,
die Regenfront ankündigende Wolken säumten den südlichen
Horizont, während sich im Norden der Himmel langsam rosarot verfärbte.
Kitsch pur! ;-)
Die Nacht vor Ort war kurz, aber zum Glück nicht
kalt. Am Zaun unweit des Autos saß eine Eule und sie "sang"
uns ein nettes lullaby. Ansonsten herrschte eine schon beinah
unheimliche Stille hier inmitten der Badlands.
Beim Erwachen, kein Sonnengruß - ganz im Gegenteil alles voll
Tau und die Schlechtwetterfront schien immer näher zu rücken.
Es war Steffens Purzeltag und was wäre ein schöneres Purzeltagsgeschenk
für einen Hoodoosüchtigen als den ganzen Tag in diesem Hoodooparadies
zu verweilen? ;-)
Es war noch grau in grau als wir aufbrachen und unser erstes Ziel
war die Erforschung jener Bereiche, die wir beide noch nicht kannten.
In unmittelbarer Nähe des Parkplatzes gibt es noch eine weitere
Hoodooansammlung, die ich sofort "Chocolate Hoodoos"
(36°15'33''N, 108°14'18''W) taufen
musste. Steinpilze in solch schönen Brauntönen hatte ich
bislang noch nie gesehen. Das feuchte Wetter trug sicherlich einiges
dazu bei, dass die Lehmhügel umso farbenprächtiger erschienen.
In der Nähe der Chocolate Hoodoos war der Boden ocker, schokoladenbraun
und stellenweise rabenschwarz. So nah an den roten Hügeln und
doch so unterschiedlich!
Während Steffen bereits wieder unten zwischen den Hoodoos unterwegs
war, fand ich hier oben auf den Anhöhen einen recht schönen
Baumstumpf. Und kurz vor den zwei markanten schwarzen Erhebungen und
den schönen roten Lehmhügeln wimmelt es nur so vor lauter
kleinen Steinpilzen. Auch diese Gegend ist absolut einen Besuch wert,
wenngleich deutlich unwegsamer als der Alamo Wash selbst.
Entlang der Hügelkette bewegten wir uns in der Folge auf die
sogenannte "Hoodoo Alley" zu, die sich jenseits
der "Cracked Eggs" befindet. Dort befindet sich
u.a. ein recht imposanter
Baumstrunk. Auch an diesem hat der Zahn der Zeit genagt und eine
seiner mittleren Rollen liegt nun nicht mehr oben am Podest sondern
weiter unten im Tal. Leider sind die Hölzer der Bisti Badlands
lange nicht so farbenprächtig wie im Petrified
Forest N.P. sondern eher beigebraun.
Vorbei an den Eagles Nests (36°16'10''N,
108°12'45''W), wo man tatsächlich ein(!) großes
Nest erkennen kann, führte uns der Entdeckungsdrang noch weit
in das Zentrum der Bistis hinein. Die Hoodoodichte nimmt deutlich
ab, aber die einzelnen Formationen haben nach wie vor ihren Reiz.
Im Anschluss widmeten wir uns wieder der nördlichen Seite des
Alamo Wash. Die verzweifelte Suche nach dem ominösen
Sattel war ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen........
;-)
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Wir verlassen die Bistis und flüchten
vor der Schlechtwetterfront.
Oft lohnt sich auch der Blick in den Rückspiegel... :-) |

Fazit: Was mich dieses Mal neben
den Unmengen an Hoodoos am meisten beeindruckt hat, waren die Dinosaurierknochen,
die wie kleine pedestral rocks am Boden lagen, und all die
versteinerten Baumstümpfe, die aus der Erde standen, als wären
sie erst gestern abgeholzt worden. Ich hoffe, Ihr habt Verständnis
dafür, dass ich grundsätzlich GPS Koordinaten von Fossilien
weder veröffentlichen noch per Mail bekannt geben werde. Wir
würden sie gerne auch noch bei unseren nächsten Besuchen
vor Ort bewundern können und möchten allen die Möglichkeit
geben, selber auf Entdeckungstour zu gehen. Es gibt weltweit nur wenige
paläontologische Ausgrabungsstätten, an denen man sich so
frei bewegen kann. Darum bitte denkt daran: Dieses Gebiet steht unter
Naturschutz. Sämtliches Sammeln
von Fossilien und versteinertem Holz - und sei das Stück noch
so klein - ist per Gesetz verboten! Leave nothing
but footprints, take nothing but pictures!
Auf Steffen und mich, übt dieser entlegene
Landstrich im Nordwesten New Mexicos einen ganz besonderen magischen
Reiz aus, dem wir uns nur schwer entziehen können. Waren anfangs
lediglich 2 Tage in der Gegend geplant, so sind es am Ende unserer
Herbsttour 2006 ganze 4 Tage gewesen, die wir vor Ort verbrachten.
Und auch jetzt haben wir noch lange nicht alles gesehen und erforscht,
so dass weitere Besuche schon in Planung sind! :-)
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Die San Juan Basin bzw. der Greater
Bisti Complex ist reich an fossilen Hölzern. |
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Ein
Spaziergang durch die Badlands der San Juan Basin im Nordwesten
New Mexicos gleicht einer Zeitreise in die ferne Vergangenheit,
in eine Zeit als noch Dinosaurier und Reptilien die Welt beherrschten
und langsam ihren Untergang entgegen sahen. Vor rund 200 Mio.
Jahren trennte sich der nordamerikanische Kontinent von Europa
ab und begann seine Wanderung nach Westen. Durch die darauffolgende
Kollision mit der ostpazifischen Farallon-Platte kam es nicht
nur zur Aufschiebung der Rocky Mountains. Über weite
Teile des Landesinneren erstreckte sich für eine kurze
Zeit ein Binnenmeer. An den seinerzeit bewaldeten Küstenabschnitten
im Nordwesten New Mexicos fanden zahllose Dinosaurier und
andere Reptilien ihre letzte Ruhestätte. Und sie ruhen
auch heute noch hier in der langsam verwitternden Kirtland
und Fruitland Formation. Die gesamte Gegend rund
um die Bisti Badlands ist eine einzigartige Fundgrube für
Fossilien aller Art, von großen Baumstämmen, versteinerten
Schildkröten und Krokodilen bis hin zu Fischen und Dinosaurierzähnen.
Seltsame Kreaturen mit eigenwilligen Namen wie z.B. der Alamosaurus
sanjuanensis oder Entenschnabeldinosaurier Parasaurolophus
hinterließen ihre Fußabdrücke und vom kleinen
Verwandten des Tyrannosaurus Rex, dem knapp 10 m großen
Albertosaurus, kann man hier Knochen finden. Selbst
zu Stein gewordene Hautabdrücke wurden in New Mexico
bereits entdeckt.
Wer sich für die "Bisti
Beasts" näher interessiert, findet weitere
Details auf folgender Website: http://www.nm.blm.gov/features/blm_paleo/blm_paleo.htm.
Dort ist u.a. eine Bildergeschichte
veröffentlicht zu den Ausgrabungen von 1998, wo ein großes
Skelett mit einem Black Hawk Militärhubschrauber geborgen
wurde. Hier
noch eine weitere interessante Seite.
Unglaublich aber wahr: Der Schädel des 1995 in den De-Na-Zin
ausgegrabenen Parasaurolophus war so gut erhalten, dass Wissenschaftler
anhand von komplexen Computersimulationen
sogar die Laute, die dieser Saurier seinerzeit von sich gegeben
hat (Dino
soundbite).
Absolut beeindruckend auch der Schädelknochen
des T-Rex, den man im Nordwesten New Mexicos ausgegraben
hat! Und wer weiß, wieviel noch unter den Lehmschichten
schlummert...
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Fauna und Flora: Der Kontrast könnte nicht
größer sein. Dort wo einst im Jurazeitalter reges Leben
herrschte, gibt es heutzutage nur noch wenige lebende Pflanzen und
Tiere. Am häufigsten sieht man Hasen - cottontail rabbits
und jackrabbits - wie sie schnell hinter dem nächstbesten
Hoodoo verschwinden. Sie teilen sich den kargen Lebensraum mit Kojoten,
Dachsen, Präriehunden, Steinadlern, Präriefalken, Raben,
Hähern und Wachteln. Diese halten sich bevorzugt in den höher
gelegenen Bereichen der De-Na-Zin Wilderness auf, wo zumindest einige
Gräserarten, Kiefern, Wacholder- und Beifußsträucher,
Yuccas, Kakteen sowie etwas Mormonentee gedeihen. Die bedrohten Königsbussarde
(ferruginous hawks) finden im Hinterland der Bistis noch
die Ruhe, die sie brauchen. Ihre Nistplätze werden streng geschützt.
Selbst wissenschaftliche, paläontologische Ausgrabungen dürfen
nicht in ihrer Nähe stattfinden!
Apropos Paläontologie: Vorsicht nicht alle Reptilien sind hier
tot! Über plötzliche Begegnungen mit einem farbenprächtigen
Halsbandleguan wird man sich vermutlich freuen, über jene mit
Klapperschlangen eventuell nicht ganz so sehr! ;-)
Höhenlage/Wetter: Die Bisti/De-Na-Zin
Wilderness liegt im Schnitt auf etwa 1900 m. Es dominiert das high
desert Klima. Die Niederschlagsmenge beträgt knapp 200 mm
im Jahr. Tagsüber wird es meist sehr heiß und nachts kühlt
es stark ab. Längere Wanderungen durch die Bistis sollte man
- wenn möglich - während der Frühlings- oder Herbstmonate
planen. Im Sommer ist es unerträglich heiß auf den Lehmhügeln.
Nach schattigen Plätzen wird man vergebens suchen!
Unterkunft:
In Farmington stehen viele Unterkünfte zur Verfügung, die
meist sehr preiswert sind, solange man nicht - wie wir im September
- ausgerechnet das Shiprock Fair Weekend oder dergleichen
erwischt. Dann sind die meisten Quartiere ausgebucht und die Preise
schnellen gewaltig in die Höhe - z.T. jenseits der $100 in einer
der einfacheren Motelketten. Die Nachbarsstadt Bloomfield hat nur
wenige Quartiere anzubieten.