Lage: am östlichen
Hang der Pine Valley Mountains, ca. 15 mi nördlich von
St. George, Utah; Karte
Anfahrt: Es gibt zwei alternative
Strecken, über die man zur Red Cliffs kommt. Wir haben
uns für die Anfahrt über den Exit 16 von der I-15
entschieden. Auf dem Hwy 9 East geht es für etwa 1 mi bis
zur ersten Kreuzung (Map).
Vor der großen Chevron Tankstelle biegt man nach links
auf den Old Highway 91 ab und folgt diesen für
ziemlich genau 4 Meilen. Diese Straße verläuft parallel
zur I-15 und ist streckenweise nicht asphaltiert. Die Ausschilderung
nach 2 mi zur Red Cliffs Desert Reserve bitte ignorieren,
erst in Harrisburg kommt man zum richtigen Abzweig (Map).
Rechterhand sieht man einen großen RV Park und nach links
geht es durch eine Unterführung auf die andere Seite der
Interstate. Von dort ist es noch knapp 1 mi bis zum Parkplatz
(Map)
der Red Cliffs Recreation Site.
Die offizielle Informationsbroschüre empfiehlt die Anfahrt
über die Ortschaft Leeds. Ist man in Richtung Süden
auf der I-15 unterwegs, fährt man beim Exit 23 ab und durch
die Stadt von Leeds durch auf die Frontage Road und
folgt dabei der Ausschilderung "Harrisburg"
und "Red Cliffs Recreation Site". Nordwärts
geht es beim Exit 22 von der I-15 ab und dann nach rechts. Dieser
Straße folgt man für ca. 2 mi in Richtung Süden
und kommt dann wieder zu der bereits oben beschriebenen Unterführung.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83

Allgemeines: Der Water Canyon in der Red Cliffs
Recreation Site gehört zu jenen kleinen Highlights, die
bislang fast ausschließlich den Einheimischen vorbehalten
waren. Nur wenige Touristen kennen diese grüne kühle
Oase, auch wenn die meisten von ihnen schon mal nur knapp eine
Meile entfernt auf der verkehrsreichen Interstate 15 vorbeigerauscht
sind. Es ist nicht verwunderlich, dass die Red Cliffs bei der
einheimischen Bevölkerung ein sehr beliebtes Ausflugsziel
sind. Das Schmelzwasser der Pine Valley Mountains hat hier durch
den dunkelroten Sandstein eine tiefe Schlucht gefräst,
in der nun ein idyllischer klarer Wasserlauf zwischen grünen
Bäumen und hohen Klippen plätschert.
Die Eintrittsgebühr von $2 / PKW ist am Eingang zu entrichten.
Beste Besuchszeit: Wer sich
nach einem kühlen Bad in herrlicher Umgebung sehnt, dem
wird die Red Cliffs Recreation Site am besten zwischen April
und dem Labor Day gefallen. Wanderer und Naturfotografen werden
die wärmere Jahreszeit eher meiden, denn dann sind die
Pools und der gesamte Verlauf des Quail Creek mit planschenden
Kindern überfüllt. Der Lärmpegel ist entsprechend
hoch, von Ruhe und Erholung kann dann nicht mehr die Rede sein.
Schön ist es hier vor allem in den frühen Morgenstunden,
wenn erst wenige Einheimische hier eingetroffen sind sowie an
kühleren, trüben Tage.
Sehr fotogen ist der Canyon zur Zeit der Schneeschmelze, nach
heftigeren Regenfällen sowie im Herbst, wenn sich das Laub
der Bäume verfärbt.
Aber Achtung, nicht immer führt
der Quail Creek Wasser und die Kaskaden sind öfters trocken!
Vorher kurz an der Ranger Station nach dem aktuellen Wasserstand
fragen, kann nicht schaden! In
sehr trockenen Jahren kann es passieren, dass die Pools vollkommen
austrocknet.
Unsere Besuche: Schon vor
vielen Jahren hatte ich mir die Bilder von der so-utah.com-Seite
abgespeichert, aber immer wieder den Park links liegen gelassen.
Damals waren keinerlei weiteren Bilder und Infos im Netz zu
finden und auch heute hat sich - zumindest im deutschsprachigen
Raum - noch kaum etwas an diesem Zustand geändert. Die
Red Cliffs Recreation Site wird so gut wie nur von Einheimischen
besucht.
Steffen war zum ersten Mal gemeinsam mit Philippe
an einem regnerischen Tag im Oktober 2005 dort. Das Foto, das
Steffen mir damals zeigte, trug den dramatischen Titel "risking
my life" (siehe unten rechts). Ich musste nicht nur
schmunzeln sondern war augenblicklich von den vielen Orange-
und Rottönen fasziniert, die auf der hochaufgelösten
Versionen dieses Bildes zu sehen waren. So extrem farbenprächtig
ist die Schlucht aber leider nur, wenn die Felswände feucht
sind!
Als nach unserem Toroweap Besuch am 5. April 2007 die Wettervorhersage
für Mesquite und Umgebung äußerst mies war,
kam für uns die Weiterfahrt nach Little
Finland nicht in Frage. Wir quartierten uns in St. George
ein und fuhren stattdessen in die Red Cliffs Recreation Site,
in der wir dann 1-2 Stunden verweilten.
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Die meist ruhigen Pools des
Quail Creek (links) verwandeln sich nach
Regenfällen in ein reißendes Gewässer
(rechts Steffen bei den moqui steps).
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Vom Parkplatz geht es zunächst gerade aus weiter und noch
bevor der Quail Creek die Straße kreuzt, zweigt linkerhand
der gut ausgetretene Trail ab. Anfangs recht unspektakulär
geht es mit kaum merkbarem Anstieg weiter in Richtung Nordosten.
Nach etwa 400 m verengt sich die Schlucht und der schönste
Teil der kurzen Wanderung beginnt. Das erste Pool mit einem
kleinen Wasserfall lässt sich ganz leicht links umgeben
und dahinter geht es in dem erfrischenden, meist so gut wie
kaum Wasser führenden Flussbett weiter. Schon bald kommt
man zu den ersten größeren Pools. Vor dem zweiten
Wasserfall kurz dahinter machten einige besorgte Mütter
sowie ältere Menschen halt. Hier heißt es ein paar
moqui steps zu bewältigen - ein Seil hilft einem
dabei. Moqui steps sind von Menschenhand geschaffene
Einkerbungen im Felsen, die das Überwinden von steileren
Barrieren erleichtern sollen. Viele von ihnen sind indianischen
Ursprungs, die hier bei den Red Cliffs muten etwas neuzeitlicher
an.
Mit Hilfe des Seils ist diese Schlüsselstelle jedoch für
die allermeisten relativ leicht zu bewältigen - auch wenn
die moqui steps oft etwas feucht sind von den vielen
planschenden Kindern. Es ist übrigens jene Stelle, an der
Steffens "risking my life" entstand. ;-)
Gut oben angekommen, geht es noch für ein kurzes Stück
am idyllischen, Baum bestandenen Wasserlauf weiter. Hinter der
nächsten Ecke ist jedoch endgültig Schluss für
all jene, die nicht nass werden möchten. Tiefe Pools versperren
den Weg. Man kann von hier rechterhand auf die Anhöhe klettern
oder was weitaus empfehlenswerter ist: Unmittelbar hinter dem
moqui steps Wasserfall gibt es einen einfachen Aufstiegspfad,
den man nur allzuleicht übersehen kann. Die Aussicht, die
sich von dort oben eröffnet, ist sehr schön - allen
voran der Blick zurück hinunter in die Schlucht mit ihren
Pools und Wasserfällen.
Die Recreation Site verfügt über
noch zwei weitere kurze Wanderwege:
- Der Silver Reef Lookout Trail, der zwischen
den camp sites 4 und 5 startet, führt zu einem
Aussichtspunkt von dem man die Überreste von der Gost Town
Silver Reef sieht.
- Der kurze Weg zur Red Cliff Village Anasazi Archeological
Site hat seinen Ausgangspunkt gegenüber des Stellplatz
#9. Die Ruinen stammen aus dem Jahr 1000 nach Chr.

Höhenlage: 1100
m
Wichtige Hinweise: Die Red
Cliffs Recreation Site wird immer wieder von flash floods
heimgesucht. Nicht nur der Aufenthalt zwischen den engen Canyonwänden
ist dann lebensgefährlich, sondern auch die Zufahrt zum
Zeltplatz. Im Januar 2005 wurde hier eine Person mitsamt ihren
SUV fortgespült.
Tier- und Pflanzenwelt: In
den Red Cliffs am Rande der Dixie National Forest treffen drei
große Naturräume aufeinander. Hier sind sowohl Tier-
und Pflanzengemeinschaften der Mojavewüste als auch der
Great Basin Halbwüste und des Tafellands des Colorado Plateaus
vertreten. Die Vegetation innerhalb der Schlucht erinnert stark
an die saftig grünen Canyon der Escalante Gegend und in
Parkplatznähe gedeihen schöne Cholla Kakteen. Die
benachbarte, 1996 gegründete Red Cliff Desert Reserve ist
ein 250 km² großes Schutz- und Rückzugsgebiet
für die die stark bedrohten Wüstenschildkröten
(desert tortoise), die großen, gestreiften Chuckwalla
Echsen und einige Klapperschlangenarten. Auch die seltenen,
rosa-schwarz-gemusterten Gila Krustenechsen (gila monster)
leben in der Umgebung von St. George. Sie wird bis zu 1 m lang
und ist die einzige giftige Echsenart weltweit. Zu ihren Lieblingsspeisen
zählen Eier und kleine Jungtiere. Ansonsten beißen
Gila Monster nur bei äußerster Bedrohung zu. Zwischenfälle
mit Menschen sind kaum bekannt. Aus ihrem Toxin wurde eine Substanz
isoliert, die heutzutage synthetisch herstellt wird und die
Grundlage für ein wichtiges Medikament zur Behandlung von
Diabetes Typ II bildet.
Zu den weiteren Tieren, die in den Red Cliffs beheimatet sind,
zählt der Kitfuchs, die Maultierhirsche sowie zahlreiche
Singvogelarten. Hoch oben in den Klippen nisten Rotschwanzbussarde
und ziehen in der Luft ihre Kreise auf der Suche nach Beute.
Umgebung: In unmittelbarer
Nähe befinden sich die Ghost Towns Harrisburg und Silver
Leef. In Harrisburg stehen u.a. das Historic
Orson Adams House, ein Movie Set aus den 1950er
Jahren sowie prähistorische Anasaziruinen. In Silver
Reef gibt es eine schön restaurierte alte Wells
Fargo Bank zu sehen sowie die Überreste der Silberausgrabungen.
Anfang des 20 Jh. lebten über 1000 Menschen und schürften
nach Silber. Nie zuvor hatte man in den USA Silber in so großen
Mengen im Sandstein gefunden, dass sich ein kommerzieller Abbau
rentiert hätte.
Camping: Wer in der Umgebung
von St. George einen idyllischen Zeltplatz sucht, der ist hier
an der richtigen Stelle. Eingebettet zwischen hohen roten Felswänden,
inmitten einer grünen Oase am Quails Creek befinden sich
10 Plätze - ausgestattet mit Wasser, gemütlichen Picknicktischen,
Toiletten, aber keinen hook-ups. Kosten: $8/Nacht
Da der Campground sehr schnell ausgebucht ist, gibt es unweit
beim Harrisburg RV Park an der Frontage Road am Abzweig zur
Red Cliffs Recreation Site noch weitere Stellplätze. Auch
der benachbarte Quail Creek State Park verfügt über
einen kleinen Zeltplatz.
Übernachtung: Rund um
den Exit 8 von der I-15 in St. George ist so gut wie jedes der
großen Kettenmotels vertreten. Sie sind allesamt preislich
nicht unbedingt die günstigsten, meist sehr gut besucht
und nicht selten ausgebucht. Wir haben bereits in der Econo
Lodge und im Motel 6 genächtigt - an beiden nagt schon
etwas der Zahn der Zeit.
Essen: Wer abends hungrig
in St. George eintrifft, wird beim Golden Corral (42
S. River Rd.; Map)
in der Nähe des Exit 8 von der I-15 sicherlich satt werden.
Nicht jede Niederlassung dieses Kettenrestaurants ist gleichermaßen
empfehlenswert, die Qualität und das Angebot variieren
stets ein wenig. Das hier in St. George hat uns aber sehr zugesagt,
allen voran die Sirloin Steaks waren ausgesprochen gut. Und
davon gibt es soviel das Herz begehrt um nur $9,49 pro Person.
Auch in diesem Preis inkludiert ist das Suppen-, Salat-, Hauptspeisen-
und Dessertbuffet. Selbst für amerikanische Verhältnisse
unglaublich preiswert!
Information: St. George Field
Office, 345 East Riverside Drive, St. George, Utah 84720; Tel:
(435) 688-3200; Web: http://www.blm.gov/ut/st/en/fo/st__george/recreation/day_use_areas/red_cliffs_recreation.html
Wer bei St. George vorbeikommt, sollte im schönen BLM Field
Office einen kurzen Stopp einplanen. Es lohnt sich. Hier gibt
es Unmengen an gutem Kartenmaterial und kostenlosen Informationsbroschüren
(u.a. über das hier beschriebene Gebiet).