Allgemeines: Das knapp 8.000
km² große, 1996 gegründete Grand
Staircase Escalante National Monument (kurz GSENM) zwischen
dem Capitol Reef N.P. im Osten, dem Bryce Canyon im Westen und
der Glen Canyon National Recreation Area im Süden umschließt
eines der vielfältigsten und entlegendsten Gebiete der
Vereinigten Staaten. Abenteuerliche Slot Canyons und steile
Klippen durchschneiden die Felsen, bizarre Formationen und Monolithe
erheben sich gegen Himmel, natürliche Felsbögen und
-brücken wechseln sich ab mit idyllischen Wasserfällen
und buntgestreiften Hügeln. Die Gesteinsschichten sind
reich an versteinerten Hölzern, Fossilien und Dinosaurierskeletten
- eine wahre Fundgrube für Paläontologen, Naturliebhaber,
Geologen und Fotografen.
Für europäische Maßstäbe nur schwer nachzuvollziehen:
Bill Clinton hat hier im Südosten Utahs ein Gebiet fast
so groß wie ganz Kärnten unter Naturschutz gestellt!
Und es sind genau diese Ausmaße und die Unzugänglichkeit,
die es so wertvoll machen. Hier findet man sie noch die wahre
Wildnis, wo die Naturgewalten den Lauf der Dinge bestimmen und
Tiere sowie Pflanzen ungestört leben können - ein
Platz, wo der Mensch auch in der heutigen Zeit lediglich eine
untergeordnete Rolle spielt.
Nur ein kurzes, asphaltiertes Stück des Hwy 89 durchquert
im Süden das Schutzgebiet und im Norden führt ein
Teil des Utah Highway 12 sowie der Burr Trails durch die Außenbereiche
des National Monuments. Der Zustand der wenigen sandigen Pisten,
die das Zentrum des Parkareals erschließen, ist stark
wetterabhängig und sie können nach Regenfällen
nicht selten tagelang gesperrt sein. Darüber hinaus ist
das GSENM über die zahlreichen Seitenarme des Lake Powells
per Boot zugänglich sowie zu Fuß entlang einer der
zahllosen Wanderrouten. Eine vollständige Beschreibung
dieses Nationalmonuments würde ein ganzes Buch füllen
und könnte selbst dann nicht den Anspruch erheben vollständig
zu sein, da es hier einfach noch viel zu viel Unentdecktes und
Unerforschtes gibt.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83
Wichtige Hinweise: Wann immer
man die asphaltierten Straßen verlässt, besteht bei
den meisten normalen Mietautos (auch SUVs!) keinerlei Versicherungsschutz
mehr. D.h. wer auf unbefestigten Pisten unterwegs ist, sollte
sich dieses Risikos bewusst sein! Wichtig ist somit auch der
ständige Blick auf die Wetterkarte, denn oft machen schon
wenige Regentropfen viele Straßen zu autovernichtenden
oder lebensgefährlichen Schmierpisten. Die aktuellen Straßenverhältnisse
der GSENM roads bekommt man in den zuständigen Besucherzentren
in Big Water, Escalante oder Kanab. Früher waren sie auch
auf folgender Website des BLMs zu finden: http://www.ut.blm.gov/monument/road-conditions.php.
Ich werde sicherheitshalber vorerst diesen Link noch hier stehen
lassen in der Hoffnung, dass diese Seite doch irgendwann wieder
gewartet wird (Stand: März 2008).
(Der folgende GSENM
Bericht hat leider noch den Stand vom Otkober 2004. Seither
war ich aber mit Steffen noch mehrmals in den unterschiedlichsten
Bereichen des GSENM unterwegs und ich werde diese alten Berichte
in Kürze überarbeiten und deutlich erweitern; Stand:
März 2008)
Unser(e) Besuch(e): Von der Gründung dieses
National Monument haben wir bei unserem ersten Besuch im Juni
1997 kaum etwas mitbekommen. Damals wussten wir leider auch
noch nicht, was sich alles im Hinterland zwischen den Highways
89 und 12 verbirgt. Wir nutzten lediglich die Cottonwood
Canyon Road als Abkürzung zwischen dem Capitol Reef
N.P. und Page. Aufgrund von leichten Niederschlägen war
die Fahrt ohne Geländewagen etwas abenteuerlicher, zumal
es eine kleine Furt zu durchqueren galt, und die Sandstraße
z.T. sehr ausgewaschen war.
In der Zwischenzeit wurden Einfahrtsschilder angebracht sowie
etliche Besucherzentren errichtet. Eintritt wird nach wie vor
keiner verlangt (Stand: Januar 2006) und am Zustand der meisten
dirt roads, die Zugang verschaffen, ist glücklicherweise
nicht viel geändert worden. Viele der Sehenswürdigkeiten
können nur nach meilenlanger Fahrt auf rauen Allradpisten
erreicht werden, so dass man hier noch grandiose Landschaften
für sich alleine haben kann. Im Oktober 2004 sind wir bei
den meisten unserer Tageswanderungen und -ausflüge praktisch
nie jemandem begegnet. Wetterbedingt unternahmen wir die meisten
unserer Erkundungstouren in das GSENM von Page aus.
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Im Wahweap
Creek findet man unzählige fotogene Formationen,
von wohlgeformten(!) Felssäulen, großflächigen,
ausgewaschenen
Badlands bis hin zu bunt"behaubten"
Miniaturhoodoos.
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Unser erstes Ziel war der Wahweap Creek mit
seinen strahlend
weißen Felstürmen, die bis dato(?) keinen offiziellen
Namen haben. Umso mehr inspiriert ihre einzigartige Gestalt
Besucher zu den unterschiedlichsten Fantasienamen, vom Valley
of Sodom and Gomorrah oder Towers of Silence bis
hin zu der ebenfalls sehr treffenden Bezeichnung Valley
of the White Ghosts von Karsten
Rau. Die Wahweap Creek Hoodoos bestehen aus äußerst
fragilem, weichem Gestein und tragen eine harte Haube aus schokoladebraunem
Konglomerat. Der einzige ideale Zeitpunkt um das berühmte
Bild "Stone Temples" von Fatali
nachzueifern, sind die allerersten Sonnenstrahlen, was uns angesichts
der längeren Anfahrtsstrecke von Page und der noch immer
misslichen Wetterlage nur wenig verlockend erschien (es war
der Tag nach unserer ersten, etwas verregneten Coyote
Buttes Tour). Da ich gelesen hatte, dass Besucher auch schon
mal eine weggespülte Straße vorfanden und dass die
Zufahrt für Privatverkehr von seitens des BLM (Bureau of
Land Management) ev. gesperrt wurde, beschlossen wir das Flussbett
zunächst bei Tageslicht auszukundschaften. Beide Befürchtungen
stellten sich jedoch als unbegründet heraus, die Piste
befand sich in einem tadellosen Zustand und keinerlei Beschränkungen
oder Abzäunung behinderten die Weiterfahrt. Man sollte
sich jedoch unbedingt zuvor im Visitor Center in Big Water nach
den aktuellen Bedingungen erkundigen. Warum, das verdeutlich
u.a. das dort ausgehängte
Foto eines ziemlichen SUV nightmares... ;-)
Mit einem Allradfahrzeug erreicht man das entlegene Flussbett
des Wahweap Creek am schnellsten und leichtesten, indem
man rund 1,4 mi nördlich des Hwy 89 von der Cottonwood
Canyon Road auf die staubige BLM Road #431 abbiegt (N
37°07'28", W 111°51'18") und dieser
für knapp 4 mi nach Nordosten und dann unbeirrt immer in
Richtung Osten folgt. Angeblich kann man sich hier auch verfahren,
vielleicht hatten wir einfach nur Glück, aber alle Straßenverzweigungen
führten uns stets auf die Hauptstrecke zurück. Die
Mitnahme von topographischen Karten (Q4120
und Q4121)
und eines GPS-Geräts sind hier sicherlich von Vorteil.
Nach dem Abzweig der White Sands Road (N
37°10' 06", W 111°45'11"), die den
bequemsten und kürzesten Zugang zum Sidestep
Canyon (siehe Beschreibung weiter unten)
verschafft, geht es auf einer etwas rutschigen Lehmspur ein
Stück bergab. Diesen Hang, rund 9,5 mi von der Cottonwood
Canyon Road entfernt, sollte man bei feuchter Witterung unbedingt
meiden. Die Wanderung zu den Wahweap Creek Hoodoos ist auch
von hier sicher nicht mehr besonders weit. Im Normalfall folgt
man der Piste noch für rund eine halbe Meile in Richtung
Osten und parkt sein Fahrzeug entweder unmittelbar vor dem breiten
Wahweap Creek oder schon kurz davor entlang der Abzäunung.
Wir sind bereits an
dieser Stelle durch ein Loch im Zaun geschlüpft. Knapp
1,5 Stunden sollte man für die Anfahrt von Page aus einplanen.
Der Fußweg zu den schönen Felstürmen ist im
Prinzip nicht zu verfehlen, wenn man dem ebenen, meist nur wenig
Wasser führenden Flussbett nach Süden folgt und nach
knapp 2 km bzw. 25 min. auf der rechten Seite nach den markanten
Formationen Ausschau hält. Insgesamt gibt es drei größere
Hoodoogruppierungen entlang des oberen Abschnitts des Wahweap
Creek, wobei sich die mittlerweile so oft abgelichteten Stone
Temples bereits in der allerersten befinden (N
37°09'44", W 111°42'44"). Für
alle die sich, so wie wir, die gewaltige Höhe der Steintempel
vor unserem Besuch nicht vorstellen konnten, hier ein Größenvergleich.
Von nicht minderer Schönheit ist die zweite Ansammlung
mit ebenso imposanten Gebilden (N 37°09'36",
W 111°42'40"; noch ein
Größenvergleich), die ich persönlich sogar
insofern als interessanter einstufen würde, da das Areal
größer und vielseitiger ist. Außerdem hatte
ich von dieser Gruppierung noch nicht so viele Fotos im Web
gesehen, so dass hier noch ein gewisser Überraschungseffekt
hinzugekommen ist. An dieser Stelle entstand im übrigen
auch Fatalis Bild "Earth Bones".
Da sich die Hoodoos allesamt an die Klippen der westlichen Flussseite
schmiegen, sollte man wenn möglich den Besuch in den Vormittagsstunden
einplanen, da die Sonne immer schon relativ früh hinter
der Anhöhe verschwindet. Die Tour ist auch bei trübem
Wetter durchaus empfehlenswert, das strahlende Weiß ist
selbst dann beeindruckend. Abstand nehmen sollte man allerdings
von einem Besuch an regnerischen Tagen und zwar nicht nur wegen
der dann gefährlichen Anfahrt, sondern weil man bei Nässe
an den gipsartigen Erosionsgebilden besonders viel Schaden anrichtet.
Aber auch bei Trockenheit sollte man hier der Natur Respekt
zollen und es, wenn möglich, lieber unterlassen auf dem
weichen weißen Untergrund zuviel herumzugehen oder gar
einen der Hoodoos zu "erklimmen".
Update Oktober
2006: Der mittlere Hoodoo von der klassischen Wahweap
Hoodoos Aufnahme
hat leider in der Zwischenzeit seinen Caprock verloren. Tony
Kuyper sowie Gerhard & Gudrun Hochfelner (aus der schönen
Steiermark :-))) ...) haben mir einige aktuelle Fotos zukommen
lassen. Großes Dankeschön an dieser Stelle!!! Die
heruntergefallene "Kappe" befindet sich noch vor Ort
am Boden zu Füßen des Hoodoos. Die Anfahrt hat sich
aufgrund der ergiebigen Regenfälle der letzten Wochen dramatisch
verschlechtert - man sollte sich vorher unbedingt nach den aktuellen
Straßenbedingungen erkundigen!
Aktuelle Bilder von den Wahweap Hoodoos - CLICK PHOTO FOR
ENLARGEMENT
Beim Besuch dieser Gegend ist
äußerste Vorsicht und Behutsamkeit geboten.
Die Einführung einer Permitvergabe würde ich
persönlich durchaus begrüßen, nicht
nur aufgrund der fragilen Felsstrukturen sondern auch
wegen des sensiblen, hochempfindlichen kryptobiotischen
Bodens, der viele Uferbereiche des Wahweap
Creeks überzieht. Man erkennt ihn an seiner dunklen,
aus Algen, Flechten, Pilzen und Moosen bestehenden Kruste.
Diese schützt den Wüstenboden vor weiterer
Erosion, speichert Feuchtigkeit aus der Umgebung und
erlaubt Pflanzen Fuß zu fassen. Von einem Fußabdruck
braucht dieser "lebende" Boden Jahrhunderte
um sich zu regenerieren. Man
sollte hier wirklich sehr genau schauen, wohin man jeden
seiner Schritte setzt um den Schaden möglichst
zu minimieren.
.
|

LEAVE
NO
TRACE |

Wer mit einem normalen PKW anreist, der kann sich den geisterhaften
Felstürmen nur von Süden her über die Nipple
Creek Road nähern und muss eine Wanderung von
rund 14 km in Kauf nehmen. Eine Wegbeschreibung von Big Water
aus gibt es u.a. bei Steffen
nachzulesen und eine schöne Karte gibt es hier.
Den oben beschriebenen Anfahrtsweg habe ich - wie viele gute
andere Tipps - dem Buch "Photographing the Southwest"
von Laurent Martres entnommen.
Der südlichsten Gruppierung, die nicht so groß und
schön sein soll, haben wir leider keinen Besuch mehr abgestattet,
da uns ein kleines Sonnenloch in der sonst geschlossenen Wolkendecke
veranlasst hat, möglichst schnell zur nördlichsten
zurückzukehren, um auch dort ein paar Sonnenstrahlen einzufangen.
Da die Uhr bereits 2:30 PM anzeigte, und die Sonne ohnehin schon
praktisch hinter der Anhöhe verschwunden war, beschlossen
wir zum Auto zurückzukehren.
Was nun folgte war leider DIE Fehlentscheidung
des Tages, von der ich nur jedem abraten kann:
Anlockt durch einige bunte Riesenhoodoos in der Ferne sind wir
links abgebogen von der Hauptroute. Vorbei an einem coral
ging es auf dieser Nebenpiste in ein Tal hinunter, das wir auf
der Topomap als den Coyote Creek identifizieren konnten.
Da es von hier luftlinienmäßig nicht weit bis zum
Chimney Rock Canyon war, entschieden wir uns für
diese "Abkürzung". Die eigentlich "nur"
knapp 9 km lange "(Tor)tour" durch das Flussbett des
Coyote Creek beanspruchte in Summe ganze 1,5 Stunden.
Immer wieder drohte der Jeep sich in das stellenweise doch noch
recht aufgeweichte Flussbett einzugraben, so dass ich meistens
vor dem Auto "joggend" die Bodenkonsistenz untersucht
habe oder mal hinten etwas anschieben musste... Um Punkt 6 PM
dann der Eintrag in unserem Reisetagebuch: "endlich
Asphalt!!!". Den Tag beendeten wir bei einem Glas
Sangria und einer Enchilada mit Tequila Sauce im Zapatas,
dem zweiten mexikanischen Restaurant in Page, wo wir allerdings
an diesem Abend die einzigen Gäste waren. Die Abwesenheit
von Menschen war an dem Tag jedoch nichts außergewöhnliches
für uns, zumal wir auf der gesamten Tour durch das GSENM
keinem anderen Fahrzeug und auch keinem anderen Lebewesen begegnet
sind, außer einer Herde anmutiger Gabelbockantilopen
(pronghorns).

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Rainbow Valley |
Zebrahoodoo |

Drei Tage später (14. Oktober 2004) begaben wir uns abermals
auf Wanderschaft in das weitläufige Gebiet der White
Rocks nördlich des Hwy 89. Für Touren in
diese entlegene Gegend empfiehlt sich ein allradbetriebenes
Fahrzeug sowie die Mitnahme eines GPS-Geräts und/oder von
topografischen Karten (Q4220,
Q4120
und Q4121).
Im Nachhinein betrachtet würden wir den Sidestep Canyon
nie mehr von Church Wells aus besuchen sondern auf jeden Fall
über die White Sands Road (siehe Beschreibung
oben), was jedoch nicht bedeuten soll,
dass der Chimney Rock Canyon nicht auch seine
Reize hat. In diese kleine Seitenschlucht gelangt man, in dem
man kurz vor der Ortschaft Church Wells vom Hwy 89 in nördliche
Richtung auf die BLM # 435 abbiegt (siehe Topozone).
Die Zufahrt über die Ortschaft selbst ist ebenfalls möglich.
Nach knapp mehr als 2 mi passiert man das meist ausgetrocknete
Flussbett des Coyote Creek, dann ein Weidegatter und
anschließend folgt man am besten den meist deutlich sichtbaren
Reifenspuren weiter in Richtung Norden. Als guter Orientierungspunkt
dient hierbei die markante Felsburg Chimney Rock
unmittelbar östlich vom Chimney Rock Canyon, der sich bald
wie ein Y verzweigt. Der schönere und sehenswertere Abschnitt
ist der rechtsgelegene, wo sich u.a. ein mächtiger, rund
10 m hoher, gestreifter Zebrahoodoo (N
37°09'38", W 111°45'50") verbirgt sowie
einige seltsame dromedarähnliche
Gebilde. Auch "kopflose", den Wahweap Hoodoos
ähnlich sehende weiße Geister bewölkern diese
versteckte Seitenschlucht.
Das Auto stellt man hier am besten in der Nähe jener Stelle
ab (N 37°09'14", W 111°45'44"),
an der es sich am leichtesten aus dem Tal herausklettern lässt.
Von nun an geht es querfeldein, stets in Richtung Osten weiter.
Luftlinienmäßig ist der Sidestep Canyon keine 3 km
vom Chimney Rock Canyon entfernt, allerdings muss man auf dem
Weg dorthin gleich mehrere Abbruchkanten großräumig
umgehen oder in die Schluchten hinunterklettern. Gemeinsam mit
den zahlreichen Fotostopps nimmt die Tour dann doch relativ
viel Zeit in Anspruch, so dass wir allein für den Hinweg
knapp 3 Stunden benötigt haben.
Als erstes führt der (nicht vorhandene)
Weg vorbei an einem grauweißen Canyon (N
37°09'19", W 111°45'14"). In dieser
hodooreichen, unwegsamen Senke dürften während
der Sommermonate höllenähnliche Bedingungen herrschen,
denn selbst Mitte Oktober hat es sich hier drinnen wie in
einem Backofen angefühlt.
Vom Aussehen her hat uns diese Gegend ein wenig an die Bisti
Badlands erinnert, von der Schönheit hinkt das White
Valley - meiner Meinung nach - jedoch dem Hoodooparadies
in New Mexiko hinterher. Wir haben nicht allzu lange hier
verweilt und es wurde von uns zum größten Teil
entlang der nördlichen Abbruchkante umkreist, was vielleicht
nicht einmal so eine schlechte Idee war, denn es soll in
dieser Senke vor rattlern nur so wimmeln und diese
haben sich bei den Temperaturen sicherlich noch nicht ihren
Winter"schlaf" gewidmet... An einem etwas kühleren
Tag kann ich mir eine Rückkehr ins White Valley aber
durchaus vorstellen, bizarre Sandsteingebilde gäbe
es dort noch zur Genüge zu erforschen.
Nach rund 1,5 Stunden erreichten wir schließlich jene
Klippen, unterhalb der sich ein gewaltiger, gestreifter Höckerhoodoo
und die extrem fotogenen Eierschwammerln
befinden (N 37°09'23", W111°44'57").
Dieses Motiv hatte ich auf Steffens
Website gesehen und konnte der Versuchung nicht widerstehen
es "nachzuäffen". Das "Schwammerl"
macht sich allerdings auch im Hochformat nicht schlecht vor
der Linse. Leider war es bei uns schon etwas später und
der Sonneneinfall deutlich ungünstiger. Auf dem Foto rechts
unten erkennt man die Gruppierung in der linken unteren Bildhälfte.
Beim markanten Felsen im Hintergrund handelt es sich um den
Chimney Rock.
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Gelbes Schwammerl |
Unterwegs im Gebiet
der bunten White Rocks |

Kurz darauf kommt man zu einem weiteren Tal, das an Farbenpracht
kaum zu überbieten ist und deshalb von Volker
und mir Rainbow Valley getauft wurde. Hier
gesellen sich strahlend weiße Hoodoos mit rosa-gelb-gestreiften
Kappen zu Generationen von dottergelben Schönheiten mit
schokobraunen Hauben. Magenta- und orangefarbene Felsbrocken
liegen auf gelblichem Untergrund, dahinter die weißen
Felswände und der tiefblaue Himmel - Fotos können
diesem Szenario nicht gerecht werden! Angesichts des überwältigenden
"Farbrausches" habe ich leider vergessen hier die
GPS-Koordinaten aufzunehmen, aber ausgehend von den oben erwähnten
Eierschwammerln
sollte es kein Problem sein diese Stelle zu finden, denn sie
liegt bereits in unmittelbarer Nähe der White Sand
Road. Eine schöne Übersichtskarte von dem Gebiet
der White Rocks gibt es auf Volker´s
Seite.
Nach der Überquerung der Staubpiste war das Ziel unserer
Wanderung nicht mehr fern. Schon bald erreichten wir die Abbruchkante
einer gewaltigen Schlucht, die auf den Karten des GSENM noch
keinen offiziellen Namen trägt, so dass ich die Bezeichnung
Sidestep Canyon (ein Seitencanyon des Wahweap
Creeks!) von Steffen übernommen habe.
Aber eine Warnung gleich vorweg: Diese Schlucht ist nicht nur
sagenhaft groß sondern auch extrem unwegsam! Ich bin in
meinem Übermut gleich zu Beginn beim ersten Abstieg (wir
haben es an mehreren Stellen versucht) auf dem brüchigen
Gestein ausgerutscht und hab mir einige gewaltige Prellungen
zugezogen sowie eine unschöne Beule am Kinn, was meinen
Entdeckergeist kurzfristig etwas eingedämmt hat...
Diesem Gebiet sollte man sich unbedingt einige Stunden, wenn
nicht einen ganzen Tag lang widmen. Hoodoos in allen Größen
und Fassonen, feine und breitere rostbraune Streifen durchziehen
das weiße Felswirrwarr - ein Eldorado fast so schön
wie die Bistis, wenngleich aus einem festeren Untergrund und
leider deutlich unzugänglicher! Stellenweise könnten
einem die unzähligen Furchen und Spalten im Gestein fast
an Luftaufnahmen des Maze Districts erinnern...
Ein letzter schöner Rundblick über das Areal eröffnete
sich uns entlang der südlichen Abbruchkante (N
37°09'20", W 111°43'58"). Wo sich diese
schön
gestreiften Hoodoos befinden, habe ich zur besseren Übersicht
am Bild unten eingezeichnet. Wir konnten sie leider nur noch
aus der Ferne bewundern, denn es war mittlerweile schon 4:30
PM und wir waren uns nicht ganz sicher, wie lange wir für
den Rückweg brauchen würden. Es wurde auch schon zusehends
dämmrig als wir kurz vor 6 unser Auto erreichten.

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Rundblick in die Tiefe des
"Sidestep" Canyon
von der südlichen Abbruchkante |
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Wo sich die kleinen Zebrahoodoos
verstecken... |
Dem Gebiet der Paria Rimrocks statteten wir gleich mehrere Besuche
ab, denn es zählt zu jenen wenigen Natursehenswürdigkeiten
in der Umgebung von Page, die man auch bei schlechterem Wetter
eher problemlos besuchen kann. Entlang der Abbruchkante der
farbenfrohen Klippen findet man mehrere, fotogene Hoodooansammlungen,
wobei die bekannteste von ihnen leicht zugänglich ist und
unmittelbar nördlich des Hwy 89 zwischen den Meilensteinen
19 und 20 liegt. Vom Parkplatz mit dem trail register
(N 37°06'03", W 111°52'24";
siehe auch Topozone)
geht es dem Flussbett folgend ziemlich genau in Richtung Norden
für knapp 500 m. Am schnellsten kommt man voran, wenn man
die vielen Flussbettschleifen etwas abkürzt, indem man
den hier meist zahlreichen Fußspuren folgt. Der rund 5-6
m hohe Toadstool
Hoodoo (N 37°06'29", W 111°52'14")
am Ende des wash ist nicht zu übersehen. Schnell
ist man auf dem Zwischenplateau oben, rechterhand befindet sich
hinten unterhalb der hohen Felsklippen eine nette, rötliche
Felsturmfamilie und nach links geht es vorbei an hübsch
abgegrenzten rotweißen Badlands zu einer weiteren Steinpilzgruppierung
aus weißlichem Sandstein. Von dieser eröffnet sich
auch ein schöner Blick über die Abbruchkante in Richtung
Westen. Auch die nächsten drei Seitentäler hin bis
zur Paria Ranger Station haben einige sehenswerte Hoodooformationen
zu bieten, wobei jenes direkt gegenüber des Besucherzentrums
das ergiebigste sein soll.
Wir sind im Oktober 2004 insgesamt dreimal im Gebiet der Rimrocks
unterwegs gewesen, wobei wir leider die ersten beiden Male jeweils
zu spät eingetroffen sind. Beim dritten Mal (22.10.2004)
wollten wir uns eigentlich den Rimrocks über die Cottonwood
Canyon Road nähern, was leider aufgrund der noch immer
gesperrten Straße dann doch nicht möglich war. Vermutlich
war der Abschnitt sogar tadellos in Ordnung, aber was Ranger
dazu zu sagen hätten, wenn sie ein parkendes Fahrzeug entlang
ihrer gesperrten Cottonwood Canyon Road entdecken würden,
das wollten wir dann doch lieber nicht herausfinden...

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Old Paria Movie Set |
Lost Lady Saloon |

Dieser kurze Ausflug abseits des Hwy 89 lohnt sich allein schon
wegen der bunten Hügeln der Umgebung, deren ausgeprägte
painted desert Farbstreifen sämtliche Rot-, Braun-,
Lila- und Grauschattierungen enthalten. Diese traumhaften, verwitterten
Sedimentgesteinsschichten werden der Chinle Formationen zugeordnet
und stammen aus dem Trias, jenem Erdzeitalter, in dem die ersten
Säugetiere auftraten. Die oberste rostbraune Schicht besteht
aus dem härteren Kayenta Sandstein.
In den 1940er Jahren wurde die einzigartige Kulisse von Hollywood
Regisseuren entdeckt. Die original Westernstadt, die 1999 von
einer Sturzflut dem Erdboden gleich gemacht wurde, stammte von
den Dreharbeiten zu "Sergeants Three" (1963)
und wurde zum letzten Mal von Clint Eastwood für seinen
Film "The Outlaw Josey Wales" genutzt. Auch
viele bekannte und weniger bekannte Fernsehserien sowie TV-Shows
wurden hier gedreht.
Bei den Holzhütten, die man heute hier 6 mi nördlich
des Hwy 89 antrifft, handelt es sich um Rekonstruktionen aus
dem Jahr 2000. Es mangelt ihnen leider noch ein wenig an "altem
Flair". Vorteil der neuen Bauten ist jedoch, dass man problemlos
hinein gehen und z.B. den ersten Stock des Lost Lady Saloons
besuchen kann, etwas, das zuvor bei der Originalkulisse angesichts
der vermodernden Bretter und deren Bewohner (rattlers...)
nicht möglich war - zumindest wir haben uns das 1997 nicht
getraut.
Folgt man der dirt road weiter in Richtung Norden (i.d.R.
nur für 4WD!), stößt man auf die Überbleibsel
der 1870 von Mormonen gegründeten Pionierssiedlung Old
Pahreah. Sie bewirtschafteten die fruchtbaren Ufer
des Paria River bis Mitte der 1880er Jahre, als der
größte Teil ihres Farmlands von einer flash flood
vernichtet wurde. Auch die Goldminen der umliegenden Berge erwiesen
sich nur als mäßig ergiebig, so dass sie die Ortschaft
in den 1930er Jahren wieder verließen. Abgesehen vom Pareah
Cemetary, wo alte Grabsteine an das kurze Leben der Pionierskinder
erinnern, und ein paar Bausteinen von ehemaligen Gebäudemauern
gibt es hier nicht viel zu sehen. Im Herbst haben uns jedoch
die leuchtend gelben Pappeln und die zahllosen, gelben Tamarisken
am Ufer des Paria Rivers sehr gut gefallen.
Update: Das
Movie Set ist im August 2006 abgebrannt! Hier
gibt es ein paar aktuelle Bilder zu sehen!
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Red Rock Saloon |
Unser SUV von Alamo
Las Vegas
Leider diesmal kein Jeep... |


Quer durch das Gebiet des GSENM führte uns die 46 mi lange,
unasphaltierte Cottonwood Canyon Road, die
26 mi westlich von Page zwischen den Milemarkern 17 und 18 vom
Hwy 89 nach Norden abzweigt. Die oft als Abkürzung zwischen
Page und dem Bryce Canyon N.P. benutzte, gut ausgeschilderte
Straße ist i.d.R. auch für normale PKWs gut passierbar,
wird nach Niederschlägen jedoch schnell zur Lehmfalle.
Anfangs geht es durch eine auf ersten Anblick wenig beeindruckende
Badlandszenerie, die nur kurz im Frühjahr oder nach Regenfällen
zum Leben erwacht. Im Mai 1997 fanden wir hier anstelle des
grauen Einerleis ein Blütenmeer vor. Ein gelber Teppich
aus wilden sunflowers überzog die sandigen Ebenen.
Die Cottonwood Canyon Road verläuft im Grenzgebiet zwischen
der Grand Staircase und dem Kaiparowits Plateau
parallel zur sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden The
Cockscomb. Der beste Blick auf diese einzigartige Erdkrustenfalte
bietet sich von der Brigham Plains Road (BLM
#430), die am Anfang des Hackberry Canyon - knapp 14
mi nördlich vom Hwy 89 - nach Osten abzweigt (siehe Topozone)
und in steilen Haarnadelkurven bergauf führt. Diese Lehmspur
ist nur mit einem SUV bei Trockenheit befahrbar, bei Nässe
ist sie sicher lebensbedrohlich! Das Panorama, das sich von
der Anhöhe eröffnet, ist spektakulär: In der
Tiefe verläuft der graubraune, zackenförmige "Hahnenkamm",
parallel dazu ein gelbes Band aus herbstlichen Cottonwoods,
am nördlichen Horizont erhebt sich der burgähnliche
Castle Rock und im Westen leuchtet der Yellow
Rock, dessen Besuch sicherlich sehr lohnenswert ist, den
wir aber angesichts meiner schmerzenden Prellungen vom Sidestep
Canyon Besuch am Vortag und der ohnehin schon fortgeschrittenen
Uhrzeit auf eine nächste Reise verschoben haben. Auch unser
Aufenthalt in Old Pareah hatte am Vormittag wieder mal länger
gedauert als geplant...
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Blick von der Brigham
Plains Road auf die Erdkrustenfalte Cockscomb,
den Castle Rock (rechts) und dem Yellow
Rock (links). |

Es folgt der wohl schönste und farbenprächtigste Abschnitt
der Cottonwood Canyon Road. Die Straße verengt sich zum
namensgebenden Cottonwood
Canyon und schlängelt sich zwischen imposanten roten
und weißen Gesteinszacken hindurch. Was mich bei unserem
ersten Besuch hier am meisten beeindruckt hat, war der z.T.
grüne(!) Lehmerdboden. Rund 25,5 mi nördlich der US-89
befindet sich unmittelbar neben der Straße, der Eingang
in die hohen Cottonwood
Narrows.
Über einen 1 mi langen, ausgeschilderten Abstecher, rund
29 mi nördlich des Hwy 89, erreicht man eines der Wahrzeichen
der Cottonwood Canyon Road, den majestätischen Grosvenor
Arch, ein hoher Doppelbogen aus hellgelbem Sandstein.
Benannt wurde er nach einem ehemaligen Präsidenten der
National Geographic Society namens Gilbert Grosvenor. Der Zugang
wurde asphaltiert und mit einem kleinen Parkplatz, mehreren
Picknickbänken und einer Toilette ausgestattet. Die günstigste
Zeit für einen Besuch ist der Nachmittag, wenn er am besten
ausgeleuchtet ist.
Unweit des Naturbogens - etwa 33 mi vom Hwy 89 entfernt - führt
eine Schotterstraße (Rush Bed Road, BLM Road
#422) in Richtung Südwesten zu einem weitgehend unbekannten,
einsamen Slotcanyon, dem wunderschönen Round
Valley Draw, dem ich einen Extrabericht gewidmet habe.
9 mi hinter der Abzweigung zum Grosvenor Arch führt eine
weitere Stichstraße zum kleinen, interessanten Kodachrome
Basin S.P., der für seine weltweit einzigartigen
sand pipes berühmt ist. Über 60 dieser je
nach Hämatitgehalt weißgrauen oder tiefroten säulenähnlichen
Entrada Sandstein Formationen erheben sich in diesem Schutzgebiet
bis zu 57 m hoch gegen Himmel. Ihre Gestalt ist vielfältig,
so auch ihre Fantasienamen. Hier findet man neben dem altbewährten
Chimney Rock, der wohl fast in jedem(?) Bundesstaat
vertreten ist, eine Fred Flintstone Spire oder die
vielseitig abgelichtete Ballerina Spire und in Campingplatznähe
steht man einem ganz besonders auffälligen Exemplar gegenüber,
das schon so manch einem zu lustigblöden Fotos inspiriert
hat... ;-)
Erstaunlich viele tragen auch den Beinamen "Geyser",
was auf der Annahme beruht, dass diese Felsröhren vermutlich
aus 65 Mio. Jahre alten unterirdischen Quellen entstanden sind,
deren Wasserkanäle sich im Lauf der Jahrmillionen mit kalzit-
und feldspathältigen Sedimenten anfüllten.
Für Entdeckungsreisen durch das Gebiet stehen dem Besucher
zahlreiche, schöne Wanderwege zur Verfügung. Wer erst
spät abends hier ankommt, so wie wir im Oktober 2004, dem
sei der Panorama Trail zu empfehlen. Hier werden noch
viele Formationen im Licht der untergehenden Sonne angestrahlt,
und man kann die 5 km loop mit einigen Fotostopps durchaus
in knapp einer Stunde schaffen. Unseren Trailblazer erreichten
wir auch an diesem Tag erst bei stark vorangeschrittener Dämmerung...
Die folgenden eineinhalb Tage verbrachten wir
im Bryce N.P. (Morgenrot, Navajo Trail, Peekabo Loop und Queens
Garden Trail, Morgenrot). Die Schlechtwetterfront machte sich
erstmals bemerkbar und die sonnigen Momente während der
Weiterfahrt nach Escalante machten sich rar.
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Ausflug zu den Moqui
Marbles |
In Sandstein eingebettet... |

Ein kurzer, aber umso beeindruckenderer Ausflug führte
uns am Abend des 17. Oktober 2004 noch zu den wundersamen Moqui
Marbles. Die Bezeichnung Moqui [mo-ki]
bedeutet in der Sprache der Hopi-Indianer soviel wie "dearly
departed one". Einer Legende zufolge, kehrten die
Geister verstorbener Ahnen abends nach Sonnenuntergang auf die
Erde zurück, um mit den „Murmeln“ (marbles)
zu spielen, und hinterließen diese im Morgengrauen als
Zeichen, dass sie glücklich und wohlauf sind.
Geologisch gesehen handelt es sich um Eisenoolithe (griech.
oion = Ei, lithos = Stein), bis zu 20 cm große
Eisenoxidkugeln mit einer harten, meist schwarzen Schale aus
Hämatit und einem beigen, sandsteingefüllten Inneren.
Über die Entstehung dieser seltenen Formationen streiten
sich Naturwissenschaftler bis heute. Während einige noch
auf der kosmischen Ursprungstheorie beharren und diese Steine
als Überreste von Meteoriteneinschlägen ansehen, ist
neuesten Erkenntnissen zufolge eine sedimentäre Entstehung
auf der Erde weitaus wahrscheinlicher. Marjorie Chan und ihre
Kollegen berichten in einem paper in der Zeitschrift
Nature über ähnliche Formationen auf der
Marsoberfläche, sogenannte "martian
blueberries". Diese Wissenschaftler vermuten,
dass die Eisenoolithe im Südwesten der USA sich vor etwa
25 Millionen Jahren gebildet haben, als große Mengen an
Grundwasser durch permeables Gestein flossen und chemische Reaktionen
Mineralstoffe dazu veranlassten sich zu runden Kugeln zu agglomerieren.
Im Lauf der Zeit erodierte der umliegende, weichere Navajo Sandstein
weg, legte die marbles frei und diese akkumulierten
in der Folge zu Hunderten und Tausenden in einigen Senken des
amerikanischen Südwestens.
Im Gebiet des GSENM, im Zion und Capitol Reef N.P. sowie im
Snow Canyon S.P. und in der Gegend um Moab findet man heute
z.T. noch großflächige Felder. Moquis soweit das
Auge reicht - kugelrunde, ufoförmige, kleinere und größere
sowie frei herumliegende oder in buntem Sandstein eingebettete.
Von den größten Exemplaren, die wir am Moqui
Hill (bzw. Moki Hill) an der Old Sheffield Road gesehen
haben, waren leider nur noch Hälften vorhanden (Durchmesser
jenseits der 10 cm!). Man sollte auf jeden Fall Abstand davor
nehmen, sich solche Steine vor Ort illegal anzueignen, denn
viele der Fundorte in Südutah und Arizona stehen unter
Naturschutz. Da es sich bei den Moquis um wahre Raritäten
handelt, denen heilende Wirkungen und metaphysische Kräfte
zugeschrieben werden, ist die Nachfrage leider sehr groß
und es ist zu befürchten, dass irgendwann nicht mehr viel
übrig bleiben wird von diesen schönen, seltenen Moquifeldern.
Darum nochmal ein kurzer Appell an alle, die wie wir anhand
der im Internet vorhandenen Informationen zu den Moquiplätzen
gefunden haben: Bitte keine Andenken mit nach Hause nehmen.
Take nothing but pictures!

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Broken Bow Arch |
No sunset am Sunset
Arch |

Ein etwas längerer Ausflug ließ uns tief in das Gebiet
der Escalante Canyons eindringen. Entlang der einzigen
Zufahrtstraße, der unbefestigten Hole in the Rock
Road (Route 1862; kurz HITRR), die rund 5
mi südöstlich von Escalante vom Hwy 12 abzweigt, reihen
sich die Sehenswürdigkeiten, so dass eine vollständige
Erkundung der Region einige Tage, wenn nicht Wochen in Anspruch
nehmen würde. Aufgrund der miserablen Wetterprognosen für
die darauf folgenden Tage wählten wir gleich zu Beginn
eines der entlegendsten Ziele, die Wanderung zum Broken
Bow Arch, aber nicht ohne zuvor noch einen kurzen Stopp
bei der Ranger Station einzulegen, nur um sicher zu gehen, ob
der Ausflug unter den herrschenden Wetterbedingungen (70%
chance of rain) auch wirklich unbedenklich ist. Man erzählte
uns dort, dass es um diese Jahreszeit keine flash floods
mehr geben würde und die HITRR in gutem Zustand
sei, eine Aussage, die der Ranger sicherlich nur wenige Tage
später revidieren musste, als sogar im Radio wiederholt
eine severe flash flood warning für den gesamten(!)
Süden Utahs ausgesprochen wurde...
Den einsamen Steinbogen in der Willow Gulch erreicht
man über eine 42,5 mi südlich des Hwy 12 bzw. 1 mi
hinter dem ausgeschilderten Sooner Wash von der HITRR
nach links (Osten) abzweigenden Stichstraße (N
37°19’21’’, W 111°02’43’’; siehe auch Topozone).
Die noch verbleibenden 1,4 mi bis zum Ausgangspunkt der Wanderung
(N 37°19'30", W 111°01'23")
sollten bei gutem Wetter auch durchaus noch mit einem normalen
PKW zu schaffen sein. Am Weg dorthin passiert man die Grenze
zur Glen Canyon National Recreation Area, so dass sich
der Broken Bow Arch streng genommen gar nicht mehr im Gebiet
des GSENM befindet.
Selbst mit einem 4WD-Fahrzeug muss man für die Anfahrt
von Escalante mit gut 1,5 Stunden rechnen, die Wanderung beansprucht
dann - je nach Aufenthaltsdauer vor Ort - rund 2-3 Stunden.
An kalten, stürmischen Tagen - was am 18.10.2004 der Fall
war - findet man hier zum Glück etwas Schutz vor den unangenehmen
Windböen.
Ein guter Anhaltspunkt für den Abstieg in die Schlucht
bietet ein gewaltiger Hoodoo.
Man sieht es ihm vielleicht nicht an, aber ist gut 2,5 m hoch.
Unten angelangt geht es in dieser Seitenschlucht zunächst
in Richtung Südosten und nach knapp mehr als 1 km dann
in der Willow Gulch dem Flussbett folgend nach Nordosten. Immer
wieder muss man sich seinen Weg durch den z.T. unübersichtlichen
Uferbereich bahnen. Als wir dann jene Stelle erreichten, wo
sich der Wasserlauf zu einem kleinen Canyon verengt, waren wir
kurz etwas ratlos. Noch dazu hatten wir dummerweise falsche
GPS-Koordinaten in unseren Foretrex eingegeben, was für
noch mehr Verwirrung sorgte. Und beinahe hätte uns die
dunkle, bedrohliche Wolkenbank über den Straight Cliffs,
die uns bei der Herfahrt schon Kopfzerbrechen bereitet hatte
und auch von der Willow Gulch aus sichtbar war, zum Umkehren
bewegt. Über den etwas rutschigen Fels links vom creek
haben wir schließlich doch noch den weiteren Verlauf des
Weges gefunden, und rund 3,5 km vom Startpunkt entfernt erblickt
man dann plötzlich und unverhofft hinter einer letzten
Flussbiegung den gewaltigen Broken Bow Arch
(N 37°19'42", W 111°00'00").
Zu dem Felsbogen kommt man relativ leicht. Wenn der creek
wenig Wasser führt einfach dem Flussbett rund um den Broken
Bow Arch folgen und dahinter nach links den Hang hinaufgehen.
Seine herauserodierte Öffnung ist knapp 30 m breit und
über 30 m hoch. Um sich die Dimensionen dieses Bogens besser
vorstellen zu können: Bernhard steht auf dem kleinen Bild
links oben direkt unter dem Felsbogen. Bewegt man die Maus über
das Rollover-Bild, erkennt man ihn vielleicht etwas besser!
;-)
Sehr gut gefallen haben uns in der Willow Gulch zu dieser Jahreszeit
die vielen herbstlichen
Pappeln, deren goldenes Leuchten perfekt mit den rotbraunen
Felswänden harmoniert hat.
Wer möchte kann der HITRR auch
noch bis zu ihrem namensgebenden Ende folgen, dem ca. 58 mi
vom Hwy 12 entfernten Hole in the Rock, durch
das man einen Blick auf den Lake Powell werfen kann. Aufgrund
des miserablen Pistenzustands jenseits der WIllow Gulch
(es geht z.T. über
blanken Felsen!) ist das jedoch eher ein haariges Unterfangen,
das uns wenig gereizt hat, zumal es schönere Aussichtspunkte
und Lake Powell Zugänge gibt (Link zu einem Bild
des Hole in the Rock). Im 19. Jahrhundert wurde diese Route
von mormonischen Pionieren bei der Überquerung des Colorado
River genutzt. Sie erweiterten die Öffnung im Fels und
errichteten eine Route bis zum Fluss hinunter. Die Forty-Mile
Spring diente ihnen als Unterkunft und der Dance Hall
Rock östlich der HITRR wurde zur Tanzhalle
umfunktioniert, in der nach den Strapazen der Reise rauschende
Feste gefeiert wurden. Hier gibt es weitere Details
zur Geschichte rund um das Hole in the Rock.
Einen kurzen Abstecher machten wir am Weg
zurück nach Escalante noch zum Sunset Arch
an der Fourty Mile Ridge Road, die 5,5 mi nördlich
der Willow Gulch bzw. knapp 37 mi vom Hwy 12 entfernt
von der HITRR ebenfalls in Richtung Osten abzweigt.
Selbst ein ungeübtes Auge kann den flachen, aber markanten
Steinbogen bereits mehrmals während der Anfahrt aus
der Ferne erkennen. Aber auch wenn es auf kürzestem
Weg nur 1,7 km bis zum Sunset Arch sind (zumindest laut
unserer Messung), so kann man sich hier ohne GPS-Gerät
ordentlich verlaufen. Obgleich es kontinuierlich bergab
geht, verbirgt sich der Steinbogen fast die ganze Zeit über
hinter kleineren Erhebungen. Ein guter Ausgangspunkt für
die kurze Wanderung befindet sich rund 3,7 mi von der HITRR
entfernt (N 37°23’12’’, W 111°03’36’’;
1435 m). Von hier wendet man sich querfeldein zu
Fuß in Richtung Süden und muss u.a. ein tief
ausgewaschenes Flussbett umgehen, bevor das Ziel erreicht
ist (N 37°22’33’’, W 111°02’54’’;
1380 m). Etwa 300 m südlich des Sunset Arch
befindet sich ein weiterer Bogen, der Moonrise Arch.
Von seiner besten Seite zeigt sich der Sunset Arch - wie
der Name schon sagt - abends im Licht der untergehenden
Sonne. So harrten wir einige Zeit vor Ort aus in der Hoffnung
auf ein günstig einfallendes Sonnenloch. Wir hatten
aber leider kein Glück, ganz im Gegenteil: es begann
zu tröpfeln und wir machten uns schleunigst auf den
Heimweg. Noch hielten sich die schlammigen Abschnitte entlang
der HITRR in Grenzen, aber zu unserem Erstaunen
kamen uns gegen Ende bereits einige Planierfahrzeuge entgegen.
Ganz so ohne, wie es uns die Ranger geschildert hatten,
war die Fahrt an dem Tag also doch nicht...
Aufgrund der anhaltenden Regenfälle war
die HITRR bereits am darauf folgenden Tag völlig
unbefahrbar und vieles was noch am Wunschprogramm gestanden
hätte, fiel leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser
wie z.B. der Zebra
und Tunnel
Slot oder die Red
Breaks beim Harris Wash, der Devils
Garden, die populäre Peek-A-Boo
und Spooky
Gulch oder die Coyote Gulch mit der sehr fotogenen Coyote
Natural Bridge und dem gewaltigen Jacob
Hamblin Arch (siehe auch Übersichtskarte).
Über den Abstieg bei Crack in the Wall erreicht
man den Stevens
Canyon mit dem schönen Stevens
Arch. Zu empfehlen ist auch die längere Wanderung zum
Neon
Canyon mit seinem imposanten Felsloch Golden
Cathedral.
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| Weißer Fels
so weit das Auge reicht -
die Landschaft am Scenic Highway 12 |
Herbstliche Stimmung
beim
Lower Escalante River Trailhead |

Nicht nur entlang der Hole in the Rock Road reihen sich die
Sehenswürdigkeiten von Escalante. Hier gibt es noch viel
zu unternehmen, so zum Beispiel eine Wanderung zu den Lower
Calf Creek Falls, zum Horizon
Arch oder entlang des Escalante River Trails, der den gleichnamigen
Fluss entlang von Escalante bis zum 24 km entfernten Lower Escalante
River TH führt. Hierbei durchquert man unzählige Male
den Fluss und kommt an einigen prähistorischen Kornspeichern
und anderen Anasazi Ruinen, Petroglyphen und Pictogrammen sowie
an der Escalante
Natural Bridge vorbei. Mit dem Auto kann man dem Escalante
Canyon Overlook einen Besuch abstatten oder die Hells
Backbone Road entlang fahren, eine unasphaltierte Rundstraße
im Norden der Ortschaft. Versteinerte Hölzer gibt es im
Escalante
Petrified Forest State Park, 1 mi westlich von Escalante,
und in der Wolverine
Petrified Wood Area entlang des Burr Trails zu sehen. Beide
sind jedoch nicht annähernd so beeindruckend wie der Petrified
Forest National Park in Arizona.
Bei dem immer wiederkehrenden Nieselregen
konnten wir uns jedoch selbst zur kurzen Wanderung zu den
Upper
Calf Creek Falls nicht überwinden, zu stark und
zu eisig waren die Windböen entlang des exponierten
trails. Stattdessen fuhren wir weiter entlang des
Hwy 12 in Richtung Norden und tauchten bald in eine winterliche
Landschaft ein. Mit Schnee hatten wir hier eigentlich noch
nicht gerechnet, hieß es doch, dass Mitte Oktober
die ideale Zeit sei, um den Indian Summer entlang des Hwy
12 zu erleben. Aber die Wetterbedingungen sind nicht jedes
Jahr ident und auch am North Rim hatten wir zuvor in der
ersten Oktoberwoche den Laubhöhepunkt leider schon
verpasst.
Im Anschluss fuhren wir über den Burr Trail in Richtung
Capitol Reef N.P. Der landschaftlich reizvolle Long
Canyon mit seinen hohen durchlöcherten Felswänden
war auch bei Schlechtwetter ein nettes Ausflugsziel. Mit
Eintritt in den Nationalpark wechselt der Bodenbelag zu
Schotter und Lehm, war aber bis zu den berühmten Burr
Trail Switchbacks in tadellosem Zustand. Ein Ausflug zum
wunderschönen Strike
Valley Overlook erschien unter den gegebenen Umständen
dann doch etwas zu abenteuerlich...
So fuhren wir wieder zurück in Richtung
Escalante und statteten den hübschen Petroglyphen (Felsritzungen)
und Pictogrammen (Felszeichnungen) unmittelbar beim
Lower Escalante River Trailhead einen kurzen Besuch ab. Auf
die Panels wurde ich dank Jim
Greenwoods Website aufmerksam, die leider nicht mehr online ist. Einige der Petroglyphen sind
hier durch die Taten von Vandalen schwer in Mitleidenschaft
gezogen worden, zum großen One Hundred Hands Panel
kommen nur Kletterer hin, so blieb es zum Glück verschont.
Mehr als 160 Hände konnten wir hier zählen, wobei
viele sicherlich schon verblichen sind. Diese Felsmalerei ist
eine der größten im Gebiet des GSENM, und man kann
sie bereits vom Boynton Overlook am Hwy 12
in einer Felsnische erkennen/erahnen. Vom Aussichtspunkt sieht
man auch wie man am besten den Hügel zu ihr hinaufkommt
(den Privatgrund sollte man nicht betreten!). Rechts vom Panel
befinden sich die zerstörten Petroglyphen und links noch
einige schöne intakte.
Im Anschluss machten wir uns von dort auf die Suche des
lustigen "Yup you gotta get wet"
Schilds. Zunächst in Richtung Westen,
dort fanden wir jedoch leider nur eine unbeschilderte Flussüberquerung,
so dass wir dann den Weg zum Phipps
Arch eingeschlagen haben. Auch in dieser Richtung wurden
wir erst nach einer guten Weile fündig. Die Wanderung
weiter zum Felsbogen (erfordert guten Orientierungssinn
bzw. GPS und Karte)
ist sicherlich sehr reizvoll, aber eher zu einer wärmeren
Jahreszeit, denn "wet" wurde man an diesem
Tag leider ohnehin schon von oben genug... ;-)
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Kleiner Ausschnitt aus dem
One Hundred Hands Panel |
Vandalen haben versucht Petroglyphen
aus der Felswand herauszuschneiden. |

Angesichts der großflächigen Schlechtwetterfront,
die sich zu diesem Zeitpunkt praktisch über den gesamten
Westen der USA erstreckte, waren wir am 19.10.2004 erstmals
etwas ratlos und wussten nicht so recht, wie sich die restlichen
zwei Wochen am besten umgestalten ließen. Aus dem geplanten
längeren Hanksvilleaufenthalt wurde eine Rückreise
nach Page bei strömendem Regen - über den Bryce Canyon
N.P. und Kanab, zumal die Cottonwood Road gesperrt war.
Vielleicht werden wir zukünftig Wetterprognosen weniger
Glauben schenken und uns doch wieder an sorgfältig vorbereitete
Tagesplanungen halten, denn hier wäre es auf
jeden Fall die bessere Entscheidung gewesen. Page und Umgebung
blieb vom Dauerregen leider noch weniger verschont als Hanksville,
ganz im Gegenteil... Wie schön es zu dem Zeitpunkt in Hanksville
gewesen wäre, hat Steffen sehr gut in seinen Berichten
South
of Hanksville und North
of Hanksville geschildert.
Fauna und Flora: Abends in der Dämmerung saßen
auf den Staubpisten des GSENM stets einige geduckte, "selbstmörderische"
Vögel, vermutlich Vertreter der nightjars-Familie
(nighthawks oder poorwills?). Auch während
unserer Wanderungen haben wir immer wieder zahlreiche, kleinere
Vogelarten in den Gebüschen zwitschern gehört,
die ich jedoch nicht näher identifizieren konnte. Bis
auf einige schöne Gabelbockantilopen
(pronghorns), unzählige kleinere Eidechsen-
und Heuschreckenarten sind uns heuer leider keine weiteren
Tiere hier begegnet.
Die Biodiversität dieser Region sollte man aber keinesfalls
unterschätzen, an die 200 Vogel-, 60 Säugetier-
und 6 Fischarten sind hier beheimatet sowie 46 Reptilien-
und Amphibienarten. Zu den häufigsten Vertretern der
Säugetiere zählen Maultierhirsche, Rehe, Kojoten,
Eselhasen, Dickhornschafe, Kaninchen, Pumas und Biber. Mindestens
sieben im Park nistende Raubvogelarten konnten bisher registriert
werden, auch Wanderfalken und Steinadler halten sich gelegentlich
hier auf.
Relativ weit verbreitet sind Skorpione, Schwarze Witwen
und Klapperschlangen, jene eher unliebsame Bewohner von
Felsnischen und Gestrüpp. In Acht sollte man sich allem
voran vor den kleinen pgymy rattlers nehmen, denn
auch wenn die Körperlänge dieser Klapperschlangenart
oft die 50 Zentimetermarke nicht überschreitet, so
ist ihr Gift nicht schwächer als das ihrer größeren
Verwandten.
Über weite Teile des Nationalmonuments erstreckt sich
die Trockenzone und die Nusskiefer-Wacholder-Zone, in denen
hauptsächlich sehr genügsame Pflanzen gedeihen,
die kaum Wasser benötigen, darunter diverse Kaktusarten,
Yuccas, Wermutsträucher oder die gar seltsam aussehenden,
antennenreichen desert trumpets. Nicht selten sieht
man am oberen Ende ihres geschwollenen Stängels kleine
Löcher, die als Zugang zur Speisekammer und dem Brutschrank
einer kleinen Wespenart dienen. In rauen Mengen findet man
solche desert trumpets z.B. im Chimney Rock Canyon
oder in der Willow Gulch.
In einem schönen Kontrast zu der überwiegend kargen
Gegend steht die üppige Flussbegleitvegetation in feuchten
und schattigen Canyons, wo stattliche Pappeln, Weiden, Samteschen,
Eschenahorn sowie die nicht in der USA heimischen Tamarisken
gedeihen und sich hängende Gärten aus Farnen,
Moosen, Akeleien in der Nähe von Wasserfällen
an die porösen Felswände schmiegen. In Acht sollte
man sich in den Canyons vor den weit verbreiteten, bei Berührung
giftigen poison ivy Pflanzen nehmen. Leaves
of three let them be! Die im Herbst herrlich
rot gefärbten Blätter dieser Sträucher können
schwere Ausschläge verursachen!
Unterkunft: Die gesamte Infrastruktur
des GSENM konzentriert sich auf die kleinen Ortschaften Cannonville
(z.B. Grand
Staircase Inn) und Escalante (z.B. Circle
D Motel) sowie auf die Stadt Page (z.B. Bashful
Bob Motel). Weitere Unterkunftsmöglichkeiten stehen
dem Besucher in den ebenfalls nicht weit entfernten Ortschaften
Kanab, Tropic oder Boulder zur Auswahl. Während man in
Page viele Einkaufmöglichkeiten vorfindet (beim Safeway
bekommen auch Ausländer ordentliche Rabatte mit Kundenkarte!),
so ist die Auswahl in Escalante sehr beschränkt. Außerdem
sind die meisten Produkte dort auch etwas teurer, so dass es
sich empfiehlt nichtverderblichen Proviant schon von Page oder
einer anderen größeren Stadt mitzunehmen.
Essen: Empfehlenswert ist
die Fiesta Mexicana in Page (gute Salsa, herrliche
Margaritas!) sowie das die Escalante Outfitters (riesige Pizzas)
oder Cowboy Blues in Escalante, wo es exzellente Sundae Brownie
Becher und ebenfalls Pizzas gibt. Als eine Gruppe von 4 älteren
Personen am Nachbarstisch sich eine Cowboy Blues Pizzas teilten,
nahmen sie nach dem Essen noch einen Rest davon im doggy
bag mit! Und selbst zwei erwachsene Männer am eigenen
Tisch haben es nicht geschafft die gemeinsame Pizza zu bewältigen...
;-)
Abraten würde ich persönlich vom Boulder Mesa
Restaurant an der Kreuzung vom Hwy 12 und dem Burr Trail.
Das Essen war dort nicht besonders (ziemlich fett...) und
die hot chocolate wurde mit Ziegenmilch(!) zubereitet.
Wie letzteres geschmeckt hat, das möchte ich hier nicht
näher erläutern. Ich habe jedenfalls seither nirgends
mehr eine heiße Schokolade getrunken... ;-)
Büchertipp: Sehr nützlich
bei der Planung von Ausflügen und Wanderungen im Gebiet
des Grand Staircase Escalante National Monument sind die Bücher
"Hiking and Exploring the Paria River" und
"Canyon Hiking Guide to the Colorado Plateau"
von Michael R. Kelsey sowie "Hiking Grand Staircase-Escalante
and the Glen Canyon Region" von Ron Adkison und "Photographing
the Southwest - Utah" von Laurent Martres.