Allgemeines: Das knapp 8.000
km² große, 1996 gegründete Grand
Staircase Escalante National Monument (kurz GSENM) zwischen
dem Capitol Reef N.P. im Osten, dem Bryce Canyon im Westen und
der Glen Canyon National Recreation Area im Süden umschließt
eines der vielfältigsten und entlegendsten Gebiete der
Vereinigten Staaten. Abenteuerliche Slot Canyons und steile
Klippen durchschneiden die Felsen, bizarre Formationen und Monolithe
erheben sich gen Himmel, natürliche Felsbögen und
-brücken wechseln sich ab mit idyllischen Wasserfällen
und buntgestreiften Hügeln. Die Gesteinsschichten sind
reich an versteinerten Hölzern, Fossilien und Dinosaurierskeletten
- eine wahre Fundgrube für Paläontologen, Naturliebhaber,
Geologen und Fotografen.
Für europäische Maßstäbe nur schwer nachzuvollziehen:
Bill Clinton hat hier im Süden Utahs ein Gebiet fast so
groß wie ganz Kärnten unter Naturschutz gestellt!
Und es sind genau diese Ausmaße und die Unzugänglichkeit,
die es so wertvoll machen. Hier findet man sie noch die wahre
Wildnis, wo die Naturgewalten den Lauf der Dinge bestimmen und
Tiere sowie Pflanzen ungestört leben können - ein
Platz, wo der Mensch auch in der heutigen Zeit lediglich eine
untergeordnete Rolle spielt.
Nur ein kurzes, asphaltiertes Stück des Hwy. 89 durchquert
im Süden das Schutzgebiet und im Norden führt ein
Teil des Utah Highway 12 sowie der Burr Trails durch die Außenbereiche
des National Monuments. Der Zustand der wenigen sandigen Pisten,
die das Zentrum des Parkareals erschließen, ist stark
wetterabhängig und sie können nach Regenfällen
nicht selten tagelang gesperrt sein. Darüber hinaus ist
das GSENM über die zahlreichen Seitenarme des Lake Powells
per Boot zugänglich sowie zu Fuß entlang zahlloser
Wanderrouten. Eine vollständige Beschreibung dieses Nationalmonuments
würde ein ganzes Buch füllen und könnte selbst
dann nicht den Anspruch erheben vollständig zu sein, da
es hier einfach noch viel zu viel Unentdecktes und Unerforschtes
gibt.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83
Wichtige Hinweise: Wann immer
man die asphaltierten Straßen verlässt, besteht bei
den meisten normalen Mietautos (auch SUVs!) keinerlei Versicherungsschutz
mehr oder es ist laut Mietvertrag überhaupt verboten. D.h.
wer auf unbefestigten Pisten unterwegs ist, sollte sich dieses
Risikos bewusst sein! Wichtig ist somit auch der ständige
Blick auf die Wetterkarte, denn oft machen schon wenige Regentropfen
viele Straßen zu autovernichtenden oder lebensgefährlichen
Schmierpisten. Die aktuellen Straßenverhältnisse
der GSENM dirt roads bekommt man in den zuständigen
Besucherzentren in Big Water, Escalante oder Kanab, die der
größeren Verbindungstrecken in Utah gibt es hier.
Man sollte sich unbedingt immer erkundigen. Warum, das verdeutlich
u.a. das im Big Water Visitor Center ausgehängte
Foto eines ziemlichen "SUV nightmares". ;-)
Auf der National
Weather Webseite findet man außerdem die aktuellen
"flash flood warnings".
Das ideale Basislager: Nur
wenige Ortschaften bieten sich als Ausgangspunkt für Erkundungstouren
in das weiterläufige Gebiet des G.S.E.N.M. an. Empfehlenswert
sind hier vor allem die Kleinstadt Page
am Lake Powell (für Touren zu den White Rocks) und sowie
das Örtchen Escalante am Hwy. 12 (für
Wanderungen ausgehend von der Hole-in-the-Rock Road). Darüber
hinaus findet man noch ein Quartier in Cannonville, Kanab oder
Tropic für Ausflüge entlang der Skutumpah Road.
Unser(e) Besuch(e): Von der
Gründung dieses National Monument habe ich bei meinem ersten
Besuch im Juni 1997 kaum etwas mitbekommen. Damals wusste ich
leider auch noch nicht, welche große Anzahl an Sehenswürdigkeiten
das Hinterland zwischen den Highways 89 und 12 verbirgt. Wir
nutzten lediglich die Cottonwood Canyon Road als Abkürzung
zwischen dem Capitol Reef N.P. und Page. Aufgrund von leichten
Niederschlägen war die Fahrt ohne Geländewagen etwas
abenteuerlicher, zumal es eine kleine Furt zu durchqueren galt,
und die Lehmpiste z.T. sehr ausgewaschen war.
In der Zwischenzeit wurden Einfahrtsschilder angebracht sowie
etliche Besucherzentren errichtet. Eintritt wird nach wie vor
keiner verlangt (Stand: Juli 2008) und am Zustand der meisten
dirt roads, die Zugang in das Gebiet verschaffen, ist
glücklicherweise ebenso nicht viel geändert worden.
Viele der großen Highlights können nur nach meilenlanger
Fahrt auf rauen Allradpisten erreicht werden, so dass man hier
noch grandiose Landschaften für sich alleine haben kann.
Es waren nicht gerade wenige Tageswanderungen und -ausflüge,
bei denen wir praktisch nie jemandem begegnet sind. Im Oktober
2004 begab ich mich auf Steffens,
Peters
und Michael Kelseys Spuren und seit April 2006 habe ich mich
gemeinsam mit Steffen regelmäßig in immer entlegenere
Winkel dieses wunderschönen National Monuments gewagt.
Und ein Ende der Touren ist hier irgendwie noch nicht in Sicht...
;-)


Unterwegs zwischen weißen Felstürmen
Der Naturfotograf Michael
Fatali hat sie einst berühmt gemacht, die schönen,
strahlend weißen Felstürme des Wahweap Creek,
die bis dato(?) keinen offiziellen Namen tragen und von den
meisten Leuten schlicht als "Wahweap
Hoodoos" bezeichnet werden. Ihre einzigartige
Gestalt inspirierte Besucher immer wieder zu klangvollen Fantasienamen
- von "Valley of Sodom and Gomorrah" (Michael
Fatali) oder "Towers of Silence" (Laurent)
bis hin zu der ebenfalls sehr treffenden Wortschöpfung
"Valley of the White Ghosts" von Karsten.
Die Wahweap Creek Hoodoos bestehen aus äußerst fragilem,
weichem Gestein und tragen eine harte Kappe aus schokoladebraunem
Konglomerat. Der einzige ideale Zeitpunkt um das berühmte
Bild "Stone Temples" von Fatali nachzueifern,
sind die allerersten Sonnenstrahlen. Im April 2003 klingelte
der Wecker bei Steffen und Thomas bereits mitten in der Nacht.
Das Ergebnis
kann sich aber sehen lassen! ;-)
Mir erschien das frühe Aufstehen im Oktober 2004 angesichts
der misslichen Wetterlage nur wenig verlockend (es war der Tag
nach unserer ersten, etwas verregneten Coyote
Buttes Tour), aber ganz verzichten wollte ich dennoch nicht
auf den Besuch. ;-)
Zu den Wahweap Hoodoos gibt es zwei Zufahrten:
Die südliche Zufahrt: Wer mit einem normalen
PKW anreist, der kann sich den geisterhaften Felstürmen
nur von Süden her über die Nipple Creek Road
nähern und muss eine Wanderung von rund 14 km in Kauf nehmen.
Eine Wegbeschreibung von Big Water aus gibt es u.a. bei Steffen
nachzulesen und eine sehr schöne Topomap zu diesem Hike
gibt es hier.
Die nördliche Zufahrt: Mit einem Allradfahrzeug
erreicht man das entlegene Flussbett des Wahweap Creek
am schnellsten und leichtesten über die nördliche
Zufahrt. Diesen von mir und Bernhard im Oktober 2004 gewählten
Anfahrtsweg habe ich - wie viele gute andere Tipps - dem Buch
"Photographing the Southwest" von Laurent
Martrès entnommen. Von Page kommend geht es zunächst
dem Hwy. 89 entlang und dann weiter auf der Cottonwood Canyon
Road für rund 1,4 Meilen. An dieser Stelle (N
37°07'28", W 111°51'18") biegt man
nun auf die staubige BLM Road #431 ab und folgt ihr für
knapp 4 mi nach Nordosten und dann unbeirrt immer weiter in
Richtung Osten. Angeblich kann man sich hier auch verfahren
- vielleicht hatten wir einfach nur Glück - aber alle Straßenverzweigungen
führten uns stets auf die Hauptstrecke zurück. Die
Mitnahme von topographischen Karten (Q4120
und Q4121)
und eines GPS-Geräts sind von großem Vorteil.
Nach dem Abzweig der White Sands Road (N
37°10' 06", W 111°45'11"), die den
bequemsten und kürzesten Zugang zum Sidestep Canyon (siehe
Beschreibung weiter unten) verschafft, geht
es auf einer etwas rutschigen Lehmspur ein Stück bergab.
Diesen Hang, rund 9,5 mi von der Cottonwood Canyon Road entfernt,
sollte man bei feuchter Witterung unbedingt meiden. Die Wanderung
zu den Wahweap Creek Hoodoos ist auch von hier sicher nicht
mehr besonders weit. Im Normalfall folgt man der Piste noch
für rund eine halbe Meile in Richtung Osten und parkt sein
Fahrzeug entweder unmittelbar vor dem breiten Wahweap Creek
oder schon kurz davor entlang der Abzäunung. Wir sind bereits
an
dieser Stelle durch ein Loch im Zaun geschlüpft. Knapp
1,5 Stunden sollte man für die Anfahrt von Page aus einplanen.
Der Fußweg zu den schönen Felstürmen ist im
Prinzip nicht zu verfehlen, wenn man dem ebenen, meist nur wenig
Wasser führenden Flussbett nach Süden folgt und nach
knapp 2 km bzw. 25 min. auf der rechten Seite nach den markanten
Formationen Ausschau hält. Insgesamt gibt es drei größere
Hoodoogruppierungen entlang des oberen Abschnitts des Wahweap
Creek, wobei sich die mittlerweile so oft abgelichteten Stone
Temples bereits in der First Wahweap Group
befinden (N 37°09'44", W 111°42'44").
Für alle die sich, so wie wir, die gewaltige Höhe
der Steintempel vor unserem Besuch nicht vorstellen konnten,
hier ein Größenvergleich.
Von nicht minderer Schönheit ist die
zweite Ansammlung (Second Wahweap Group) mit
ebenso imposanten Gebilden (N 37°09'36",
W 111°42'40"; noch ein
Größenvergleich), die ich persönlich sogar
insofern als interessanter einstufen würde, da das Areal
größer und vielseitiger ist. Außerdem hatte
ich von dieser Gruppierung noch nicht so viele Fotos im Web
gesehen, so dass hier noch ein gewisser Überraschungseffekt
hinzugekommen ist. An dieser Stelle entstand im Übrigen
auch Fatalis Bild "Earth Bones".
Der südlichsten Gruppierung (Third
Wahweap Group), die nicht so groß und schön
sein soll, haben wir leider keinen Besuch mehr abgestattet,
da uns ein kleines Sonnenloch in der sonst geschlossenen Wolkendecke
veranlasst hat, möglichst schnell zur nördlichsten
zurückzukehren, um auch dort ein paar Sonnenstrahlen einzufangen.
Da die Uhr bereits 2:30 PM anzeigte, und die Sonne ohnehin schon
praktisch hinter der Anhöhe verschwunden war, beschlossen
wir zum Auto zurückzukehren.
Update September
2008: Es gibt leider immer wieder Gerüchte über
den nördlichen Zugang zu den Wahweap Hoodoos. Das liegt
u.a. daran, dass die BLM Ranger unterschiedlicher Meinungen
sind und dass einige von ihnen gerne diese Strecke für
Besucher offiziell sperren lassen würden. So kam es in
der Vergangenheit zu Aussagen wie, dass diese Zufahrt "not
open" für Besucher sei ab dem Abzweig der Brigham
Plains Road (Juli 2008) und ein Ranger ging sogar so weit und
behauptete, dass man ein "ticket" bekommt, wenn man
dort oben lang fährt (so geschehen im Jahr 2003). Von anderen
Rangern gab und gibt es dennoch immer wieder ein klares "GO"
und dass das Befahren
der oberen Straße gestattet sei. Empfohlen wird diese
Strecke nie von einem Ranger, aber sie ist zum jetzigen Zeitpunkt
(noch) offiziell erlaubt. Ein Zustand der sich hoffentlich nicht
so schnell ändern wird! Wer aber auf Nummer sicher gehen
möchte, der sollte sich noch vor Ort erkundigen!
Update
Oktober 2006: Der mittlere Hoodoo von der klassischen
Wahweap Hoodoos Aufnahme hat leider in der Zwischenzeit seinen
Caprock verloren. Tony Kuyper sowie Gerhard & Gudrun Hochfelner
(aus der schönen Steiermark :-))) ...) haben mir einige
aktuelle Fotos zukommen lassen. Großes Dankeschön
an dieser Stelle!!! Die heruntergefallene "Kappe"
befindet sich noch vor Ort am Boden zu Füßen des
Hoodoos. Die Anfahrt hat sich aufgrund der ergiebigen Regenfälle
der letzten Wochen dramatisch verschlechtert - man sollte sich
vorher unbedingt nach den aktuellen Straßenbedingungen
erkundigen!
Aktuelle Bilder von den Wahweap Hoodoos - CLICK PHOTO FOR
ENLARGEMENT
Fototipp: Die Wahweap Hoodoos schmiegen sich an die
Klippen der westlichen Flussseite, d.h. man sollte - wenn möglich
- den Besuch während der Vormittagsstunden einplanen, da
die Sonne schon relativ früh hinter der Anhöhe verschwindet.
Unmittelbar südlich der ersten Wahweap Gruppe erstreckt
sich außerdem ein hohes rim, so dass der Herbst/Winter
hier nicht die ideale Foto-Jahreszeit ist.
Empfehlenswert ist die Tour aber dennoch selbst bei trübem
Wetter, denn das strahlende Weiß ist eigentlich immer
beeindruckend. Abstand nehmen sollte man allerdings von einem
Besuch an regnerischen Tagen und zwar nicht nur wegen der dann
gefährlichen Anfahrt, sondern weil man bei Nässe an
den gipsartigen Erosionsgebilden besonders viel Schaden anrichtet.
Aber auch bei Trockenheit sollte man hier der Natur Respekt
zollen und es, wenn möglich, lieber unterlassen auf dem
weichen weißen Untergrund zuviel herumzugehen oder gar
einen der Hoodoos zu "erklimmen".
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Rainbow Valley |
Zebrahoodoo |


Unterwegs im Chimney Rock Canyon, White Valley
und im Sidestep Canyon
Drei Tage nach der Wahweap Hoodoos Tour begaben
Bernhard und ich uns am 14. Oktober 2004 abermals auf Wanderschaft
in das weitläufige Gebiet der White Rocks
nördlich des Hwy 89. Für Touren in diese entlegene
Gegend empfiehlt sich ein allradbetriebenes Fahrzeug sowie die
Mitnahme eines GPS-Geräts und/oder von topografischen Karten
(Q4220,
Q4120
und Q4121).
Im Nachhinein betrachtet würden wir den Sidestep Canyon
nie mehr von Church Wells aus besuchen sondern auf jeden Fall
über die White Sands Road (siehe Beschreibung
oben), was jedoch nicht bedeuten soll,
dass der Chimney Rock Canyon nicht auch seine
Reize hat. In diese kleine Seitenschlucht gelangt man, in dem
man kurz vor der Ortschaft Church Wells vom Hwy 89 in nördliche
Richtung auf die BLM # 435 abbiegt (N
37°05'44", W 111°45'35"; Google
Maps). Die Zufahrt über die Ortschaft selbst ist ebenfalls
möglich. Nach knapp mehr als 2 mi passiert man das meist
ausgetrocknete Flussbett des Coyote Creek, dann ein
Weidegatter und anschließend folgt man am besten den meist
deutlich sichtbaren Reifenspuren weiter in Richtung Norden.
Als guter Orientierungspunkt dient hierbei die markante Felsburg
Chimney Rock unmittelbar östlich vom Chimney
Rock Canyon, der sich bald wie ein Y verzweigt. Der schönere
und sehenswertere Abschnitt ist der rechtsgelegene, wo sich
u.a. ein mächtiger, rund 10 m hoher, gestreifter Zebrahoodoo
(N 37°09'38", W 111°45'50")
verbirgt sowie andere seltsame Gebilde. Auch "kopflose",
den Wahweap Hoodoos ähnlich sehende weiße Geister
bewölkern diese versteckte Seitenschlucht.
Das Auto stellt man hier am besten in der Nähe jener Stelle
ab (N 37°09'14", W 111°45'44"),
an der es sich am leichtesten aus dem Tal herausklettern lässt.
Von nun an geht es querfeldein, stets in Richtung Osten weiter.
Luftlinienmäßig ist der Sidestep Canyon keine 3 km
vom Chimney Rock Canyon entfernt, allerdings muss man auf dem
Weg dorthin gleich mehrere Abbruchkanten großräumig
umgehen oder in die Schluchten hinunterklettern. Gemeinsam mit
den zahlreichen Fotostopps nimmt die Tour dann doch relativ
viel Zeit in Anspruch, so dass wir allein für den Hinweg
knapp 3 Stunden benötigt haben.
Als erstes führt der (nicht vorhandene)
Weg vorbei an einem grauweißen Canyon (N
37°09'19", W 111°45'14"). In dieser
hodooreichen, unwegsamen Senke dürften während der
Sommermonate höllenähnliche Bedingungen herrschen,
denn selbst Mitte Oktober hat es sich hier drinnen wie in einem
Backofen angefühlt. Vom Aussehen her hat uns diese Gegend
ein wenig an die Bisti Badlands erinnert, von der Schönheit
hinkt das White Valley - meiner Meinung nach
- jedoch dem Hoodooparadies in New Mexiko hinterher. Wir haben
nicht allzu lange hier verweilt und es wurde von uns zum größten
Teil entlang der nördlichen Abbruchkante umkreist, was
vielleicht nicht einmal so eine schlechte Idee war, denn es
soll in dieser Senke vor rattlern nur so wimmeln und
diese haben sich bei den Temperaturen sicherlich noch nicht
ihren Winter"schlaf" gewidmet... An einem etwas kühleren
Tag kann ich mir eine Rückkehr ins White Valley aber durchaus
vorstellen, bizarre Sandsteingebilde gäbe es dort noch
zur Genüge zu erforschen.
Nach rund 1,5 Stunden erreichten wir schließlich jene
Klippen, unterhalb der sich ein gewaltiger, gestreifter Höckerhoodoo
und die extrem fotogenen "Eierschwammerln" befinden
(N 37°09'23", W111°44'57").
Dieses Motiv hatte ich auf Steffens
Website gesehen und konnte der Versuchung nicht widerstehen
es "nachzuäffen". Das "Schwammerl"
macht sich allerdings auch im Hochformat nicht schlecht vor
der Linse. Leider war es bei uns schon etwas später und
der Sonneneinfall deutlich ungünstiger. Auf dem Foto rechts
unten erkennt man die Gruppierung in der linken unteren Bildhälfte.
Beim markanten Felsen im Hintergrund handelt es sich um den
Chimney Rock.
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Gelbes Schwammerl |
Unterwegs im Gebiet
der bunten White Rocks |

Kurz darauf kommt man zu einem weiteren Tal, das an Farbenpracht
kaum zu überbieten ist und fast wie ein kleines Rainbow
Valley aussieht. Hier gesellen sich strahlend weiße
Hoodoos mit rosa-gelb-gestreiften Kappen zu Generationen von
dottergelben Schönheiten mit schokobraunen Hauben. Magenta-
und orangefarbene Felsbrocken liegen auf gelblichem Untergrund,
dahinter die weißen Felswände und der tiefblaue Himmel
- Fotos können diesem Szenario nicht gerecht werden! Angesichts
des überwältigenden "Farbrausches" habe
ich leider vergessen hier die GPS-Koordinaten aufzunehmen, aber
ausgehend von den oben erwähnten Eierschwammerln sollte
es kein Problem sein diese Stelle zu finden, denn sie liegt
bereits in unmittelbarer Nähe der White Sand Road.
Nach der Überquerung der Staubpiste war
das Ziel unserer Wanderung nicht mehr fern. Schon bald erreichten
wir die Abbruchkante einer gewaltigen Schlucht, die auf den
Karten des GSENM noch keinen offiziellen Namen trägt, so
dass ich Steffen´s Namenschöpfung Sidestep
Canyon (ein Seitencanyon des Wahweap Creek)
übernommen habe. Aber eine Warnung gleich vorweg: Diese
Schlucht ist nicht nur sagenhaft groß sondern auch extrem
unwegsam! Ich bin in meinem Übermut gleich zu Beginn beim
ersten Abstieg (wir haben es an mehreren Stellen versucht) auf
dem brüchigen Gestein ausgerutscht und hab mir einige gewaltige
Prellungen zugezogen sowie eine unschöne Beule am Kinn,
was meinen Entdeckergeist kurzfristig etwas eingedämmt
hat...
Diesem Gebiet sollte man sich unbedingt einige
Stunden, wenn nicht einen ganzen Tag lang widmen. Hoodoos in
allen Größen und Fassonen, feine und breitere rostbraune
Streifen durchziehen das weiße Felswirrwarr - ein Eldorado
fast so schön wie die Bistis, wenngleich aus einem festeren
Untergrund und leider deutlich unzugänglicher! Stellenweise
könnten einem die unzähligen Furchen und Spalten im
Gestein fast an Luftaufnahmen des Maze Districts erinnern...
Ein letzter schöner Rundblick über das Areal eröffnete
sich uns entlang der südlichen Abbruchkante (N
37°09'20", W 111°43'58"). Wo sich diese
schön
gestreiften Hoodoos befinden, habe ich zur besseren Übersicht
am Bild unten eingezeichnet. Wir konnten sie leider nur noch
aus der Ferne bewundern, denn es war mittlerweile schon 4:30
PM und wir waren uns nicht ganz sicher, wie lange wir für
den Rückweg brauchen würden. Es wurde auch schon zusehends
dämmrig als wir kurz vor 6 unser Auto erreichten.

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Rundblick in die Tiefe des
"Sidestep" Canyon
von der südlichen Abbruchkante |
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Wo sich die kleinen Zebrahoodoos
verstecken... |

Wieder unterwegs in den White Rocks
Dem Gebiet der Paria Rimrocks haben Steffen
und ich schon zahlreiche Besuche abstattet, denn es zählt
zu jenen wenigen Natursehenswürdigkeiten in der Umgebung
von Page, die man auch bei schlechterem Wetter eher problemlos
besuchen kann. Es ist weder eine gute Kondition noch ein SUV
nötig. Man parkt das Auto direkt am Trailhead am Hwy 89
oder an der Cottonwood Canyon Road.
Entlang der farbenfrohen Klippen reihen sich mehrere, fotogene
Hoodoogruppierungen, wobei die bekannteste von ihnen leicht
zugänglich ist und sich unmittelbar nördlich des Hwy.
89 zwischen den Meilensteinen 19 und 20 befindet. Vom Parkplatz
mit dem trail register (N 37°06'03",
W 111°52'24"; Google
Maps) geht es dem Flussbett folgend ziemlich genau in Richtung
Norden für knapp 500 m. Am schnellsten kommt man voran,
wenn man die vielen Flussbettschleifen etwas abkürzt, indem
man dem inzwischen recht gut ausgetretenen Trail folgt. Der
rund 5-6 m hohe Toadstool Hoodoo (N
37°06'29", W 111°52'14") am Ende des
wash ist nicht zu übersehen. Schnell ist man auf
dem Zwischenplateau oben, rechterhand befindet sich hinten unterhalb
der hohen Felsklippen eine nette, rötliche Felsturmfamilie
und nach links geht es vorbei an hübsch abgegrenzten rotweißen
Badlands zu einer weiteren Steinpilzgruppierung aus weißlichem
Sandstein. Von dieser eröffnet sich auch ein schöner
Blick über die Abbruchkante in Richtung Westen. Auch die
nächsten drei Seitentäler hin bis zur Paria Ranger
Station haben einige sehr sehenswerte Hoodooformationen zu bieten,
die man auch von der Cottowood Canyon Road aus erreicht. Steffen
hat auf seiner Seite einen schönen Bericht über diese
Rimrocks
Hoodoos abseits des Toadstool Region geschrieben mitsamt
Topomap und Anfahrtsskizze.
Fototipp: Das beste Licht hat man beim Toadstool Hoodoo
zu später Stunde im Mai/Juni. Aber auch früh morgens
und zu anderen Jahrezeiten ist er immer einen Besuch wert.
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Red Rocks Salloon
(links) und Lost Lady Saloon (rechts) im ehemaligen
Old Paria Movie Set; Aufnahme aus dem Jahr 2004.
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Wird die künstlich geschaffene Ghost
Town erneut aufgebaut?
Dieser kurze Ausflug abseits des Hwy 89 lohnt
sich allein schon wegen der bunten Hügeln der Umgebung,
deren ausgeprägte painted desert Farbstreifen
sämtliche Rot-, Braun-, Lila- und Grauschattierungen enthalten.
Diese traumhaften, verwitterten Sedimentgesteinsschichten werden
der Chinle Formationen zugeordnet und stammen aus dem Trias,
jenem Erdzeitalter, in dem die ersten Säugetiere auftraten.
Die oberste rostbraune Schicht besteht aus dem härteren
Kayenta Sandstein.
In den 1940er Jahren wurde die einzigartige Kulisse von Hollywood
Regisseuren entdeckt. Die original Westernstadt, die 1999 von
einer Sturzflut dem Erdboden gleich gemacht wurde, stammte von
den Dreharbeiten zu "Sergeants Three" (1963)
und wurde zum letzten Mal von Clint Eastwood für seinen
Film "The Outlaw Josey Wales" genutzt. Auch
viele bekannte und weniger bekannte Fernsehserien sowie TV-Shows
wurden hier gedreht.
Bei den Holzhütten, die man heute am
Paria
Movie Set 6 mi nördlich des Hwy 89 antrifft, handelt
es sich um Rekonstruktionen aus dem Jahr 2000. Es mangelt ihnen
leider noch ein wenig an "altem Flair". Vorteil der
neuen Bauten ist jedoch, dass man problemlos hinein gehen und
z.B. den ersten Stock des Lost Lady Saloons besuchen
kann, etwas, das zuvor bei der Originalkulisse angesichts der
vermodernden Bretter und deren Bewohner (rattlers...)
nicht möglich war - zumindest wir haben uns das 1997 nicht
getraut.
Folgt man der dirt road weiter in
Richtung Norden (i.d.R. nur für 4WD!), stößt
man auf die Überbleibsel der 1870 von Mormonen gegründeten
Pionierssiedlung Old Pahreah. Sie bewirtschafteten
die fruchtbaren Ufer des Paria River bis Mitte der
1880er Jahre, als der größte Teil ihres Farmlands
von einer flash flood vernichtet wurde. Auch die Goldminen
der umliegenden Berge erwiesen sich nur als mäßig
ergiebig, so dass sie die Ortschaft in den 1930er Jahren wieder
verließen. Abgesehen vom Pareah Cemetary, wo
alte Grabsteine an das kurze Leben der Pionierskinder erinnern,
und ein paar Bausteinen von ehemaligen Gebäudemauern gibt
es hier nicht viel zu sehen. Im Herbst haben uns jedoch die
leuchtend gelben Pappeln und die zahllosen, gelben Tamarisken
am Ufer des Paria Rivers sehr gut gefallen.
Fototipp: Die farbenprächtigen Old
Paria Badlands zeigen sich von ihrer besten Seiten am späteren
Nachmittag. Früh am Morgen liegen sie noch im Schatten.
Update: Das
Movie Set ist im August 2006 abgebrannt! Hier
gibt es ein paar aktuelle Bilder zu sehen!


Unterwegs auf einer der schönsten und
wichtigsten Verbindungsstrecken im GSENM
Quer durch das Gebiet des GSENM führte
uns die 46 mi lange, unasphaltierte Cottonwood Canyon
Road, die 26 mi westlich von Page zwischen den Milemarkern
17 und 18 vom Hwy 89 nach Norden abzweigt. Die oft als Abkürzung
zwischen Page und dem Bryce Canyon N.P. benutzte, gut ausgeschilderte
Straße ist i.d.R. auch für normale PKWs gut passierbar,
wird nach Niederschlägen jedoch schnell zur Lehmfalle.
Anfangs geht es durch eine auf ersten Anblick wenig beeindruckende
Badlandszenerie, die nur kurz im Frühjahr oder nach Regenfällen
zum Leben erwacht. Im Mai 1997 fanden wir hier anstelle des
grauen Einerleis ein Blütenmeer vor. Ein gelber Teppich
aus wilden sunflowers überzog die sandigen Ebenen.
Die Cottonwood Canyon Road verläuft im
Grenzgebiet zwischen der Grand Staircase und dem Kaiparowits
Plateau parallel zur sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden
The Cockscomb. Der beste Blick auf diese einzigartige
Erdkrustenfalte bietet sich von der Brigham Plains Road
(BLM #430), die am Anfang des Hackberry Canyon - knapp
14 mi nördlich vom Hwy 89 - nach Osten abzweigt (siehe
Google
Maps) und in steilen Haarnadelkurven bergauf führt.
Diese Lehmspur ist nur mit einem SUV bei Trockenheit befahrbar,
bei Nässe ist sie sicher lebensbedrohlich! Das Panorama,
das sich von der Anhöhe eröffnet, ist spektakulär:
In der Tiefe verläuft der graubraune, zackenförmige
"Hahnenkamm", parallel dazu ein gelbes Band aus herbstlichen
Cottonwoods, am nördlichen Horizont erhebt sich der burgähnliche
Castle Rock und im Westen leuchtet der Yellow
Rock, dessen Besuch sich sehr lohnt.
Mit Philippe,
Flora und Derek
von Briesen unternahmen Steffen und ich im April 2006 eine etwas
abenteuerliche bzw. "weglose" Wanderung durch das
Yellow Rock Valley. Mittags starteten wir im
Box Canyon, stiegen dann hinauf zum Red Top und suchten uns
den Weg durch das Yellow Rock Valley in Richtung Norden zum
Yellow Rock. Philippe hat ein paar Bilder von dieser gemeinsamen
Tour online.
|
Blick von der Brigham
Plains Road auf die Erdkrustenfalte Cockscomb,
den Castle Rock (rechts) und dem Yellow
Rock (links). |

Es folgt der wohl schönste und farbenprächtigste Abschnitt
der Cottonwood Canyon Road. Die Straße verengt sich zum
namensgebenden Cottonwood
Canyon und schlängelt sich zwischen imposanten roten
und weißen Gesteinszacken hindurch. Was mich bei unserem
ersten Besuch hier am meisten beeindruckt hat, war der z.T.
grüne(!) Lehmerdboden. Rund 25,5 mi nördlich der US-89
befindet sich unmittelbar neben der Straße, der Eingang
in die hohen Cottonwood Narrows.
Über einen 1 mi langen, ausgeschilderten
Abstecher, rund 29 mi nördlich des Hwy 89, erreicht man
eines der Wahrzeichen der Cottonwood Canyon Road, den majestätischen
Grosvenor Arch, ein hoher Doppelbogen aus hellgelbem
Sandstein. Benannt wurde er nach einem ehemaligen Präsidenten
der National Geographic Society namens Gilbert Grosvenor. Der
Zugang wurde asphaltiert und mit einem kleinen Parkplatz, mehreren
Picknickbänken und einer Toilette ausgestattet. Die günstigste
Zeit für einen Besuch ist der Nachmittag, wenn er am besten
ausgeleuchtet ist.
Unweit des Naturbogens - etwa 33 mi vom Hwy 89 entfernt - führt
eine Schotterstraße (Rush Bed Road, BLM Road
#422) in Richtung Südwesten zu einem weitgehend unbekannten,
einsamen Slotcanyon, dem wunderschönen Round
Valley Draw, dem ich einen Extrabericht gewidmet habe.
9 mi hinter der Abzweigung zum Grosvenor Arch führt eine
weitere Stichstraße zum kleinen, interessanten Kodachrome
Basin S.P., der für seine weltweit einzigartigen
sand pipes berühmt ist. Über 60 dieser je
nach Hämatitgehalt weißgrauen oder tiefroten säulenähnlichen
Entrada Sandstein Formationen erheben sich in diesem Schutzgebiet
bis zu 57 m hoch gegen Himmel. Ihre Gestalt ist vielfältig,
so auch ihre Fantasienamen. Hier findet man neben dem altbewährten
Chimney Rock, der wohl fast in jedem(?) Bundesstaat
vertreten ist, eine Fred Flintstone Spire oder die
vielseitig abgelichtete Ballerina Spire und in Campingplatznähe
steht man einem ganz besonders auffälligen Exemplar gegenüber,
das schon so manch einem zu lustigblöden Fotos inspiriert
hat... ;-)
Erstaunlich viele tragen auch den Beinamen "Geyser",
was auf der Annahme beruht, dass diese Felsröhren vermutlich
aus 65 Mio. Jahre alten unterirdischen Quellen entstanden sind,
deren Wasserkanäle sich im Lauf der Jahrmillionen mit kalzit-
und feldspathältigen Sedimenten anfüllten.
Für Entdeckungsreisen durch die Kodachrome
Basin stehen dem Besucher zahlreiche, schöne Wanderwege
zur Verfügung. Wer erst spät abends hier ankommt,
dem sei der Panorama Trail zu empfehlen. Hier werden
noch viele Formationen im Licht der untergehenden Sonne angestrahlt,
und man kann die 5 km loop mit einigen Fotostopps durchaus
in knapp einer Stunde schaffen.
Interessant ist auch die eigenwillige Felsformation in der Nähe
des Campgrounds. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... ;-)


Unterwegs im Westen des GSENM
Die Skutumpah Road ist eine
alternative Strecke zur Cottonwood Canyon Road und verläuft
im Westen des GSENM. Sie startet an der Johnson Canyon Road
nordöstlich von Kanab und mündet nur 3 Meilen südlich
der Ortschaft Cannonville in die Cottonwood Canyon Road ein.
Unterwegs hat man imposante Ausblicke auf den markanten Powell
Point im Norden und es bietet sich der eine oder andere
Abstecher an. Zu den großen Highlights an dieser Straße
zählen mit Sicherheit der einfach zugängliche spektakuläre
Slotcanyon Willis Creek (6,2 mi südlich
der Cottonwood Canyon Rd) sowie die etwas heiklere Bull
Valley Gorge (8 mi von der CCR entfernt). Einen schönen
Bericht über die Skutumpah
Road Slot Canyons mitsamt einer übersichtlichen Topomap
hat Steffen online.
Achtung, was nun folgt ist sehr subjektiv!
Aber der Lick Wash (15 mi südlich der
CCR) hat mir persönlich nicht besonders gut gefallen und
gehört für mich nicht zu den must see im
GSENM. Diese Schlucht ist in meinen Augen mehr etwas für
ambitionierte Hiker als für Fotografen, die auf der Suche
nach ausgewöhnlichen, dramatischen Canyonwänden sind.
Wir haben hier gerade mal eine Handvoll Erinnerungsfotos gemacht.
Ähnlich ist es uns im April 2006 im Deer
Range Canyon sowie im Tank Canyon
ergangen - hier aber leider wetterbedingt. Diese beiden Schluchten
lassen sich zu einem Rundtrip miteinander verbinden. Der Ausgangpunkt
liegt an einer kurzen Stichstraße, die etwa auf halben
Weg zwischen dem Lick Wash und der Bull Valley Gorge von der
Skutumpah Road nach Osten abzweigt (N
37°26'04", W 112°08'45"; Google
maps). Nach einer 1/4 mi hält man sich links und kommt
nach weiteren 2 mi zum nicht ausgewiesenen Trailhead an am Zusammenfluss
von zwei Seitenschluchten des Deer Range Canyon. Von hier geht
es relativ leicht in die Schlucht hinunter. Bis zur Einmündung
des Tank Canyon (N 37°23'18",
W 112°07'47"; Google
maps) sind es etwa 3 km, bis zur schönesten Stellen
des Deer Range Canyon laut Kelsey noch weitere 3 km. Den Verlauf
der Wanderung erkennt man auch recht gut auf Steffens Karte.
Vielversprechend klang die Beschreibung in Kelseys Buch "Non-Technical
Canyon Hiking Guide to the Colorado Plateau". Im Deer
Range Canyon mussten wir aufgrund des drohenden Schlechtwetters
zu früh umgekehren, so das wir leider die schönsten
Stellen wohl verpasst haben. Die ersten 4 km der Schlucht sind
meiner Meinung nach nur mäßig interessant. Deutlich
schöner ist die "fotogenic wall of Upper Tank
Canyon", aber vergleichen mit den farbenprächtigen
Schichtungen der Coyote Buttes oder jenen am Osteingang des
Zion Nationalparks darf man sie auf keinen Fall. Der Ausstieg
im Upper Tank Canyon war sehr leicht zu bewältigen. Es
gab nur eine kurze Schrecksekunde, als ich beinahe auf eine
(ungiftige) Schlange gegriffen habe. Zurück zum Auto ging
es mit Hilfe des GPS-Geräts querfeldein bzw. entlang der
Canyonkante. Eine topographische Karte sollte man bei dieser
Rundwanderung unbedingt dabei haben!
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Ausflug zu den Moqui
Marbles |
In Sandstein eingebettet... |


Auf der Suche nach den geheimnisvollen Kugeln
Immer wieder einen Besuch wert sind die wundersamen
Moqui
Marbles. Die Bezeichnung Moqui [mo-ki]
bedeutet in der Sprache der Hopi-Indianer soviel wie "dearly
departed one". Einer Legende zufolge, kehrten die
Geister verstorbener Ahnen abends nach Sonnenuntergang auf die
Erde zurück, um mit den „Murmeln“ (marbles)
zu spielen und hinterließen diese im Morgengrauen als
Zeichen, dass sie glücklich und wohlauf sind. Geologisch
gesehen handelt es sich um Eisenoolithe (griech. oion
= Ei, lithos = Stein), bis zu 20 cm große Eisenoxidkugeln
mit einer harten, meist schwarzen Schale aus Hämatit und
einem beigen, sandsteingefüllten Inneren. Über die
Entstehung dieser seltenen Formationen streiten sich Naturwissenschaftler
bis heute. Während einige noch auf der kosmischen Ursprungstheorie
beharren und diese Steine als Überreste von Meteoriteneinschlägen
ansehen, ist neuesten Erkenntnissen zufolge eine sedimentäre
Entstehung auf der Erde weitaus wahrscheinlicher. Marjorie Chan
und ihre Kollegen berichten in einem paper in der Zeitschrift
Nature über ähnliche Formationen auf der
Marsoberfläche, sogenannte "martian
blueberries". Diese Wissenschaftler vermuten,
dass die Eisenoolithe im Südwesten der USA sich vor etwa
25 Millionen Jahren gebildet haben, als große Mengen an
Grundwasser durch permeables Gestein flossen und chemische Reaktionen
Mineralstoffe dazu veranlassten sich zu runden Kugeln zu agglomerieren.
Im Lauf der Zeit erodierte der umliegende, weichere Navajo Sandstein
weg, legte die marbles frei und diese akkumulierten
in der Folge zu Hunderten und Tausenden in einigen Senken des
amerikanischen Südwestens.
Im Gebiet des GSENM, im Zion und Capitol Reef
N.P. sowie im Snow Canyon S.P. und in der Gegend um Moab findet
man heute z.T. noch großflächige Felder. Moquis soweit
das Auge reicht - kugelrunde, ufoförmige, kleinere und
größere sowie frei herumliegende oder in buntem Sandstein
eingebettete. Von den größten Exemplaren, die man
am Moqui Hill (bzw. Moki Hill, ebenfalls ein
Fantasiename von Steffen) an der Old Sheffield Road sieht, sind
leider nur noch Hälften vorhanden (Durchmesser jenseits
der 10 cm!). Man sollte auf jeden Fall Abstand davor nehmen,
sich solche Steine vor Ort illegal anzueignen, denn viele der
Fundorte in Südutah und Arizona stehen unter Naturschutz.
Da es sich bei den Moquis um wahre Raritäten handelt, denen
heilende Wirkungen und metaphysische Kräfte zugeschrieben
werden, ist die Nachfrage leider sehr groß und es ist
zu befürchten, dass irgendwann nicht mehr viel übrig
bleiben wird von diesen schönen Moquifeldern. Darum nochmal
ein kurzer Appell an alle, die wie wir anhand der im Internet
vorhandenen Informationen zu den Moquiplätzen gefunden
haben: Bitte keine Andenken mit nach Hause nehmen. Take
nothing but pictures!
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Broken Bow Arch |
Ein Sunset am Sunset
Arch |


Unterwegs entlang der Stichstraße zum
Lake Powell
Zugang in das entlegene Gebiet der Escalante
Canyons verschafft die unbefestigten Hole in the
Rock Road (Route 1862; kurz HITRR), die rund
5 mi südöstlich von Escalante vom Hwy 12 abzweigt.
Hier reihen sich die Sehenswürdigkeiten, so dass eine vollständige
Erkundung der Region einige Tage, wenn nicht Wochen in Anspruch
nehmen würde.
Der erste wirklich lohnenswerte Abstecher
führt ca. 9 mi vom Hwy. 12 entfernt nach Osten in den Harris
Wash. Hier warten zwei kurze, aber sehr schöne
Slot Canyons auf den Besucher. Der rotweiß-gestreifte
Zebra
Slot Canyon und der dunkle, röhrenartige Tunnel
Slot. Nicht selten steht in beiden brackiges, kaltes
Wasser, das beim Zebra bis in Brusthöhe reichen kann. Das
erschwert den Zugang oder macht ihn sogar für so manchen
Besucher unmöglich. In den Frühlingsmonaten sind die
Chancen noch am größten, diese beiden Schluchten
trocken anzutreffen.
Auch beim Tunnel Slot steht oft das Wasser, dann sieht das Ganze
in etwa so
aus. Das schönste Foto
macht man dort leider von der hinteren Seite der Schlucht zurück
in Richtung Eingang. Bei mir schwamm an diesem Tag die Leiche
eines Hasen neben mir im Wasser. Da überlegt man es sich
doch, ob man tatsächlich durch den Canyon möchte.
;-)
Nur wenige Meilen später, ca. 12,5 mi
südlich des Hwy. 12, führt eine kurze, ausgewiesene
Stichstraße in die Devils Garden Outstanding Natural
Area. Wenn es nicht gerade geregnet hat, so sollte
man bei einem Escalante Aufenthalt diesen Abstecher selbst mit
einem PKW unbedingt einplanen. Das Gebiet ist zwar klein, aber
fein. Von seiner Schokoladenseite zeigt es sich am späten
Nachmittag. Hauptattraktion sind hier die klobigen Hoodoos aus
zweifärbigen Entradasandstein, der Metate
Arch sowie der idyllisch gelegene Picknickplatz. Steffen
hat einen längeren Bericht über Devils
Garden geschrieben.
16 mi südlich des Hwy 12 erreicht man
die Piste, die Zugang zum Neon
Canyon verschafft. Interessant ist hier allen voran
das imposante Felsloch der Golden
Cathedral, das durch einen Größenvergleich erst
richtig zur Geltung kommt.
Sehr populär ist der darauffolgende Abzweig zum Dry Fork,
weitere 10 mi südlich an der HITRR. Eine meist nicht gut
instandgehaltene Piste führt hier zum Trailhead für
den schönen Peek-A-Boo
Slot und die enge Spooky
Gulch und Brimstone Gulch. Die Wanderung ist kurzweilig
und die Ziele sehr sehenswert. Hier sollte man aber auf keinen
Fall ohne Karte aufbrechen, denn Steinpyramiden sind unten im
Wash eher selten anzutreffen. Auch ein GPS-Gerät ist von
Vorteil, wenn man den Eingang der Spooky Gulch und des Brimstones
zielsicher finden möchte. Siehe hierzu auch Steffens Bericht.
Sie zählt zu den schönsten Schluchten
der Welt, die Coyote
Gulch mit der fotogenen Coyote
Natural Bridge, dem gewaltigen Jacob
Hamblin Arch und ihren malerische
Kaskaden. Der Auf- und Abstieg am Jacob Hamblin Arch ohne
Seil ist meiner Meinung nach nur etwas für Geübte
und Schwindelfreie. Da ich letzteres nicht bin, habe ich mich
hier bisher weder rauf noch hinunter gewagt. Schon allein der
Anblick von oben löste großes Unbehagen in mir aus.
Steffen hat hier keinerlei Probleme auch hinunterzusteigen,
aber das möchte ich wirklich absolut niemanden empfehlen!
Ich kenne nur den Ab- und Aufstieg bei Crack in the Wall.
Dieser verschafft nicht nur Zugang in die Coyote Gulch sondern
auch in den Stevens
Canyon mit dem schönen Stevens
Arch und weiter hinten kommt man dann auch zum Hanging
Arch. Eine sehr(!) lange Tageswanderung von Crack in the
Wall bis zum Ausstieg beim Hurricane Wash ist zwar möglich
(für Schnellhiker und im Juni wenn die Tage lang sind),
aber vom fotografischen Standpunkt nur bedingt sinnvoll und
eine sehr große Hetzerei. Besser ist in diesem Fall eine
Zwei-Tages-Wanderung durch die Schlucht mit Einstieg beim Hurricane
Wash Trailhead und anschließenden kurzen Abstecher in
den Stevens Canyon, bevor es über Crack in the Wall wieder
zurück zum Auto geht. Eine schöne Bildergeschichte
zu dieser Backpackingtour gibt es hier
zu sehen und eine schöne Karte zum Crack in the Wall Ein-/Ausstieg
findet man hier
.
Einen kurzen Abstecher, den man auf jeden Fall
machen sollte, befindet sich an der Fourty Mile Ridge Road,
knapp 37 mi vom Hwy 12 entfernt von der HITRR in Richtung
Osten abzweigt. Hier geht es zu einem der schönsten Formationen
des GSENM, zum Sunset Arch. Selbst ein ungeübtes
Auge kann den flachen, aber markanten Steinbogen bereits mehrmals
während der Anfahrt aus der Ferne erkennen. Aber auch wenn
es auf kürzestem Weg nur 1,7 km bis zum Sunset Arch sind
(zumindest laut meiner Messung), so kann man sich hier ohne
GPS-Gerät ordentlich verlaufen. Obwohl es kontinuierlich
bergab geht, verbirgt sich der Steinbogen fast die ganze Zeit
über hinter kleineren Erhebungen. Ein guter Ausgangspunkt
für die kurze Wanderung befindet sich rund 3,7 mi von der
HITRR entfernt (N 37°23’12’’,
W 111°03’36’’; 1435 m). Von hier wendet man sich querfeldein
zu Fuß in Richtung Süden und muss u.a. ein tief ausgewaschenes
Flussbett umgehen, bevor das Ziel erreicht ist (N
37°22’33’’, W 111°02’54’’; 1380 m). Etwa 300 m südlich
des Sunset Arch befindet sich ein weiterer Bogen, der Moonrise
Arch. Und am Weg dorthin wird man so den einen oder
anderen wandernden
Stein antreffen.
Von seiner besten Seite zeigt sich der Sunset Arch - wie der
Name schon sagt - abends im Licht der tierfstehenden Sonne.
Aber auch früh morgens sieht er nicht so schlecht aus,
dann allerdings von der anderen Seite. Eines der schönsten
Fotos, die ich je von diesem Felsbogen gesehen habe, ist die
Mondscheinaufnahme von Zack
Schnepf.
Nach etwa 38 Meilen erreicht man linkerhand
der Straße den Dance Hall Rock. In der
Nähe dieses massiven Felshügel lässt sich schön
campen und nicht nur das. Wer sich ein wenig auf seiner Anhöhe
herumtreibt, wird so das eine oder andere interssant aussehende
Pothole entdecken. Riesige runde Aushöhlungen im massive
Fels, aus der gelegentlich sogar ein großer Baum herauswächst.
Einen kurzen Besuch ist dieses Gegend auf jeden Fall wert.
Ein weiterer sehr schöner Abstecher führt
ca. 42,5 mi südlich des Hwy 12 zum Broken Bow Arch.
Den einsamen Steinbogen in der Willow Gulch
erreicht man über eine Stichstraße, die 1 mi hinter
dem ausgeschilderten Sooner Wash von der HITRR
nach links (Osten) abzweigt (N 37°19’21’’,
W 111°02’43’’; Google
Maps). Die noch verbleibenden 1,4 mi bis zum Ausgangspunkt
der Wanderung (N 37°19'30", W
111°01'23") sollten bei gutem Wetter auch durchaus
noch mit einem normalen PKW zu schaffen sein. Am Weg dorthin
passiert man die Grenze zur Glen Canyon National Recreation
Area, so dass sich der Broken Bow Arch streng genommen
gar nicht mehr im Gebiet des GSENM befindet.
Selbst mit einem 4WD-Fahrzeug muss man für die Anfahrt
von Escalante mit gut 1,5 Stunden rechnen, die Wanderung beansprucht
dann - je nach Aufenthaltsdauer vor Ort - rund 2-3 Stunden.
Ein guter Anhaltspunkt für den Abstieg in die Schlucht
bietet ein gewaltiger knapp 2,5 m hoher breiter Hoodoo. Unten
angelangt geht es in dieser Seitenschlucht zunächst in
Richtung Südosten und nach knapp mehr als 1 km dann in
der Willow Gulch dem Flussbett folgend nach Nordosten. Immer
wieder muss man sich seinen Weg durch den z.T. unübersichtlichen
Uferbereich bahnen. Als wir dann jene Stelle erreichten, wo
sich der Wasserlauf zu einem kleinen Canyon verengt, waren wir
kurz etwas ratlos. Noch dazu hatten wir dummerweise falsche
GPS-Koordinaten in unseren Foretrex eingegeben, was für
noch mehr Verwirrung sorgte. Und beinahe hätte uns die
dunkle, bedrohliche Wolkenbank über den Straight Cliffs,
die uns bei der Herfahrt schon Kopfzerbrechen bereitet hatte
und auch von der Willow Gulch aus sichtbar war, zum Umkehren
bewegt. Über den etwas rutschigen Fels links vom creek
haben wir schließlich doch noch den weiteren Verlauf des
Weges gefunden, und rund 3,5 km vom Startpunkt entfernt erblickt
man dann plötzlich und unverhofft hinter einer letzten
Flussbiegung den gewaltigen Broken Bow Arch
(N 37°19'42", W 111°00'00").
Zu dem Felsbogen kommt man relativ leicht. Wenn der creek
wenig Wasser führt einfach dem Flussbett rund um den Broken
Bow Arch folgen und dahinter nach links den Hang hinaufgehen.
Seine herauserodierte Öffnung ist knapp 30 m breit und
über 30 m hoch. Um sich die Dimensionen dieses Bogens besser
vorstellen zu können: Bernhard steht auf dem kleinen Bild
links oben direkt unter dem Felsbogen. Bewegt man die Maus über
das Rollover-Bild, erkennt man ihn vielleicht etwas besser!
;-)
Sehr gut gefallen haben mir in der Willow Gulch zu dieser Jahreszeit
die vielen cottonwood
trees, deren herbstliches goldenes Leuchten perfekt mit
den rotbraunen Felswänden harmoniert hat.
Wer möchte kann der HITRR auch
noch bis zu ihrem namensgebenden Ende folgen, dem ca. 58 mi
vom Hwy 12 entfernten Hole in the Rock, durch
das man einen Blick auf den Lake Powell werfen kann. Aufgrund
des miserablen Pistenzustands jenseits der WIllow Gulch
(es geht z.T. über
blanken Felsen!) ist das jedoch eher ein haariges Unterfangen,
das uns wenig gereizt hat, zumal es schönere Aussichtspunkte
und Lake Powell Zugänge gibt (Link zu einem Bild
des Hole in the Rock). Im 19. Jahrhundert wurde diese Route
von mormonischen Pionieren bei der Überquerung des Colorado
River genutzt. Sie erweiterten die Öffnung im Fels und
errichteten eine Route bis zum Fluss hinunter. Die Forty-Mile
Spring diente ihnen als Unterkunft und der Dance Hall
Rock östlich der HITRR wurde zur Tanzhalle
umfunktioniert, in der nach den Strapazen der Reise rauschende
Feste gefeiert wurden. Hier gibt es weitere Details
zur Geschichte rund um das Hole in the Rock.
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| Weißer Fels
so weit das Auge reicht -
die Landschaft am Scenic Highway 12 |
Herbstliche Stimmung
beim
Lower Escalante River Trailhead |


Nicht nur entlang der Hole in the Rock Road reihen sich die
Sehenswürdigkeiten von Escalante. Hier gibt es noch viel
zu unternehmen, so zum Beispiel eine Wanderung zu den Lower
Calf Creek Falls, zu den Upper
Calf Creek Falls, zum Horizon
Arch. Mit dem Auto kann man dem Escalante
Canyon Overlook einen Besuch abstatten oder die Hells
Backbone Road entlang fahren, eine unasphaltierte Rundstraße
im Norden der Ortschaft. Versteinerte Hölzer gibt es im
Escalante
Petrified Forest State Park, 1 mi westlich von Escalante,
und in der Wolverine
Petrified Wood Area entlang des Burr Trails zu sehen. Beide
sind jedoch nicht so beeindruckend wie der Petrified Forest
National Park in Arizona. Sehr schön ist auch die Fahrt
entlng des Burr Trails in Richtung Capitol
Reef N.P. Der landschaftlich reizvolle Long Canyon
mit seinen hohen durchlöcherten Felswänden ist selbst
bei Schlechtwetter ein nettes Ausflugsziel. Mit Eintritt in
den Nationalpark wechselt der Bodenbelag zu Schotter und Lehm,
ist aber bis zu den berühmten Burr Trail Switchbacks in
tadellosem PKW-Zustand. Der Ausflug hinauf zum wunderschönen
Strike
Valley Overlook ist nur zu Fuß oder mit einem SUV
machbar. Über die Wolverine Loop Road erreicht man auch
eine beeindruckende Schlucht, den Little
Death Hollow.
Sicher auch sehr reizvoll ist die Wanderungen
durch die Red Breaks beim Harris Wash.
Ich habe angesichts der vielen Obstakeln, die sich mir in den
Weg stellten, irgendwann kapituliert und Steffen leider später
auch, weil der Canyon bei unserem Besuch extrem nass und schlammig
war. Helge hat aber einen sehr schönen Bericht
geschrieben und seine Fotos beweisen, dass sich diese (Tor)tour
auf jeden Fall lohnt! ;-)
Nicht versäumen sollte man auch die hübschen
Petroglyphen (Felsritzungen) und Pictogramme (Felszeichnungen)
unmittelbar beim Lower Escalante River Trailhead.
Auf die Panels wurde ich vor vielen Jahren dank Jim Greenwoods
Website aufmerksam, die leider mittlerweile nicht mehr online
ist. Er sagte mir damals, wo ich die vielen schönen Handabdrücke
finden kann. Ein Dankeschön noch an dieser Stelle!
Einige der Petroglyphen sind hier bereits durch die Taten von
Vandalen schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, zum großen
One Hundred Hands Panel kommen nur Kletterer
hin, so blieb es zum Glück verschont. Mehr als 160 Hände
konnte ich hier zählen, wobei viele sicherlich schon verblichen
sind. Diese Felsmalerei ist eine der größten im Gebiet
des GSENM, und man kann sie bereits vom Boynton Overlook
am Hwy. 12 in einer Felsnische erkennen/erahnen. Vom Aussichtspunkt
sieht man auch wie man am besten den Hügel zu ihr hinaufkommt
(den Privatgrund sollte man nicht betreten!). Rechts vom Panel
befinden sich die zerstörten Petroglyphen und links noch
einige schöne intakte.
Am Lower Escalante River Trailhead startet
auch der Escalante River Trail, eine ca. 24
km Wanderung entlang des gleichnamigen Flusses vorbei an einer
Anasazi granary und der Escalante
Natural Bridge. Der Trail durchquert unzählige Male
den Fluss bevor er in der Ortschaft Escalante endet. Ein Shuttle
oder zwei Autos sind hier sehr von Vorteil! Steffen und Philippe
haben sich das im Oktober 2004 bei Nieselregen angetan. Es hat
beiden aber gut gefallen!
Auch zum Phipps
Arch (N 37°45'50"N,
W 111°25'45") kann man von Lower Escalante River
Trailhead aus loswandern. Es handelt sich hierbei um einen weiteren
recht imposanten Felsbogen. Seine Öffnung ist 25 m breit
und 8 m hoch. Als besonders fotogen würde ich ihn dennoch
nicht einstufen! Das Auffinden dieses Archs erfordert einen
guten Orientierungssinn bzw. GPS und eine Karte.
Steffen und ich sind zu diesem Steinbogen einen anderen Weg
gegangen und zwar den kürzest möglichen direkt vom
Hwy. 12 aus, wo ein Seitenarm des Phipps Wash die Straße
kreuzt (N 37°45'50", W 111°25'46").
Einen gut sichtbaren und ausgewiesenen Wanderweg wird man aber
auch hier nicht vorfinden. Eine dritte Möglichkeit den
Phipps Arch zu erreichen, bietet sich von der Old Sheffield
Road aus an (N 37°44'12'', W 111°26'38'').
Die Beschreibung dieser Routen mitsamt Topomaps findet man u.a.
auf dieser
Seite.
Die unbefestigte Old Sheffield Road
zweigt östlich der Ortschaft Escalante zwischen den Meilenposten
70 und 71 vom Highway 12 in Richtung Süden ab (N
37°44'35'', W 111°26'54''). Sie ist Ausgangspunkt
für zwei weitere Wanderungen: zum wunderschönen Big
Horn Canyon und zu der von Kelsey spaßeshalber
The
Volcano genannten Riesenalkove.
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Kleiner Ausschnitt aus dem
One Hundred Hands Panel |
Hier hat jemand versucht Petroglyphen
aus der Felswand herauszuschneiden. |

Fauna und Flora: Abends in der Dämmerung
saßen auf den Staubpisten des GSENM stets einige geduckte,
"selbstmörderische" Vögel, vermutlich Vertreter
der nightjars-Familie (nighthawks oder poorwills?).
Auch während unserer Wanderungen haben wir immer wieder
zahlreiche, kleinere Vogelarten in den Gebüschen zwitschern
gehört, die ich jedoch nicht näher identifizieren
konnte. Bis auf einige schöne Gabelbockantilopen
(pronghorns), unzählige kleinere Eidechsen- und
Heuschreckenarten sind uns heuer leider keine weiteren Tiere
hier begegnet.
Die Biodiversität dieser Region sollte man aber keinesfalls
unterschätzen, an die 200 Vogel-, 60 Säugetier- und
6 Fischarten sind hier beheimatet sowie 46 Reptilien- und Amphibienarten.
Zu den häufigsten Vertretern der Säugetiere zählen
Maultierhirsche, Rehe, Kojoten, Eselhasen, Dickhornschafe, Kaninchen,
Pumas und Biber. Mindestens sieben im Park nistende Raubvogelarten
konnten bisher registriert werden, auch Wanderfalken und Steinadler
halten sich gelegentlich hier auf.
Relativ weit verbreitet sind Skorpione, Schwarze Witwen und
Klapperschlangen, jene eher unliebsame Bewohner von Felsnischen
und Gestrüpp. In Acht sollte man sich allem voran vor den
kleinen pgymy rattlers nehmen, denn auch wenn die Körperlänge
dieser Klapperschlangenart oft die 50 Zentimetermarke nicht
überschreitet, so ist ihr Gift nicht schwächer als
das ihrer größeren Verwandten.
Über weite Teile des Nationalmonuments erstreckt sich die
Trockenzone und die Nusskiefer-Wacholder-Zone, in denen hauptsächlich
sehr genügsame Pflanzen gedeihen, die kaum Wasser benötigen,
darunter diverse Kaktusarten, Yuccas, Wermutsträucher oder
die gar seltsam aussehenden, antennenreichen desert trumpets.
Nicht selten sieht man am oberen Ende ihres geschwollenen Stängels
kleine Löcher, die als Zugang zur Speisekammer und dem
Brutschrank einer kleinen Wespenart dienen. In rauen Mengen
findet man solche desert trumpets z.B. im Chimney Rock
Canyon oder in der Willow Gulch.
In einem schönen Kontrast zu der überwiegend kargen
Gegend steht die üppige Flussbegleitvegetation in feuchten
und schattigen Canyons, wo stattliche Pappeln, Weiden, Samteschen,
Eschenahorn sowie die nicht in der USA heimischen Tamarisken
gedeihen und sich hängende Gärten aus Farnen, Moosen,
Akeleien in der Nähe von Wasserfällen an die porösen
Felswände schmiegen. In Acht sollte man sich in den Canyons
vor den weit verbreiteten, bei Berührung giftigen poison
ivy Pflanzen nehmen. Leaves of
three let them be! Die im Herbst herrlich rot gefärbten
Blätter dieser Sträucher können schwere Ausschläge
verursachen!
Beim Besuch des Südwestens
sollte man nicht nur behutsam bei den fragilen Felsstrukturen
sein, sondern auch das Betreten von der sensiblen, hochempfindlichen
kryptobiotischen Kruste vermeiden,
die an vielen Stellen den Boden überzieht. SIe
besteht aus Algen, Flechten, Pilzen und Moosen, hat
eine sehr raue Oberfläche und meist eine dunkle
Farbe. Diese Kruste schützt den Wüstenboden
vor weiterer Erosion, speichert Feuchtigkeit aus der
Umgebung und erlaubt Pflanzen Fuß zu fassen. Von
einem Fußabdruck braucht dieser "lebende"
Boden Jahrhunderte um sich zu regenerieren. Man
sollte abseits der Trails immer genau schauen, wohin
man jeden seiner Schritte setzt um den Schaden möglichst
zu minimieren.
.
|

LEAVE
NO
TRACE |

Unterkunft:
Die gesamte Infrastruktur des GSENM konzentriert sich auf die
kleinen Ortschaften Cannonville (z.B. Grand
Staircase Inn und Escalante (z.B. Circle
D Motel) sowie auf die Stadt Page (siehe hierzu meinen Rund
um Page, AZ Bericht). In Kooperation
mit dem Circle D Motel in Escalante haben Steffen und ich für
alle unsere Leser ein extra Coupon
entworfen. Ihr bekommt damit 10%
Ermäßigung beim Check-In!
Weitere Unterkunftsmöglichkeiten stehen dem Besucher in
den ebenfalls nicht weit entfernten Ortschaften Kanab, Tropic
oder Boulder zur Auswahl. Während man in Page viele Einkaufmöglichkeiten
vorfindet (beim Safeway bekommen auch Ausländer Rabatt
mit Kundenkarte!), so ist die Auswahl in Escalante sehr beschränkt.
Außerdem sind die meisten Produkte dort auch etwas teurer,
so dass es sich empfiehlt nichtverderblichen Proviant schon
von Page oder einer anderen größeren Stadt mitzunehmen.
Camping: Das Zelten ist innerhalb
des Grand Staircase-Escalante N.M. an developed campgrounds
sowie an ausgewiesenen primitive campsites erlaubt
(Übersicht;
Detailkarten siehe Links direkt oberhalb der Karte). Ein Permit
ist für jede Übernachtung erforderlich (auch für
das Carcampen)! Es ist kostenlos und in jedem Besucherzentrum
erhältlich sowie an einigen Trailheads.
Essen: Empfehlenswert ist
meiner Meinung nach die Fiesta Mexicana in Page (gute
Salsa, herrliche Margaritas!) und mit Beschränkungen das
Escalante Outfitters (riesige Pizzas) und die Cowboy Blues Bar
in Escalante. Als eine Gruppe von 4 älteren Personen am
Nachbarstisch sich eine Cowboy Blues Pizzas teilte, nahmen sie
nach dem Essen noch einen Rest davon im doggy bag mit!
Und selbst zwei erwachsene Männer am eigenen Tisch haben
es nicht geschafft die gemeinsame Pizza zu bewältigen...
;-)
Leider selber noch nicht ausprobiert, aber da vielfach von Freunden
gelobt: der Kaffee im Kiva Koffeehouse am Weg von Escalante
nach Boulder (MM 73.86).
Abraten würde ich persönlich vom Boulder Mesa Restaurant
an der Kreuzung vom Hwy. 12 und dem Burr Trail. Das Essen war
dort (zumindest 2004) nicht besonders (es triefte nur so vor
Fett...) und die hot chocolate wurde mit Ziegenmilch(!)
zubereitet. Wie letzteres geschmeckt hat, das möchte ich
hier nicht näher erläutern. Ich habe jedenfalls seither
auch anderorts nie mehr eine heiße Schokolade getrunken...
;-)
Büchertipp:
Die beste Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung von
Ausflügen und Wanderungen im Gebiet des Grand Staircase
Escalante National Monument sind die Bücher "Hiking
and Exploring the Paria River" und "Canyon
Hiking Guide to the Colorado Plateau" von Michael
R. Kelsey sowie "Hiking Grand Staircase-Escalante and
the Glen Canyon Region" von Ron Adkison und "Photographing
the Southwest - Utah" von Laurent Martrès.
Im deutschsprachigen Raum hat das im Mai 2006 erschienene Buch
"Wandern im Südwesten der USA" von Peter
Felix Schäfer neue Maßstäbe gesetzt und
ich kann es allen wärmstens empfehlen, die auf der Suche
nach schönen neuen Wanderrouten im Grand Staircase Escalante
National Monument sind.