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From the bottom and back - Zion N.P.
Lage: Dieser einzigartige, tunnelähnliche
Canyon befindet sich etwas abseits der Hauptattraktionen an der Kolob
Reservoir Road im westlichen Teil des Zion N.P. (Übersichtskarte
des Nationalparks).
Anreise: Es gibt drei Möglichkeiten sich
der Subway zu nähern. Leute mit Canyoneering Ausrüstung
können am Wildcat Canyon Trailhead, 16 mi nördlich
der Ortschaft Virgin, starten und die "From the top down"
Wanderung 15 km weiter südlich beim Left Fork Trailhead
beenden (Shuttle erforderlich). Für "Hardcore"-Canyoneerer
gibt es auch eine zweite Alternativroute in die Subway einzusteigen,
die unter dem Namen "Das
Boot" bekannt ist.
All jene, die ohne technische Hilfsmittel unterwegs sind, müssen
ihr Auto schon am Left Fork Trailhead
abstellen, rund 8 mi nördlich der Stadt Virgin. Diese Tour ist
auch unter dem Namen "From the bottom and back"
bekannt und setzt sich aus einem 14,5 km langen Rundweg zusammen.
Schöne Karten für diese Wanderung findet man z.B. auf der
Climb
Utah Website oder auf der Canyoneering
USA Seite.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83


Permitvergabe: Um den Besucherandrang in dem engen
Canyon in Schach zu halten, hat das National Park Service im Jahre
1998 ein Permitsystem
eingeführt, das nur 50 Leuten am Tag den Zutritt gewährt.
Angeblich hatten sich im Jahre zuvor an einem einzigen Sommerwochenende
knapp 800 Personen durch diese Schlucht "gequält",
kaum vorstellbar! Während der high
season - April bis Oktober - findet nun jeweils 3 Monate
im Voraus eine Permitlotterie
statt. Wer beispielsweise im Mai zur Subway wandern will, kann sich
während des Monats Februar bewerben.
Am 5. des Folgemonats findet die Ziehung statt und erst danach werden
die noch nicht verkauften Zutrittsgenehmigungen als backcountry
permits für die sogenannte Calendar
Reservation frei geschalten. Bei der Lotterie kann man drei Wunschtermine
angeben, es besteht jedoch keinerlei Garantie, dass man tatsächlich
ein permit bekommt. Wer bei den drei getrennten Ziehungen
Pech haben sollte, hat die Teilnahmegebühr von $5 umsonst bezahlt
und muss hoffen, dass unter jenen, die nach der Verlosung übrig
bleiben und am 5. eines Monats frei gegeben werden, noch etwas anderes
Passendes dabei ist. Darf man der Statistik Glauben schenken, so erhalten
derzeit (Stand: Okt. 2007) knapp 70% der Bewerber das permit
für einen ihrer drei Tage, 2004 waren es noch 90%. Ähnlich
wie bei der Wave wird auch
hier nicht das gesamte Kontingent online zur Verfügung
gestellt. 30 Stück gehen in die Verlosung, 20 walk-in
permits werden zurückgehalten, die man am
Backcountry Desk im Visitor Center oder am Kolob Visitor Center am
Vortag oder mit etwas Glück am Tag selbst erwerben kann. Zur
Hochsaison bedeutet das an Wochenenden soviel wie rechtzeitig dort
sein und Schlange stehen! Unter der Woche sowie zur Nebensaison ist
es (noch) relativ leicht ein permit am Vortag zu bekommen.
Permit-Preis: $5 pro Person.
Unsere Besuch: Unsere ersten Besuche
liegen nun schon ein paar Jahre zurück. Steffen war bereits zweimal
in der Subway (im November 2003 und im März 2004) und ich im
Oktober 2004. Seither hat sich aber viel verändert. Mehr dazu
weiter unten im Bericht.
Im Juli 2004 hatte ich spaßeshalber an der Lotterie teilgenommen,
da ich auf der Webseite gesehen hatte, dass sich bereits einige größere
Gruppen für meine drei Wunschtermine interessierten. Der Indian
Summer, jenes traumhaft schöne Farbenspiel des herbstlichen
Laubes, lockt immer zahlreiche Naturliebhaber an, so dass während
der letzten Oktoberwoche sowie den ersten Novemberwochen für
eine Nebensaison immer außergewöhnlich viel los ist im
Zion Nationalpark. Am 5. August erhielt ich den Bescheid, dass wir
die permits für den von uns an erster Stelle angegebenen
Tag "gewonnen" hatten (Preis: $5 p.P.). Unbedingt notwendig
war die Lotterieteilnahme damals sicher nicht, aber was man hat, das
hat man! ;-)
Ich war im Oktober 2004 gleich mehrere Tage im Zion N.P. unterwegs
und da die Wetterprognose für unseren Subwaytag "Schnee"
lautete, haben wir am "backcountry desk", wo man
seine permits persönlich abholen muss, nachgefragt,
ob es nicht möglich wäre ohne Aufpreis die Tour um einen
Tag vorzuverlegen. Das Umbuchen war nicht nur gebührenfrei, sondern
ging auch noch schnell und unbürokratisch vonstatten. So machten
wir uns bereits am 25. Oktober 2004 auf den Weg.
Es war noch etwas dämmrig als wir die Zion
Lodge an diesem Morgen kurz vor 8 Uhr verließen. Eine knappe
Stunde Fahrzeit und wir parkten unser Auto am Left
Fork Trailhead (GPS: 37°17'06"N,
113°05'45"W; 1545 m). Für diesen Parkplatz ist
ein parking tag erforderlich, d.h. vor dem Loswandern nicht
vergessen es an der Windschutzscheibe zu befestigen!
In Richtung Ost/Nordost geht es gemütlich durch ein aufgelockertes
Wacholder-/Nusskiefernwäldchen bis man nach rund 1 km vor der
Abbruchkante des Great West Canyon steht.
Der Grund der Schlucht lag noch im Dunklen, dennoch sah man es schon
leuchten, das schöne goldene Band der herbstlichen Bäume
entlang des Left Fork of the North Creek. Vor dem steilen
Abstieg in den Canyon war mir etwas angst und bange, zumal ich eher
ungern auf steilem, rutschigem Geröll bergab gehe und nichts
Gutes darüber im Vorfeld gehört bzw. gelesen hatte. Zum
Glück war alles vor Ort nur halb so schlimm. Zwar geht es da
auf kurzer Strecke über 100 Höhenmeter hinunter, der Pfad
war jedoch gut ausgetreten, trotz leichter Nässe nicht sehr rutschig
und aufgrund seines Zickzackkurses und den vielen größeren
Steinen, die Halt boten, kein besonders großes Problem - selbst
für mich! Der Zustand des Weges kann natürlich je nach Jahreszeit
und vorangegangenen Niederschlägen stark variieren. Ich empfand
die Völkerwanderung entlang des exponierten Angels Landing
Trail an einem Wochenendtag jedenfalls deutlich nervenaufreibender!
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Rechts steht Steffen
in der Röhre und links mein Lieblingspool, das Kleeblatt.
Wie es bei höherem Wasserstand aussehen kann, zeige ich
weiter unten im braunen Infokasten.
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Unten angekommen sollte man sich kurz die Form des Canyons an dieser
Stelle einprägen, damit man bei der Rückkehr nicht hier
vorbei läuft. Ich habe leider in der Vergangenheit immer wieder
von Leuten gehört, die den Ausstieg verpasst haben und etwas
im Canyon herumirrten. Mittlerweile gibt es aber auch direkt am Fluss
unten ein zweites zusätzliches Schild, das in Richtung Trailhead
weist (37°17'17"N, 113°05'14"W;
1435 m). Dieses gab es 2004 noch nicht.
Nach dem Abstieg geht es nach links in Richtung
Nordosten, immer dem Left Fork of the North Creek folgend,
so dass man sich ab diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr verlaufen
kann. Am Trail hinunter in die Schlucht hat sich bis heute nichts
geändert, der Weg weiter entlang des Flusses hingegen, hat sich
in den letzten 3 Jahren deutlich verbessert. Für den eigentlich
"nur" 7,2 km langen Hinweg ohne signifikante Höhenunterschiede
habe ich im Oktober 2004 noch fast 3,5 Stunden (mit kurzem Aufenthalt
bei den Kaskaden) gebraucht und das war ein durchaus normales Tempo.
Die Fotografengruppe, die wir am Rückweg überholten, war
sogar 4,5 h von der Subway bis zum Auto unterwegs. Damals gab es noch
kaum sichtbar ausgetretene Pfade. Der Left Fork war das reinste Hindernisparcours
und jede Flussüberquerung bei der Kälte eine Qual. Der erste
Schnee lag schon auf den Berggipfeln und das machte sich auch im Canyon
bemerkbar. Immer wieder verhinderten große Felsen das Weiterkommen
und um das mitunter knietiefe eisige Wasser zu umgehen, haben wir
uns damals "freiwillig" durch enge Felsspalten gequetscht
oder sogar kleine Treppen aus größeren Steinen gebaut,
um so manche 2 m hohe Felsstufe besser überwinden zu können.
Wie froh war ich, dass das jetzt im September 2007 alles nicht mehr
nötig war! Ein deutlich ausgetretener Pfad führt meist an
einer der beiden Canyonseiten entlang, manchmal sogar an beiden. In
den letzten Jahren waren so viele Leute hier unterwegs gewesen, dass
man sich mittlerweile nur noch selten durch Gestrüpp quälen
muss. Für die Natur vermutlich eine eher bedenkliche Entwicklung,
für den Hiker jedoch eine positive Überraschung. Was einem
allerdings auch heutzutage nach wie vor nicht erspart bleibt, sind
die vielen Flussüberquerungen. Ich schätze, es werden in
Summe so an die 10-20 sein. Bei angenehm warmen Lufttemperaturen sind
sie aber kaum der Rede wert.
Die allerersten Minikaskaden (37°18'16"N,
113°03'39"W; 1535 m) erreicht man nach knapp 2 Stunden.
Danach dauert es keine halbe Stunde mehr, bis sich die Schlucht weiter
verengt, Beifußsträucher, cottonwoods und Nadelbäume
dem blanken Fels weichen und man vor der ersten großen North
Creek Kaskade aus leuchtend rotem Kayenta Sandstein steht. Von
ihrer schönsten Seite zeigt sich diese meist am Vormittag und
das vor allem Ende Oktober, wenn - wie auf Steffens Foto - das Laub
so herrlich golden glänzt.
Von nun an geht es direkt im meist nur wenige Zentimeter
tiefen, glattpolierten Flussbett noch ein paar Mal um die Ecke bis
zur Subway, vorbei an weiteren Kaskaden und dem berühmten "The
Crack", jener engen, recht fotogene Felsspalte am Boden,
durch die das Wasser mit sehr großer Geschwindigkeit fließt
(37°18'35"N, 113°03'13"W).
Auch er besteht aus leuchtend rotem Kayenta Sandstein. Der Crack befindet
sich unmittelbar vor der letzten Biegung auf der rechten Seite des
Flussbetts. Ist der Wasserstand allerdings höher als normal,
wird man ihn sehr leicht übersehen. So ist es zumindest mir bei
meinem ersten Besuch ergangen. Damals konnte man ihn leider überhaupt
nicht fotografieren, da das Wasser aus der Vertiefung herausschoss
und diese komplett bedeckte.
Ob man beim Crack und in der Subway Glück hat und eher wenig
oder zuviel Wasser vorfindet, zeigt sich bereits an der letzten Kaskaden
vor dem Crack. Die folgenden Fotos verdeutlichen den gewaltigen Unterschied:
Hier herrschen ideale
Bedingungen. Wenn es hingegen so
aussieht, dann wird sich die Euphorie vermutlich leider sehr in Grenzen
halten (siehe brauner Infokasten weiter unten).
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Der Eingang in diese einzigartige Röhre |

Der meist eher relativ unscheinbare Left Fork
of the North Creek hat im Lauf der Jahrmillionen hier im Zion
N.P. an der Übergangsgrenze zweier Gesteinsschichten eine tunnelförmige
Röhre aus dem unteren, weicheren Navajo Sandstein herausgefräst.
Der Boden der Subway besteht bereits aus rotem Kayenta Sandstein und
die darüberliegende härtere Navajo Sandsteinschicht wölbt
sich zu einer Decke. Nur wenig Tageslicht dringt durch den stellenweise
knapp einen Meter breiten Spalt ein.
Der fotogene Abschnitt der Subway ist bei der Left Fork Trailhead
Tour relativ kurz, keine 150 m lang. Vom Eingang (Foto oben; 37°18'34"N,
113°03'08"W) kommt man gleich zur Biegung mit den
kleinen Pools, von der man bereits die kleine Anhöhe sieht, hinter
der sich die letzten Pools ausbreiten (Fotos unten). Dies ist dann
auch schon der Umkehrpunkt der meisten "from the bottom and
back" Hiker.
Für den weiteren Weg durch die Subway hing bei
meinem letzten Besuch oberhalb der letzten Pools ein Seil. Leider
war die Wasserstelle darunter aufgrund des "leichten Hochwassers"
sehr tief und so eisig, dass ich mich nicht dazu überwinden konnte.
Ranger raten auch generell davon ab, fremden Seilen zu vertrauen.
Hier
oder hier
sieht man ein Foto von der Stelle, die es zu überwinden gilt.
Was sich dahinter verbirgt, lohnt die kurze Mühe. Dort oben befindet
sich Fatalis schöne Log
Chamber, vor deren glühenden Wänden schon seit Jahren
ein fotogener Baumstamm quer liegt. Bei unserem letzten Besuch fühlte
sich das Wasser bei den Pools unterhalb zwar nicht so kalt an, dafür
war aber leider kein Seil da - zumindest keines das lang genug hängen
blieb, zumal die Canyoneering-Gruppen es immer sofort wieder entfernten
und mitnahmen. Steffen hatte im Frühjahr 2004 das Glück
ein verlassenes Seil anzutreffen, fand aber leider beim Baumstamm
keine idealen Lichtbedingungen vor. Hier ist sein eher (wie er meint)
"kläglicher" North
Pole Versuch zu sehen. ;-)
Etwas weiter flussaufwärts befinden sich die Keyhole
Falls, definitiv nur etwas für Leute mit Kletterausrüstung!
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An diesen tiefen grünen Pools
ist die Subway Wanderung vorerst zu Ende. |

Steffen und ich verweilten dieses Mal viele Stunden in der Subway.
Wir hatten beide schon unabhängig voneinander das Pech zuviel
Wasser in der Subway anzutreffen. Dieses Mal waren die Pools endlich
herrlich grün - der kurze, surreale Canyonabschnitt hielt uns
gefesselt. Außerdem hatten wir immer noch die wage Hoffnung,
dass eine Canyoneering-Gruppe doch etwas länger verweilen würde.
Aber diese gingen so schnell wie sie kamen, es waren reine "Fun
Truppen". Mit ihren Ganzkörperneoprenanzügen sprangen
sie sogar quietschvergnügt in das Pool auf dem klassischen Subway
Foto. Bis nach 3 Uhr hatten wir die Röhre - mit kurzen Unterbrechungen
- praktisch ganz für uns alleine. Auch das hatte ich schon mal
anders kennengelernt. Im Oktober 2004 musste ich die Subway mit einer
größeren Gruppe ambitionierter Amateurfotografen teilen,
die nicht von der Stelle wichen und stundenlang an einem Platz ihr
Stativ aufstellten. Die vielen unruhigen Arme und Köpfe, die
mir während der langen Belichtungszeiten immer wieder durch das
Bild wanderten, erinnerten mich unweigerlich an den Upper
Antelope Canyon. Das schränkt das eigene Vergnügen dann
doch sehr ein. Wir verkeilten Stativ in Stativ ineinander auf dem
rutschigen, ein paar Zentimeter tiefen Rinnsal kurz vor den letzten
Pools. Ich stand eingeengt oberhalb des rutschigen Aufgangs rechterhand
der Kaskaden und mein Ex-Mann - um allen nicht im Weg zu stehen -
auf halber Höhe direkt auf dem rutschigen grünen Felsabschnitt.
Es folgte das beinah Unausweichliche, er verlor das Gleichgewicht
im Stehen und seither gehört eines seiner Objektive der Vergangenheit
an...
Vor diesem "verhängnisvollen" Felsabschnitt kann ich
nur jeden warnen. In den 6 Stunden, die wir in der Subway dieses Mal
verweilten, haben wir miterlebt wie 3 Leute dort gestürzt sind
und kräftig am Hosenboden gelandet sind. Jeder der versucht hat,
direkt an der Felswand zu gehen, hat das Gleichgewicht verloren. Der
"sicherste" Weg ist noch der rote Fels weiter links, näher
an der Kaskade. Aber auch da sollte man aufpassen, vor allem wenn
man Stativ und Kamera in der Hand hält. Ich habe sie sicherheitshalber
jedes Mal in meinen Fotorucksack gepackt. Aus Schaden wird man klug
oder zumindest "etwas klüger". ;-)
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Detailansicht von den kleinen
Pools in der Subway |

Vor 3 Jahren verweilte ich knapp zwei Stunden in der Subway, dann
ging es schon wieder zurück, um nicht erst bei Dunkelheit beim
Auto einzutreffen. Dieses Mal verging die Zeit wie im Flug. Steffen
und ich suchten nach neuen Motiven und spielten uns mit Belichtungszeiten,
Graufiltern und Weißabgleichen. Es war wohl so gegen halb 2,
als wir feststellten, dass die hintere Wand der Subway plötzlich
im indirekten Licht kräftig golden zu leuchten begann. So gut
wie alle zuvor aufgenommenen Bilder waren somit "für die
Tonne" und das ganze Spiel fing von vorne wieder an... ;-)
Erst kurz nach halb vier haben wir uns für ein paar Minuten in
der Nähe des Cracks in die Sonne gesetzt, um eine Kleinigkeit
zu essen und uns etwas aufzuwärmen. Wenn man stundenlang mit
wading boots im Wasser steht, dann werden die Zehen unweigerlich
immer kälter und kälter - auch im September.
Zurück geht es auf demselben Weg, allerdings
ist nach rund 2 Std. Vorsicht geboten! Wer im Flussbett unterwegs
ist oder gerade am "falschen" Flussufer steht, kann den
Wegweiser aus der Schlucht nur allzu leicht verpassen (37°17'17"N,
113°05'14"W; 1435 m). Hier waren uns beim ersten Mal
die zuvor aufgenommenen GPS-Koordinaten sehr von Nutzen.
Die Mitnahme eines GPS Geräts ist bei der Subway nicht notwendig,
aber nutzlos ist es ebenfalls nicht. Auch die Parkplatzkoordinate
kann niemals schaden - eine Tatsache, die ich erst vor wenigen Wochen
am eigenen Leib erfahren musste. Während der Weg hinunter einigermaßen
eindeutig ist, so war es der Ausstieg aus dem Canyon plötzlich
nicht und bin ich leider kurz den falschen Fußabdrücken
gefolgt. Als es immer steiler wurde und ich den Irrtum schließlich
bemerkte, hielt sich die Lust umzudrehen und wieder nach unten zu
klettern sehr in Grenzen. Mit Hilfe des GPS Geräts habe ich mich
dann am Plateau durch das unwegsame Gestrüpp in Richtung Auto
gequält - einen Abstecher, den ich keinem empfehlen kann! ;-)
Nach der Wanderung sind wir am Abend noch ein Stück
der Kolob Reservoir Road gefolgt, um die letzten Sonnenstrahlen am
Lava Point zu genießen. Ende Oktober 2004 war
die Zufahrt gesperrt und der Aussichtspunkt lag bereits unter einer
tiefen Schneedecke. Dieses Mal kamen wir in den Genuss des Indian
Summers. Die Wälder unterhalb des Viewpoints waren herrlich gelb
und rot verfärbt. Vor allem Steffen hat der Blick von der Anhöhe
sehr gut gefallen. Interessant zu beobachten waren auch die Biologen,
die dort mit großen Antennen nach ihren Schützlingen Ausschau
hielten. Erst wenige Tage zuvor hatten wir uns bei der North Rim Lodge
einen sehr guten Vortrag über Californische Kondore und die erfolgreiche
Auswilderung dieser beinahe ausgestorbenen Vogelart angehört.
Aus den einst nur noch 22 Tieren, die im San Diego Zoo lebten, wurden
jene 306 Kondore aufgezogen und z.T. ausgewildert, die heute wieder
ihre Flügel über Baja California, den Vermilion Cliffs und
dem Grand Canyon schwingen dürfen. Auch der Zion zählt mittlerweile
zu ihrer neuen/alten Heimat - eine wirklich schöne Erfolgsgeschichte,
die wir hier hautnah miterleben durften!
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Wer
sich für Dinosaurierspuren interessiert,
findet rund 4 km vom Left Fork Trailhead entfernt auf zwei großen
grauen Kayenta Sandsteinplatten am nördlichen Flussufer
an die 70 Abdrucke von 2-beinigen Fleischfressern, die hier
einst während der frühen Jurazeit durch einen schlammreichen
See stapften (37°17'59"N,
113°04'13"W; 1515
m).
Wer schon anderorts (in St.
George, Warner
Valley oder Red Fleet S.P. usw.) schönere
tracksites gesehen hat, bei dem wird im Left Fork Creek
keine Euphorie ausbrechen, aber ein wenig Ablenkung vom beschwerlichen
Marsch ist es allemal... ;-) |
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Fazit: Für Steffen und mich zählt der Zion
zu unseren absoluten Lieblingsparks, neben dem Yellowstone und dem
Petrified
Forest. Ein baldiges Wiedersehen ist so gut wie sicher. Allerdings
nicht mit der Subway. Dies ist sicher keine Wanderung, die man "just
for fun" macht. Einmal perfekte Bedingungen vor Ort sollten
eigentlich reichen! Zumindest vorerst... ;-)
Wichtiger Hinweis: Die Subway ist
eine enge Schlucht und wie in jedem Slot Canyon des Südwestens
besteht hier die Gefahr einer flash flood (sintflutartige
Sturzflut). Unbedingt Wettervorhersagen verfolgen und sich vor der
Tour von den Rangern am backcountry desk beraten lassen.
Zeitbedarf/Zeitplan: Auch wenn sich
der Wanderweg in den letzten Jahren deutlich vereinfacht hat, so sollte
man dennoch den Zeitbedarf nicht unterschätzen. Die 14,5 km innerhalb
dieser Schlucht sind keinesfalls mit anderen normalen Wanderpfaden
zu vergleichen! Unter 2,5 Std. wird man es kaum bis zur Subway schaffen
und auch zurück wird man sicher genauso lange brauchen.
Wer gerne und ausgiebig fotografiert, kann hier locker einen ganzen
Tag verbringen. Wir waren am 27. September 2007 um 7:30 AM am Trailhead,
2,5 Stunden später bei der Subway (exkl. ausgiebiger Pausen bei
den Kaskaden sowie beim Crack) und erst um 6:15 PM wieder beim Auto.
In meinem Tagebuch der Vermerk: "Von den fast 11 Stunden,
die wir unterwegs waren, sind wir nur knapp 20 Minuten gegessen -
für das Jausenbrot kurz vor dem Rückweg. 5 Stunden gewandert,
6 Stunden fotografiert". So verrückt muss man erst
mal sein! ;-)))
Tipp: Um kalte und durchnässte
Füße zu vermeiden, sind Wanderschuhe aus Goretex und mit
einer dicken Sohle sehr von Vorteil! Aber auch meine von Kroatien
mitgebrachten, als wading boots umfunktionierten Aqua Slippers
machten sich in der Subway ganz gut! Für den Abstieg in den Great
West Canyon sollten die Schuhe/Trekkingsandalen auf jeden Fall
ein gutes Profil aufweisen. Trekkingstöcke sind kein Muss, können
aber hilfreich sein - auch bei den Flussüberquerungen! Für
die kältere Jahreszeit empfehlen sich Neoprensocken (Ende September
braucht man i.d.R. noch keine!).
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Links in der Subway, rechts der berühmte
Crack vor der letzten Canyonbiegung |

Beste Besuchszeit: Ganz klar Ende September, nicht
nur wegen den Lichtverhältnissen (siehe Fototipps) sondern auch
wegen der noch angenehmen Wassertemperaturen. Wer die Kaskaden vor
der Subway jedoch umringt von herbstlichen Farben fotografieren möchte,
für den ist Ende Oktober/Anfang November der ideale Zeitpunkt.
Bei mir lag allerdings Ende Oktober bereits der erste Schnee auf den
höchsten Berggipfeln und entlang der Kolob Road - entsprechend
eisig war auch das Wasser in der Subway.
Wochenenden und Feiertage sollte man, wenn möglich, meiden. Dann
herrscht der größte Andrang und man bekommt ungleich schwerer
ein permit.
Gegen das späte Frühjahr und den Sommer sprechen gleich
zwei Faktoren. Erstens ist es im Zion N.P. im Mai, Juni, Juli und
August meist extrem heiß und dann scheint die Sonne bereits
sehr früh in die Subway hinein und macht den ganzen Farbenzauber
zunichte. Hinzu kommt noch die erhöhte Gefahr flash floods
während der Sommermonate.
Fototipp: Das schönste Licht
zum Fotografieren hat man bei den Kaskaden und dem Crack meist vormittags.
In der engen Felsröhre selbst variiert es je nach Jahreszeit.
So hat man beispielsweise Ende September das allerbeste Licht erst
gegen 2 Uhr nachmittags, erst dann fängt die Subway im indirekten
Licht so richtig zum Glühen an. Im späten Frühjahr
hingegen, wenn die Sonne hoch steht, scheint diese bereits um die
Mittagszeit in die Subway hinein. Dann ist es praktisch unmöglich
vernünftige Fotos zu machen - zu groß sind die Kontraste,
zu fahl die Farben.
Die Lichtbedingungen in der tunnelähnlichen Passage sind meist
sehr duster, d.h. das Stativ ist hier ein Muss. Die schönen Grüntöne
sind keineswegs abhängig von den Belichtungszeiten sondern lediglich
bedingt durch den Wasserstand sowie die Sandfüllhöhe in
den Pools. Bei wenig Wasser erscheinen die Pools mit bloßem
Auge schon herrlich grün, nach ausgiebigen Regenfällen sind
sie auch nach 20 s Belichtung noch immer schokobraun (siehe Foto unten).
Was Belichtungszeiten jenseits der 6 Sekunden jedoch bewirken sind
milchige, surrealere Farben. Um die Zeiten bewusst zu verlängern,
empfiehlt sich die Mitnahme eines Graufilters oder ggf. eines Polarisationsfilter.
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BEI HÖHEREM WASSERSTAND LOHNT SICH DER BESUCH NICHT! |
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Nicht
immer ist die Subway schön, nicht immer erscheinen ihre
Pools so herrlich grün. Nach ergiebigen Regengüssen
strömen oft größere Wassermengen durch diese
enge Schlucht und es bilden sich dabei unschöne Schaumkronen,
die sich auf Fotos zu unfotogenen weißen Flecken und
fadenartigen Schlieren verformen. Aufgrund des dann aufgewühlten,
stark sedimentreichen Wassers erscheinen die Pools der Subway
nicht nur für das Auge schokobraun
sondern sind es selbst nach sekundenlanger Belichtung immer
noch. Auch den schönen "The Crack"
(siehe Foto oben rechts) wird man unter diesen Umständen
leider nicht verewigen können, da er dann komplett unter
Wasser liegt. Wie unterschiedlich
die Farbgebung in der Subway sein kann, glaubt man erst, wenn
man es mit eigenen Augen gesehen hat. Um es ein wenig besser
zu veranschaulichen, habe ich oben meine Schoko-Kleeblatt
Variante vom Oktober 2004 eingefügt. Auch Dirk sein Foto
gibt einen guten Eindruck von der Farbgebung, wenn viel Wasser
durch die Röhre fließt. Der
ambitionierte Hobby- oder Profifotograf wird mit den Ergebnissen
kaum zufrieden sein. Aus eigener Erfahrung kann ich nur jedem
von einem Besuch abraten, wenn es in der Gegend ein paar Tage
vorher kräftig und lange geregnet hat. Da der Flussverlauf
bis zur Subway landschaftlich nicht viel zu bieten hat, lohnen
sich unter diesen Umständen die Strapazen und der lange
Marsch definitiv nicht. Und wenn
einem dann abends noch die Knie und sämtliche Glieder
schmerzen, ist schnell der Entschluss gefasst, dass man diesen
Ort kein zweites Mal aufsuchen möchte. Genau das hatten
zumindest Steffen und ich uns einst geschworen. Und ich bin
auch heute noch der Ansicht: Bei höherem Wasserstand
sollte man lieber nur den "Subway"
in Hurricane besuchen... ;-)))
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Fotogalerien: Wer sich in Springdale aufhält
und für Fotografie interessiert, kann hier einige schöne
Galerien
besuchen. Michael
Fatali ist mittlerweile übersiedelt und hat seine Ausstellung
nun unmittelbar neben dem Imax Theater beim Parkeingang. Für
Steffen und mich ist er DER große Meister im Südwesten.
Nicht nur die Präsentation seiner Bilder hebt er sich deutlich
ab, sondern es sind seine Motive, die meiner Meinung klar die Grenze
zwischen reiner Fotografie und Kunst überschreiten, so z.B. sein
Racetrack
Valley oder seine Sanddüne.
Interessant ist auch der Blick in seine out of print Mappe
sowie in seine aktuellen Portfolios, die er leider noch nicht online
hat und größtenteils auch nicht ausgestellt hat. Darunter
befindet sich ein absolut geniales Bild einer Meereshöhle, der
"Skywatcher",
einige Fotos von White Pocket und ein archreicher Slot Canyon, wo
ich nur allzu gerne wüsste, wo er liegt. ;-)
Ein paar recht schöne Bilder hängen auch in der West Gallery
von David West, mit dessen Frau wir uns etwas länger nett unterhalten
haben. Mit den Bildern von David
Pettit kann ich mich nicht zu 100% anfreunden, sehenswert ist
aber auch diese Galerie (gleich neben der nicht so schlechten Pizzeria
Pizza
& Noodles Co).
Unterkunft: Im schönen Städtchen
Springdale findet man eine große Auswahl an
Motels
vor, die jedoch aufgrund der exzellenten Lage allesamt deutlich teurer
als z.B. in Hurricane sind. Der Zion
Shuttle Bus fährt in Springdale die Hauptstraße entlang,
so dass man hier getrost auch das Auto mal länger im Motel stehen
lassen kann. Die Nächte im Quality
Inn haben mir dort im Oktober 2004 jeweils $70 inklusive
Tax und Frühstücksbuffet (Waffeln, Dosenobst, Eier, Toast,
Jogurt, Weckerln mit Einbrenne) gekostet.
Durchaus empfehlenswert ist auch die Zion
Lodge. Einziger Nachteil ist ihr gehobeneres Preisniveau
($135 pro DZ; Okt. 2004) sowie ihre Beliebtheit. Das ZImmer hatte
ich bereits ein halbes Jahr im Vorhinein reserviert. Wer dort übernachtet,
erhält eine Einfahrtserlaubnis und darf bei der Zion Lodge in
den Zion Shuttle Bus einsteigen und erspart sich die Anreise und das
Parkplatzsuchen beim Visitor Center. Wer abends allerdings ein Fernsehgerät
im Zimmer haben möchte, sollte Nationalpark Lodges grundsätzlich
meiden. Aber ist es nicht ohnehin mal eine nette Abwechslung, wenn
man stattdessen in einer Vollmondnacht draußen in der Natur
gleich neben der Lodge neugierige, anmutige Stinktiere auf
ihrer Nahrungssuche beobachten darf?
Wesentlich günstiger lässt es sich in Hurricane
übernachten - z.B Days Inn oder für $44 im Super 8 (Stand:
September 2007). Für die Subwaytour sicher keine schlechte Wahl,
zumal Hurricane meilenmäßig sogar näher am Trailhead
liegt als Springdale!
Kleine Danksagung ;-) ... Zum ersten
Mal gehört hatte ich von der Subway im Jahr 2000, als eine liebe
Studienfreundin von mir dieser Schlucht während ihrer Hochzeitsreise
am 11. Mai 2000 einen Besuch abstattete. Die beschwerliche Wanderung
dauerte ca. 7,5 h hin und zurück mit einer Stunde Aufenthalt
vor Ort. Die Fotos, die sie damals nach Hause brachte, überzeugten
mich davon, dass ich dort bei meinem nächsten Südwesturlaub
unbedingt hin musste. Noch mehr habe ich mich aber über ihr zweites
Mitbringsel gefreut, Laurents
Buch "Land of the Canyons". Zu dem Zeitpunkt kannte
ich es noch nicht und war sofort hellauf begeistert von der neuen
Lektüre. Wer hätte damals geahnt, dass der Autor dieses
Buches keine 7 Jahre später sogar mein Trauzeuge werden würde...
;-)
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"Subway from the top"
Touren:
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