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From the bottom and back - Zion N.P.

Lage: Dieser einzigartige, tunnelähnliche Canyon befindet sich etwas abseits der Hauptattraktionen an der Kolob Reservoir Road im westlichen Teil des Zion N.P. (Karte des Nationalparks).

Anreise: Es gibt drei Möglichkeiten sich der Subway zu nähern. Leute mit Canyoneering Ausrüstung können am Wildcat Canyon Trailhead, 16 mi nördlich der Ortschaft Virgin, starten und die "From the top down" Tour 15 km weiter südlich beim Left Fork Trailhead beenden (Shuttle erforderlich). Für "Hardcore"-Canyoneerer gibt es auch eine zweite Alternativroute in die Subway einzusteigen, die unter dem Namen "Das Boot" bekannt ist.
All jene, die ohne technische Hilfsmittel unterwegs sind, müssen ihr Fahrzeug schon am Left Fork Trailhead abstellen, rund 8 mi nördlich der Stadt Virgin. Diese Tour ist unter dem Namen "From the bottom and back" bekannt und besteht aus einem 14,5 km langen Rundweg. Schöne Karten für diese Wanderung findet man z.B. auf der Climb Utah Website oder auf der Canyoneering USA Seite.
GPS-Koordinaten in WGS84/NAD83

 

The Subway - Zion National Park


Permitvergabe: Um den Besucherandrang in dem engen Canyon in Schach zu halten, hat das National Park Service im Jahre 1998 ein Permitsystem eingeführt, das nur 80 Leuten am Tag den Zutritt gewährt (vor 2010 waren es 50!). Angeblich hatten sich im Jahre zuvor an einem einzigen Sommerwochenende knapp 800 Personen durch diese Schlucht "gequält", kaum vorstellbar! Während der high season - April bis Oktober - findet nun jeweils 3 Monate im Voraus eine Permitlotterie statt. Wer beispielsweise im Mai zur Subway wandern will, kann sich während des Monats Februar bewerben. Am 5. des Folgemonats findet die Ziehung statt und erst danach werden die noch nicht verkauften Zutrittsgenehmigungen als backcountry permits für die sogenannte Calendar Reservation frei geschalten. Bei der Lotterie kann man drei Wunschtermine angeben, es besteht jedoch keinerlei Garantie, dass man tatsächlich ein permit bekommt. Wer bei den drei getrennten Ziehungen Pech haben sollte, hat die Teilnahmegebühr von $5 umsonst bezahlt und muss hoffen, dass unter jenen, die nach der Verlosung übrig bleiben und am 5. eines Monats frei gegeben werden, noch etwas anderes Passendes dabei ist. Darf man der Statistik Glauben schenken, so erhält die Mehrheit der Bewerber das permit für einen ihrer drei Tage (2004 waren es sogar noch 90%). Ähnlich wie bei der Wave wird auch hier nicht das gesamte Kontingent online zur Verfügung gestellt. 60 Stück gehen in die Verlosung udn anschließend ev. in die Kalenderreserveirung, die restlichen 20 werden zurückgehalten und erst kurz vor dem Termin über die Last Drawing Lotterie vergeben werden. D.h. 9 bis 2 Tage vor der geplanten Wanderung kann man sich um solch ein Last Minute Permit bemühen und um 1 PM Mountain Time zwei Tage vor der Wanderung erhält man dann per E-Mail die Zu- oder Absage. Vor 2012 wurden diese Restpermits am Vortag direkt am Backcountry Desk im Visitor Center vergeben und zur Hochsaison hatten wohl einige Interessenten z.T. sogar schon vor dem Visitor Center campiert, nur um früh morgens die Ersten zu sein!
Permit-Preis: $5 pro Person.

Unsere Besuch: Unsere ersten Besuche liegen nun schon ein paar Jahre zurück. Steffen war bereits zweimal in der Subway (im November 2003 und im März 2004) und ich im Oktober 2004. Seither hat sich aber viel verändert. Mehr dazu weiter unten im Bericht.
Im Juli 2004 hatte ich spaßeshalber an der Lotterie teilgenommen, da ich auf der Webseite gesehen hatte, dass sich bereits einige größere Gruppen für meine drei Wunschtermine interessierten. Der Indian Summer, jenes traumhaft schöne Farbenspiel des herbstlichen Laubes, lockt immer zahlreiche Naturliebhaber an, so dass während der letzten Oktoberwoche sowie den ersten Novemberwochen für eine Nebensaison immer außergewöhnlich viel los ist im Zion Nationalpark. Am 5. August erhielt ich den Bescheid, dass wir die permits für den von uns an erster Stelle angegebenen Tag "gewonnen" hatten (Preis: $5 p.P.). Unbedingt notwendig war die Lotterieteilnahme damals sicher nicht, aber was man hat, das hat man! ;-)
Ich war im Oktober 2004 gleich mehrere Tage im Zion N.P. unterwegs und da die Wetterprognose für unseren Subwaytag "Schnee" lautete, haben wir am "backcountry desk", wo man seine permits persönlich abholen muss, nachgefragt, ob es nicht möglich wäre ohne Aufpreis die Tour um einen Tag vorzuverlegen. Das Umbuchen war nicht nur gebührenfrei, sondern ging auch noch schnell und unbürokratisch vonstatten. So machten wir uns bereits am 25. Oktober 2004 auf den Weg.

Es war noch etwas dämmrig als wir die Zion Lodge an diesem Morgen kurz vor 8 Uhr verließen. Eine knappe Stunde Fahrzeit und wir parkten unser Auto am Left Fork Trailhead (GPS: 37°17'06"N, 113°05'45"W; 1545 m). Für diesen Parkplatz ist ein parking tag erforderlich, d.h. vor dem Loswandern nicht vergessen es an der Windschutzscheibe zu befestigen!
In Richtung Ost/Nordost geht es gemütlich durch ein aufgelockertes Wacholder-/Nusskiefernwäldchen bis man nach rund 1 km vor der Abbruchkante des Great West Canyon steht. Der Grund der Schlucht lag noch im Dunklen, dennoch sah man es schon leuchten, das schöne goldene Band der herbstlichen Bäume entlang des Left Fork of the North Creek. Vor dem steilen Abstieg in den Canyon war mir etwas angst und bange, zumal ich eher ungern auf steilem, rutschigem Geröll bergab gehe und nichts Gutes darüber im Vorfeld gehört bzw. gelesen hatte. Zum Glück war alles vor Ort nur halb so schlimm. Zwar geht es da auf kurzer Strecke über 100 Höhenmeter hinunter, der Pfad war jedoch gut ausgetreten, trotz leichter Nässe nicht sehr rutschig und aufgrund seines Zickzackkurses und den vielen größeren Steinen, die Halt boten, kein besonders großes Problem - selbst für mich! Der Zustand des Weges kann natürlich je nach Jahreszeit und vorangegangenen Niederschlägen stark variieren. Ich empfand die Völkerwanderung entlang des exponierten Angels Landing Trail an einem Wochenendtag jedenfalls deutlich nervenaufreibender!

 

Pools at the Left Fork of the North Creek
Pools in the Subway
Rechts steht Steffen in der Röhre und links mein Lieblingspool, das Kleeblatt. Wie es bei höherem Wasserstand aussehen kann, zeige ich weiter unten im braunen Infokasten.


Unten angekommen sollte man sich kurz die Form des Canyons an dieser Stelle einprägen, damit man bei der Rückkehr nicht hier vorbei läuft. Ich habe leider in der Vergangenheit immer wieder von Leuten gehört, die den Ausstieg verpasst haben und etwas im Canyon herumirrten. Mittlerweile gibt es aber auch direkt am Fluss unten ein zweites zusätzliches Schild, das in Richtung Trailhead weist (37°17'17"N, 113°05'14"W; 1435 m). Dieses gab es 2004 noch nicht.

Nach dem Abstieg geht es nach links in Richtung Nordosten, immer dem Left Fork of the North Creek folgend, so dass man sich ab diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr verlaufen kann. Am Trail hinunter in die Schlucht hat sich bis heute nichts geändert, der Weg weiter entlang des Flusses hingegen, hat sich in den letzten 3 Jahren deutlich verbessert. Für den eigentlich "nur" 7,2 km langen Hinweg ohne signifikante Höhenunterschiede habe ich im Oktober 2004 noch fast 3,5 Stunden (mit kurzem Aufenthalt bei den Kaskaden) gebraucht und das war ein durchaus normales Tempo. Die Fotografengruppe, die wir am Rückweg überholten, war sogar 4,5 h von der Subway bis zum Auto unterwegs. Damals gab es noch kaum sichtbar ausgetretene Pfade. Der Left Fork war das reinste Hindernisparcours und jede Flussüberquerung bei der Kälte eine Qual. Der erste Schnee lag schon auf den Berggipfeln und das machte sich auch im Canyon bemerkbar. Immer wieder verhinderten große Felsen das Weiterkommen und um das mitunter knietiefe eisige Wasser zu umgehen, haben wir uns damals "freiwillig" durch enge Felsspalten gequetscht oder sogar kleine Treppen aus größeren Steinen gebaut, um so manche 2 m hohe Felsstufe besser überwinden zu können.
Wie froh war ich, dass das jetzt im September 2007 alles nicht mehr nötig war! Ein deutlich ausgetretener Pfad führt meist an einer der beiden Canyonseiten entlang, manchmal sogar an beiden. In den letzten Jahren waren so viele Leute hier unterwegs gewesen, dass man sich mittlerweile nur noch selten durch Gestrüpp quälen muss. Für die Natur vermutlich eine eher bedenkliche Entwicklung, für den Hiker jedoch eine positive Überraschung. Was einem allerdings auch heutzutage nach wie vor nicht erspart bleibt, sind die vielen Flussüberquerungen. Ich schätze, es werden in Summe so an die 20 sein. Bei angenehm warmen Lufttemperaturen sind sie aber kaum der Rede wert.

Die allerersten Minikaskaden (37°18'16"N, 113°03'39"W; 1535 m) erreicht man nach knapp 2 Stunden. Danach dauert es keine halbe Stunde mehr, bis sich die Schlucht weiter verengt, Beifußsträucher, cottonwoods und Nadelbäume dem blanken Fels weichen und man vor der ersten großen Arch Angel Falls aus glänzend rotem Kayenta Sandstein steht. Von ihrer schönsten Seite zeigt sich diese meist am Vormittag und das vor allem Anfang November, wenn das Laub herrlich golden leuchtet.

Von nun an geht es direkt im meist nur wenige Zentimeter tiefen, glattpolierten Flussbett noch ein paar Mal um die Ecke bis zur Subway, vorbei an weiteren Kaskaden und dem berühmten "The Crack", jener engen, recht fotogene Felsspalte am Boden, durch die das Wasser mit sehr großer Geschwindigkeit fließt (37°18'35"N, 113°03'13"W). Auch er besteht aus leuchtend rotem Kayenta Sandstein. Der Crack befindet sich unmittelbar vor der letzten Biegung auf der rechten Seite des Flussbetts. Ist der Wasserstand allerdings höher als normal, wird man ihn sehr leicht übersehen. So ist es zumindest mir bei meinem ersten Besuch ergangen. Damals konnte man ihn leider überhaupt nicht fotografieren, da das Wasser aus der Vertiefung herausschoss und diese komplett bedeckte.
Ob man beim Crack und in der Subway Glück hat und eher wenig oder zuviel Wasser vorfindet, zeigt sich bereits an der letzten Kaskaden vor dem Crack. Die folgenden Fotos verdeutlichen den gewaltigen Unterschied: Hier herrschen ideale Bedingungen. Wenn es hingegen so aussieht, dann wird sich die Euphorie vermutlich leider sehr in Grenzen halten (siehe brauner Infokasten weiter unten).

 

The entrance to the famous Subway at Zion N.P.
Der Eingang in diese einzigartige Röhre


Der meist eher relativ unscheinbare Left Fork of the North Creek hat im Lauf der Jahrmillionen hier im Zion N.P. an der Übergangsgrenze zweier Gesteinsschichten eine tunnelförmige Röhre aus dem unteren, weicheren Navajo Sandstein herausgefräst. Der Boden der Subway besteht bereits aus rotem Kayenta Sandstein und die darüberliegende härtere Navajo Sandsteinschicht wölbt sich zu einer Decke. Nur wenig Tageslicht dringt durch den stellenweise knapp einen Meter breiten Spalt ein.
Der fotogene Abschnitt der Subway ist bei der Left Fork Trailhead Tour relativ kurz, keine 150 m lang. Vom Eingang (Foto oben; 37°18'34"N, 113°03'08"W) kommt man gleich zur Biegung mit den kleinen Pools, von der man bereits die kleine Anhöhe sieht, hinter der sich die letzten Pools ausbreiten (Fotos unten). Dies ist dann auch schon der Umkehrpunkt der meisten "from the bottom and back" Hiker.

Für den weiteren Weg durch die Subway hing bei meinem letzten Besuch oberhalb der letzten Pools ein Seil. Leider war die Wasserstelle darunter aufgrund des "leichten Hochwassers" sehr tief und so eisig, dass ich mich nicht dazu überwinden konnte. Ranger raten auch generell davon ab, fremden Seilen zu vertrauen. Hier oder hier sieht man ein Foto von der Stelle, die es zu überwinden gilt. Was sich dahinter verbirgt, lohnt die kurze Mühe. Dort oben befindet sich Fatalis schöne Log Chamber, vor deren glühenden Wänden schon seit Jahren ein fotogener Baumstamm quer liegt. Bei unserem letzten Besuch fühlte sich das Wasser bei den Pools unterhalb zwar nicht so kalt an, dafür war aber leider kein Seil da - zumindest keines das lang genug hängen blieb, zumal die Canyoneering-Gruppen es immer sofort wieder entfernten und mitnahmen. Steffen hatte im Frühjahr 2004 das Glück ein verlassenes Seil anzutreffen, fand aber leider beim Baumstamm keine idealen Lichtbedingungen vor. Hier ist sein eher (wie er meint) "kläglicher" North Pole Versuch zu sehen. ;-)
Wer das kalte, tiefe Wasser nicht scheut, kann auch vor bis zu den Keyhole Falls waten (oder je nach Wasserstand schwimmen). Dort befindet sich meist ein Baumstamm, über den man auch eine Etage höher bzw. zu North Pole gelangt.

 

Where the hike ends at the From the bottom and back Tour
Steffen taking a picture of the last pools
An diesen tiefen grünen Pools ist die Subway Wanderung vorerst zu Ende.


Steffen und ich verweilten dieses Mal viele Stunden in der Subway. Wir hatten beide schon unabhängig voneinander das Pech zuviel Wasser in der Subway anzutreffen. Dieses Mal waren die Pools endlich herrlich grün - der kurze, surreale Canyonabschnitt hielt uns gefesselt. Außerdem hatten wir immer noch die wage Hoffnung, dass eine Canyoneering-Gruppe doch etwas länger verweilen würde. Aber diese gingen so schnell wie sie kamen, es waren reine "Fun Truppen". Mit ihren Ganzkörperneoprenanzügen sprangen sie sogar quietschvergnügt in das Pool auf dem klassischen Subway Foto. Bis nach 3 Uhr hatten wir die Röhre - mit kurzen Unterbrechungen - praktisch ganz für uns alleine. Auch das hatte ich schon mal anders kennengelernt. Im Oktober 2004 musste ich die Subway mit einer größeren Gruppe ambitionierter Amateurfotografen teilen, die nicht von der Stelle wichen und stundenlang an einem Platz ihr Stativ aufstellten. Die vielen unruhigen Arme und Köpfe, die mir während der langen Belichtungszeiten immer wieder durch das Bild wanderten, erinnerten mich unweigerlich an den Upper Antelope Canyon. Das schränkt das eigene Vergnügen dann doch sehr ein. Wir verkeilten Stativ in Stativ ineinander auf dem rutschigen, ein paar Zentimeter tiefen Rinnsal kurz vor den letzten Pools. Ich stand eingeengt oberhalb des rutschigen Aufgangs rechterhand der Kaskaden und Bernhard - um allen nicht im Weg zu stehen - auf halber Höhe direkt auf dem rutschigen grünen Felsabschnitt. Es folgte das beinah Unausweichliche, er verlor das Gleichgewicht im Stehen und seither gehörte eines seiner Objektive der Vergangenheit an...
Vor diesem "verhängnisvollen" Felsabschnitt kann ich nur jeden warnen. In den 6 Stunden, die wir in der Subway dieses Mal verweilten, sind gleich drei Leute dort ausgerutscht und kräftig auf dem Hosenboden gelandet. Die Kamera kommt hier sicherheitshalber jedes Mal in den Fotorucksack. Aus Schaden wird man klug oder zumindest "etwas klüger". ;-)

 

Small cascades at the Subway
Detailansicht von den kleinen Pools in der Subway


Vor 3 Jahren verweilte ich knapp zwei Stunden in der Subway, dann ging es schon wieder zurück, um nicht erst bei Dunkelheit beim Auto einzutreffen. Dieses Mal verging die Zeit wie im Flug. Steffen und ich suchten nach neuen Motiven und spielten uns mit Belichtungszeiten, Graufiltern und Weißabgleichen. Es war wohl so gegen halb 2, als wir feststellten, dass die hintere Wand der Subway plötzlich im indirekten Licht kräftig golden zu leuchten begann. So gut wie alle zuvor aufgenommenen Bilder waren somit "für die Tonne" und das ganze Spiel fing von vorne wieder an... ;-)
Erst kurz nach halb vier haben wir uns für ein paar Minuten in der Nähe des Cracks in die Sonne gesetzt, um eine Kleinigkeit zu essen und uns etwas aufzuwärmen. Wenn man stundenlang mit wading boots im Wasser steht, dann werden die Zehen unweigerlich immer kälter und kälter - auch im September.

Zurück geht es auf demselben Weg, allerdings ist nach rund 2 Std. Vorsicht geboten! Wer im Flussbett unterwegs ist oder gerade am "falschen" Flussufer steht, kann den Wegweiser aus der Schlucht nur allzu leicht verpassen (37°17'17"N, 113°05'14"W; 1435 m). Hier waren uns beim ersten Mal die zuvor aufgenommenen GPS-Koordinaten sehr von Nutzen. Die Mitnahme eines GPS-Geräts ist bei der Subway aber ansonsten nicht notwendig!

Nach der Wanderung sind wir am Abend noch ein Stück der Kolob Reservoir Road gefolgt, um die letzten Sonnenstrahlen am Lava Point zu genießen. Ende Oktober 2004 war die Zufahrt gesperrt und der Aussichtspunkt lag bereits unter einer tiefen Schneedecke. Dieses Mal kamen wir in den Genuss des Indian Summers. Die Wälder unterhalb des Viewpoints waren herrlich gelb und rot verfärbt. Vor allem Steffen hat der Blick von der Anhöhe sehr gut gefallen. Interessant zu beobachten waren auch die Biologen, die dort mit großen Antennen nach ihren Schützlingen Ausschau hielten. Erst wenige Tage zuvor hatten wir uns bei der North Rim Lodge einen sehr guten Vortrag über Californische Kondore und die erfolgreiche Auswilderung dieser beinahe ausgestorbenen Vogelart angehört. Aus den einst nur noch 22 Tieren, die im San Diego Zoo lebten, wurden jene 306 Kondore aufgezogen und z.T. ausgewildert, die heute wieder ihre Flügel über Baja California, den Vermilion Cliffs und dem Grand Canyon schwingen dürfen. Auch der Zion zählt mittlerweile zu ihrer neuen/alten Heimat - eine wirklich schöne Erfolgsgeschichte, die wir hier hautnah miterleben durften!

 

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Wer sich für Dinosaurierspuren interessiert, findet rund 4 km vom Left Fork Trailhead entfernt auf zwei großen grauen Kayenta Sandsteinplatten am nördlichen Flussufer an die 70 Abdrucke von 2-beinigen Fleischfressern, die hier einst während der frühen Jurazeit durch einen schlammreichen See stapften (37°17'59"N, 113°04'13"W; 1515 m).
Wer schon anderorts (in St. George, Warner Valley oder Red Fleet S.P. usw.) schönere tracksites gesehen hat, bei dem wird im Left Fork Creek keine Euphorie ausbrechen, aber ein wenig Ablenkung vom beschwerlichen Marsch ist es allemal... ;-) 

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Fazit: Für Steffen und mich zählt der Zion zu unseren absoluten Lieblingsparks, neben dem Yellowstone und dem Petrified Forest. Ein baldiges Wiedersehen ist so gut wie sicher. Allerdings nicht mit der Subway. Dies ist sicher keine Wanderung, die man "just for fun" macht. Im November 2010 gab es ein vorerst letztes Wiedersehen. ;-)

Wichtiger Hinweis: Die Subway ist eine enge Schlucht und wie in jedem Slot Canyon des Südwestens besteht hier die Gefahr einer flash flood (sintflutartige Sturzflut). Unbedingt Wettervorhersagen verfolgen und sich vor der Tour von den Rangern am backcountry desk beraten lassen.

Zeitbedarf/Zeitplan: Auch wenn sich der Wanderweg in den letzten Jahren deutlich vereinfacht hat, so sollte man dennoch den Zeitbedarf nicht unterschätzen. Die 14,5 km innerhalb dieser Schlucht sind keinesfalls mit anderen normalen Wanderpfaden zu vergleichen! Unter 2,5 Std. wird man es kaum bis zur Subway schaffen und auch zurück wird man sicher genauso lange brauchen.
Wer gerne und ausgiebig fotografiert, kann hier locker einen ganzen Tag verbringen. Wir waren am 27. September 2007 um 7:30 AM am Trailhead, 2,5 Stunden später bei der Subway (exklusive ausgiebiger Fotopausen bei den Kaskaden sowie beim Crack) und erst um 6:15 PM wieder beim Auto. In meinem Tagebuch der Vermerk: "Von den fast 11 Stunden, die wir unterwegs waren, sind wir nur knapp 20 Minuten gegessen - für das Jausenbrot kurz vor dem Rückweg. 5 Stunden gewandert, 6 Stunden fotografiert". So verrückt muss man erst mal sein! ;-)))

Tipp: Um kalte und durchnässte Füße zu vermeiden, sind Wanderschuhe aus Goretex und mit einer dicken Sohle sehr von Vorteil! Aber auch meine von Kroatien mitgebrachten, als wading boots umfunktionierten Aqua Slippers machten sich in der Subway ganz gut! Für den Abstieg in den Great West Canyon sollten die Schuhe/Trekkingsandalen auf jeden Fall ein gutes Profil aufweisen. Trekkingstöcke sind kein Muss, können aber hilfreich sein - auch bei den Flussüberquerungen! Für die kältere Jahreszeit empfehlen sich Neoprensocken (Ende September braucht man i.d.R. noch keine!).
In Springdale bei Zion Adventures gibt es auch Schuhe/Neoprensocken/Stöcke zum Ausleihen.

 

The tunnel-shaped structure of the Subway
The famous Crack near the Subway
Links in der Subway, rechts der berühmte Crack vor der letzten Canyonbiegung


Beste Besuchszeit: Ganz klar im Herbst! Ende September herrschen in der Subway ausgesprochen gute Lichtverhältnisse (siehe Fototipps) und die Wassertemperaturen sind ebenfalls noch angenehm. Wer buntes Herbstlaub in den Pools und rund um die Kaskaden fotografieren möchte, der sollte seinen Besuch Ende Oktober/Anfang November planen. Wenn Wetter und Wasserstand passen, dann gibt es keinen besseren Zeitpunkt für die Subway! Einmal lag bei uns Ende Oktober bereits der erste Schnee auf den höchsten Berggipfeln und entlang der Kolob Road - entsprechend eisig war auch das Wasser in der Subway, ein Jahr zuvor war es aber selbst Mitte November noch wunderschön dort. D.h. es ist alles ein wenig Glücksache!
Wochenenden und Feiertage sollte man, wenn möglich, meiden. Dann herrscht der größte Andrang und man bekommt ungleich schwerer ein Permit.
Gegen das späte Frühjahr und den Sommer sprechen gleich zwei Faktoren. Erstens ist es im Zion N.P. im Mai, Juni, Juli und August meist extrem heiß und dann scheint die Sonne bereits sehr früh in die Subway hinein und macht den ganzen Farbenzauber zunichte. Hinzu kommt noch die erhöhte Gefahr flash floods während der Sommermonate.

Fototipp: Das schönste Licht zum Fotografieren hat man bei den Kaskaden und dem Crack meist vormittags. In der engen Felsröhre selbst variiert es je nach Jahreszeit. So hat man beispielsweise Ende September das allerbeste Licht gegen 2 Uhr nachmittags, erst dann fängt die hintere Wand im indirekten Licht so richtig zum Glühen an. Im späten Frühjahr hingegen, wenn die Sonne hoch steht, scheint diese bereits um die Mittagszeit in die Subway hinein. Dann ist es praktisch unmöglich vernünftige Fotos zu machen - zu groß sind die Kontraste, zu fahl die Farben.
Die Lichtbedingungen in der tunnelähnlichen Passage sind meist sehr duster, d.h. das Stativ ist hier ein Muss. Die schönen Grüntöne sind keineswegs abhängig von den Belichtungszeiten sondern lediglich bedingt durch den Wasserstand sowie die Sandfüllhöhe in den Pools. Bei wenig Wasser erscheinen die Pools mit bloßem Auge schon herrlich grün, nach ausgiebigen Regenfällen sind sie auch nach 20 s Belichtung noch immer schokobraun (siehe Foto unten). Was Belichtungszeiten jenseits der 6 Sekunden jedoch bewirken sind milchige, surrealere Farben. Um die Zeiten bewusst zu verlängern, empfiehlt sich die Mitnahme eines Graufilters oder ggf. eines Polarisationsfilter.


 
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BEI HÖHEREM WASSERSTAND LOHNT SICH DER BESUCH NICHT!
 
 


High water level at the SubwayNicht immer ist die Subway schön, nicht immer erscheinen ihre Pools so herrlich grün. Nach ergiebigen Regengüssen strömen oft größere Wassermengen durch diese enge Schlucht und es bilden sich dabei unschöne Schaumkronen, die sich auf Fotos zu unfotogenen weißen Flecken und fadenartigen Schlieren verformen. Aufgrund des dann aufgewühlten, stark sedimentreichen Wassers erscheinen die Pools der Subway nicht nur für das Auge schokobraun sondern sind es selbst nach sekundenlanger Belichtung immer noch. Auch den schönen "The Crack" (siehe Foto oben rechts) wird man unter diesen Umständen leider nicht verewigen können, da er dann komplett unter Wasser liegt. Wie unterschiedlich die Farbgebung in der Subway sein kann, glaubt man erst, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat. Um es ein wenig besser zu veranschaulichen, habe ich oben meine Schoko-Kleeblatt Variante vom Oktober 2004 eingefügt. Auch Dirk sein Foto gibt einen guten Eindruck von der Farbgebung, wenn viel Wasser durch die Röhre fließt. Der ambitionierte Hobby- oder Profifotograf wird mit den Ergebnissen kaum zufrieden sein. Aus eigener Erfahrung kann ich nur jedem von einem Besuch abraten, wenn es in der Gegend ein paar Tage vorher kräftig und lange geregnet hat. Da der Flussverlauf bis zur Subway landschaftlich nicht viel zu bieten hat, lohnen sich unter diesen Umständen die Strapazen und der lange Marsch definitiv nicht. Und wenn einem dann abends noch die Knie und sämtliche Glieder schmerzen, ist schnell der Entschluss gefasst, dass man diesen Ort kein zweites Mal aufsuchen möchte. Genau das hatten zumindest Steffen und ich uns einst geschworen. Und ich bin auch heute noch der Ansicht: Bei höherem Wasserstand sollte man lieber nur den "Subway" in Hurricane besuchen... ;-)))
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Fotogalerien: Wer sich in Springdale aufhält und für Fotografie interessiert, kann hier einige schöne Galerien besuchen. Michael Fatali ist mittlerweile übersiedelt und hat seine Ausstellung nun unmittelbar neben dem IMAX Theater beim Parkeingang. Für Steffen und mich ist er nach wie vor DER große Meister im Südwesten. Nicht nur die Präsentation und die gestochene Schärfe seiner Bilder hebt er sich deutlich von den meisten anderen ab, sondern es auch seine originellen Motive, die meiner Meinung klar die Grenze zwischen reiner Fotografie und Kunst überschreiten, so z.B. sein Racetrack Valley oder seine Sanddüne. Interessant ist auch der Blick in seine out of print Mappe sowie in seine aktuellen Portfolios, die er leider noch nicht online hat und größtenteils auch nicht ausgestellt hat. Darunter befindet sich ein absolut geniales Bild einer Meereshöhle (der Pfeiffer Beach Arch wie wir später feststellen mussten), der "Skywatcher", einige Fotos von White Pocket und ein ausgesprochen archreicher Slot Canyon. Weitere schöne Bilder hängen auch in der West Gallery von David West, mit dessen Frau wir uns etwas länger nett unterhalten haben.

Unterkunft: Im schönen Städtchen Springdale findet man eine große Auswahl an Motels vor, die jedoch aufgrund der exzellenten Lage allesamt deutlich teurer als z.B. in Hurricane sind. Der Zion Shuttle Bus fährt in Springdale die Hauptstraße entlang, so dass man hier getrost auch das Auto mal länger im Motel stehen lassen kann. Die Zimmer im Quality Inn haben im Oktober 2004 $70 gekostet inkl. Tax und Frühstücksbuffet (Waffeln, Dosenobst, Eier, Toast, Jogurt, Weckerln mit Einbrenne), Anfang November 2010 hätte man dort die utopische Summe von $169 für ein King Size Bett von uns sehen wollen... Im Flanigan's Inn auf der gegenüberliegenden Straßenseite gab es einen wunderschönen, luxuriösen "Patio Room" für nur $109. Vergleichen lohnt sich also!
Durchaus empfehlenswert ist auch die Zion Lodge. Einziger Nachteil ist ihr gehobeneres Preisniveau ($135 pro DZ; Okt. 2004) sowie ihre Beliebtheit. Das ZImmer hatte ich bereits ein halbes Jahr im Vorhinein reserviert. Wer dort übernachtet, erhält eine Einfahrtserlaubnis und darf bei der Zion Lodge in den Zion Shuttle Bus einsteigen und erspart sich die Anreise und das Parkplatzsuchen beim Visitor Center. Wer abends allerdings ein Fernsehgerät im Zimmer haben möchte, sollte Nationalpark Lodges grundsätzlich meiden. Aber ist es nicht ohnehin mal eine nette Abwechslung, wenn man stattdessen in einer Vollmondnacht draußen in der Natur gleich neben der Lodge neugierige, anmutige Stinktiere auf ihrer Nahrungssuche beobachten darf?
Wesentlich günstiger lässt es sich in Hurricane übernachten - z.B. Days Inn oder für $44 im Super 8 (Stand: September 2007). Für die Subwaytour sicher keine schlechte Wahl, zumal Hurricane meilenmäßig sogar näher am Trailhead liegt als Springdale!

Essen: Wem die TexMex Küche schmeckt, dem sei an dieser Stelle noch das Oscar's Cafe in Springdale empfohlen. Es liegt etwas unauffällg an der Hauptstraße, so dass es auch uns leider längere Zeit verborgen blieb (948 Zion Park Blvd).

Kleine Danksagung ;-) ... Zum ersten Mal gehört hatte ich von der Subway im Jahr 2000, als eine liebe Studienfreundin von mir dieser Schlucht während ihrer Hochzeitsreise am 11. Mai 2000 einen Besuch abstattete. Die beschwerliche Wanderung dauerte ca. 7,5 h hin und zurück mit einer Stunde Aufenthalt vor Ort. Die Fotos, die sie damals nach Hause brachte, überzeugten mich davon, dass ich dort bei meinem nächsten Südwesturlaub unbedingt hin musste. Noch mehr habe ich mich aber über ihr zweites Mitbringsel gefreut, Laurents Buch "Land of the Canyons". Zu dem Zeitpunkt kannte ich es noch nicht und war sofort hellauf begeistert von der neuen Lektüre. Wer hätte damals geahnt, dass der Autor dieses Buches keine 7 Jahre später sogar mein Trauzeuge werden würde... ;-)


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"Subway from the top" Touren:

 
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© 24.04.2004 Isabel Synnatschke
    
    Whole new version 31.10.2007       Last update 11.03.2012

 

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